Prächtig!

Wie gut es doch tut, wenn am Ende einer großen Laufaktion so viele glückliche Gesichter zu sehen sind. Der Trierer Stadtlauf war der Abschluss der fünften Auflage von „Der TV bewegt!“. Soweit ich das überblicken kann, hat es allen Spaß gemacht. Und lediglich vier der insgesamt 65 angemeldeten Läuferinnen und Läufer sind nicht gestartet.

01-DSC02008Sonntag, 7.30 Uhr. Als ich mit den drei Kisten Anmeldeunterlagen in den Stützpunkt TV-Pressecenter komme, warten bereits zwei Frühaufsteher. Nicole, die mir bei all dem organisatorischen Kram sehr geholfen hat, ist natürlich auch schon da. Danke an dieser stelle nochmal an sie.

03-DSC02011Um 9 Uhr startet der 10-Kilometer-Lauf, eine viertel Stunde später der Halbmarathon. Bis zu den beiden Gruppenfotos vergeht also noch eine Stunde. Immer mehr Frühaufsteher treffen ein, ziehen sich um. Wie immer ist eine erwartungsvolle Spannung förmlich greifbar vor dem Start.

02-DSC02014Michis Gruppe der 10er-Läufer ist wirklich groß. Heute sind alle da. Bei den Halbmarathonis ist man das Bild gewohnt. Sie waren wie in den vergangenen Jahren die verlässlichsten Trainingsteilnehmer, auch wenn einige sogar den nicht ganz kurzen Weg aus der Vulkaneifel nach Trier auf sich nehmen mussten.

04-DSC02015Während Michis Truppe – darunter auch die nach eigener Aussage leicht soziophobe Anne, die heute mit Spaß über ihren Schatten springt – bereits Richtung Start unterwegs ist, macht Jens den „Halben“ vor, wie man sich vernünfitg aufwärmt: Locker laufen, einige Anfersübungen, einige moderate Steigerungsläufe. Dann geht es auch schon in die Moselstraße, wo in diesem Jahr der Start für die längste Distanz beim Trierer Stadtlauf aufgebaut ist.

05-DSC02017Ich biete an, den Pacemaker für eine Zeit knapp unter 1:45 Stunden zu machen. Schließlich will ich meine Fuß testen und nicht am Limit laufen. Sylvio, Stefan und Lisa – eine Gastläuferin aus Ockfen – wollen es versuchen. Los geht es also im gemächlichen Tempo von 4:50 Minuten/Kilometer. Ich lasse mich nicht treiben und bremse die drei anderen, sich nicht zu sehr mitreißen zu lassen. Es geht hinunter bis auf die Nordallee, dann hinauf bis in Höhe Porta und links in die Paulinstraße.

08-DSC02021Eine neue Strecke zum 30. Trierer Stadtlauf. Zunächst in den Norden. Trier-West und Pallien werden dafür in diesem Jahr nicht tangiert. Angenehm ist der neue Asphalt in der Herzogenbuscher Straße zu laufen. Auf anderen Streckenpassagen lästern wir hingegen, dass der Stadtlauf bald als Crosslauf gelten kann, wenn die tiefen Löcher in der Straße nicht ausgebessert werden.

07-DSC02020Sylivio und Stefan ist das Tempo offensichtlich doch etwas zu hoch. Bei Kilometer acht fallen sie zurück. Ich nehme etwas Tempo raus. Sie verlieren dennoch den Anschluss. Auch eine taktisch klug gelegte BDBP (Blasendruckbefreiungspause) bringt sie nicht in Sicht. Lisa, die auch schon mal in früheren Jahren eine 1:35-Zeit gelaufen war, ist in der Zwischenzeit enteilt und fordert mir eine wirklich flotten Kilometer ab, um wieder aufzuschließen. Karina und Kessie frönen derweil in der Parkstraße am Straßenrand mit ihren Familien einem Frühstückshappening mit Sicht auf Läufermeute. Wir sehen uns. Hey ho! Und weiter geht’s.

Was der Strecke sowohl für die 10er- wie für die 21er-Variante geblieben ist: der lange Anstieg in der Ostallee, der mit dem Auto normalerweise gar nicht zu merken ist. Und die Unterführung an den Kaiserthermen mit der giftigen Rampe, die vielen Läufern den Atem nimmt. In der ersten Runde sind Christoph und Michael von meinem Lauftreff zu mir aufgelaufen. Ich habe sie ziehen lassen und bin meinen Pacemakeraufgaben treu geblieben (Bin ich nicht toll?).

09-DSC02023Sehr schön ist der Rückweg parallel zur Saarstraße durch die schmalen und idyllischen Wohnstraßen in Trier-Süd. Viele Zuschauer sind zwar nicht da. Aber es geht auch ohne ganz gut. Und auch der Abschnitt am Moselufer, für den ein Fahrstreifen gesperrt ist, hat etwas. Auch dass vor der Hauptwache der Berufsfeuerwehr die Getränke in Einsatzmontur angeboten werden.

10-DSC02027Lisa, die mich weiter begleitet, hat viel zu erzählen. Nett. Und flott ist sie auch. Allerdings nimmt die Zahl der Worte auf den letzten vier Kilometern deutlich ab. Nun kann ich meine Eigenschaften als Laufmotivator erproben … Nochmal die Südallee hinauf. Dort schließen wir zu Inge auf, die in ihrer Alterklasse Platz vier erreichen wird. Meine Motivationsversuche, es auf dem letzten Kilometer nochmal richtig krachen zu lassen, will sie aber nicht folgen. Lisl dagegen beißt. Schließlich geht es nun „nur noch“ die lange Gerade hinunter bis zu Porta. Und da sind noch einige Läufer vor uns, die überholt werden wollen.

19-DSC02054Tolle Stimmung in der Simeonstraße (Das Foto zeigt natürlich den Jugendlauf 😉 ). Jetzt noch mal Gas geben. In vollen Zügen den Zieleinlauf genießen. 1:42:12 – bei weitem keine Bestzeit, aber ein Lauf mit viel Spaß.

Und noch mehr Freude macht das Abklatschen mit all den TV-bewegt-Läufern, die bereits da sind oder in den folgenden Minuten ins Ziel kommen. Stefan, Sylvio, Marek, Yvonne, Birgit, die endlich die 2-Stunden unterbietet. Großes Hallo auch mit den anderen Bekannten und Freunden. Christof, Dominik, Jens, Marcel und, und, und …. Der Stadtlauf ist auch irgendwie ein Fest der regionalen Lauffamilie. Und über allem scheint die Sonne. Ein Prachtwetter für einen Prachtlauf.

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Den offiziellen Bericht vom 30. Trierer Stadtlauf, noch mehr Bilder und alle Ergebnisse gibt es natürlich auf dem TV-Laufportal

 

17 Gedanken zu „Prächtig!

  1. Ein schöner Bericht, lieber Rainer! So ein relativ entspannt gelaufener Wettkampf hat seine eigenen Reiz. Wenn dann noch das optimale Wetter dazu kommt, charmante Begleitung, der man – trotz anderweitiger Versuchungen – selbst ein charmanter Begleiter ist, viele Begegnungen mit vielen Lauffreunden, passt alles. Was die Löcher im Asphalt angeht: Trier wäre nicht mehr Trier, wenn man sie flicken würde … 🙄 – die gehören einfach zum Stadtbild wie Porta, Dom und Kaiserthermen! 😉

    Liebe Grüße,
    Anne

    • 😳 … charmanter Begleiter … 😳 Dabei habe ich der Dame ganz schö Beine gemacht, zumindest auf den letzten Kilometern.

      Es war eine wirklich schöne Sache. Auf die Schlaglöcher könnte ich aber trotzdem verzichten, ich würde dennoc wieder erkennen. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  2. Hallo Rainer,
    ja es war auch als Zuschauer sehr schön 🙂 . Ursprünglich wollten wir noch Musikboxen rausstellen, haben dies aber mit Rücksicht auf die Nachbarn nicht gemacht. Obwohl, Dank unserer Ratschen waren wahrscheinlich eh alle wach. Wir haben nur die ganze Zeit gehofft, das es keinen Auffahrunfall gibt. Denn die Autofahrer haben genauso ungläubig geschaut, wie manche Läufer. Aber es hat riesig Spass gemacht. Und Wahnsinn, wieviele Leute man inzwischen alleine durch das Laufen kennt. Wir sind mit dem Namen rufen gar nicht hinterher gekommen 😉 .
    Schön das der Fuss so gut gehalten hat. Hoffentlich merkst du heute nicht irgendwelche Nachwehen.
    Viele Grüße
    Karina

    • Dass es Euch Spaß gemacht hat, kann ich mir vorstellen. Das war noch entspannter als mitzulaufen.

      Der Fuß ist heute soweit in Ordnung. Morgen früh ein Läufchen, dann werde ich sehen.

      Beim Thema Laufbekanntschaften kann ich Dir nur zustimmen. Da gab es ganz schön viele Leute, die grüßten und zurückgegrüßt werden wollten. 😉

      In diesem Sinne:

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  3. Was ist das denn? Kein Zielbogen vom Trierischen Volksfreund??

    Ja, Du bist toll, als Pacemaker, als Vernunftmensch, der bei weitem keine Bestzeit gelaufen ist und als Blogschreiber wegen diesem tollen Artikel.

    Toll auch, dass Du Dein Laufwerkzeug gehalten hat.

    Ich würde sagen: Alles super, auf zum Hospitzlauf! 😎

    Liebe Grüße
    Volker

    • Zu viel des Lobes, lieber Volker 😳

      Du schmeichelst mir. Aber danke, es hat Spaß gemacht. Und der Hospizlauf wird mich sicher sehen. Wie lange, weiß ich noch nicht. Aber so wie es aussieht, zumindest über einige Teilstrecken. Hast Du nicht auch Lust?

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  4. Lieber Rainer,
    das klingt ja richtig schön.
    Ein „Genusslauf“ als Pacemaker. Spaß, tolleStrecke, nette Leute und der Fuß hält. 🙂
    Die Strecke muss ich wohl nächstes Jahr dann auch mal testen, wenn es in den Plan passt.
    Mein Vorhaben, an der Strecke zu pendeln wurde von den Kindern zunichte gemacht.
    („Das Wochenende ist zum Ausschlafen, sonst ist das blöd.“ O-Ton Tochter #2)
    Ich denke, wir sehen uns Freitag/Samstag irgendwo zwischen Koblenz und Trier.

    Liebe Grüße,
    Birthe

    • Hallo Birthe,

      es war so schön wie beschrieben. Und die neue strecke ist schöner als die alte.

      Beim Hospizlauf werden wir uns sehen. Wie und wann wirst Du denn unterwegs sein?

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

      • Dieses Jahr werde ich auch mal ab Koblenz laufen.
        Aber in Maßen.
        Ich „darf“ dann einen Großteil der Nacht übernehmen. Die Vereinskameraden brauchen ihren Schönheitsschlaf. 😉
        Dabei sind die Nachtstrecken die schönsten.
        Gaaaanz vielleicht schaffe ich es ja bis zum Sonnenaufgang. (Und Streuselkuchen)
        Aber nur, wenn es keine Quälerei ist.
        Der letzte Abschnitt ist natürlich Pflicht. 🙂
        Dazwischen? Mal sehen.
        Und das Auto will ja auch weiterbewegt werden, falls der Rest läuft.
        Viele Grüße,
        Birthe

  5. Ich hab es geschafft ! Es war ein einmaliges Erlebnis .Bin heute immer noch ganz happy.
    Wir ( Die Einsteiger ) sind eine ganz tolle Gruppe !!!!
    Danke an alle ! Freue mich schon auf Donnerstag und vermisse jetzt schon die ‚Einsteiger ‚ Daniel ,der uns immer gelobt hat und die tollen Wochenpläne.
    Es hat einfach alles gepasst : die Stimmung ,das Wetter ,die Leute ……..
    Danke Heike

    • Hallo Heike,

      willkommen in meinem Blog! Es freut mich, wenn du so schwärmst. Das ist die schönste Belohnung für die ganze Organisation. Die Einsteigergruppe ist toll, die anderen beiden auch. Und die Trainer erst recht.

      Bis Donnerstag!

      Rainer 😎

  6. Lieber Rainer,

    ein sehr schöner Bericht von einem schönen Lauf! Das Wetter hat gepasst und du hast den Lauf genießen können! Was will man noch? Ich hoffe dein Fuß geht es danach immer noch gut!!

    So eine leichte Anstieg kann sehr gemein sein, dann laufe ich fast lieber einen steilen Berg hinauf, als so einen leichten Anstieg 😉 Ganz toll hast du deine Aufgabe als Pacemacker durchgezogen!! 😀

    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      mein Fuß macht keine wirklichen Probleme mehr. Ich Kühle noch vorsorglich nach den Läufen. Schmerzen habe ich aber keine. Ich hoffe, es geht Dir ähnlich! Muss gleich mal in Deinen Blog schauen, ob da etwas dazu steht.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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