13 – 22 – 19

Schwere Beine, Dauergrinsen und die Freude über einen Tag selbst verordnete Laufpause. So lässt sich in aller Kürze mein Gemütszustand beschreiben nach drei Laufeinheiten in zwei Tagen. Meine Wochenilometerzahl liegt damit schon bei 74 – und wenn am Samstag wirklich nochmal 27 hinzukommen, werde ich wohl einen neuen persönlichen Rekord aufstellen.

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Die Sonne strahlt an diesem Mittwochvormittag vom Himmel. Da steht außer Frage, dass nach einem Tag Sightseeing in Köln die Laufschuhe geschnürt sein wollen. Meine gelben Trabuco hatten sich so sehr über den Ausflug am Montag durch das Unterholz gefreut, dass sie fast automatisch wieder den Mattheiser Wald anpeilen.

01-DSC00903Da bis zum gemeinsamen Mittagessen mit der Familie nur 1,5 Stunden Zeit sind, verwerfe ich die Pläne für eine weite Runde über Konz-Roscheid und nehme am Weingut von Nell den Weg hoch in Richtung Heiligkreuz, am noch frostigen Anglerteich vorbei, weiter hinauf zum Hofgut Maria Hof.

02-DSC0090603-DSC00907Nach dem Hundesportplatz noch zwei Kilometer weiter und dann einen krassen Trail hinunter ins Goldkäulchen.

04-DSC0090805-DSC00911Zurück geht es diesmal nicht über die Kernscheider Höhe, sondern wieder hinunter in den Tiergarten, wo auf  Mountainbike-Fahrer zwei natürliche Wegesperren warten. Bitte nicht zu schnell also!

07-DSC0091508-DSC00916Ach ja, nach gefühlt Jahren laufe ich erstmals wieder zu Musik. Gar nicht so übel. Culcha Candela und die Fantastischen Vier sind meine Favoriten. Hip-Hop und deutscher Rap-Gesang. Das passt gut zum Laufen.

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Meinem Schatz habe ich gerade angeboten, am späten Nachmittag nochmal eine ruhige Runde gemeinsam zu laufen, als Christoph anklopft. Ob ich nicht Lust habe, mit ihm vor dem Mittwochslauftreff ein Stündchen voranzustelllen und dann noch ganz ruhig mit der Gruppe zu laufen?

09-DSC00918Ja, wenn es nicht zu flott wird, höre ich mich sagen, obwohl ich schon ahne, dass das mit dem ruhigen Laufen nichts werden könnte. Und tatsächlich kommt es, wie es kommen muss: Herr Lauftreffleiter verschätzt sich bei der Runde über Tarforst, Avelertal – hier wird mit viel Aufwand der Aveler Bach renaturiert – und Kürenz erheblich. Ich gebe meine Bedenken nicht wirklich deutlich zur Kenntnis. Und schon werden die letzten fünf dieser zwölf statt zehn Kilometer zu einem Tempodauerlauf.

Dennoch ist die Lauftreffgruppe schon weg, als wir um zehn Minuten verspätet am Treffpunkt ankommen. Sie sind auf den Petrisberg gelaufen, wie ich später von meinem Schatz erfahre. Dumm nur, dass Christoph und ich den Trupp genau in der anderen Richtung vermuten, so dass wir bis zur Moselschleuse bei Konz laufen und am Fluss entlang zurück. 22,23 Kilometer sind es am Ende. Meine Beine, wer hat die einbetoniert?

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Dass ich heute mit meinem Arbeitskollegen Oliver eine Verabredung hatte, ließ sich nur schwer ändern. Aber da sich auch Dominik angekündigt hatte, kam das eh nicht in Betracht. Bedingung: keine schnelles Tempo bitte.

10-DSC00919Um 9 Uhr kommt also mein junger Lauffreund den Berg heraufgespurtet. Er hat immerhin schon mehr als drei Kilometer hinter sich, bevor wir gemeinsam weiterlaufen. Wieder hinauf nach Tarforst. wo wir 30 Minuten später mit Oliver verabredet sind. Oberhalb vom Weingut Schleimer werden Weinberge mit neuer Erde planiert.

Vor allem die Hüftbeuger zwicken nach den hügeligen 35 Kilometern vom Vortag ordentlich. Aber sobald die Muskulatur warm ist, geht es erstaunlich gut.

12-DSC00924Oliver ist sofort auf dem Sprung, als wir bei ihm klingeln. An so einem sonnigen Morgen müssen wir einfach hinauf auf den Heidenkopf und weiterhoch zur Schell.

13-DSC00925Eine wie immer traumhafte Aussicht belohnt für die verbrannten Kalorien.

11-DSC0092114-DSC00935Das ist auch bei der ehemaligen Fluchtburg auf Naumett so, wo wir uns eine kleine Pause gönnen, um über Waldrach und das Ruwertal zu blicken.

15-DSC0093716-DSC00938Vor 14 Tagen lag hier im Schatten noch reichlich Schnee. Der bewaldete Hang, an dem wir nun entlanglaufen, hat den interessanten Namen Gotterberg. Die gefrorenen Pfützen und skurrile Eiszapfen dokumentieren die Kälte, die auch unsere Nasen am Laufen hält.

17-DSC00944Diese fünf Kilometer lange Runde bis zum Wegekreuz des Saar-Hunsrück-Steigs, die uns Birthe im Herbst gezeigt hat, ist längst eine meiner Lieblingsstrecken. Auch wenn hier ordentlich Höhenmeter zu bewältigen sind. Faszinierend, wenn auf der einen Seite des Weges lichtdurchfluteter Laubwald die Augen verwöhnt, auf der anderen Seite der dunkle Nadelwald den Tieren Zuflucht bietet.

19-DSC00946Oliver schlägt sich tapfer. Für ihn ist das sicher eine herausfordernde Routenwahl. So schlägt er vor, nun den direkten Weg hinunter nach Tarforst zu suchen. Auf diesem Verbindungsstück zum Wanderweg war ich noch nie. Es bietet eine prächtige Aussicht. Und im Wald hält sich der letzte Flecken Schnee des Winterfrühlings.

18-DSC00945Nachdem wir unseren durchschwitzten Trainingsanzugträger bei ihm Zuhause abgeliefert haben, suchen wir für den Rückweg den Trail, dessen Einstieg wir auf dem Hinweg entdeckt hatten. Ein steiler Weg an einer wunderbar grün leuchtenden Natursteinmauer entlang führt hinunter ins Tal. Jetzt noch ein Kilometer auf dem Radweg, dann ist auch diese 19 Kilometer lange Tour bewältigt.

20-DSC00949Jetzt ist aber genug. Morgen gönne ich mir definitiv eine Laufpause. Und dennoch: Es fühlt sich gut an 😉

 

 

 

 

24 Gedanken zu „13 – 22 – 19

  1. Wow…liest sich saugeil. Und die Fotos erst. Top! Wie du immer die Muße findest, die so nebenbei zu schießen. Respekt!!!

    • Hallo Manuel,

      freut mich, dass Du mal im Blog kommentierst. Danke für das Kompliment. Das mit den Fotos geht inzwischen ganz automatisch. Einfach die Augen auf 😉

      Der Trainingsdreiklang ist ganz schön hart. Aber Dich könnte das nicht beeindrucken. 😎

  2. Hallo Rainer,
    wirklich schöne Bilder, die einem vorgaukeln, der Frühling käme doch noch. Ich habe heute eine erste Ausfahrt mit dem Rad gemacht (nur 30 km): saukalt und zunehmend trüb. Es war nicht der reine Spaß.
    Andere Frage: Wie schaffst du nach deiner Zwangspause so schnell wieder die Kilometerumfänge? Ich quäle mich immer noch bescheiden rum und bis Moneteau habe ich gerade mal noch 4 Wochen Zeit. Hast du einen Tipp?

    Viele Grüße und ein schönes Osterwochenende!
    Harald

    • Hallo Harald,

      ich empfehle Dir, nicht gleich lange Einheiten zu machen, sondern lieber mehr kurze. Und immer schön dehnen und auf die Blackroll. Die Umfänge dann langsam steigern.

      Vor allem aber: locker bleiben!

      Dass es auf dem Fahrrad noch extrem kühl ist, kann ich mir gut vorstellen. Das wäre ncihts für mich 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  3. Tja, was ein Ultraläufer werden will, der muss schon auch mal in die Vollen gehen, damit er eine Ahnung dessen bekommt, was auf ihn zurollt – langsam, aber stetig. Warnungen werden heute und hier nicht zum Ausdruck gebracht – ich finde das gut – gerade, weil es schon etwas anstrengender ist, aber das magst du ja !!

    Hast du den Osterhasen gesehen ?

    • Kein Osterhase, liebe Margitta, dem ist es wohl noch ein wenig zu frisch. Danke für Deine Unterstützung. Bis zum Eifel-Ultra ist es zwar noch einige Wochen hin, aber es lohnt, schon jetzt mal zwischendurch die Schlagzahl zu erhöhen.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  4. Das wird Zeit, dass Du wieder an die Arbeit kommst 😉 Was Du im Moment an Kilometern abreißt ist ja nicht mehr feierlich 😀

    Also, ich werde im Mai wohl das Damenprogramm wählen :mrgreen:

    Wenn auf dem einem Bild nicht das Eis zu sehen würde, könnte man den Bildern nach glauben, es ist Frühling bei Euch da unten.

    Liebe Grüße aus Oldenburg (es schneit hier!)
    Volker

    • Ich habe ja im Juni noch etwas ziemlich Großes vor. Da müssen ein paar Kilometer mehr schon sein. An unserem Wochenende ist übrigens der Abschluss der Rekomwoche vor dem Ultra. Merh als 25 Kilometer soll ich da nicht laufen. Also keine Sorge. Das wirst Du schon schaffen. Und die Treppen nicht vergessen, damit Du in Trier auch schöne Ausblicke genießen kannst. 😉

      Hier an der Mosel stehen die Zeichen eindeutig auf Frühling, auch wenn es noch ziemlich kalt ist. Die ersten Palmkätzchen sind ja zum Glück in einen schönen Pelz gekleidet. Das schützt 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  5. Hach sei ehrlich – ist doch geil wa?

    Die Latschen laufen und laufen und laufen

  6. Wow! Rauf auf den Hügel, runter vom Hügel, rein in den Wald, raus aus dem Wald, über den Hügel auf den nächsten Aussichtspunkt, entlang von Wiesen, Bächen, Schneefeldern, auf Straßen, Wegen, Trails, dazwischen noch ein paar Höhenmeter extra, über Wiesen und durch den Wald – alleine, zu zweit, zu dritt, immer lächelnd, immer fotografierend und dokumentierend!
    Gibt es noch was, was du diese Woche noch nicht dabei hattest! Beeindruckend deine Zusammenfassung :D!
    Lieben Gruß, Doris

    • Liebe Doris, das hast Du gut zusammengefasst 😉 Was noch fehlt, ist ein Wettbewerb. Aber den brauche ich nicht wirklich. Der kommt noch früh genug. Und der Sinn steht mir danach sowieso nicht.

      Die ein ganz besonders schönes Osterfest!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  7. Das wir unsere Urlaubswoche aber auch immer so mit Training zu füllen wissen 😉
    Da das Kind diese Woche in Ferienfreizeit ist und mein GöGa arbeiten darf, gibt es also jede Menge Zeit, die sinnvoll genutzt werden will.
    Heute habe ich mir dann aber auch mal einen Ruhetag gegönnt, aber morgen geht´s schon wieder weiter.
    Schöne Osterfeiertage.
    Karina

    • Sturmfreie Bude? Prima Sache, um mal so richtig auf den Putz zu hauen. Viel Spaß dabei! Und für Dich und Deinen GöGa auch schöne Ostern!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  8. Wow,
    da warst du ja richtig fleißig!!
    Einige (viele) der Bilder kommen mir ja sehr bekannt vor….
    Der Trail ins Tal an der Moos-Mauer ist derjenige, von dem ich letztes (vorletztes?) Jahr meinte, er wäre so zugewachsen. Zum Glück hat man das inzwischen geändert.
    Ich werde dann heute mal die 35 wieder in Angriff nehmen. Leider nicht bei Sonne. Aber schöne Blicke sind natürlich eingeplant. Es geht vermutlich über Kernscheid, Pellingen, Korlinger Höhe. Da ist so schön viel WEITE. Wenn sich nur der Wind in Grenzen hält…
    Ich wünsche dir noch schöne Ostertage.
    Birthe

    • Na dann hoffe ich, Du hattest viel Spaß. Das mit der Weitsicht war heute wohl nicht wirklich gut. Ich bin froh, gestern gelaufen zu sein und bei diesem Schietwetter einen Tag Pause genießen zu können.

      Wobei das Laufen im Vergleich zum Werkeln Zuhause vielleicht doch die bessere Alternative wäre 😉

      Die auch viel Spaß beim Ostereier suchen bzw. verstecken.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

      • Ja,
        die Sicht war wirklich leider nicht so toll.
        Die Runde wird demnächst irgendwann noch einmal gelaufen.
        Ohne Handschuhe, Mütze, Jacke…

  9. Seuuuufffzzzzzz! Soooo sonniges Wetter! So tolle Läufe allein und in wechselnder Begleitung! So schöne Bilder! Und wer hatte keinen Urlauf und durfte heute durch das Nebelgrau laufen? 🙄

    Egal – wenigstens du hast was von der Sonne gehabt und kräftig Kilometer gehamstert. Jetzt hoffe ich nur, dass du deinen Schatz nicht ganz im Stich lässt und mit ihr die ausgefallene Runde nachholst. Für dich wäre das doch ein schöner Rekom-Lauf! 🙂

    Liebe Grüße & schöne Feiertage,
    Anne

    • Urlauf ist nicht schlecht, die Mütter aller Läufe 😉

      So ein freudscher Verschreiber macht manchmal richtig Spaß 🙂

      Bei mir ist heute definitiv Pause angesagt. Auch kein Rekomlauf. Meine Körper signalisiert mir klar und deutlich, dass erst morgen wieder die Laufschuhe an die Füße dürfen.

      Ich bin mir sicher, Du hattest trotz des nicht optimalen Wetters Spaß auf Deiner Runde. Ist doch immer so, wenn es erst einmal rollt.

      Liebe Grüße und ein schönes Osterfest!

      Rainer 😎

  10. Lieber Rainer,

    Respekt, aber manchmal muss es eben etwa mehr sein und wenn Du einen Ultra laufen willst, sollten die Umfänge auch etwas ansteigen. Da Du auch Urlaub hast ist es doch ganz gut, da mal etwas mehr zu laufen, ich habe jetzt auch eine Woche Ruhe im Beruf, mal sehen ob ich auch etwas mehr Kilometer auf die Uhr kriege, obwohl ich bisher nicht klagen kann 😎

    Schöne Osterfeiertage wünsche ich Di und Deiner Familie

    Salut
    Christian

    • Lieber Christian,

      ein paar Tage Urlaub tun doch gut, oder? Nach der Laufpause heute geht es morgen früh wieder auf die Piste. Ich freue mich schon darauf. Wieder ein Lauf mit Freunden. Das macht Spaß. Für den Mai habe ich schon diverse Tourvarianten parat. Je nach Wetter gibt es Weitblick oder eher etwas im Wald. Mal sehen.

      Dir die beste Erholung. Und natürlich auch für Dich und Deine Familie ein schönes Osterfest.

      Herzliche Grüße
      Rainer 😎

  11. Jetzt muss ich doch auch mal kommentieren, wo ich doch schon länger hier mitlese… Das ist alles so toll geschrieben, dass ich direkt Lust bekomme wieder die Laufschuhe anzuziehen 😉 und mir wird bewusst, dass ich nach 3 Jahren Trier immer noch nicht alle schönen Laufstrecken kenne 😉
    Freue mich schon auf neue Beiträge!
    LG Madita

    • Hallo Madita!

      Es freut mich sehr, dass Du Dich hier auch mal zu Wort meldest. Und noch größer wäre meine Freude natürlich, wenn ich Dich ein wenig zum Laufen motivieren könnte. Es gibt so viele wunderbare Strecken hier. Da lässt sich immer wieder etwas Neues entdecken. Versuch’s doch mal in der Gruppe. Da gibt es einige interessante Möglichkeiten. Bei Bedarf gebe ich gerne Tipps.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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