Geduld

… zahlt sich aus, auch wenn es nicht unbedingt meine Stärke ist, zumindest wenn es ums Laufen geht. Heute also ein etwas mulmiges Gefühl, als ich meine Laufschuhe anziehe. Meine schwersten und stabilsten. Wird die Sehne halten?

DSC01046Gestern Abend – nach zwei Tagen Pause –  war von Schmerzen nichts mehr zu spüren. Und beim normalen Gehen hatte ich schon am Tag davor keine Probleme. Das Wetter? Da könnte ich wieder unkontrolliert fluchen, aber ich lasse das mal. Es ist grimmig kalt, so eine ekelige Kälte. Der Himmel grau, hohe Luftfeuchtigkeit, ein zwar nur leichter Wind, der allerdings Frosterqualität hat. Das Outfit ist also eher winterlich, 3/4 Hose und Kompressionsstrümpfe ersetzen die lange Tight. Das lange Shirt aus  Merino-Wolle ist das tollste Teil, das ich mir in diesem Winter zugelegt habe. Meine gelbe Lieblings-Gore-Jacke drüber. Handschuhe und … nein, keine Mütze, sondern eine Kappe. Schließlich könnte es laut Wetterbericht regnen oder sogar schneien.

Christoph kommt aus dem Haus, als ich nach dem Satelliten suche. Auch in Gelb, auch mit Sehnenproblemen, wie er erzählt. Auch er hat etwas zum Trinken auf die Hüften geschnallt. Wir werden also versuchen, zumindest um die 25 Kilometer zu laufen. Die Vorbereitung auf den Mittelrhein-Marathon muss schließlich fortgesetzt werden.

DSC01048Am Treffpunkt wartet Achim. Rudi, Marcel und Dominik haben andere  Verpflichtungen. Und so machen wir uns nach kurzer Absprache, wo es hingehen soll, zu dritt den Eselspfad hinauf auf die Hill und hinunter ins Tiergartental. Von dort durch das Goldkäulchen zur Pellinger und durch das Konzer Tälchen zurück in Richtung Trier. So ist der Plan.

Und? … Schon die ersten Schritte lassen mich aufatmen. Keine Schmerzen. Auch die Serpentinen hoch in Richtung Kernscheid sind problemlos möglich. Nach dem steilen Stück bergab ins Goldkäulchen – knapp fünf Kilometer sind vorbei – glaube ich ein leises Ziehen zu spüren. Also heißt es weiterhin, bewusst zu laufen, schön auf dem Mittelfuß, geruhsam.

DSC01050Das Ziehen verschwindet wieder, ist auch nicht zu spüren, als wir die Pellinger Straße überqueren und in das leider unter bleischwerem Himmel liegende Konzer Tälchen blicken. Vorsicht auch bei den abschüssigen Passagen hinunter nach Niedermennig. Eine sehr hübsch restaurierte Marienkapelle zieht unsere Blicke an. Kurzer Fotostopp. Jetzt geht es fast nur noch flach zurück nach Hause.

DSC01051Die Pfade, die rechts im Wald neben dem Radweg zu erkennen sind, werden beim nächsten Mal unsere Streckenwahl sein. Heute bleiben wir auf festem Untergrund. Auch in Konz. Eine einst von Eisenbahn und Industrie geprägte Stadt. Wenig hübsch, um mal etwas euphemistisch zu bleiben.

DSC01052Eine „interessante“ Bahnunterführung öffnet uns den Weg zur Mosel und auf die laaaange Gerade in Richtung Trier.

DSC01053Hier begegnen wir einigen anderen Läufern und Hundebesitzern. Rottweiler und Bullterrier werden aber zum Glück an der kurzen Leine geführt, so dass auch die beiden Schwäne nichts zu befürchten haben, die hier zwischen Fluss und Bahntrasse brüten.

DSC01054Zeit für eine Handvoll Rosinen. Etwas Wasser. so lassen sich auch die folgenden zehn Kilometer bis nach Olewig überstehen.

DSC01059Achim nimmt jetzt konsequent die Ideallinie. Er ist froh und sicher auch zufrieden, als wir nach 2 Stunden und 35 Minuten den Olewiger Sportplatz wieder erreichen. 26 Kilometer – und die Sehne hat gehalten! Auch Christoph ist glücklich, dass er keine größeren Probleme hatte. Unser gemeinsames Ziel Mittelrhein-Marathon ist also nicht gefährdet. Wen kümmert da noch das Wetter? 😉

 

14 Gedanken zu „Geduld

  1. Heute war’s wirklich „usselig“, lieber Rainer. Aber wen stört das, wenn die Sehnen halten?! Der kluge Mann übt sich in Geduld und wird dann mit einem beschwerdefreien Lauf belohnt. Alles im Plan für den Mittelrhein-Marathon also.

    Liebe Grüße, ich freu mich, dass du offenbar „nochmal davongekommen“ bist!
    Anne

    • Danke Anne, Du hast mein Aufatmen bestimmt in Heiligkreuz gehört. Auch heute keine Nachwehen. Ein weiteres gutes Signal. Und da ich Dienst habe, besteht auch nicht die Gefahr, dass ich bei diesem tollen Wetter leichtsinnig werde und es gleich wieder übertreibe :mrgreen:

      Dir einen sonigen Tag!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  2. Also der Kollege in Schwarz…

    Wenn Du neben ihm her läufst…

    Hat ihn da noch nie jemand gefragt ob er oft mit seinem Sohn läuft 😛

    • Wenn das so wäre, müsste er ständig gefragt werden. Neben Achim sieht jeder aus wie ein Zwerg 😉

      Er ist aber einige Jahre jünger als ich.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  3. Die Sehne hat gehalten, super, lieber Rainer, das freut mich sehr.

    Ansonsten hattet Ihr heute das Wetter, was wir gestern hatten. Nur das bei uns der Wind nicht schwach sondern immer noch kräftig ist.

    Angesichts der Freude über die gehaltene Sehne wirst Du es sicher auch verkraften, dass ich Dich aus dem wolkenlos, sonnigen Odlenburg grüße 😎

    Volker

    • Sonnig ist es heute an der Mosel. Ich werde gleich mal für 20 Minuten meinen Schreibtisch verlassen und etwas Frühling schnuppern. Aber da ich heute eh nicht laufen wollte – der Warnschuss wirkt – ist es nicht ganz so schlimm und ich gönne allen dieses schöne Wetter. In den nächstne Tagen soll dann der Regen kommen, gemeinsam mit etwas höheren Temperaturen. Da wird die Natur endlich den Winterschlaf beenden.

      Schönen Restsonntag!

      Rainer 😎

  4. Kann mich Volker nur anschließen – die Sehne hat gehalten, das Wetter war so la, la, dann wirst du es ertragen, wenn hierzulande die Sonne von morgens bis zum Untergang blendet !! Und die Sonne wird auch zu euch kommen, wo wir schon wieder beim Wetter sind !! 😉

  5. Lieber Rainer,

    schön, dass der längere Lauf geklappt hat und die Sehne (fast) nicht gemuckt hat, ich hoffe das bleibt so und es wird zu Keinem dauerhaften Problem. Tja das Wetter ist wohl südlich der Mosel auch nicht besser, im Moment kommt noch leichter Nieselregen dazu…also eigentlich optimales Laufwetter 😎

    Schönen Sonntag wünsch ich Dir

    Salut
    Christian

    • Danke Christian, der Warnschuss hat gewirkt. Ich hoffe, die Sehne lässt mich nun wieder in Ruhe. Das Spielchen hatte ich ja schon einmal vor zwei Jahren. Ich muss wohl doch wieder etwas konsequenter Lauf-ABC einbauen.

      Wir haben heute richtig viel Sonne. Den Nieselregen hatten wir gestern auch. Der ist jetzt wohl bei Euch angekommen.

      Du hattest bestimmt schon einen schönen Lauf. 🙂

      Genieße den Restsonntag!

      Rainer 😎

  6. Danke, Rainer, für’s mitnehmen.Freut mich, dass die Sehne gehalten hat. Bei uns war es, ich möchte es gar nicht betonen, gestern Abend sehr schön sonnig. Und gerade sieht es auch ganz toll aus. Aber a….kalt ist es!
    Schönen Sonntag
    Bianca

    • Die Sonne sei Dir gegönnt, Bianca. Sone und Kälte ist nicht das Schlechteste. Viel besser als grauer Himmel und Kälte.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  7. Hallo Rainer,
    da hast du mich ja wieder zum grübeln gebracht mit deiner Überschrift! Geduld… hmmmm, Geduld, wart mal, ich glaub das kenn ich… ist das nicht das Teil, das ich immer wieder verliere? 😉

    Freut mich für dich, dass deine Sehne wieder friedlich mitarbeitet, da ist der Rest (nein, ich sag das böse W-Wort nicht) wirklich nebensächlich.
    Lieben Gruß, Doris

    • Tja Doris, es gibt Dinge, die müssen wir eben noch üben. Meine Stimmung ist jedenfalls sschon viel besser, nachdem der Lauf gestern so problemlos verlief. Schere Beine hatte ich nach 26. Kilometern trotzdem. Aber das lag wohl auch an der Kälte. Alles wird gut!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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