
Gruppenbild ohne Christoph: stehend von links: Michael, Volker, Birgit, Anne, Pia und Doris; knieend von links: Rainer, Christian, Gerd und Martin.
Nun ist wieder Ruhe eingekehrt. Ein langes Wochenende mit Freunden geht zu Ende. Läufer, Laufblogger und deren – nicht ganz ernst gemeint – leidgeprüfte Familien drei Tage beisammen. Ob das gut gehen wird, war die Frage, zumal einige von uns sich noch nie gesehen hatten. Die Anwort ist eindeutig: Es ist gut gegangen, sehr gut sogar!
Mit Anne (Weinbergschnecke), Doris (adora) und Christian (DocRunner) am Donnerstag die erste gemeinsame Runde bei wunderbarem Wetter. Martin (Pfälzerwaldläufer) und Pia kommen am Abend zum Speisen und Palavern hinzu. Kein Problem: das Laufen verbindet, vereint uns in unserer Lebensphilosophie, egal ob wir aus Trier, Salzburg oder aus der Pfalz kommen.
Natürlich ist nicht immer das Laufen Thema der Gespräche. Es geht auch um Kultur, Geschichte, Karl Marx, der in hundertfacher Ausführung als roter Gartenzwerg in Plastik gegossen vor und hinter der Porta Nigra derzeit dem alten Stadttor als Fotomotiv den Rang abläuft. Ein großes Happening, bei dem sich trefflich über Kunst diskutieren lässt.
Als vor 21 Jahren nach Trier Zugereister weiß ich nicht wenig zu der Geschichte dieser schönen Stadt zu erzählen. Aber bevor es so richtig los geht, muss in der vollkommen überfüllten City erst einmal ein Parkplatz gefunden werden. Gerd (Diro-Sports), der am Marktkreuz wartet, hat also noch etwas mehr Zeit, dem babylonischen Sprachgewirr der Menschenmassen zu lauschen, die sich an diesem Brückentag Trier in einen Ameisenhaufen verwandeln. Mit 2000 Schritten lässt sich zwar nicht ganz die römische Historie erkunden. Aber Dom, Liebfrauen, Konstantinbasilika, Kaiserthermen und Co. sind so sehenswert, dass sogar die Kinder – motiviert durch das ein oder andere Eis – nicht murren.
Richtig spannend wird es dann am frühen Abend im Amphitheater, als Gladiator Valerius aus dem Grab steigt und den gebannten Besuchern seine Geschichte von Kampf, Freundschaft, Verrat und Schmerz miterleben lässt. 75 spannende Minuten, die vor römischer Kulisse in den Köpfen Bilder entstehen lassen davon, wie es gewesen sein könnte, als 20 000 johlende Zuschauer mit Brot, Blut und Spielen unterhalten wurden.
Die Nerven beruhigen mit einem guten Schluck Wein. Im Tiergartental beim Weingut von Nell ist dafür ein guter Ort, zumal auch die Geschichte der Familie von Nell reichlich staunen lässt. Mit Volker (Dankvolker) ist die Laufbloggergemeinschaft nun komplett. Und nach dem guten Essen dann auch noch eine spontane Kellerführung mit Überraschungssekt. Herz, was willst Du mehr.
Einziges Manko aus Sicht der Winzerfamilie: Läufer trinken nicht sooo viel, vor allem nicht, wenn am nächsten Morgen der Höhepunkt des Treffens ansteht – na klar, der gemeinsame Lauf!
Zu dem schließen sich auch noch Christoph, Birgit und Michael vom Lauftreff Olewig an. Eine schön bunte und vor allem gut gelaunte Gruppe macht sich auf, um den schönsten Weg hinauf auf den Petrisberg zu erkunden.

Gehen geht auch 
Denn es geht darum, schöne Ausblicke zu sammeln: auf das Olewiger Tal, auf Hunsrück, Eifel und das Moseltal. Das Tempo ist nicht hoch, es wird viel geplaudert, jeder läuft mal vorne, mal hinten, wechselt die Gesprächspartner und genießt die Natur.
Nicht einmal ein Regenschauer und kühler Wind können die Festtagsstimmung trüben, als wir den Aussichtpunkt an der Sickingenstraße erreichen. Ein belgischer Tourist lässt sich überreden, in die Rolle des Fotografen zu schlüpfen, um die ganze Truppe abzulichten. Ein schönes Foto, das die Stimmung gut spiegelt.
Weiter hinauf geht es zum Petrispark. Auch hier Geschichte auf Schritt und Tritt, die des französischen Militärs, des riesigen ehemaligen Kasernengeländes, das erst für die Landesgartenschau genutzt, erschlossen umgestaltet und inzwischen zu einem neuen Stadtteil mitsamt Erholungsgebiet geworden ist.
“Schaut mal, was für ein interessantes Bild!” – ruft einer aus der Runde beim Blick auf die Schuhe der zusammenstehenden Läuferschar.
Und vor der Rostkulisse des Turms Luxemburg kommt auch die bunte Laufbekleidung so richtig zur Geltung.
Für einen Schluck Wasser muss die Zeit sein, bevor es hinüber geht auf den Unicampus, wo so manches Kunstwerk die Blicke auf sich zieht und zu Späßen motiviert …

An den Uniweihern, nach knapp 90 Minuten, nimmt der größere Teil der Gruppe den Weg ins Tal. Martin, der in den vergangenen Wochen enorme Probleme mit der Ferse hatte, ist froh, diese zwölf Kilometer mit Spaß absolviert zu haben.
Volker geht es ähnlich. Er freut sich als Oldenburger Flachländer über einen neuen persönlichen Höhenmeterrekord. Und Gerd lässt es derzeit eh etwas gemütlicher angehen. Kein Stress, bitte!
Den hat auxh das Quartett nicht, das noch eine schöne lange Schleife dranhängt. Noch mehr Ausblicke, etwas mehr Tempo, Ruhe, Rapsfelder, Wald- und Wiesenwege.
Allerdings auch reichlich betonharte Feldwege, wie mir auf dem Weg hinauf zu Heidkopf und Schellberg auffällt.
Christian, der am liebsten schmale Trails läuft, wird am Ende zum Glück dennoch die Strecke loben.
Als wir nach gut drei Stunden und 28 Kilometern unseren Panoramalauf beenden, sind die Beine reichlich schwer. Christoph hängt dennoch eine Tiergartenrunde an. Muss heute nicht sein, das hatte ich in der Woche davor.
Und dann? Entspannen, Kaffee trinken, Grill anheizen, Wetterumschwung erleben. Sonnenpausen genießen, vor Regengüssen flüchten, Hagel beobachten, Gespräche genießen, Spaß haben, Kalorien auffüllen. Platz für viele Freunde ist auch im kleinsten Haus.
Dort herrscht nun wieder Ruhe. Die Gäste Freunde sind auf dem Weg nach Hause. Viele Fotos erinnern an schöne Momente. Nicht alle sind für die Öffentlichkeit bestimmt.
Schön war’s! Danke für Eure Gesellschaft! Es wird nicht das einzige Treffen des Laufbloggerstammtischs bleiben. Und dann werden vielleicht auch die dabei sein, die bei der Premiere nicht konnten.
