Balanceakt

Von einem Prachtwetter wie am Mittwoch lässt sich heute an der Mosel nur träumen. Grau und trüb zeigt sich der Tag. Aber zumindest ist es zu den Zeiten, zu denen ich am Morgen zu meinen Läufen starte, wieder hell.

Bevor ich mir heute wieder etwas Belastung mit einem 10er in 47 Minuten gönne, steht aber eine halbe Stunde Koordinations und Krafttraining auf dem Balance Pad an. Da ich (noch) nicht über so eine dicke Schaumstoffmatte verfüge, tut es auch eine normale, dafür aber doppelt zusammengelegte Gymnastikmatte.  Link für einige Übungen.

Vor allem das Training für die Füße ist interessant und vermutlich effektiv. Das werde ich in Zukunft öfter mal in meine Übungen einbauen. Zudem passt das gut zu meiner aktuellen Laufkolumne, die immer donnerstags in der Regionalzeitung Trierischer Volksfreund erscheint.

Wenn das Wetter schon so trüb ist, muss ich eben selbst für Farbe sorgen.

Und dann der flotte 10er nahezu im geplanten Wettkampftempo. Noch kann ich mir nicht vorstellen, das über 42 Kilometer durchzuhalten. Aber bis hamburg sind es ja noch einige Wochen.

Meine Garmin wollte heute erst nach mehr als vier Kilometern die Satellitensignale einfangen. Die bin ich also nach Gefühl gelaufen. Einen Tick zu schnell für Tempo 4:40, wie sich herausstellte. Mein Runkeeper-App auf dem I-Phone habe ich derzeit immer parallel laufen. Das bekommt in der Regel gps-Signale sofort. Die Ergebnisse meiner Aktivität sind also auch komplett nachzuvollziehen.

Das Wichtigste heute: Das Knie macht keine Probleme mehr. Morgen ein Rekomtag und am Samstag ein nicht ganz so langer Lauf. Dann kann ich in der kommenden Woche wieder etwas mehr Gas geben.

Hier die Kolumne:

Kraftakt für die Füße

 

Über Laufschuhe lässt sich wunderbar diskutieren. Was sind die richtigen Schuhe? Welche Dämpfung ist notwendig? Und ist es nicht überhaupt sinnvoller, die Schuhe ganz wegzulassen?
„Natural Running – natürliches Laufen“ nennt sich dieser Trend, der den menschlichen Fuß als Wunderwerk der Natur (wieder-)entdeckt hat. Denn dank seines feingliedrigen Aufbaus mit einer Vielzahl von Muskeln, Bändern und Sehnen gleicht er zum einen einem Stoßdämpfer ebenso wie einem Expander, der Schwerkraft in Bewegungsenergie umwandelt.
Dumm gelaufen, denn mit immer dickeren Sohlen und immer stabileren Konstruktionen haben die Laufschuhfirmen in den vergangenen 40 Jahren wahre Laufsofas entwickelt, die dem Fuß wichtige Stützfunktionen abgenommen haben.
Ausgerechnet Nike – Erfinder des dämpfenden Stabilschuhs – hat die Rückbesinnung zu ungedämpften und möglichst flexiblen Schuhen angestoßen. Wenn das natürliche Laufen etabliert ist, werden dann vermutlich wieder Stabilschuhe zum Lieblingskind der Werbestrategen.
Wie auch immer: Wer von schweren Tretern auf einen superleichten Schuh wechseln will, muss vorsichtig sein und Geduld haben. Andernfalls nehmen es die Füße übel, wenn sie plötzlich wieder alle Arbeit selbst erledigen müssen. Und wer einen Knick-Senk-Spreiz-oder-was-auch-immer-Fuß hat, sollte besonders achtgeben.
Für mich geht jedenfalls vorläufig nichts ohne Innenstütze. Dann und wann werde ich dennoch auch in Zukunft ganz natürlich laufen: barfuß.
laufen@volksfreund.de

 

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9 Gedanken zu “Balanceakt

  1. Aha, noch jemand, der versucht, nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen! ;) Ich nutze einen Therapiekreisel oder eine mehrfach zusammengefaltete Decke dafür.

    Gut, dass dein Knie wieder mitmacht! 8-)

    LG,
    Anne

    • Hallo Anne, ich hoffe, ich war heute Morgen nicht zu kurz angebunden. Ich war gerade auf der schnellen Runde. Da muss auch mal ein Abklatschen reichen. Geklönt wird wieder beim nächsten Treffen.

      Die Kniegeschichte ist bislang so verlaufen, wie ich es mir erhofft hatte. Ich werde etwas strenger darauf achten, den Trianingsplan von Jens nicht zu überziehen.

      Liebe Grüße
      Rainer 8)

      • Wenn wir geklönt hätten, hätte ich den Bus verpasst (der während der Semesterferien nur im 20-Minuten-Takt fährt) – da war mir das kurze Abklatschen gerade recht! 8-)

        Das sah richtig schön flott aus, wie du da angesaust kamst! Die Vorstellung, dass man so ein Tempo im M laufen kann und dann immer noch eine Stunde langsamer als die Schnellsten ist, finde ich irgendwie :roll: !

        Liebe Grüße
        Anne

  2. Diese kleinen fiesen Schaumstoffmatten und wackeligen Kreisel kenn ich nur zu kut aus meinen 4 Sportreha’s. Und selbst danach nutze ich noch immer die kleinen Fieslinge im Studio um gezielt Muskulatur anzusprechen die sonst beim allgemeinen Krafttraining nicht gefordert werden.

    Tja und zu den schweren und leichten Schuhen. Ich bin mit “Sofakissen” gestartet und bekam dadurch Probleme an der Hüfte nach der ersten HM -Vorbereitung. Nach den Knieoperationen bin ich in der Reha wieder damit gestartet und ich dachte ich habe Eier unter den Füßen. Schuhe mit denen ich noch zuvor einen Marathon gelaufen bin, waren nur noch zum spazieren gehen zu gebrauchen. Schlagartig von gestützten Sofakissen auf neutrale Leightweight -Trainer oder WK-Schuhe umgestiegen und seit dem geht es mir und meinen Haxen richtig gut, trotz KnIck-Senk-Spreiz-Stinkfuß. Da liegt aber ein aber dahinter…seit Kindheitstagen laufe ich so viel wie möglich “barfuß”, im Sommer sogar absichtlich über Schotterwege (das riet mir ein Orthopäde vor gut über 38 Jahren um so die Muskulatur zu stärken), soweit es eine Großstadt einem möglich macht. Zu Hause nur in Socken und ich bin faul und bücke mich nicht. Alles was sich mit Füßen aufheben läßt, wie Taschentücher, Stifte etc. die auf den Boden gefallen sind, werden mit den Zehen aufgekrallt. Das trainiert wirklich gut das Fußgewölbe ;-)

    • Hallo Sabine, wenn du schon so lange und so intensiv die Füße trainierst, wundere ich mich nicht, dass dir der Umstieg auf Minimalschuhe problemlos geglückt ist. Bei mir wäre das ein längerer Prozess, der so gar nicht zu einer Vorbereitung auf einen Marathon passt. Ich habe mir aber vorgenommen, in diesem Jahr häufiger auch mal barfuß zu laufen. Allerdings dann kürzere Strecken als bei den Versuchen im vergangenen Jahr. Da hatte ich dann übertrieben.

      Mit balance pad und Kreisel hatte ich bislang keine Erfahrung. Erscheint mir aber sinnvoll, damit gezielt etwas für die Fußmuskulatur zu tun. In Strümpfen hier im Großraumbüro herumzulaufen, käme bei den Kollegen vermutlich nicht zu gut an ;)

      Liebe Grüße
      Rainer 8)

  3. Die brauchst noch eine rote Mütze, zusammen mit grünen Schuhen und gelber Jacke wäre die Ampel dann perfekt ;-)

    Die Laufschuhdebatte wird wohl so schnell nicht enden, sich vielleicht in Nuancen ändern. Solange keine Seite sich für die wahren Erleuchteten hält kann das auch nur fruchtbar sein. Im Frühling möchte ich auch mal kurze Strecken in meinen Zehenschuhen laufen. Im Prinzip aber ist mir der Schuh egal, hauptsache die Füße mucken nicht.

    Liebe Grüße
    Volker

    • Da bin ich ja gespannt, was Du von den Fivefingers berichten wirst. Hauptsache, die Füße mucken nicht!

      Der Ampelvergleich hat etwas, wobei das Gelb ganz und gar nicht orange ist ;)

      Liebe Grüße
      Rainer

  4. 4:40 als Marathon-Renntempo? Uiuiui da hast du ja noch was vor….
    Wenn ich das Tempo nur 5km halten sollte, bräuchte ich danach ein Sauerstoffzelt ;-)

    Was hast du dir denn vorgenommen? 3:15, 3:20, 3:30?

    • Ich bin richtig ambitioniert: Auf 3:15 ist der Trainingsplan angelegt. Ich bin schon jetzt gespannt, was am Ende dabei herauskommt. :roll: