Spätsommerfarbfestival

Heute ein freier Tag. Da bietet sich ein etwas längerer Morgenausflug an. Heiß soll es werden im Moseltal. Dass es so kommen wird, ist schon um 8 Uhr zu spüren. Im Schatten und Halbschatten ist es allerdings noch erfrischend. Eine Jacke muss deshalb zumindest für die ersten 30 Minuten mit. Danach baumelt sie um die Hüfte.

1-DSC03132Der Versuch, mit Musik im Ohr unterwegs zu sein, endet recht schnell. Ich muss einfach die Geräusche der Natur wahrnehmen, den Herbst riechen und schmecken. Nur auf den kurzen Abschnitten, auf denen der Autoverkehr die Phonzahl in die Höhe schnellen lässt, ist die Playlist von Karin eine gute Alternative.

2-Kürzlich aktualisiert3Hätte ich den Weg von gestern genommen, wäre ich unserem Vizeweltmeister Flo begegnet. Schade. Ich hätte gerne mal wieder einige Worte mit ihm gewechselt. Aber ich bin nicht am Petrsiberg unterwegs, sondern auf der Kernscheider Höhe und im Tiergartental. Unterschiedlicher könnten die Kontraste kaum sein. Abgeerntete Felder und Weitblick oben. Noch mehr Ruhe, Schattenspiele und wenig gestörte Natur unten.

1-Kürzlich aktualisiert4Motive für meine kleine Sony gibt es noch und noch, deshalb verpacke ich eine Auswahl heute ausnahmsweise in zwei Collagen.

Das schönste Wahlplakat in Trier will ich auch nicht vorenthalten. Kein Fake! Die Frau heißt Luda Liebe. Ihr Motto ist nicht das Schlechteste. Das könnte ich glatt unterschreiben …

2-DSC03128Und weil wir gerade bei der Politik sind: Heute Abend verkündet die örtliche CDU, wer im kommendne Jahr gegen SPD-Oberbürgermeister Klaus Jensen antritt. Eine Frau soll es sein, mit Wurzeln in Trier. Ich habe das so eine Idee …

Bock auf Bock

So ein freier Tag hat durchaus Vorzüge. Zum Beispiel den, nach langer Zeit mal wieder einen Ausflug ins Ländchen zu machen. Die Stadt auf dem Bockfelsen ist das Ziel. Richtig: Luxemburg. Die Hauptstadt des kleinen aber wohlhabenden Landes, das seine Herkunft einer Schenkung der Trierer Abtei St. Maximin vor mehr als 1000 Jahren zu verdanken hat.

Auf dem so genannten Bockfelsen wurde die erste Befestigung gebaut, aus der sich bis heute eine sehenswerte und dank vieler Banken, des Europäischen Gerichtshofes, des Europarates und anderer EU-Einrichtungen mächtige Stadt entwickelt hat.

Das Herzogtum, dessen Schloss standesgemäß bewacht wird, ist eine UNESCO-Kulturerbe und wirklich auch eine längere Anreise wert. Viel Kultur an allen Ecken und Enden.

An vielen Stellen wird die jahrhundertealte Geschichte mit viel Aufwand und Geld gesichert. So auch im Bereiche des alten Trierer Tores, wo später jede Menge Kasernengebäude entstenden sind. Von dort ist der Besucher nach einigen hundert Schritten über die alten Wehranlagen hinauf auf dem mächtigen Felsen angelangt.

Die Zitadelle, deren größter Ausbau auf denn allgegenwärtigen Festungsbaumeister Vauban zurückgeht, kann gegen Eintritt besichtigt werden. Das spare ich mir allerdings für einen der nächstne Besuche. An diesem Tag gilt es, die Altstadt neu zu entdecken.

Im Dom predigt der Bischof auf Luxemburgisch, was etwas befremdlich wirkt. Ebenso wie die Übertragung der Vorgänge am Altar auf zwei Großfernseher in den Seitenschiffen der Kirche. In der Stadt selbst wird französisch gesprochen. Gute Gelegenheit also, die Fremdsprachenkenntnisse aufzufrischen.

Französisch war auch die Sprache von Robert Schumann, dessen Konterfei von einer großen Plakette auf der Zitadelle dem Besucher entgegenblickt. Der geistige Begründer des neuen Europas wurde in Luxemburg geboren. Minister war er allerdings in Frankreich. Und in Trier ist die Weiterbildungsstätte des Bistums nach ihm benannt; Robert-Schumann-Haus. Das hat eines mit dem Ländchen gemeinsam: Es wurde dafür viel Geld ausgegeben.

 

Neue Zeitrechnung, Sonnenaufgang und Nachbetrachtung

Der lange Wahlabend endete gestern um 24 Uhr in der Redaktion. Bevor ich aber in der Lage war zu schlafen, verging noch einige Zeit. Der Schlaf heute Nacht ist also etwas zu kurz gekommen, auch angesichts der Umstellung auf die Sommerzeit.

Aber dennoch ist mir da Aufstehen heute morgen leichter gefallen als meinen Jungs, deren innere Uhr sich noch komplett gegen die neue Zeitrechnung streubt.

Heute also ein Lauf bei Sonnenaufgang, um die Müdigkeit abzuschütteln.

An den Mattheiser Weihern herrscht Wassernotstand. Zumindest am unteren Weiher wurde das Wasser fast komplett abgelassen und die Fischer am Wochenende abgekäschert (gibt es dieses Wort?). Jetzt muffelt der Schlamm natürlich etwas, bis der idyllische Weiher wieder vollgelaufen ist.

Dennoch macht die Umkreisung der Gewässer Laune. Am oberen Weiher ist alles wie gewohnt.

Das Tiergartental erwacht mit Dunst und Ruhe.

Und weil es so Spaß macht, nehme ich noch die Schleife durch den Wald zum Brückchen.

Hier unten ist es noch schattig. Der Ruf des Berges findet deshalb Gehör: Qual dich, du Sau! Hoch in die Sonne.

Die ist natürlich die wahre Freude, als der Puls sich wieder einigermaßen beruhigt hat.

Zwölf Kilometer in dieser Morgenstunde. Jetzt kann der Tag kommen, mit vielen Wahlanalysen, neuen Herausforderungen für die Dienstplanung – es sind derzeit zu viele Kollegen krank – und natürlich der internen Analyse, was am Wahlabend alles gut und weniger gut gelaufen ist.

Kalt aber schön

In Berlin rotiert das Kabinett. Die alten Herren werden es richten. Lothar de Maizière setzt also die Bundeswehrreform als Nachfolger von zu Guttenberg um. CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich kommt zu höheren Weihen und wird Innenminister. Das ist eigentlich kein Wunder, denn dort sind jetzt wieder konservative Hardliner gefragt.

De Maizière hat bislang recht unaufgeregt und sachlich in allen Ämtern agiert, die er wahrgenommen hat. Er wird zumindest ein deutliches Gegengewicht zum bisherigen Medien-Verteidigungsminister setzen.

Für politisch denkende Menschen gibt es also genügend Dinge, über die sich bei einem schönem Lauf bei schönem Wetter meditieren lässt. Der Wind bläst hier an der Mosel heftig, was aus den 2 Grad Plus gefühlt drei Grad Minus werden lassen. Also: Mütze und Handschuhe nicht vergessen. Windjacke an. Dann wird die Bewegung an der frischen Luft ein wirklicher Genuss, wie heute Morgen kurz nach Sonnenaufgang auf der Kernscheider Höhe.

Da habe ich einen netten Morgenläufer getroffen und bin mit ihm zumindest ein kurzes Stück gemeinsam gelaufen, bevor ich abbiegen musste. Vielleicht lässt sich das Gespräch ja bei Gelegenheit fortsetzen.

Ein schöner Tag

Heute ist ein schöner Tag. Ich meine damit nicht (in erster Linie) den Rücktritt unseres Verteidigungsministers, an dem – natürlich – die Medien schuld sind. Dass die in den vergangenen Jahren von zu Guttenberg reichlich udn bewusst instrumentalisiert wurden, um seine Person bekannt zu machen, hat er offenbar vergessen. Aber wer mit dem Feuer spielt, darf nicht klagen, wenn er sich verbrennt.

Abseits der großen Politik ist dieser Tag einfach traumhaft. Und so war ich bei Sonnenaufgang bereits eine Stunde laufen. Natürlich über den Petrisberg, um möglichst viel von den wohltuenden Strahlen unseres Heimatsterns einzusammeln. Zumindest die ersten sechs Kilometer wurden wieder zum Intervalllauf, ständig unterbrochen von Fotostopps. Es bieten sich einfach zu viele tolle Motive an, die sich immer aufs Neue anders darstellen

Für die 11,4 Kilometer in einer Gesamtzeit von 1:01 Stunden hat es dennoch gereicht. Aber dazu musste ich auf der zweiten Teilstrecke ganz schön Gas geben. Das hat aber richtig Spaß gemacht und die Erkenntnis gebracht, dass ich doch noch unter 4 Minuten/Kilometer laufen kann 😉

Also: Raus mit Euch an die frische Luft. Es lohnt sich!

Morgenputz am Mattheiser Weiher

So, den Beitrag zu den Hunden habe ich eben mal für die Laufkolumne morgen umgearbeitet. Ich denke, das Thema taugt dafür. Und vielleicht lesen das ja auch einige Hundebesitzer, die ihr Verhalten noch verbessern könnten, wenn sie mit ihren Vierbeinern auf Läufer treffen.

Heute früh war ich als Läufer wieder recht einsam unterwegs. Gassigeher gab es aber reichlich, vor allem am Mattheiser Weiher, wo die Enten gerade ihren Morgenputz veranstalteten.

Die imposanten Weiden dort haben schon ordentlich ausgetrieben. Frühjahrsstimmung.

Besonders fasziniert hat mich um 8.30 Uhr aber das Spiel von Wolken, Dunst und Sonne über dem Tiergartental. Meine kleine Kamera konnte die schöne Farbstimmung natürlich nicht wirklich naturgetreu festhalten. Aber zu einer Ahnung von der Schönheit dieses Moments genügte es doch.

Lichtblicke in und für Olewig

Nun gut, meine Anmerkungen gestern waren sicher depressiv angehaucht, nach einem sehr schwierigen Arbeitstag und mit Blick auf eine Veranstaltung, bei der die Zukunft der Grundschule Olewig zur Diskussion stand. Die gute Nachricht aus der sehr informativen Vortrags von Schuldezernentin Birk in der  Sitzung des Ortsbeirats: In den kommenden fünf Jahren wird es sicher eine Grundschule im Stadtteil geben, vorausgesetzt, die Anmeldezahlen sinken nicht unter zehn Kinder. Wie es dann weitergeht, wird von den Entwicklungen in den einzelnen Stadtteilen abhängen.

Sehr positiv war auch die Aussage der Dezernentin, dass die Stadt bei Investitionen in Schulen das Thema Toiletten an die erste Stelle setzt.   Da stinkt es in vielen der vielen Grudnschulen Triers tastächlich zum Himmel. Das darf wörtlich genommen werden.

Die Diskussion wird sich nun darum drehen, ob und wie sich Schulbezirksgrenzen verändern lassen, um Probleme in zweifacher Hinsicht zu vermeiden: 1. Dass in Schulen wie die in Olewig genügend Kinder eingeschult werden, um den Bestand zu sichern. 2. Dass sich die Stadt teure Erweiterungen, die wegen der demografischen Entwicklung voraussichtlich nur für eine begrenzte Zeit notwendig sein werden,   ersparen kann.

Für Olewig, Irsch, Kernscheid und Tarforst könnte das beispielsweise bedeuten, dass die neue Tarforster Schule sich auf Schüler aus den Neubaugebieten beschränkt, und die Kinder aus Irsch und Kernscheid stärker Keune (Neu-Kürenz) und Olewig zugeordnet werden. So etwas birgt noch einigen spannenden Diskussionsstoff.

Mit solchen Gedanken habe ich mich also heute Morgen wie geplant auf die Sochen gemacht. Und siehe da, nachdem es um 8.30 Uhr noch regnete, verzogen sich 20 Minuten später die Wolken zumindest soweit, um mir für 50 Minuten echte Lichtblicke zu gönnen. Im Schein der Morgensonne leuchteten die noch mit Blättern prahlenden Birken, Buchen, Kastanien und Trauerweiden auf meiner Runde zu den Mattheiser Weihern in prächtigen Goldfarben. Dummerweise hatte ich heute ausgerechnet meine kleine Kamera nicht dabei. Und so gibt es statt schönen Fotos einen Streckentipp, der sich auch für den Winter anbietet.

Stuttgart, Köln und bitte mehr Mut!

Die Woche geht dem Ende entgegen. Nach Berlin ist noch immer Ruhe angesagt. Und irgendwie drängen dann andere Dinge noch stärker in den Vordergrund.

Die Vorfälle in Stuttgart sind jedenfalls geeignet für reichlich Diskussionen und Erinnerungen an die eigene friedensbewegte Zeit. Damals ging’s in Stuttgart gegen Pershing2, Cruise Missiles und Nato-Doppelbeschluss. Schiedlich friedlich und anders als in Wackersdorf, wo die Situation mehrfach ähnlich eskaliert ist wie am Donnerstag im Schwabenland. Die Zahl der Gegner wird durch den Gewalteinsatz der Polizei sicher nicht geringer werden. Längst ist Das Projekt Stuttgarter Bahnhof zu einem Alibi-Anlass geworden für den Protest gegen die Art und Weise, wie Politik heute betrieben wird. Und genau so sollten es Landes-, Bundes-, aber auch Kommunalpolitiker verstehen. Es gilt, mehr Demokratie zu wagen und weniger Klientelpolitik zu betreiben.

In Köln wird es am Sonntag mit Sicherheit auch wieder Läufer geben, die ihre politische Überzeugung auf ihrem Shirt kundtun. So war es auch in Berlin. Und vielleicht hilft das vermutlich tolle Wetter auch dabei, mehr ins Gespräch zu kommen als bei der Regenschlacht in Berlin.

Von Hängepartien und Gipfelstürmen

Gerade kommen die ersten Prognosen für die Wahl in NRW rein. Gleichstand zwischen SPD und CDU. Das ist der Hammer und verspricht einen spannenden Wahlabend. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen, um beim Thema zu bleiben. Jetzt geht es tatsächlich um den Kopf von Rüttgers… Und vielleicht geht es für SPD und Grüne auch ohne Linke. Für uns Zeitungsleute ist das auch eine Hängepartie und ein Wettlauf mit der Zeit, denn die Durckmaschinen warten. Und ab 20 Uhr kann nur noch kontinuierlich nach jeder der zwölf gedruckten Ausgaben aktualisiert werden. Mit einer hintergründigen Berichterstatung wird es da schwierig. Und es will vorsichtig fomuliert werden, damit nicht viele Leser morgen falsche Dinge lesen müssen.

Dabei wollte ich eigentlich hier nur etwas über die Samstagstour berichten. Das war ein Gipfelsturm, der zumindest der CDU in Nordrhein-Westfalen nicht gelungen ist. Von Olewig über den Kleeburger Weg zur Uni, Im Treff, dann Tarforst und von dort hoch zur Korlinger Höhe bis nach Hockweiler. Dann die knapp 300 Höhenmeter wieder runter über Irsch bis nach Olewig. Satte anspruchsvolle 18,5 Kilometer. Eine tolle Tour, um die eigene Fitness zu testen. Am nächsten Samstag dann noch einmal eine etwas längere Strecke im Flachen. Dann kann der Halbmarathon in Göteborg kommen, sofern dieser isländische Vulkan nicht dazwischenascht.  

SPD – Das Hauen und Stechen hat begonnen

Steinmeier verzichtet auf den Parteivorsitz bei der SPD, das vermeldet Bild.de. Nachdem auch schon Müntefering sein Ende verkündet hat und Hubertus Heil ebenfalls das Abschiedslied singt, bleiben nicht mehr viele der alten Granden. Wer wird nun das Sagen haben? Gabriel oder Wowereit? Der Machtkampf läuft auf Hochtouren.

„Bild.de“: Steinmeier verzichtet auf Parteivorsitz
   Berlin (dpa) – Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier verzichtet nach einem Bericht von „Bild.de“ auf den Anspruch auf den Parteivorsitz. Das habe er bei der SPD-Fraktionssitzung in Berlin verkündet, schreibt das Internetportal der „Bild“-Zeitung am Dienstag. Parteichef Franz Müntefering hatte am Montag angedeutet, dass er beim Parteitag im November in Dresden nicht erneut für das Amt kandidieren wird.

   Nach den Informationen von „Bild.de“ soll aller Voraussicht nach der bisherige Umweltminister Sigmar Gabriel neuer SPD-Vorsitzender werden. Er werde in der Partei nun als Favorit gehandelt. Die Parteilinke Andrea Nahles solle als Nachfolger von Hubertus Heil neue Generalsekretärin werden.

Steinmeier neuer SPD-Fraktionschef – Gut 88 Prozent
   Berlin (dpa) – Der gescheiterte SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier ist neuer Fraktionschef im Bundestag. Zwei Tage nach dem SPD-Debakel nach der Bundestagswahl wurde er am Dienstag von der neuen SPD-Fraktion zum Nachfolger von Peter Struck gewählt. Steinmeier erhielt nach Angaben Strucks mehr als 88 Prozent Zustimmung.