Auf dem Rückzug

… befindet sich in diesen Tagen die Natur. Nur noch wenig übrig von der bunten Pracht des Sommers. Nach dem gut überstandenen Traillauf gestern ist heute Pause angesagt. Aber ein wenig Luft schnappen muss natürlich sein.

01-DSC03926Da Sohnemann von der Skaterbahn auf dem Petrisberg abgeholt werden muss, bietet sich also ein Spaziergang an. Meinen Schatz nehme ich mit. Sie freut sich, dass sie nicht den Berg hoch muss und wird eine nicht ganz flache Runde drehen, bevor sie ihre Schritte hinunter nach Olewig leiten wird.

22-DSC03965Ich sammle derweil Eindrücke von dieser leicht morbiden Herbststimmung bei bedecktem Himmel. Schön erdige Farben. Hier und dort noch letzte bescheidene Blüten. Aber die Farbe verschwindet langsam wie das Tageslicht am späten Nachmittag.

16-DSC0395215-DSC03950Auf den Friedhöfen sorgen nun viele Kerzen in roter Umwandung für mystisches Licht. Es gab schon Jahre, in denen wir diese Stimmung bewusst gesucht haben. Aber heute nicht.

17-DSC03953Vielmehr freue ich mich über die Schönheit der spätherbstlichen Natur. Ich lade Euch ein, meine Freude zu teilen.

1-Herbst 2013

Homeland

Gestern Abend leider vom Homeland-Fieber gepackt. Dank kompletter Staffel auf DVD wurde die Nacht ziemlich kurz. Seit langem mal wieder mit dem Gefühl aufgestanden, ich hätte noch eine Mütze Schlaf mehr vertragen können. Aber was soll’s. Frühstück für die Familie gemacht, Medikamente gechluckt – ja, immer noch -, Kinder in die Schule verabschiedet. Frau zu Arbeit und dann doch noch einige Schritte an der frischen Luft.

herbst 20131Das war schön und hat die Lebensgeister wirklich geweckt: Heimat statt Homeland. Und zur Belohnung gab’s auf dem ersten Kilometer des Saar-Hunsrück-Pfades sogar einige Sonnenstrahlen.

Funkstörung statt Funkstille

DCIM100GOPRODas war er also: drei Wochen Urlaub. Funkstille auf meinem Blog. Die soll nun eine Ende haben. Funkstörungen werden allerdings bleiben, da ich leider nicht wie erhofft auch körperlich komplett erholt zurückkomme. Leider war ein Testlauf gestern alles andere als erfolgreich. Und so werde ich wohl in der kommenden Woche nicht um einen Arztbesuch herumkommen, um diese vermaledeiten Leistenschmerzen abklären zu lassen.

DCIM100GOPRONur zwei Läufe in vier Wochen. Keine Probleme bei normalen Aktivitäten. Radfahren, Paddeln, Wandern, Schwimmen, Faulenzen, Lesen – alles ohne Probleme. Nur wenn es ans Laufen geht, zieht es nach ein paar Hundert Metern in der Leiste und wird dann auch nicht besser …

11-DSC02813Mein erster Blogeintrag sollte eigentlich rundum positiv sein. Er sollte von einer wunderbaren Zeit erzählen. 14 Tage Campingurlaub im Spessart, bei nahezu idealem Sommerwetter. Ausflüge nach Frankfurt, Lohr, Karlstadt, natürlich auch in meine Heimatstadt Würzburg. Viel Wald, fränkische Kulturlandschaft mit Getreidefeldern und Weinbau. Jede Menge Burgruinen, kulinarische Genüsse und Treffen mit der fast kompletten Verwandtschaft, in kleinen Mengen dosiert, so dass es Spaß gemacht hat.

1-DSC03003Und dann in der letzten Woche wieder das einleben Zuhause in Trier. Etwas Gartenarbeit, Treffen mit Freunden, eine fantastische Wanderung in den Steillagen des  Bremmer Calmont. Auf dem steilen letzen Bergab-Teil nach fast vier Stunden, da hatte ich dieses Ziehen wieder gespürt. Der kurze Testlauf zwei Tage später im Tiergartental war dann ein Desaster und vermiest mir das Ende des Urlaubs ordentlich.

Aber zumindest hat der Start an einem Sonntag den Vorteil, dass ich mich nicht gleich wieder voll ins Redaktionsgetümmel werfen muss. Ruhig wird es dennoch nicht, denn auch dem Verlagsgelände ist einer dieser inzwischen legendären Kinderflohmärkte. Da wird eine Stimmung herrschen wie im überfüllten Freibad.

DCIM100GOPRODas hatte ich an einigen Tagen auch in Gemünden am Main, wo unser diesjähriges Urlaubsfamilienbild entstanden ist. Nach dem Motto: komplett untergetaucht!

Fotos habe ich natürlich jede Menge mitgebracht. Viel zu viele, um sie hier zu zeigen. Aber zumindest eine Auswahl stelle ich mal ein.

09-DSC02765 10-DSC02782 08-DSC02753 12-DSC02828 13-DSC02831 14-DSC02842 15-IMG_0160 DCIM100GOPRO 04-DSC02597 05-DSC02610 06-DSC02639 07-DSC02656 2-DSC02969 4-DSC02925 3-DSC02963

34 – 16 – 1 – 60 – 100 – Hospizlauf

Meine Energie reicht am Abend nur noch dazu, eine Pizza zu essen. Und dann ruft ganz früh das Bett. Aber bei einer knapper Stunde Schlaf innerhalb von 34 Stunden ist das ja auch kein Wunder. Schon gar nicht, wenn in dieser Zeit auch noch reichlichst Bewegung hinzukommt wie beim Hospizlauf 2013

80 Läufer waren am Freitag um 12 Uhr in Koblenz gestartet. Mit meinem Sohn Jan und dessen Freund Niklas sowie Ultraman und Exilbayer Martin im  Auto erreichen wir den Tross um 19.40 Uhr in Poltersdorf. Viele bekannte Gesichter. Großes Hallo. Martin ist sofort im Gespräch mit Mel und Frank.

008-DSC02105Ultraläufer sind schon eine eigene Kategorie unter all den Halbverrückten, die sich auf dem Parkplatz tummeln. Bevor allerdings Gepäckfragen und andere Dinge geklärt werden können, sind die Läufer schon wieder auf dem Weg. Zumindest Sohnemann und Freund schaffen mit ihren Rädern den Anschluss. Ihre Bikes werden sie erst 100 Kilometer und elf Stunden später wieder dem Radständer anvertrauen.

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Meine erste Etappe beginnt also um 20.30 Uhr in Bremm, unterhalb des Bremmer Calmont, dem steilsten Weinberg Deutschlands. Die örtliche Blaskapelle hat gerade am Haus am Rande des Haltpunkts geprobt und entschließt sich spontan, den Läufern den Marsch zu blasen.

020-DSC02124Die neuen Schuhe kommen noch nicht zum Einsatz. Erst einmal die vertrauten Lightweight-Trainer. Dennoch begehrt mein Fuß am Ende der zwölf Kilometer in sehr moderatem Tempo etwas auf, was mir einige Sorgen macht. Denn ab sofort gibt es bis zum Samstagmittag keine wirkliche Ausstiegsmöglichkeit.  Und auf 14 Stunden mit Autofahren und Warten habe ich so gar keine Lust.

023-DSC02132Also schnappe ich mir in Zell erst einmal ein Fahrrad und begleite die Läufer auf den nächsten 12 Kilometern per Velo. Während die Temperaturen für Läufer am späten Abend ideal sind, kommt man als Radler im Tempo 9 km/h nicht auf Temperatur. Ein Trainingshose wäre jetzt gut. Und die Waden signalisieren Krampfbereitschaft …

062-DSC02178Da hilft nichts: Zum Aufwärmen muss die nächste Etappe von Reil bis Traben-Trarbach wieder laufend absolviert werden. In den neuen Mizuno, schön rot. Die ersten Schritte … Was ist das denn? Es läuft sich auf hartem Asphalt plötzlich sehr weich. Und meine Sohle ist kein bisschen zu spüren. Ich kann es kaum glauben, aber dieses unbeschwerte Laufen wird sich auf den nun folgenden 50 Kilometern, die ich bis zur Ankunft beim Hospizhaus in weiteren drei Etappen addiere, nicht ändern.

024-DSC02133Schön, so ein Nachtlauf. Alles ruhig, entschleunigt. So richtig weiß man nicht, wo man sich gerade befindet. Aber Begleitfahrzeug und Radfahrer sichern den Weg, der zum Teil an der Straße entlangführt.

045-DSC02159Ankunft im schönen Traben-Trarbach um 1:05 Uhr. Wieder haben die fleißigen Helfer von den Stadtwerken Getränke und Buffet aufgebaut. Vor allem der Müslikuchen aus Kell schmeckt unglaublich gut. Nussig-zimtig, lecker. Von der flüssigen Götterspeise in Rot oder Grün lasse ich dagegen die Finger. Wasser genügt.

Da das Laufengelchen auf der Schulter dominiert, weil sich Teufelchen schon schlafen gelegt hat, nehme ich im Luxus-VW-Bus Platz, den mein Freund Helli und seine Kollegen von den Stadtwerken für das Laufabenteuer organisiert haben.

033-DSC02144Anders als vor drei Jahren, als ich selbst viel am Steuer saß, werde ich mich bei diesem Hospizlauf auf meine Rolle als Beifahrer begnügen dürfen. Martin O., der mit Heike, Kerstin und Martina bereits um 10 Uhr gestartet war, um den Start in Koblenz zu erleben, hat aber sichtlich Spaß daran, das Schiff auf Rädern zu steuern. Und da er schon mehr Kilometer als ich in den Beinen hat, ergibt es sich fast von selbst, dass ich mehr Laufe als fahre. So fühlt es sich wenigstens an 😉

029-DSC02140Kinheim-Kindel – Bernkastel-Kues. Dort eine knappe Stunde Dösen, bevor Jan und Niklas um 3:45 Uhr auf ihren Rädern die Ankunft der kleinen Läuferschar ankündigen. Derweil hat die fleißige Begleitcrew um die beiden Ralfs (H. und M.) es doch noch geschafft, die tiefgekühlte Suppe auf Temperatur zu bringen. Eine Wohltat zu dieser Stunde, denn es doch frischer als die 15 Grad, die von der Wetter-App angezeigt werden. Es fühlt sich jedenfalls kühler an. Liegt wohl an der hohen Luftfeuchtigkeit direkt an der Mosel.

037-DSC02149Von Martin J., der eigentlich hier auch wieder einsteigen wollte, ist nichts zu sehen. Das Wohnmobil mit den Ultraläufern fehlt in Bernkastel-Kues, als ein Tross von etwa 20 Frauen und Männern aufbricht, um auf dem Weg nach Wintrich in die Morgendämmerung zu laufen.

Diese Etappe ist für mich die schönste. Alles atmet Ruhe. Der monotone und fast synchrone Takt von Laufschuhen auf Asphalt. Gesprochen wird wenig. Als es über den Hügeln zu dämmern beginnt, setzten immer mehr Vögel mit ihrem Gezwitscher ein. Dann vertreiben auch Zikaden die Stille. Die Stirnlampen werden ausgeschaltet und nicht mehr benötigt, bis um 5:15 Uhr der Wohnmobilstellplatz bei Wintrich erreicht ist.

038-DSC02151Herrlich, wieder eine Stärkung. Und die Vorfreude auf den nächsten Stopp in Piesport, wo traditionell Kaffee und der beste Streuselkuchen der Welt warten. So wie zwei Väter, deren Söhne nicht auftauchen und erst ein Anruf Klarheit bringt, dass sie vorausgefahren waren und die falsche Abzweigung genommen haben. „Wir sind in so einem Ort an der Mosel und wissen nicht weiter“, nörgelt ein inzwischen reichlich müder Jan mir ins Ohr.

040-DSC02153So bleibt ihnen der leckere Kuchen verwehrt, während sie warten, bis die Läufer wieder in Sichtweite kommen bzw. ein Begleitfahrzeug ihnen signalisiert, dass sie bei Neumagen (6:50 Uhr) über die Brücke auf die andere Seite des Flusses wechseln müssen. Mel, Frank und Martin sind ab sofort auch wieder dabei.

044-DSC02158Nach Wintrich sind die Etappen alle nur noch 6 bis 8 Kilometer lang. Gerade richtig für immer mehr Läufer, die nun wieder hinzustoßen und ihre blauen Bändchen entgegen nehmen.

In Leiwen (7:33 Uhr) ist bereits bekanntes Gebiet erreicht. Wieder großes Hallo mit Albert Rosch und seinen Läufern von der LGM. Die roten Läufer aus Schweich, die grünen aus dem Meulenwald und die gelben aus Langsur gehören schon seit Beginn beständig zum Läufertrupp auf der Strecke, ebenso die Shirts der Hochwaldläufer aus Schillingen.

009-DSC02106Birthe, Marion, Wolfram, Norbert und all die anderen. Sie profitieren davon, dass die Sonne sich noch hinter eine dicken Schicht Morgennebels verbirgt. Heiß wird es früh genug.

065-DSC02181Das Schwarz-Gold meines Lauftreffs Olewig wird erst ab Detzem dabei sein. Und deshalb wechsle ich dort um halb neun zum dritten Mal auch mein Shirt. Gemeinsam mit Christoph, Achim und Marcel will ich den letzten Teil der Strecke angehen. Die Beine sind noch einigermaßen frisch. Und der Fuß macht immer noch keine Probleme.060-DSC02175071-DSC02190Als die nun schon zu einer beachtlichen Größe angewachsene Läuferschar um 8:40 Uhr in Richtung Mehring aufbricht, ist von meinen Kumpels aus Olewig noch nichts zu sehen. Egal. Foto gezückt und mal das Feld von vorn abgelichtet. Es ist schließlich wieder hell genug, um Bilder von bewegten Menschen zu machen, ohne Bewegungsunschärfe.073-DSC02194Jan und Niklas haben nach 100 tapfer absolvierten Kilometern den Kampf gegen den Inneren Schweinehund verloren. Sobald sie im Bus sitzen, bringt sie niemand mehr auf die Räder. Egal. Gut gemacht!!!

046-DSC02160Meine Kumpels kommen in erhöhtem Tempo von hinten herangerauscht, als ich gerade wieder mit einigen Bekannten ein Schwätzchen halte. Der Quassellauf erfüllt nun voll und ganz seinen Namen.

090-DSC02223Die Moselbrücke bei Mehring (9:20 Uhr) ist schnell erreicht. Nun hat die Sonne alle Dunstschleier besiegt. Es wird wärmer. Und wärmer. Und wärmer. Bei Longuich ermöglicht eine improvisierte Dusche Abkühlung. Martin O. und unseren Bus habe ich seit Detzem nicht mehr gesehen. Immer mehr Benefizläufer schließen sich an. Auch Wolfgang und Jürgen, liebe Freunde vom Lauftreff Schweich, sind jetzt dabei.

Holger, mein rasender Laufportalreporter, ist nun auch wieder zur Stelle. Er hat längst den ersten Bericht und die erste Fotostrecke ins Laufportal hochgeladen. Schon am späten Abend.

087-DSC02220In Schweich warten noch einmal mindestens 100 Läufer, darunter auch Anne, Harald, einige TV-bewegt-Finisher und weitere bekannte Gesichter. Hallo und so … Letzte Stärkung vor den beiden Schlussetappen, die um 10:30 Uhr angegangen werden.

Ich laufe jetzt durch bis zum Hospizhaus, das ist  klar. Denn in Ruwer wird die Situation so unübersichtlich, dass mein Begleitfahrzeug schwer zu finden sein wird. Wie sehr ich mit dieser Einschätzung doch recht behalten werde.099-DSC02242Aber wer kam eigentlich auf die blöde Idee, sein Shirt so nass zu machen? – fragen mich meine Brustwarzen, die das mittlerweile für ziemlich bescheuert finden. Aber egal, wird schon nicht so schlimm werden auf den verbleibenden paar Kilometern.

In Ruwer, dem letzten Halt vor dem triumphalen Zieleinlauf in Trier, ist die Masse der mit der Hitze kämpfenden Laufsportler kaum mehr zu überblicken. Und alle versuchen, die Geduld beim Warten auf einen Becher Wasser nicht zu verlieren. Kompliment an das sensationelle SWT-Team, wie es auch diese Situation gemeistert hat, auch wenn bei den letzten 50 Läufern statt Wasser halbwarmes Weißbier im Becher Schaum warf. Alkoholfrei natürlich.098-DSC02241

Wolfram überlässt mir eine Flasche Wasser aus seinen Privatbeständen. Danke für diese Überlebenshilfe an dieser Stelle! Gemeinsam mit Anne ist das wertvolle Nass schnell einverleibt, bevor die mindestens 350 Köpfe starke Läuferschar die letzten 6,5 Kilometer auf heißem Asphalt in Angriff nimmt.

45 Minuten sind für diese letzte Etappe vorgesehen. Das lange Seil, das in den Vorjahren meist ausreichte, um, getragen von einigen Läufern, die Breite des Läuferkorsos zu beschränken, ist bei der zehnten Auflage des Hospizlaufes mindestens um die Hälfte zu kurz. Aber alle sind sehr diszipliniert. Und auch die Autofahrer im Verteilerkreis Nord, in Paulin-, Christophstraße und Ostallee haben Verständnis.

104-DSC02261Meine Beine sind schwer wie Blei. Noch zwei Kilometer, noch einer. Das Hospizhaus ist nah. Dass sich inzwischen auch drei Bewohner dieser Einrichtung in Rollstühlen dem Tross angeschlossen haben, bekomme ich erst später mit. Dass Dutzende Beschäftigte des Brüderkrankenhauses in blauen Shirts einen Benefizbetriebsauslauf tätigen, lässt sich aber nicht ignorieren.

113-DSC0227711.55 Uhr: Ankunft beim Hospizhaus in Trier. Viel Applaus, Stolz, Freude. Im Garten gibt es allerlei Leckereien. Eine Geburtstagstorte. Livemusik. Noch einige Spendenübergaben.

Wer allerdings schon fünf, zehn, fünfzehn oder 24 Stunden auf den Beinen war, kann das nicht wirklich genießen. Aber zum Glück gibt es jede Menge Gäste, für die das noch ein schöner Nachmittag wird.

Ich bin froh, als ich endlich unter einer richtigen Dusche stehe und danach die Beine hochlegen kann. Allerdings ist der Platz in der Hängematte schon belegt.

120-DSC02290Herzlichen Dank an Ralf Haas und all die Anderen vom Organisationsteam. Es war eine grandiose Sache! Ich werde wieder dabei sein. Dann hoffentlich ab Koblenz.

Die Idee eine Laufbloggerstaffel geht mir übrigens nicht mehr aus dem Kopf …

 

 

 

 

 

 

Bretter vorm Kopf

DSC01878Latte um Latte – Brett vorm Kopf. Das ist nicht unbedingt eine Anspielung auf meine derzeitige mentale Verfassung, angesichts der nicht besser werdenden Fußprobleme. Vielmehr bezieht sich das auf das Verschönerungsprojekt für unsere Garage. Die war nicht unbedingt ein Schmuckstück. Das Dach hielt zunehmend nicht mehr dicht. Bei Nachbar Christoph war’s noch schlimmer, und so wollte das bereits länger ins Auge gefasste Facelifting für Doppel-G. nun endlich in die Tat umgesetzt werden.

Drei Wochenenden Arbeitseinsatz haben nun ihren Abschluss gefunden. Am Samstag kamen die letzten Bretter den verspachtelten, grundierten und belatteten Untergrund. Das neue Dach hat eh schon seine Sintflut-Bewährungsprobe bestanden. Jetzt hat sich unserer marode Doppelunterstellkammer in ein ansehnliches Vorzeigeobjekt verwandelt.

Besonders Spaß hat dabei das Teamwork mit meinem Sohn gemacht. Der kann inzwischen ordentlich zupacken. Das ganze Werkzeug aufräumen musste dann natürlich der Papa.

Hier eine Chronologie in Bildern:

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Von Fliehkräften, fliegenden Brillen und schönen Ausblicken

Hoffnung – so langsam scheinen sich meine Fußsohlen von dem Stress zu erholen. Gestern war nur noch links etwas zu spüren. Heute keine Anzeichen von Schmerzen. Gelaufen wird dennoch nicht. Schonprogramm. Und ein Ausflug zum Triolago, der künstlich angelegten Seenlandschaft bei Riol.

DSC01753Unser Jüngster streikt, als nur mit Karin und dem Großen – er ist mir inzwischen ordentlich über den Kopf gewachsen, der dort Wasserski fahren will.  Der jung gebliebene Vater lässt sich natürlich überreden, auch in den Neoprenanzug zu schlüpfen und auf der Seilzuganlage sein Glück zu probieren. Dumm nur, dass die Kontaktlinsen nicht eingesetzt sind. Brille also provisorisch mit einer Schnur gesichert, damit mein Nasenporsche nicht zum U-Boot wird. Der nette Mensch vom Skiverleih hat offenbar auch Sorge und organisiert noch einen kleinen Schwimmkörper, den ich in die Schnur einflechte.

DSC01724Zum Glück, denn am Ende der Runde ist eine fies-eckige Kurve, die Papa Neubert aus den Ski katapultiert – und die Brille vom Kopf … Kurze Panikattacke . Wo ist meine Brille. Dann entdecke ich den Schwimmer sechs Meter entfernt. Einige sorgenvollen Schwimmzüge … Glück gehabt. An einem Bügel meiner Sehhilfe war der Knoten fest genug. Schnell das teure Stück sichern und dann nichts wie an Land …

DSC01733Auf ein weiteres Experiment mit nicht beherrschbaren Fliehkräften verzichte ich. Raus aus dem Ganzkörperkondom. „Bis zur Kurve hat das doch ganz gut ausgesehen“, versucht mich der jungdynamische Starthelfer der Anlage aufzumuntern. Das Versprechen, irgendwann mit Kontaktlinsen wiederzukommen – vermutlich auch die Sonne, die nun einige strahlen durch die Wolken schickt – motiviert den Chef offenbar zu einer guten Tat. Er drückt mir einen Gutschein für zwei Freistunden Wasserski in die Hand. Danke. Meine Jungs wird das freuen.

DSC01741Und während der Eine zu Hause schmollt, dreht der andere voller Energie und Begeisterung Runde um Runde. Na wenn da nicht bald mal die Ski durch ein Wakeboard ausgetauscht werden, würde mich das wundern.

DSC01742Nach eine Tasse Kaffee mit meinem Schatz, machen wir uns für eine gute Stunde zu einem Spaziergang auf. Der „Klettersteig“ von Riol verspricht eine famose Aussicht auf das Moseltal bis Schweich. Der Aufstieg ist sehr steil und in zwei Passagen sogar mit Drahtseilen gesichert. Ein wirklicher Klettersteig ist er trotz seiner Schönheit aber nicht. Zumindest wird diese Bezeichnung Eltern davon abhalten, mit zu kleinen Kindern den Steig zu gehen.

DSC01748Die gesamte Anlage ein Riol hat sich inzwischen übrigens sehr gemacht. Ein wunderbar und ruhig gelegener Campingplatz mit Badesee, Sommerrodelbahn, Wasserskianlage, Kunstrasen-Minigolfanlage (besonders schön!) und demnächst auch noch ein Fußball-Golfplatz. Die Bäume in der gesamten Anlage sind inzwischen schon ordentlich gewachsen. In ein paar Jahren wird es auch dort Schatten geben, wo er derzeit noch fehlt. Aber Schatten braucht bei diesem Frühling eh niemand …

Hier noch einige Fotos – ja, es funktioniert wieder – von einer kurzen, aber schönen Wanderung.

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Sonniger Zweier

Nach dem wirklich ungemütlichen Wetter am Ostersonntag scheint heute wieder die Sonne. Da gibt es nichts Schöneres als einen Lauf durch die Natur. Da ich Karin versprochen habe, mit ihr gemeinsam zu laufen, wird es eine Tiergartenrunde zu zweit.

4-DSC01005Mein Schatz hat das Laufen zu Musik für sich entdeckt. So schlage ich vor, dass sie ja die Lautstärke so herunterdrehen kann, dass wir uns trotzdem verstehen.

3-DSC01006Das klappt auch soweit. Nur von den Mountainbikern, die da auf dem Höhenpfad von hinten kommen, hätte sie alleine sicher nichts mitbekommen. Auch wenn die sich vorbildlich verhalten und signalisieren, wie viel Zweiradartisten noch folgen. Das Große Biest ist dennoch als Abfahrt für einige von Ihnen zu steil.

2-DSC01009Die öffentliche Straße im Tiergarten ist noch immer gesperrt. Die Stadt lässt eine Umgehung der unterspülten Stelle planieren. Irgendwie sonderbar. Aber vermutlich ist kein Geld da, um die Straße mit Unterbau zu sanieren.

1-DSC01011Die Waldrunde ist wunderbar, wenn auch noch nicht Frühlingshaft. Abr der Boden federt. Und diese kurze Runde ist ideal, um meine ungestützten Trailschuhe zu tragen, ohne eine Überlastung zu riskieren.

Jetzt ist erst einmal ein Spaziergang angesagt. Und heute Abend werde ich mich dem Montagslauftreff anschließen. Es bleibt ja länger hell und die Sonne will ausgekostet sein.

Allen einen schönen Restfeiertag!

Fränkische Heimat

Das war also das Weihnachtsfest 2012. Familie pur in der fränkischen Heimat. Und wenn es nicht ums Klönen, Essen und Trinken ging bei Muttern, Schwester, Bruder und Schwiegereltern – und darum drehte es sich die meiste Zeit -, dann blieb noch etwas Raum …

Typischer Fluranblick mit Bildstock in Unterfranken.

für zwei Läufe in den Hügeln rund um Rimpar und einen schönen Stadtbummel in Würzburg. Und von dort habe ich natürlich auch wieder einige Bilder mitgebracht.

Alte Mainbrücke mit Blick in Richtung City.

Marienkapelle und Haus zum Falken

Würzburger Marktbärbel

Rathaus Grafeneckart

Weihnachtstrubel auf der alten Mainbrücke. Festung Marienberg im Hintergrund.

Liebesschlösser

Neumünster

Rathaus und Dom

Blick in die Zellerau

Brückenbäck – Stamkneipe vor 30 Jahren …

Frisch gestrichen – der Würzburger Dom

Kein Spaßvogel

Lauf an den Rimparer Weinbergen in den Krautäckern

 

Extratour

Klar, wenn mein Schatz laufen will und ihre Laufpartnerin kränkelt, dann mache ich gerne  noch eine Extratour, auch wenn ich am Vormittag schon zwei Stunden unterwegs war.

Also geht es am Nachmittag, nachdem wir Sohnemann an der Skaterhalle abgesetzt haben, noch auf eine schöen Runde durch den Weißhauswald. Ab März, wenn die Aktion Der TV bewegt 2013 beginnt, werde ich wieder häufiger hier sein.

Die Bäume, inzwischen fast blattlos, ermöglichen ungewohnte Weitblicke durch den Forst. Im Tal ist der Trail zum Teil zeimlich nass und matschig. Das ändert sich auf dem wunderbar weichen Weg auf der anderen Seite des falschen Biewerbachtals allerdings.

Am Rand sind Moose, Flechten und Farne in ihrem Element. Dieses fluoriszierende Grün ist ein toller Anblick, der sich in Fotos nur andeutungsweise zeigen lässt.

Trotz meiner Warnung will Frauchen die lange Steigung hinauf in Angriff nehmen. Sie stemmt das auch ganz gut, am Ende mit einigen Hundert Metern Gehen. Aber das ist kein Dilemma.

Belohnt werden wir von den Strahlen der untergehenden Sonne, die den Winterwald in goldenes Licht taucht.

Eine schöne Runde!

 

 

Frühstart

„Eigentlich“ ist ein Unwort und eigentlich überflüssig.

Aber eigentlich wollte ich heute früh nicht laufen,

weil eigentlich wegen einer Arbeitsgruppe, die schon um 9 Uhr startete, keine Zeit war …

Aber als ich beim Zeitung hereinholen den wolkenlosen Himmel gesehen habe und mich dann auch noch Sohn#2 mit seiner schlechten Laune und Organisationschaos ziemlich geärgert hat, musste ich einfach raus.

Eine kurze, schnelle Runde mit den Fuji-Attack durchs Tiergartental. Da war jede Schlammpfütze willkommen.

Ergebnis: Die Nerven beruhigt. Die Muskulatur auf Trab gebracht. Den Kreislauf unter Druck gesetzt. Den Lauf genossen.

Und zur Sitzung bin ich auch noch rechtzeitig gekommen.

Alles also nur eine Frage der Organisation – eigentlich.