Abschied mit Wehmut

Über Wochen haben sie mich überall in der Stadt begleitet. Nun werden sie verschwinden: Die 40 bunten Elefanten, die im Rahmen der Benefizaktion Elephant-Parade einen Stadtrundgang durch Trier noch interessanter gemacht haben.

Elefanten 2013 010Nahezu alle Exemplare hatte ich bei Läufen und Spaziergängen fotografiert. Die wenigen, die mir noch nicht vor die Linse gekommen sind, zum Beispiel, weil sie irgendwo im Hafen standen, sind nun auch im Kasten. Denn bis zum Wochenende wurden alle Dickhäuter auf dem Platz vor der Porta Nigra gruppiert. Und am Samstag werden sie dann für einen guten Zweck versteigert.

DSC03851-1Da es dabei um Summen ab 2500 Euro pro Exemplar geht, wird keines der lustigen Tierchen in meinem Garten landen. Aber zur Erinnerung habe ich ja jede Menge Fotos.

DSC03849-1Abschied also mit ein wenig Wehmut. Keine Kunstaktion in den vergangenen 20 Jahren in Trier hat so viel Spaß gemacht. Töröööhhh!

Und für alle, die nochmal schauen wollen, hier eine geballte Ladung Fotos:

 

Genug ist nicht genug!

Genug ist nicht genug! Diese Zeile von Konstantin Wecker kommt mir gerade in den Sinn. Eine erlebnisreiche Woche im Norden der Republik bei lieben Freunden liegt hinter mir und meiner Familie. Viele Gespräche, Erlebnisse, Ausflüge, unzählige Schritte in Fußgängerzonen großer Städte. Keine verschwendete Stunde, über die Christian in seinem aktuellen Blogeintrag philosophiert, keine einzige.

21-DSC03728Damit dies auch für die Besucher und Freunde meines Blogs so bleibt, soll sollte dieser Eintrag nicht zu langatmig werden. Dabei könnte ich so viel erzählen und sooo viele Bilder zeigen.

01-DSC03642Da sich hier die Inhalte überwiegend mit Laufthemen befassen, beginne ich in Oldenburg, wo wir für ein Wochenende die grenzenlose Gastfreundschaft von Volker und Jens genießen durften. Die Herzlichkeit der Aufnahme hat uns zwar nicht überrascht, da Herr Deichläufer ja bereits einige Male in Trier unser Gast war und uns inzwischen eine echte Freundschaft verbindet. Dennoch haben wir die Harmonie und Offenheit in dem schmucken Häuschen am Rande der Stadt als höchst angenehm empfunden. Wir haben viel geklönt, gelacht  und beim Stadtrundgang und dem Tagesausflug nach Bremerhaven die vielen sachkundigen Erläuterungen unseres Gastgebers geschätzt.04-DSC03651Bevor es aber in die wirklich sehenswerte Hafenstadt an der Wesermündung geht, steht  natürlich ein Lauf an. Unbedingt will ich Volkers Hausstrecke kennenlernen, von der ich schon so viel gelesen habe. Dank des frühen Starts um 8 Uhr laufen ein noch müder aber prächtig aufgelegter Gastgeber und ein freudig aufgeregter Moselfranke also der Sonne entgegen.05-DSC03653Ich habe keine Laufuhr mitgenommen, passe mich im Tempo meinem Führer an. So glaube ich jedenfalls, bis der immer häufigere Blicke von Volker auf seine Uhr signalisiert, dass wir das Tempo vielleicht doch etwas reduzieren sollten. Am Ende der 16 Kilometer ist  es für meinen Begleiter wohl dennoch eine flotte Tour. Da unser Redefluss aber nicht wirklich ins Stocken geraten ist, glaube ich ihm einfach mal nicht, dass es zu schnell war.

Oldenburg-RundeInteressant ist das Oldenburger Polderland. Ganz anders als das Umland von Hannover, das lauftechnisch doch ziemlich monoton und bretteleben mit ausschließlich langen Geraden daherkommt. Ausprobiert habe ich das einige Tage davor – na ja, um dort regelmäßig zu laufen, ist dort schon ein erheblicher Bewegungsdrang notwendig …

14-DSC03693An der Huntestrecke dagegen gibt es etwas zu sehen: Schöne Häuser mit Reetdächern. Deiche und Schafe. Interessant unterteilte Polderflächen, die bald wieder geflutet werden, durch die aber leider keine Wege führen. Lange Geraden gibt es natürlich auch. Es gibt sogar Steigungen! Damit auch die Südländer diese bemerken wird dann schon mal ein Schild aufgestellt  – sorry Volker, der musste sein 😉

03-DSC03650Der große Bornhorster See. Fotostopps, Deiche, Fluss, Kühe, Schafe …

09-DSC0367607-DSC0366706-DSC03662Und dann liegt sie vor uns, die Horrortreppe unter der Autobahnbrücke …

08-DSC0367110-DSC03678Für Intervalle taugt die prima. Es macht richtig Spaß, da im Stakkato hinaufzuwieseln.

11-DSC03682Wir begnügen uns allerdings mit einem Aufstieg und genießen vom Balkon unter der Brücke den Blick in Richtung Oldenburg. Keine wirkliche Skyline, weil die Menschen dort überwiegend in Ein- und Zweifamilienhäusern leben, wie Volker erklärt. Das mächtige Silo am Hafen markiert aber weithin sichtbar, wo die Stadt beginnt. Sogar ein Tankschiff tut uns den Gefallen,  gerade rechtzeitig für ein schönes Foto den Fluss herunterzutuckern.

12-DSC03691Danach einen guten Kilometer am Autobahndamm entlang auf wunderbar weicher Erde. Rechter Hand: weites Land. Für mich ist es inzwischen die längste Tour seit drei Monaten. Die Beine werden langsam schwer.

13-DSC03692Da auch Volker nun etwas einsilbiger wird, genießen wir die letzten zwei Kilometer eher schweigend und freuen uns beide, als wir uns nach knapp zwei Stunden abklatschen und die Vorfreude auf ein ausgedehntes Frühstück kurz vor der Erfüllung steht.

Für Bremerhaven – leider ohne die Begleitung von Jens – ist danach die Zeit fast schon ein wenig kurz. Volker fährt die Panorama-Strecke, mit Weserüberquerung per Fähre.

15-DSC03699Was sich in Bremerhaven zwischen Fischerei- und Industriehafen in – wie uns berichtet wurde – den vergangenen fünf Jahren getan hat, ist beachtlich. Hochwertige Architektur, interessante Ausstellungen, eine mehrere Kilometer lange Strandpromenade mit hoher Aufenthaltsqualität.

16-DSC03703Wir entscheiden uns für eine Hafenrundfahrt, die uns interessante Einblicke in diesen riesigen Umschlagplatz für Fahrzeuge und Offshore-Windkraftanlagen bietet.

17-DSC03708Autotransporter-Ungetüme, die mit 7000 Neuwagen im Bauch vier Wochen nach Japan unterwegs sind und dabei am Tag 60000 Liter Treibstoff verbrauchen.

20-DSC03714Trockendocks, die sogar Marinefregatten aufnehmen. Oder Schwertransportschiffe, die ganze Fähren für Afrika geladen haben. Und an Land zehntausende Neuwagen, die auf ihre Verschiffung warten oder nach Europa kommen, um in Bremerhaven für die Zielländer umgerüstet zu werden.

19-DSC0371318-DSC03711Die sicher atemberaubende Aussicht vom Congressgebäude bleibt uns leider verwehrt, da die dafür vorgesehene Besucherplattform augerechnet kurz vor unserer Ankunft wegen Wartungsarbeiten geschlossen wird. Der Blick auf den Hochsee-Containerterminal, wo bis zu 400 Meter lange Schiffe beladen werden, ist also nicht möglich. Wir sehen nur in der Ferne die vielen Kran-Türme.

22-DSC03734So bleibt auch mit dem Auswandererhaus, dem Strandzoo und dem Klimahaus, Schifffahrtmuseum und so weiter noch viel Sehenswertes für den nächsten Besuch.

Denn es wird sicher nicht die letzte Reise in den hohen Norden gewesen sein. Und wenn Volker und Jens bei ihrer Einladung bleiben, werden wir auch gerne wieder bei ihnen vorbeischauen.

Danke noch einmal! Es war schön bei Euch.

 

 

 

Funkstörung statt Funkstille

DCIM100GOPRODas war er also: drei Wochen Urlaub. Funkstille auf meinem Blog. Die soll nun eine Ende haben. Funkstörungen werden allerdings bleiben, da ich leider nicht wie erhofft auch körperlich komplett erholt zurückkomme. Leider war ein Testlauf gestern alles andere als erfolgreich. Und so werde ich wohl in der kommenden Woche nicht um einen Arztbesuch herumkommen, um diese vermaledeiten Leistenschmerzen abklären zu lassen.

DCIM100GOPRONur zwei Läufe in vier Wochen. Keine Probleme bei normalen Aktivitäten. Radfahren, Paddeln, Wandern, Schwimmen, Faulenzen, Lesen – alles ohne Probleme. Nur wenn es ans Laufen geht, zieht es nach ein paar Hundert Metern in der Leiste und wird dann auch nicht besser …

11-DSC02813Mein erster Blogeintrag sollte eigentlich rundum positiv sein. Er sollte von einer wunderbaren Zeit erzählen. 14 Tage Campingurlaub im Spessart, bei nahezu idealem Sommerwetter. Ausflüge nach Frankfurt, Lohr, Karlstadt, natürlich auch in meine Heimatstadt Würzburg. Viel Wald, fränkische Kulturlandschaft mit Getreidefeldern und Weinbau. Jede Menge Burgruinen, kulinarische Genüsse und Treffen mit der fast kompletten Verwandtschaft, in kleinen Mengen dosiert, so dass es Spaß gemacht hat.

1-DSC03003Und dann in der letzten Woche wieder das einleben Zuhause in Trier. Etwas Gartenarbeit, Treffen mit Freunden, eine fantastische Wanderung in den Steillagen des  Bremmer Calmont. Auf dem steilen letzen Bergab-Teil nach fast vier Stunden, da hatte ich dieses Ziehen wieder gespürt. Der kurze Testlauf zwei Tage später im Tiergartental war dann ein Desaster und vermiest mir das Ende des Urlaubs ordentlich.

Aber zumindest hat der Start an einem Sonntag den Vorteil, dass ich mich nicht gleich wieder voll ins Redaktionsgetümmel werfen muss. Ruhig wird es dennoch nicht, denn auch dem Verlagsgelände ist einer dieser inzwischen legendären Kinderflohmärkte. Da wird eine Stimmung herrschen wie im überfüllten Freibad.

DCIM100GOPRODas hatte ich an einigen Tagen auch in Gemünden am Main, wo unser diesjähriges Urlaubsfamilienbild entstanden ist. Nach dem Motto: komplett untergetaucht!

Fotos habe ich natürlich jede Menge mitgebracht. Viel zu viele, um sie hier zu zeigen. Aber zumindest eine Auswahl stelle ich mal ein.

09-DSC02765 10-DSC02782 08-DSC02753 12-DSC02828 13-DSC02831 14-DSC02842 15-IMG_0160 DCIM100GOPRO 04-DSC02597 05-DSC02610 06-DSC02639 07-DSC02656 2-DSC02969 4-DSC02925 3-DSC02963

Allen ein wundervolles Weihnachtsfest!

Ich verabschiede mich für einige Tage

und

wünsche allen Gästen und Freunden

ein

wundervolles Weihnachtsfest!

Die Impressionen vom Trierer Weihnachtsmarkt können vielleicht ein wenig einstimmen. Wer den noch besuchen will, muss sich alelrdings beeilen. Die Buden auf Hauptmarkt und Domfreihof haben nur noch an diesem Wochenende geöffnet.

Heute wieder aktiv

Die zwei freien Tage nach dem Monschau-Marathon haben gut getan. Vor allem am Dienstag war ich nur wenig zu gebrauchen. Da musste ich auch mein Schlafdefizit nachholen. Ein wenig Heimarbeit für das Laufportal war dennoch zu erledigen. Schließlich wollen 15 Gewinner erfahren, dass sie ab sofort für den Silvesterlauf in Trier trainieren dürfen. Der TV bewegt!

Von den 42 Kilometern auf und ab ist lediglich noch etwas Muskelkater in den Waden zu spüren. Der wird mich aber nicht daran hindern, heute abend beim SilvesterLAUFTREFF vorbeizuschauen, um den Gewinnern persönlich zu gratulieren.

Bis es soweit ist, muss aber noch eine lange To-do-Liste abgearbeitet werden.

Hier deshalb nur kurz eine Empfehlung:

Der Naturpark Eifel ist wirklich eine Reise wert. Nach dem Lauf hatte ich am Sonntag noch einen Abstecher zum Rursee gemacht. Sehr idyllisch. Da ließe sich auch Urlaub machen.

Hier einige Impressionen:

 

 

Wunder des Südens – Côte d’Azur und Languedoc

Drei Wochen mit dem Zelt im Süden Frankreichs … Da lässt sich viel berichten. Wo also die Schwerpunkte setzen? Einen Versuch ist es wert. Und zumindest eine Auswahl von Fotos soll vermitteln, wie lohnenswert ein Besuch bei den Nachbarn ist. Zumal sich die Einstellung zu den Gästen aus Deutschland sich in den vergangenen 25 Jahren extrem zum Positiven geändert hat. Auch in Südfrankreich – und dort nicht nur an der traumhaft schönen, aber sehr teuren Côte d’Azur – wurde der Wert des Tourismus erkannt.

So wird dort inzwischen fast überall auch Englisch gesprochen. Ressentiments gegen Deutsche sind mir nicht begegnet. Auch die Infrastruktur wurde deutlich verbessert. Selbst kleine Straßen verfügen nun über einen guten Belag. Wanderwege sind ausgezeichnet und regelmäßig mit Hinweisschildern versehen, die auch Entfernungen angeben. Da verirren sich auch Läufer nicht mehr. Und auf den Märkten trifft man immer wieder Menschen aus dem Norden, die ihren Lebensmittelpunkt vor einigen Jahren nach Südfrankreich verlegt haben. Alle schwärmen davon, sie würden nie wieder in die Kälte zurückkehren. Angesichts des Wetters, das in den vergangenen drei Wochen in deutschen Landen an der guten Laune zehrte, ist das zumindest nachvollziehbar.

Aber nun zu den konkreten Ereignissen und Naturwundern, die meine Familie und mich in drei Wochen so fasziniert haben.

Bei strömendem Regen, der erst kurz vor Marseille aufhörte, geht es von Trier nach Hyères, einem Städtchen am westlichen Ende der Côte d’Azur, das durch seine Palmenzucht bekannt ist. Der Stadt vorgelagert sind die Îles de Poquerolles, die gleichnamige Hauptinsel ist der Ort, an den der Postbeamte im Film „Willkommen bei den Sch’tis“ unbedingt versetzt werden wollte, allerdings wegen seines komischen Dilletantismus ganz im Norden der Republik landete.

Der wichtigste Fährhafen nach Poquerolles liegt auf der Presqu’ile de Giens. Und genau dort – 200 Meter vom Hafen entfernt – haben wir in der ersten Woche unser Zelt aufgeschlagen.Vor – oh Schreck – 27 Jahren war dieser Zeltplatz meine erste Begegnung mit Frankreich. Er liegt noch immer sehr schön, bietet allerdings natürlich viel mehr Komfort als damals.

Gleich nebenan ist eine Taucherbasis, denn die steinige Küste ist ein Paradies für Schnorchler und ihre mit Sauerstoffflasche versehenen Kollegen. Winzige Strände unterbrechen immer wieder die schroffen und scharfkantigen Felsklippen. Das Schiefergestein schimmert in der Abendsonne golden, weshalb die Poquerolles auch Îles d’Or genannt werden. Ein Traum!

Ein Muss ist bei einem Aufenthalt auf der „Fastinsel“ von Giens der „Sentier littoral“. Der Fußpfad am Rande der vom Meer umspülten Küste ist zwar sehr anstrengend zu gehen – ich bin ihn im vergangenen Jahr auch schon einmal gelaufen. Seine Einsamkeit und die Ausblicke machen ihn allerdings zu einem besonderen Erlebnis.

Läuferisch beschränke ich mich in diesem Jahr auf den deutich kürzeren östlichen Teil des Weges. Dafür nehme ich nun die beiden schmalen Landzungen unter die Laufschuhe, die Insel und Festland verbinden. Dazwischen befinden sich flache Becken, in denen Salz gewonnen wird.

Von näheren Details zu den heißen Rennen mit meinen Jungs auf der nahen Kartbahn sehe ich hier ab. Jedenfalls ist auch in Hyères reichlich für Bespaßung gesorgt: Klettergärten, Freizeitparks, Reitschulen, etc. Weniger Spaß macht allerdings der Autoverkehr im nahen Toulon. Der Markt dort ist einen Besuch wert. Wer allerdings eine Dachbox auf dem Auto hat und deshalb nicht in die Parkhäuser kommt, muss auf der Suche nach einem Parkplatz gute Nerven haben…

Nach einer Woche mit viel Sonne, einigen windigen Tagen, vielen Unternehmungen, Wanderungen, einem Lauf, Strandstunden und einer neuen freundschaftlichen Verbindung nach Berlin geht es ein Stück zurück in Richtung Norden und dann nach Westen ins Languedoc. Das malerische Städtchen Anduze trägt den Beinamen „Porte des Cevennes“ – treffend, denn an dieser Stelle verändert sich die Landschaft dramatisch. Die fruchtbare Ebene – Weinbau ist hier ein großes Thema – wird abgelöst von bewaldeten Hügeln, deren höchster mit 1565 Metern der Mont Aigoual ist.

Dieses Land atmet Geschichte. Es war während der Glaubenskriege das Rückzugsgebiet der Hugenotten, der französischen Protestanten, die sich hier im 16. und 17. Jahrhundert gegen die Verfolgung durch die katholischen Könige wehrten. Wie gut es sich hier verstecken lässt, wird schnell klar.

Eine der spektakulärsten Verstecke war sicher eine große Höhle in den Felsen oberhalb des Cirque de Navacelles. Der Anblick dieses riesigen, einem Stadion gleichenden, 400 Meter tiefen Talkessels macht sprachlos. Das Flüsschen Vis hat ihn in das Kalkgestein gefräst, bevor es sich einen anderen Weg suchte.Der im Örtchen Navacelles sprudelnde Wasserfall ist ein traumhafter Platz für ein ausgedehntes Picknick, auch wenn das Wasser mit gerade mal 13 Grad zu kalt für ein ausgiebiges Bad ist.

Anders ist das bei der Cascade de Sautadet, einen Steinwurf entfernt von dem Örtchen La Roque-sur-Cèze. Hier werden auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz an der alten Brücke zwar Flyer verteilt, auf denen ausdrücklich das Badeverbot und die Gefahren vermerkt sind, die  Wasserlöcher, -fälle, -rutschen und Felsen bergen. Die Prozession der mit Badesachen bepackten Ausflügler in Richtung Cascade lässt allerdings keinen Zweifel, dass diese Warnung ignoriert sein will.

Und tatsächich ist kein Felsen zu hoch, um nicht als Startplatz für spektakuläre Sprünge in das klare Wasser der Cèze zu dienen. An den Wasserfällen und Strudellöchern ist allerdings tatsächlich Vorsicht geboten. Wie stand es doch in dem Flyer? Fast 30 Tote habe es in den vergangenen 20 Jahren dort gegeben. Aua!

Kanufahrer müssen hier in jedem Fall ihre Boote einige Hundert Meter weit tragen. Wobei wir bei einem anderen Thema wären. Denn auch auf dem Wasser lässt sich die späktakuläre Landschaft der Cevennen genießen. Die bekanntesten Flüsse sind sicher Tarn und Gardon. Wir probieren es mit dem Hérault, der ebenfalls eine idyllische Schlucht in die Landschaft gefräßt hat. Da es in der Woche davor an zwei Tagen geregnet hat, so wird uns gesagt, ist der Wasserstand so gut, dass die komplette für Paddler freigegebene Strecke befahren werden kann. Unkaputtbare Kanus und Kajaks sorgen dafür, dass mancher Kontakt mit Kies und Felsen ohne Folgen bleibt.

Allerdings wird dieses Abenteuer etwas getrübt, als meine Kamera baden geht … Nach drei Trockentagen funktioniert sie wieder – leidlich, mit einigen Tücken. Aber zumindest sind alle Fotos noch da. Und da macht es dann auch schon fast nichts mehr aus, als das gute Stück auch noch bei anderer Gelegenheit aus freiem Fall die Härte der Felsen im Naturbad unseres Campingplatzes in Anduze testet …

Auch dieser Felsverhau mit Schwimmmöglichkeit ist immer wieder eine Reise wert. Wenn dann über die 300 Meter entfernte Brücke das Museumsbähnchen dampft und stampft, ist die Idylle perfekt.

Die Bahn hält auch an der Bambouseraie de Prafarance, einem 35 Hektar großen Park mit tropischem Bambuswald, Riesenbäumen und Chinesischem Garten der Extraklasse. Der bis zu 20 Meter Hohe Bambus, der in diesem klimatisch besonders begünstigten Gebiet wächst, ist  beeindruckend. Nahezu 200 verschiedene Arten soll es in dem Gelände geben. Unbedingt sehenswert!

Auf meinen vier Lauftouren rund um Anduze kann ich auch sehen, dass der Riesenbambus nicht nur in dem Park wächst. Die Luft am Tor der Cevennen ist geschwängert vom Duft des wilden Thymians, der sich mit den Gerüchen der anderen Pflanzen zu einer ganz besonderen Mischung vereint. Das Zirpen der Zikaden gehört zum Süden Frankreichs wie der Rotwein. Wobei auch Rosé und Weißweine aus dem Languedoc nicht zu verachten sind.

Unvermeidlich bei Lauftouren sind immer wieder sehr schwierige Geröllstrecken, die hohe Konzentration erfordern. Der eine Sturz endet zu Glück sehr glimpflich. Ebenso unvermeidlich sind Abschnitte, die auf reichlich befahrenen Landesstraßen gelaufen (oder gewandert) werden  müssen. Dennoch war jeder Lauf ein Erlebnis – und dank Trinkrucksack und topografischer Karte verdurste ich nicht und vermeide es, mich zu verlaufen.

Lang ist er nun geworden, dieser Bericht. Und noch so viel wäre zu schreiben. Von den Nachtmärkten in Anduze, vom großen Feuerwerk zum Nationalfeiertag, vom Abendspaziergang mit Piquenique über den Dächern der Stadt, von herrlichem Baguette, Käse, Oliven und den daraus gewonnenen aromatischen Tapinades, von Schlangen im Fluss, Koikarpfen, Riesenforellen, unvergleichlich leckeren Tomaten, die vom Aussehen dem Herzen eines Ochsen ähneln und deshalb auch so heißen. Und von leckeren Hähnchen vom Spieß „avec beaucoup de sauce“. Die Blütenpracht am Meer und in den Bergen wäre eh einen eigenen Bericht wert …

Aber ich will es zunächst dabei belassen und hoffe, nicht zu sehr gelangweilt zu haben. Aber die Wunder des Südens lassen mich einfach ins Schwärmen kommen. Dass es auf dem Rückweg ab Lyon in Richtung Norden wieder geregnet hat, nach drei Wochen Sonnenschein, soll nur am Rande erwähnt werden 😉

 

 

Regen, Römer, Ruinen – Rettung?

Die Natur liebt es. Schade aber für alle, die heute ein großes Fest im Freien feiern wollten. Der autofreie Erlebnistag Happy Mosel ist ebenso ins Wasser gefallen wie der Internationale Tag mit vielen Ständen auf dem Viehmarkt. Die Verschlussvorrichtungen der Schleusen des Himmels waren verklemmt. Es regnete wie seit Monaten nicht mehr.

Zumindest einige Wackere wagten es dennoch. So wie wir beim Tag des Weltkulturerbes, zu dessen Ehren einige spannende Führungen in die römischen Altertümer Triers ausgerichtet wurden. Die Barbarathermen waren unser Ziel, die im Süden Triers ein eher malerisch-melancholisches Dasein fristen. Seit Jahren wegen ihrer Baufälligkeit für die Öffentlichkeit gesperrt. Dabei waren sie wohl die ersten Thermen im römischen Trier, die zeitgleich mit der steinernen Version der ersten Römerbrücke im zweiten Jahrhundert n.Chr. entstanden sein dürfte.

Sie war die zweit oder drittgrößte Therme außerhalb von Rom. Da sind sich die Archäologen nicht ganz einig. Sicher ist aber, dass sie von der Bevölkerung der damals 80000 Menschen zählenden aufstrebenden Stadt reichlich in Anspruch genommen wurden. Ein monumentaler Bau mit gigantischen Ausmaßen. Wobei zwei beheizte 13×25 Meter große Wasserbassins wohl die Prunkstücke waren.

Ausgedehnte Versorgungsgänge gibt es natürlich auch heute noch, wo einst die Feuer zur Beheizung von Wasser und Boden brannten, die heiße Luft unnd Rauch zirkulierte und die Abläufe für das Wasser bis heute erkennbar sind.

Heute ist das weitläufige Gelände, das nur etwas mehr als die Hälfte des bebauten Teils der damaligen Anlage markiert gekennzeichnet von großen und kleinen Holzkonstruktionen mit bemosten Dächern, die den darunter vorhandenen Estrich, Steinfließen und Marmorreste vor dem vollständigen Verfall schützen sollen.

Irgendwann soll das alles dann so gesichert, konserviert und aufbereitet werden, dass Trier ein neues touristisches Schmuckstück erhält. Konzepte dazu gibt es. Doch wann die dafür notwendigen großen Summen bereitstehen werden, steht in den Sternen.

Ich bin gespannt, ob ich das noch erleben werde. Für heute genügte mir dieser 60minütige Einblick in die Geschichte Triers. um einmal mehr beeindruckt festzustellen, wie gerne ich die Möglichkeit hätte, mich um fast 2000 Jahre zurück zu versetzen. Natürlcih nur mit Rückfahrschein 😉

Nochmal Echternach

Das große Experiment ist also erfolgreich beendet: Die intensivste und anstrengendste Trainingszeit habe ich mit zwei persönlichen Bestzeiten gekrönt: 3:08:52 beim Hamburg-Marathon und am Donnerstag 39:06 über zehn Kilometer beim Run for Fun in Echternach.

Zielsprint in Echternach. Endlich mal eine Aufnahme, auf der man mir die Anstrengung ansieht. Danke Holger Teusch für das Foto!

Ein Dank gebührt an dieser Stelle in erster Linie meinem persönlichen Coach Jens Nagel, der mich 13 Wochen vor dem Marathon mit detaillierten Plänen „geplagt“ hatte und beim 10er auch noch die Rolle des Tempomachers übernahm. So war es zwar nicht ganz entspannt, aber dennoch relativ einfach, das richtigeTempo zu finden, ohne ständig auf die Uhr blicken zu müssen. Und ohne Jens hätte ich den letzten Kilometer sicher nicht in einem Schnitt von 3:25 geschafft. Das war dann doch ziemlich hart.

Nachbesprechung im Ziel.

Dass meine Familie im Zielbereich wartete und jubelte, hat mich zusätzlich gefreut. Das Wetter war toll, und so hat es super viel Spaß gmeacht, nach dem Zwischenstopp in einer Eisdiele in dem beschaulichen luxemburger Städtchen noch eine wunderbare Familienwanderung durch die Wolfsschlucht anzuhängen. Dort waren wir zuletzt vor etwa zehn Jahren.

Die Südeifel ist ein tolles Wanderrevier. Und die bizarren Felsformationen boten vor einigne hundert Jahren reichlich Anlass für Legenden und Sagen. Neben der Teufelsschlucht bei Irrel ist die „gorge du loup“ eine der lohnenswertesten Ziele für trittsichere Naturbegeisterte. Denn neben vielen Höhenmetern müssen hier hunderte in den Stein gehauene, aus Blöcken und Holzbalken gelegte Stufen bewältigt werden.

Heute dann ein kleiner Stadtbummel in Trier, ein Belohnungseinkauf und Abhängen für den Rest des Tages. So ein freier Brückentag hat schon etwas für sich.

Und welches Experiment kommt jetzt? Erst einmal keines. Genussläufe sind angesagt. Im Herbst noch ein Landschaftsmarathon. Monschau gilt als Favorit. Und im kommenden Jahr dann vielleicht – wenn die Gesundheit mitmacht – eine Steigerung. Es soll dann ja in der Eifel auch einen neuen Ultralauf geben….

Bock auf Bock

So ein freier Tag hat durchaus Vorzüge. Zum Beispiel den, nach langer Zeit mal wieder einen Ausflug ins Ländchen zu machen. Die Stadt auf dem Bockfelsen ist das Ziel. Richtig: Luxemburg. Die Hauptstadt des kleinen aber wohlhabenden Landes, das seine Herkunft einer Schenkung der Trierer Abtei St. Maximin vor mehr als 1000 Jahren zu verdanken hat.

Auf dem so genannten Bockfelsen wurde die erste Befestigung gebaut, aus der sich bis heute eine sehenswerte und dank vieler Banken, des Europäischen Gerichtshofes, des Europarates und anderer EU-Einrichtungen mächtige Stadt entwickelt hat.

Das Herzogtum, dessen Schloss standesgemäß bewacht wird, ist eine UNESCO-Kulturerbe und wirklich auch eine längere Anreise wert. Viel Kultur an allen Ecken und Enden.

An vielen Stellen wird die jahrhundertealte Geschichte mit viel Aufwand und Geld gesichert. So auch im Bereiche des alten Trierer Tores, wo später jede Menge Kasernengebäude entstenden sind. Von dort ist der Besucher nach einigen hundert Schritten über die alten Wehranlagen hinauf auf dem mächtigen Felsen angelangt.

Die Zitadelle, deren größter Ausbau auf denn allgegenwärtigen Festungsbaumeister Vauban zurückgeht, kann gegen Eintritt besichtigt werden. Das spare ich mir allerdings für einen der nächstne Besuche. An diesem Tag gilt es, die Altstadt neu zu entdecken.

Im Dom predigt der Bischof auf Luxemburgisch, was etwas befremdlich wirkt. Ebenso wie die Übertragung der Vorgänge am Altar auf zwei Großfernseher in den Seitenschiffen der Kirche. In der Stadt selbst wird französisch gesprochen. Gute Gelegenheit also, die Fremdsprachenkenntnisse aufzufrischen.

Französisch war auch die Sprache von Robert Schumann, dessen Konterfei von einer großen Plakette auf der Zitadelle dem Besucher entgegenblickt. Der geistige Begründer des neuen Europas wurde in Luxemburg geboren. Minister war er allerdings in Frankreich. Und in Trier ist die Weiterbildungsstätte des Bistums nach ihm benannt; Robert-Schumann-Haus. Das hat eines mit dem Ländchen gemeinsam: Es wurde dafür viel Geld ausgegeben.