Fünf Minuten schneller …

Im nächsten Jahr werde ich fünf Minuten schneller laufen … Das ist der erste Gedanke, als ich im Zelt unter den spärlichen und zudem reichlich kühlen Sprühnebel der wie immer beim Deuluxlauf improvisierten Männerdusche trete. Den ersten 200 Läufern, die sich hier den Schweiß vom Körper gespült haben, erging es da sicher besser. So war es jedenfalls in den vergangenen Jahre, als ich immer zum ersten Fünftel der Finisher gehört habe.

10-DSC04094Aber so wirklich stört mich das erfrischende Nass in einem der beiden sonst als Desinfektionszelte dienenden Sanitärstationen vor der zum Umkleideraum umfunktionierten Feuerwehrgarage an diesem Tag nicht.

Ich bin gelaufen! Das Wetter war super, sogar einige Sonnenstrahlen haben uns 1840 Starter bei diesem großen deutsch-luxmeburgischen  Laufevent verwöhnt. Und eine Nettozeit von 45:44 Minuten ist nach den Verletzungsproblemen der vergangenen Monate gar nicht übel. Platz 497 von 1545 Finishern. Das Wichtigste aber: Ich bin ohne Schmerzen gelaufen, gemeinsam mit meinem besten Laufkumpel Christoph, und die letzten vier Kilometer dazu noch ordentlich flott.01-DSC04065Aber von vorn: Zum Abschluss der offiziellen Wettkampfsaison, die für mich weitgehend ausgefallen war, rollen aus dem idyllischen Olewig zwei voll besetzte Autos nach Langsur. Christoph hat Marion, Marc und Werner an Bord. Ich darf mich über die Gesellschaft von Anne, Dominik und Michael freuen. Der Umweg über das Gartenfeld und durch Trier-Nord kostet einige Zeit, aber da ich die Wiese oberhalb von Langsur kenne, die jede Menge Abstellplatz für Zugereiste bietet, kommen wir doch noch rechtzeit an der Sauer an, um uns in Ruhe umzuziehen und das ein oder andere Hallo auszutauschen.

02-DSC04066Fünf Minuten Einlaufen bis zum Startbereich, wo sich bereits um die 1600 gut gelaunte Läuferinnen und Läufer zu einer mächtigen Menschentraube versammelt haben. Über Schleichwege haben wir uns in den vergangenen Jahren stets ganz in der Nähe des Startbogens noch unter die schnellen Läufer gemischt.

05-DSC04070Heute nicht. Heute will ich ruhig laufen, also nicht verbal, sondern vom Tempo. Irgendwas um die 50 Minuten, habe ich Christoph gesagt. Er hat versprochen, mit mir gemeinsam zu laufen.03-DSC04068Bevor es aber los geht, ist ganz am Ende des Feldes noch Zeit für einige Schwätzchen – unser Seniorläufer Bernd ist inzwischen ebenso zu uns gestoßen wie Bettina – und Fotos – natürlich.

06-DSC04071Dann 200 Meter weiter vorne der Startschuss … …. …. Starten die heute in Intervallen? Nach fast drei Minuten zockeln auch wir über die Startlinie und schlängeln uns auf dem ersten Kilometer gemütlich durch die Reihen der nicht ganz so Flotten.

07-DSC04075Schön ist es, so ganz ohne Druck unterwegs zu sein. Wir haben Spaß. Christoph ist sich mit mir einig, dass uns die gemeinsamen Samstagsläufe doch fehlen. Aber das mit meiner Abstinenz soll ja nun wieder vorbei sein, wenn die Jungs nur nicht zu weite Touren machen.

08-DSC04081So schlängeln wir uns also weiter durch die sich immer mehr in die länge ziehende Schar der Freundinnen und Freunde des aktiven Lauferlebnisses, rufen Bekannten aufmunternde Worte zu und freuen uns über die Anfeuerungsrufe und Musik in den Dörfern. Es reicht für mich sogar für einen Fotostopp.

09-DSC04086Der nächste, so verkünde ich leicht atemlos, als ich wieder bei meinem Begleiter bin, wird an der Brücke über die Sauer sein. Das ist ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke. Ein leicht beschwingter Wechsel auf die luxemburger Seite. Die Fußgängerbrücke bewegt sich im Takt der Schrittfrequenz der darüber eilenden Läufer.

11-DSC04095Jetzt die Kamera weggepackt und stormabwärts das Tempo etwas erhöht. Hoppla. Diese scharfe Rechts-links-Kombination ist neu. Bei Kilometer sechs musste kurzfristig wegen Hochwassers auf dem tief gelegenen Radweg die Streckenführung geändert werden, erfahre ich später. Für das Orgateam hat das am Morgen nochmal richtig Stress gebracht: Der Start musste um 50 Meter verlegt werden, nachdem schon alles fertig aufgebaut war.

Werde ich nun schneller, oder ist es Christoph, der mich zieht? Beides vermutlich, denn die Luft für ausführliche Gespräche wird nun etwas knapp. Aber wir müssen uns auch stärker darauf konzentrieren, wie wir auf der nun engen Strecke zwischen den vor uns laufenden Grüppchen hindurchkommen … Noch zwei Kilometer. Schneller geht bei mir nun nicht mehr. Aber 4:15 ist auch schon wieder fast ein richtig gutes Tempo für zehn Kilometer.

12-DSC04101An der alten Zollbrücke nach Langsur hinüber steht wie in jedem Jahr Jens Nagel und feuert seine get-fit-Schäfchen an. Ich bekomme auch noch einige motivierenden Worte mit auf die letzten paar hundert Meter.

http://zumtv.de?P2888601

Und dann ist das Ziel auch schon da. Super! Hat Spaß gemacht. Abklatschen. Hallo hier, hallo dort. Nach einer Minute hat sich der Puls auch wieder beruhigt.

13-DSC04105Vor dem Umkleidegebäude gibt’s warmen Tee und Mengen euphorisierter Menschen. Wer mag, kann seinen Wasserhaushalt auch mit alkoholfreiem Bier vom Hauptsponsor aus Bitburg in Ordnung bringen und sich auf das Duschen vorbereiten, das wie immer eine enge Sache wird. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wer aber schon mal hier war, nimmts  gelassen und mit einem Augenzwinkern. Zumal es bei den Frauen auch nicht gemütlicher zugehen soll.

15-DSC04111Dann der obligatorische Finishersekt auf der Tribüne der von Endorphinen durchfluteten Mehrzweckhalle. Hier trifft sich die regionale Läuferwelt. Freunde aus Schweich, aus Föhren, aus Konz, aus Hermeskeil, Schillingen, Trier und anderen Ecken der Region, in denen wunderbare Menschen wunderbare Läufe organisieren. Danke Euch allen dafür!

16-DSC0411819-DSC04123Heute früh dann vor dem Sonntagsdienst noch flott die Rollup-Werbebanner für mein Laufportal abgeholt. Fleißiges Werkeln und Aufräumen, nachdem die Party bis 3 Uhr in der Nacht gedauert hat – ohne mich 😉

18-DSC0412217-DSC04121Es gab auch wirklich etwas zu feiern: Sensationelle Zeiten. Dem Sieger hat die Streckenverlegung zwar eine 29er Zeit vermasselt. Der Luxemburger mit afrikanischen Wurzeln ist exakt 30:00 Minuten gelaufen. Aber so viele schnelle und persönliche Bestzeiten wie in diesem Jahr gab es zum Saisonabschluss selten.

DSC04124So schnell werde ich zwar niemals nie. Aber fünf Minuten schneller als in diesem Jahr. ganz bestimmt. Auch wegen der warmen Dusche…

Den offiziellen Bericht, viele Bilder und die Ergebnisliste gibt es im Laufportal: www.volksfreund.de/laufen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Wurzelweg gerockt

Ein wenig Bammel hatte ich schon vor diesem Lauf. Nach vier Monaten der erste Wettkampf. 15 profilierte Kilometer beim Wurzelweglauf in Konz. Ideal, weil angesichts des Profils eh keine schnellen Zeiten verlangt werden. Zudem ein Landschaftslauf erster Güte.

07-DSC04001Am Abend davor überrascht mich mein Schatz dann mit dem Satz: „Ich werde morgen auch starten.“ Zwar „nur“ auf der 5-Kilometer-Strecke, wie sie versichert. Aber ich freue mich natürlich dennoch darüber, nicht alleine in die zweitgrößte Stadt der Region zu fahren. Dort, am Waldrand beim Schulzentrum, startet einer der traditionsreichsten Volksläufe im Trierer Land.

03-DSC03982Wir wählen beide das schwarze Shirt des SV Olewig aus. Gut gemacht, so wird das ein schönes Gruppenfoto mit Marcel, Marc, Marion und Dominik nach dem gemeinsamen Einlaufen.

02-DSC03977Einlaufen würden die Shirts wohl an diesem Tag tatsächlich, wäre der Regen nur etwas wärmer. Besonders unmittelbar vor und beim Start öffnet der Himmel seine Schleusen. Nicht unbedingt zur Freude von Sylvia Büdinger, der Hauptverantwortlichen vom veranstaltenden Verein TG Konz.

04-DSC03984Wie ich, startet deshalb zum Beispiel auch Facebook-Dirk aus der Box, also aus dem überdachten Unterstand.

05-DSC03986Wie gut es doch tut, endlich mal wieder bei so einem Lauf dabei zu sein! Viele bekannte Gesichter, Leidensgeschichten, Wiedersehensfreude, Berichte von allerlei Dingen, die sich in den Monaten meiner Abstinenz in der Läuferwelt ereignet haben.

06-DSC03994Ich lasse es ruhig angehen, bin aber dennoch zumindest im hinteren Feld am Berg einer der Stärksten. Am steilen und enorm seifigen Wurzelweg bleibt mir deshalb so ziemlich alleine noch Luft, den ein oder anderen motivierenden Spruch herauszuplaudern.

08-DSC04010Als mir dann auf dem Roscheider Hof mein Zuhörer signalisiert, dass er nur spanisch kann und „ganz klein bisschen Deutsch“ weiß ich, zumindest die vergangenen fünf Minuten war das ein wohl doch eher einseitiges Gespräch …

Aber zumindest verstehen mich die Jungs, denen ich rate, sich an der Kuppe auf der Roscheider Höhe ein paar Körner aufzuheben. Denn diese Steigung scheint unendlich, auch wenn das zunächst nicht zu erkennen ist.

09-DSC04013Für kurze Zeit reißt nun sogar der Himmel auf. Ein wunderschöner Blick auf das Moseltal ist Belohnung für die Anstrengung hinauf. Dirk habe ich mittlerweile verloren, Dominik und Marcel sind meilenweit voraus. Marion ist an der Kreuzung für die 10-Kilometer-Strecke abgebogen. Und Marc, zu dem ich fast aufgelaufen bin. rennt mir an den nun folgenden Bergabpassagen einfach davon. Denn hier löse ich die Handbremse mit Blick auf meine Leiste nicht. So fliegt auch eine Frau an mir vorbei, die davor am Berg ihre Probleme hatte. Wir sehen uns auf diese Art und Weise noch einige Male und sind uns einig, dass wir heute mit der Bündelung unserer Stärken richtig schnell gewesen wären.

11-DSC04024Nach knapp elf Kilometern laufe ich im Wald auf einen langen Läufer auf. Die Aufschrift auf der Mütze kommt mir bekannt vor. Und tatsächlich ist es Sascha „Trailrunner’s dog“, der aus dem Raum Koblenz angereist ist, um nach einer Erkältung wieder seine Form zu testen.

12-DSC04026Es ist eh ein kleines Laufbloggertreffen hier: Birthe Trailfrosch („Ich habe mir nicht vorgenommen zu gewinnen, Hauptsache ich bin schneller als im vergangenen Jahr“) rockt natürlich die weibliche Konkurrenz Sie gewinnt mit neuer Bestzeit. Karina TriTeamDream ist heute nur Zuschauerin und freut sich auf den Einstieg in das achtmonatige Intensivtraining für den Start beim Triathlon in Roth. Schade, dass Anne Weinbergschnecke nicht auch da ist.

Es wird also in den anderen Blogs sicher noch einiges zu Lesen geben, vom Wurzelweglauf und anderen Dingen.

14-DSC04029Im Ziel dann große Freude. Es ist geschafft! Die Schuhe haben komplett ihre Farbe geändert, was erst die Wurzelbürstenbehandlung am Wasserzuber ändert. Die Schlammkruste auf den Waden lässt sich dank Kompressionstrümpfen einfach ausziehen.

13-DSC04027Duschen sind herrlich heiß. Der Kaffee auch, und das alkoholfreie Weizen sowieso lecker. Das Wichtigste aber: Die Leiste hat gehalten. Ein leichtes Ziehen auf den letzten vier Kilometern. Aber nicht wirklich schlimm. Ich bin auf dem Weg der Besserung.

15-DSC04030Nächste Woche dann ein entspannter Deuluxlauf zum Saisonausklang. Da werden wieder jede Menge Gesprächspartner mitlaufen. Vor allem Christoph, der in Konz pausiert hat. Für den muss ich auch kein Spanisch lernen. 😉

Vielleicht findet dieses Filmchen dann eine Fortsetzung:

Prächtig!

Wie gut es doch tut, wenn am Ende einer großen Laufaktion so viele glückliche Gesichter zu sehen sind. Der Trierer Stadtlauf war der Abschluss der fünften Auflage von „Der TV bewegt!“. Soweit ich das überblicken kann, hat es allen Spaß gemacht. Und lediglich vier der insgesamt 65 angemeldeten Läuferinnen und Läufer sind nicht gestartet.

01-DSC02008Sonntag, 7.30 Uhr. Als ich mit den drei Kisten Anmeldeunterlagen in den Stützpunkt TV-Pressecenter komme, warten bereits zwei Frühaufsteher. Nicole, die mir bei all dem organisatorischen Kram sehr geholfen hat, ist natürlich auch schon da. Danke an dieser stelle nochmal an sie.

03-DSC02011Um 9 Uhr startet der 10-Kilometer-Lauf, eine viertel Stunde später der Halbmarathon. Bis zu den beiden Gruppenfotos vergeht also noch eine Stunde. Immer mehr Frühaufsteher treffen ein, ziehen sich um. Wie immer ist eine erwartungsvolle Spannung förmlich greifbar vor dem Start.

02-DSC02014Michis Gruppe der 10er-Läufer ist wirklich groß. Heute sind alle da. Bei den Halbmarathonis ist man das Bild gewohnt. Sie waren wie in den vergangenen Jahren die verlässlichsten Trainingsteilnehmer, auch wenn einige sogar den nicht ganz kurzen Weg aus der Vulkaneifel nach Trier auf sich nehmen mussten.

04-DSC02015Während Michis Truppe – darunter auch die nach eigener Aussage leicht soziophobe Anne, die heute mit Spaß über ihren Schatten springt – bereits Richtung Start unterwegs ist, macht Jens den „Halben“ vor, wie man sich vernünfitg aufwärmt: Locker laufen, einige Anfersübungen, einige moderate Steigerungsläufe. Dann geht es auch schon in die Moselstraße, wo in diesem Jahr der Start für die längste Distanz beim Trierer Stadtlauf aufgebaut ist.

05-DSC02017Ich biete an, den Pacemaker für eine Zeit knapp unter 1:45 Stunden zu machen. Schließlich will ich meine Fuß testen und nicht am Limit laufen. Sylvio, Stefan und Lisa – eine Gastläuferin aus Ockfen – wollen es versuchen. Los geht es also im gemächlichen Tempo von 4:50 Minuten/Kilometer. Ich lasse mich nicht treiben und bremse die drei anderen, sich nicht zu sehr mitreißen zu lassen. Es geht hinunter bis auf die Nordallee, dann hinauf bis in Höhe Porta und links in die Paulinstraße.

08-DSC02021Eine neue Strecke zum 30. Trierer Stadtlauf. Zunächst in den Norden. Trier-West und Pallien werden dafür in diesem Jahr nicht tangiert. Angenehm ist der neue Asphalt in der Herzogenbuscher Straße zu laufen. Auf anderen Streckenpassagen lästern wir hingegen, dass der Stadtlauf bald als Crosslauf gelten kann, wenn die tiefen Löcher in der Straße nicht ausgebessert werden.

07-DSC02020Sylivio und Stefan ist das Tempo offensichtlich doch etwas zu hoch. Bei Kilometer acht fallen sie zurück. Ich nehme etwas Tempo raus. Sie verlieren dennoch den Anschluss. Auch eine taktisch klug gelegte BDBP (Blasendruckbefreiungspause) bringt sie nicht in Sicht. Lisa, die auch schon mal in früheren Jahren eine 1:35-Zeit gelaufen war, ist in der Zwischenzeit enteilt und fordert mir eine wirklich flotten Kilometer ab, um wieder aufzuschließen. Karina und Kessie frönen derweil in der Parkstraße am Straßenrand mit ihren Familien einem Frühstückshappening mit Sicht auf Läufermeute. Wir sehen uns. Hey ho! Und weiter geht’s.

Was der Strecke sowohl für die 10er- wie für die 21er-Variante geblieben ist: der lange Anstieg in der Ostallee, der mit dem Auto normalerweise gar nicht zu merken ist. Und die Unterführung an den Kaiserthermen mit der giftigen Rampe, die vielen Läufern den Atem nimmt. In der ersten Runde sind Christoph und Michael von meinem Lauftreff zu mir aufgelaufen. Ich habe sie ziehen lassen und bin meinen Pacemakeraufgaben treu geblieben (Bin ich nicht toll?).

09-DSC02023Sehr schön ist der Rückweg parallel zur Saarstraße durch die schmalen und idyllischen Wohnstraßen in Trier-Süd. Viele Zuschauer sind zwar nicht da. Aber es geht auch ohne ganz gut. Und auch der Abschnitt am Moselufer, für den ein Fahrstreifen gesperrt ist, hat etwas. Auch dass vor der Hauptwache der Berufsfeuerwehr die Getränke in Einsatzmontur angeboten werden.

10-DSC02027Lisa, die mich weiter begleitet, hat viel zu erzählen. Nett. Und flott ist sie auch. Allerdings nimmt die Zahl der Worte auf den letzten vier Kilometern deutlich ab. Nun kann ich meine Eigenschaften als Laufmotivator erproben … Nochmal die Südallee hinauf. Dort schließen wir zu Inge auf, die in ihrer Alterklasse Platz vier erreichen wird. Meine Motivationsversuche, es auf dem letzten Kilometer nochmal richtig krachen zu lassen, will sie aber nicht folgen. Lisl dagegen beißt. Schließlich geht es nun „nur noch“ die lange Gerade hinunter bis zu Porta. Und da sind noch einige Läufer vor uns, die überholt werden wollen.

19-DSC02054Tolle Stimmung in der Simeonstraße (Das Foto zeigt natürlich den Jugendlauf 😉 ). Jetzt noch mal Gas geben. In vollen Zügen den Zieleinlauf genießen. 1:42:12 – bei weitem keine Bestzeit, aber ein Lauf mit viel Spaß.

Und noch mehr Freude macht das Abklatschen mit all den TV-bewegt-Läufern, die bereits da sind oder in den folgenden Minuten ins Ziel kommen. Stefan, Sylvio, Marek, Yvonne, Birgit, die endlich die 2-Stunden unterbietet. Großes Hallo auch mit den anderen Bekannten und Freunden. Christof, Dominik, Jens, Marcel und, und, und …. Der Stadtlauf ist auch irgendwie ein Fest der regionalen Lauffamilie. Und über allem scheint die Sonne. Ein Prachtwetter für einen Prachtlauf.

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Den offiziellen Bericht vom 30. Trierer Stadtlauf, noch mehr Bilder und alle Ergebnisse gibt es natürlich auf dem TV-Laufportal

 

Schnell, flach, frei

 

DSC019833000 Anmeldungen sind es inzwischen für den Trierer Stadtlauf am Sonntag. Das haben mir Nicolas Klein und Andreas Rippinger vom Orga-Team heute morgen berichtet, als ich die Startunterlagen für die 60 TV-bewegt-Läufer abgeholt habe. Das Wetter wird bei der 30. Auflage des größten Laufs in der Region Trier so sein, wie es Läufer lieben: um die 20 Grad und trocken, vielleicht der ein oder andere Regentropfen.

Natürlich sind nicht nur die Läufer gespannt, wie die neue Strecke, die zur Hälfte durch den Trierer Norden führt, sein wird. Auch die Jungs vom Stadtlauf e.V. hoffen, dass alles gut klappt, die Stimmung gut ist und die Teilnehmer zufrieden sein werden.

Dass sich meine aktuelle Laufkolumne mit dem Stadtlauf befasst, ist sicher keine Überraschung. Voilà:

Schnell, flach, frei

Es tut sich etwas! Wenn sich auf den Wegen in Stadt und Land, in Parks und Stadien, auf Weinbergspfaden und im Wald Menschen in ungewöhnlich großer Zahl im Laufschritt tummeln, dann gibt es dafür nur eine mögliche Erklärung: Der Trierer Stadtlauf steht bevor und macht für einige Tage auch jenen Beine, die sonst nur selten ihre Laufschuhe dem eigentlichen Zweck entsprechend bewegen.
Zum 30. Mal steigt am Sonntag das größte Laufereignis der Region. Es fehlen nicht mehr viele Anmeldungen, um das Ziel der Veranstalter zu erreichen: 3000 Sportler sollen auf den Weg gebracht werden, darunter auch wieder 60 Frauen und Männer, die sich bei der Aktion „Der TV bewegt!“ für das Großereignis fit gemacht haben. Beim TV-Jugendlauf dürfen auch die jungen Lauftalente ran.
Zum Jubiläum lockt für die erwachsenen Starter eine neue Strecke. Die Brückenrunde über Trier-West und Pallien wird es in diesem Jahr nicht geben. Stattdessen dürfen die Läuferinnen und Läufer die Trierer Nordschleife über Paulin-, Herzogenbuscher-, Park-, Franz-Georg-, Schöndorfer Straße und Reichsabtei nehmen. Die Strecke wird also noch flacher und schneller. Aber egal, mit welchem Tempo die Leute laufen werden. Sie sollten es genießen, einmal ohne Stau in Trier unterwegs zu sein.

 

Entscheidung – Vernunft – Wehmut

Die Entscheidung ist gefallen, ich werde nicht in Waxweiler starten. Schade, denn es wird bei prächtigem Wetter sicher ein tolles Erlebnis für alle Teilnehmer. So muss mein Laufkumpel Marcel eben den ersten offiziellen Ultra alleine durchstehen.

Das Christoph, mein bester Laufnachbar, sich kurzfristig für die Marathondistanz nachgemeldet hat, macht die Sache nicht leichter.  Ich kann beiden nur viel Glück wünschen und ein oder zwei Tränchen verdrücken.

So radle ich den dritten Tag in Folge zur Arbeit und zurück. Bewegung ist alles, auch wenn es schon große Unterschiede in der Qualität der sportlichen Betätigung gibt.

Die aktuelle Laufkolmune streift natürlich auch dieses Thema:

Ohne ist besser

Gleich zwei Veranstaltungen werden am Wochenende Läufer aus ganz Europa anlocken. In Luxemburg und einen Tag später in Waxweiler beim Eifelmarathon geht es für sie darum, die Königsdisziplin des Laufsports zu bewältigen.
Dabei ist es kein Geheimnis, dass viele Sportler nicht fit, mit Schmerzen oder mit der Angst an den Start gehen, es nicht zu schaffen. Da werden dann schnell mal vorsichtshalber Schmerzmittel geschluckt.

Unabhängige Studien haben ermittelt, dass teilweise mehr als die Hälfte aller Teilnehmer von Marathon-Veranstaltungen das tun. Sie gefährden erheblich ihre Gesundheit. Denn besonders bei intensiven Dauerbelastungen werde die inneren Organe anders versorgt. Ist deren Funktion durch Medikamente aber eh schon eingeschränkt, drohen Schäden, die im schlimmsten Fall zum Organausfalle führen.

Laufen und Schmerzmittel! Lasst das sein! Es lohnt nicht!

Pudelnass glücklich in Koblenz

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Kein Kommentar.

Oweh, wie würde das werden beim Mittelrhein-Marathon in Koblenz: Dauerregen vorausgesagt, noch immer Nachwehen vom unvernünftigen Treppentraining am Donnerstag. Dezente Schmerzen vor allem in den Fußsohlen. Die neuen Schuhe Asics DS-Trainer belasten offenbar doch anders als das Vorgängermodell. Der Plan, mit den Neuen den Lauf am Rhein anzugehen, gebe ich also auf und lasse meine grünen Renner trotz der erheblichen Abnutzungspuren noch einmal auf die lange Strecke gehen.

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Die Tempoläufer machen sich fertig.

4:45 Uhr – wer ruft mich denn mitten in der Nacht an!? Ach nein, es ist der Smartphone-Alarm. Es wird schon hell, also nichts wie raus aus den Federn und noch in Ruhe Frühstücken, bevor das Taxi-Christoph ans Deutsche Eck abfährt. Das Einsetzen der Kontaktlinsen fällt um diese Uhrzeit noch etwas schwer. Aber es soll ja regnen. Ohne Brille laufen zu können, ist dann ein Genuss.

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Headquarter Tiefgarage.

6:20 Uhr – wir rollen auf der A602 in Richtung Autobahn-Dreieck Moseltal. Christoph am Steuer seiner neuen französischen Limousine – ein Auto zum Cruisen – Marcel ist noch mit an Bord. Und Dominik, der heute seinen ersten Marathon finishen wird. Die ersten Regentropfen, die auf das Panoramadach treffen, sind noch Anlass für vorsichtigen Optimismus. So lange der Regen nicht heftiger wird …

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Auf dem Weg zum Start: Gute Laune trotz des Wetters.

7:20 Uhr – „Willkommen in Koblenz!“ steht auf der Banderole am Gitter der Autobahnüberführung. Es regnet jetzt heftig. 7 Grad Lufttemperatur misst der Außenfühler des Autos. Na ja, vor zehn Minuten in der Eifel waren es noch 4 Grad. Der Regen wird wärmer!

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Wenn wir nur schon wieder da wären …

7:30 Uhr – In der Rhein-Mosel-Halle ist wenig los. Heute wird es sicher keinen Teilnehmerrekord geben … Die Tiefgarage ist leider zu. Aber zumindest einen Kurzparkplatz für das Abholen der Startunterlagen ist leicht zu finden. In der Anmeldehalle machen sich in grellem Grün die Tempoläufer mit ihren Ballons fertig. Die Stimmung ist … leicht angespannt. Es wird wenig gesprochen. Ich behalte die Bedenken wegen meiner Sohlen für mich. Wird schon … Das Auto stellen wir in der Tiefgarage in der City ab. Nur 500 Meter sind es von hier bis zum Start.

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Unterschlupf bei SOS-Kinderdörfer

8:15 Uhr – ganz in schwarz gekleidet stehen die vier Läufer aus Olewig am Deutschen Eck. Unter den strengen Augen des bronzenen Kaiser Wilhelm ist die Gruppe der Läufer, die sich gleich auf die Wendepunktstrecke am Rhein machen werden, überschaubar. Zuschauer … Wo sind die Zuschauer? Der Sprecher am Mikrofon versprüht dennoch Optimismus. Unter dem Zeltpavillon des Kinderhilfswerks SOS Kinderdörfer finden wir noch etwas Schutz. Durchnässt schon vor dem Start, das muss nicht sein. Der SOS-Helfer freut sich über die Unterhaltung aus Trier und macht gerne ein Foto von der tapferen Truppe.

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Nur Marcel wird ohne Regenschutz laufen.

8:29:50 Uhr – von zehn auf null zählen die 400 Marathonis, die sich vom Regen nicht beeindrucken lassen. Die meisten jedenfalls nicht. Einige werden die komplette Distanz in Mülltüten-Look absolvieren. Marcel („Ich habe keine Lust zu schwitzen“) hat sich der Fraktion der Kurz-Kurz-Träger angeschlossen. Ich lasse wie Christoph und Dominik die dünne Jacke an. Schließlich wollen wir locker laufen.

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Bunte Läufer“schar“

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Mit dem ADAC liefe es sich schneller …

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Autofreie Strecke

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Der erste Wechselpunkt für die Staffeln.

10:20 Uhr – der Wendepunkt in Bullay Boppard ist nach 1:50 Stunden erreicht. Vier reichlich nasse Olewiger laufen gemeinsam über die Zeitnahmematten. Da unsere Namen unter der Startnummer stehen, werden wir persönlich vom Sprecher auf den Rückweg nach Koblenz geschickt. Der Regen hat sich bislang einigermaßen ertragen lassen. Da es auch einen Staffelmarathon gibt, kommt zumindest an den Wechselstellen in den Dörfern so etwas wie Stimmung auf. Einige Fans halten allerdings an ihrem Plan eines Motivations-Jubel-Frühstücks am Rande der Strecke fest. Danke dafür! Was die Beine machen? Nach drei Kilometern ist von den Schmerzen nichts fast nichts mehr zu spüren. Und das wird so bleiben.

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Wer erkennt den Unterschied? … Die späteren Gewinner sind bei Kilometer 17 nur 6000 Meter vor uns. Wendepunktstrecken ermöglichen einen Blick auf die Sieger.

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Danke Dominik für dieses Foto!

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Wendepunkt für die Marathonis – Start für die Halbmarathonläufer.

10:40 Uhr – es läuft gut. Dominik zieht das Tempo an. Meine Garmin hatte übrigens ausgerechnet heute einen kompletten Hänger. Um 5:25 Uhr ist die Anzeige stehen geblieben und ließ sich nicht mehr dazu motivieren, den normalen Dienst aufzunehmen. So bin ich nur mit Stoppuhr unterwegs. Das i-Phone mit der Runtastic-Aufzeichnung bleibt in der Jacke verstaut. Bei der späteren Analyse der Zeiten zeigt sich: die ersten 21 Kilometer laufen wir nahezu konstant im Fünferschnitt. Auf der zweiten Streckenhälfte sind wir dann auf allen Kilometern unter fünf Minuten unterwegs.

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Die lange Kurve vor/nach dem Wendepunkt bei Bullay.

11:10 Uhr – Kilometer 32 wird angezeigt. Eine magische Marke. Jetzt regnet es heftig, was sich bis ins Ziel nicht mehr ändern wird. Egal, wer läuft, bleibt warm. Christoph und Marcel sind zurückgeblieben. Auf der ersten Streckenhälfte, hatten wir einige Male auf die beiden gewartet. Aber Dominik ist bei seiner Marathon-Premiere gut drauf. Also laufe ich mit ihm, er soll eine Zeit erreichen, mit der er zufrieden sein kann. Allerdings geht er es zu diesem Zeitpunkt etwas zu flott an. Ein typischer Premierenfehler. Ich bremse ein wenig. Der Mann mit dem Hammer soll auch heute keine Chance haben. Ein junger Läufer spricht uns an, will wissen, welche Zeit wir anstreben, weil es sei auch sein erster Marathon und er würde sich gerne an uns dranhängen. „So um die 3:35“, schätze ich, wenn wir in diesem Tempo weiterlaufen. Das sei Prima, meint der Student aus Köln und erzählt von seinen Plänen, im Herbst einen Triathlon zu finishen. Die Zeit zum Training müsste man haben …

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Eine von vielen Burgen an der Strecke.

4:36 – 4:47 – 4:37 – 4:40 – 4:44 – 4:41 – fünf Kilometer vor dem Ziel wird klar, dass wir vielleicht doch unter 3:30 Stunden bleiben können. Zeit für zwei Schluck Cola. Dann übernehme ich die Initiative. Dominik wird das packen, wenn er ein Zugpferd hat. Da bin ich mir sicher. Wir laufen schon im Stadtgebiet. 4:30 – 4:22 – der Atem wird lauter. Jetzt könnte ich gerne auf die Jacke verzichten. Dominik bleibt dran, der Student kann nicht mehr ganz folgen. Über Kopfsteinpflaster geht es hinunter auf dei Rheinpromenade, am Schloss vorbei. 4:21 – noch ein Kilometer. An der Seilbahn muss nochmal eine kleine Ecke gelaufen werden – nicht gut für die Muskulatur. Mein Lauffreund verzieht das Gesicht. Ein Krampf kündigt sich an. „Locker weiterlaufen“, spreche ich ihm gut zu. Ich glaube, etwas Tempo herauszunehmen, was der nachträgliche Blick auf die Statistik nicht bestätigt: 4:16 für den letzten von 42 nassen Kilometern.

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Warten am Ziel: Wann kommt der nächste Läufer.

11:58:50 Uhr – Hand in Hand laufen Dominik und ein pudelnasser Rainer ins Ziel. Medaille, Gratulation, Dauergrinsen. Alles so, wie es sein muss. Und eine tolle Premierenzeit für meinen schnellen Partner: 3:28:50 Stunden. Aber – es schüttet in Strömen. Das alkoholfreie Weizen muss sein. Nach den ersten Schlucken ist es allerdings irgendwie zu kalt. Und während wir auf die Ankunft von Christoph und Marcell warten, die zehn Minuten nach uns ankommen, ist auch unsere restliche Körperwärme komplett verbraucht.

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Christoph und Marcel mit zwei Lauffreunden aus Bielefeld beim Zieleinlauf.

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Geschafft und glücklich: Christoph, Dominik, Marcel und meiner einer.

Ich fange an zu schlottern. Alles nass und kalt. Schnell noch ein Gruppenbild und dann nichts wie ab in die warme Tiefgarage. Das Warten auf den Shuttelbus zu den Duschen sparen wir uns. Mit unserer Abtrocken- und Umkleidenummer im Parkhaus verursachen wir zum Glück keinen Unfall … Dann flott, wohlig warm eingepackt und voller Glückshormone, zurück nach Trier.

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Striptease im Basislager.27-DSC01706

28-DSC01708Es hat wieder Spaß gemacht! Etwas lockerer gelaufen wären auch zehn Kilometer mehr kein Problem gewesen. Gute Vorzeichen für den Eifelmarathon mit Ultrapremiere in zwei Wochen.

 

Doppelter Einsatz

Irgendwie macht es keinen wirklichen Spaß zu bloggen, wenn ich keine Bilder zeigen kann. Es funktioniert leider noch immer nicht. 🙁 Das ist dann leider der Nachteil, wenn der Blog über den Server des eigenen Verlagshauses angemeldet ist …

Nach einem Tag mit Traumwetter gestern verregnet es gerade den geplanten Sonntagsspaziergang. Vielleicht später noch ein paar Schritte…

Gelaufen wird heute nicht. Dafür hatte ich gestern den geplanten Doppelpack. Am Morgen mit Dominik und Marcel 25 Kilometer (Olewig – Moselschleuse Trier – Eisenbahnbrücke Pfalzel – Avelertal – Unicampus – Olewig). Irgendwie haben wir alle am Ende etwas gekämpft. Marcel nach seinen Magenproblemen, Dominik nach seiner Erkältung, ich nach den Intervallen vom Donnerstagabend und dem Morgenlauf am Freitag. Aber Spaß hat es trotzdem gemacht.

Und zwölf Stunden später ging es beim Mitternachtslauf in Kröv besser als gedacht. Gut, das Grillfleisch vom vorherigen Besuch bei lieben Freunden in Traben-Trarbach lag noch etwas im Magen. Aber da ich eh nicht am Anschlag laufen wollte, war es erträglich.

Die Temperaturen zum Laufen mit 14 Grad ideal. Langes Warten musste auch nicht sein, da wir die Anfahrt aus Traben-Trarbach sehr gut timen konnten. Die Startnummer hatte ich schon am Nachmittag besorgt. Nach einigen Minuten Einlaufen mit Harald waren es dann nur noch zehn Minuten bis zum Massenstart in Kröv. Viele bekannte Gesichter, einige fast neue – liebe Grüße an Medita an dieser Stelle – und ganz viel gute Laune, für die auch wie so oft die Laufmäuse aus dem Hochwald sorgten.

Zum ersten Mal starteten um 23.20 Uhr alle Alterklassen gemeinsam. Das bedeutete erst einmal mächtiges Gedränge in den engen Gassen von Kröv. Kein großes  Problem, ich wollte ja eh nur locker laufen. Unten an der Mosel entzerrte sich dann die Läuferschar. Und spätestens bei dem Doppelanstieg nach zwei Kilometern war genug Raum, um frei zu laufen. Dreieinhalb Runden waren notwendig, um auf die 9,4 Kilometer zu kommen, die dieser Lauf addiert.

Unglaublich, wie schwer vielen Läuferinnen und Läufern der Atem schon beim ersten Anstieg ging. Da hatte ich fast Skrupel, locker und ohne wirklich deutlich hörbares Schnaufen an ihnen vorbeizuziehen. Das wiederholte sich dann mit vielen anderen Teilnehmern noch zweimal. Besonders schön war danach jeweils der Abschnitt leicht abschüssig durch die Ortsmitte, wo viel Zuschauer sich mit Jubeln warm hielten. Darunter auch meine Familie.

Mit einer Durchschnittspace von 4:19 Minuten bin ich am Ende nur geringfügig schneller gelaufen als beim Hamburg-Marathon im vergangenen Jahr. Obwohl ich Punkt Mitternacht ziemlich locker ins Ziel kam, wäre eine Wiederholung der Zeit von damals über die lange Distanz derzeit nicht machbar. Aber das muss ja auch nicht sein.

Heute in einer Woche beim Mittelrhein-Marathon habe ich keine Zeit im Visier. Es soll ein lockerer Trainingslauf werden für den kleinen Ultra 14 Tage später beim Eifelmarathon. Der ist erst einmal mein Saisonziel. Die Sehne scheint zu halten. Das ist das Wichtigste!

Ein schönes Restpfingstfest allen, die gezielt oder per Zufall hier gelandet sind.

Präsentiert wurde der Mitternachtslauf Kröv vom Laufportal des Trierischen Volksfreunds, für das ich die Verantwortung trage. Dort sind demnächst auch Fotos, Ergebnislisten und der offizielle Bericht zu lesen.

Hier wieder ein Link zur Facebook-Galerie vom Mitternachtslauf

und hier zum Samstagslauf

Landschaft pur im Meulenwald

03-DSC00729„Bitte tragt Euch alle in die Starterliste ein.“ Wolfram Braun wollte ihn unbedingt auch offiziell, den Teilnehmerrekord beim fünften Bendersbachtallauf. Die jeweils aktualisierten Voranmeldezahlen hatte er deshalb in den vergangenen beiden Tagen gefühlt jede halbe Stunde auf Facebook unter die Leute gebracht. 252 lautete schließlich die „bereinigte“ Zahl kurz vor dem Start an der alten Kelter beim Schloss in Föhren.

02-DSC00724„Und nach dem Lauf lasst Ihr alle bitte auch Eure Namen wieder abhaken“, ermahnt er die beachtliche Schar kunterbunt gekleideter Läuferinnen und Läufer, die trotz der winterlichen Temperaturen vor dem Startbogen des Trierischen Volksfreunds gute Laune versprühen. Ein „Hallo“ hier, ein „Du auch hier? Das freut mich aber“ dort. Die Läufergemeinschaft ganz entspannt, denn bei diesem Lauf geht es nicht um Bestzeiten oder Platzierungen. Das schöne Gefühl, in bester Gesellschaft einen Landschaftslauf erster Güte zu erleben, steht im Mittelpunkt.

05-DSC00733Ganz entspannt kann es angesichts der anspruchsvollen Strecenprofile für die meisten Teilnehmer dennoch nicht abgehen, als Wolfram mit sieben Minuten Verspätung den Countdown für den Start herunterzählt, weder auf der Zehn-Kilometer-Strecke, noch auf der langen Variante über 25 Kilometer, die viele als ersten wirklichen Longjog für die Vorbereitung auf einen Frühjahrsmarathon nutzen. Zu dieser Kategorie gehört auch das Trio des Lauftreffs Olewig: Marcel, Dominik und der Autor dieser Zeilen. Bettina ist auch dabei, läuft aber ein anderes Tempo, das uns auf der langen Distanz etwas zu gemächlich ist.

01-DSC00723Anne durfte ich wieder meine Chauffeurdienste anbieten, die sie gerne in Anspruch genommen hat. Sie begnügt sich mit der 10er Runde, die allerdings auch 300 Höhenmeter aufbietet. Da Harald trotz seiner Wadenprobleme diesen Lauf auch nicht missen möchte, kann sie in Begleitung laufen, fast ein wenig zu langsam, wie sie in ihrem Bericht schreibt.

06-DSC00737Die ersten fünf Kilometer laufen alle gemeinsam, gefolgt von den Walkern, für die die ausrichtende LG Meulenwald eine sieben Kilometer lange Variante markiert hat. Vorbei am Schloss Föhren und den Fischteichen, geht es direkt kontinuierlich bergauf, was das Läuferfeld schnell in die Länge zieht.

07-DSC00740Ich nutze die Zeit des Herdenlaufs, um einige Fotos zu machen. Wegen meiner Zwischensprints, um zu den Kumpels wieder aufzuschließen, darf ich mir wie immer mehr oder weniger witzige Kommentare aus der Läuferschar anhören.

08-DSC00746Aber dann ist erst einmal genug, und ich lotse meine beiden jungen Begleiter in eine ausreichend große Lücke, um entspannt laufen zu können.

09-DSC00749Marcel, der zunächst überlegt hatte, mit Bettina zu laufen, bleibt nun doch an Dominiks und meiner Seite, was nicht unbedingt zu ihrer Freude beiträgt.

10-DSC00750Naurath, Dierscheid, Heckenmünster, Heidweiler heißen die Orte, die wir passieren oder in Sichtweite bekommen. Angesichts der Temperatur um den Gefrierpunkt schaut sich kaum ein Dorfbewohner an, was diese verrückten Läufer auf den Wald und Feldwegen treiben.

11-DSC00752Die Strecke ist ein Traum. Noch schöner wäre sie vier Wochen später, wenn sich der Frühling wirklich durchgesetzt hat und wieder mehr Farbe die Natur verzaubert.

14-DSC00758Nach der ersten Verpflegungsstelle bei 5,5 Kilometer wartet vor der nächsten Stärkung bei Kilometer 15 eine echte Herausforderung, die auch entsprechend anmoderiert wird, bevor der Kirchenvorplatz des Ortes erreicht ist.

15-DSC00763Die Helfer, die hier ausharren, tun mir ein wenig leid, so frisch ist es. Das bereitgestellte Wasser gefriert fast im Mund. Ein Stück Banane, ein Stück Orange, dann flott weiter, um nicht auszukühlen.

16-DSC00764Im Vorteil ist nun, wer die Strecke schon einmal gelaufen ist. Denn der folgende lange Anstieg will ruhig angegangen werden, um nicht alle Kraft zu verlieren. Dominik profitiert von unserem Vorwissen, so dass wir noch einigermaßen bei Kräften oben ankommen. Bis zum höchsten Punkt bei 540 Metern N.N. ist es aber noch ein ganzes Stück. Hier oben bläst der Wind auch in den Wald. Einige Schneefelder, die sich gehalten haben, werden an diesem Tag nicht schmelzen.

17-DSC00767Dann ist des geschafft, und die restlichen sechs Kilometer geht es überwiegend bergab. Wir lassen die Beine fliegen und haben Spaß. Nur noch wenige Läufer sind vor und hinter uns auszumachen. Am dritten Verpfelgungspunkt gibt es in diesem Jahr keine Fußball-Halbzeitergebnisse. Wegen der Länderspiele ist spielfrei. Auch komme ich dieses Mal ohne dreckige Klamotten und Schrammen dort an. Der Sturz auf dem Wegstück entlang des Geröllhangs ist mir noch gut im Gedächtnis.

Noch drei Kilometer. Wir biegen in einen schmalen Pfad mit tiefem Boden ab. Allerlei Zweige haben die Helfer um Wolfram Braun auf die tiefsten Kuhlen gelegt, um einigermaßen vernünftiges Laufen zu ermöglichen. Dann eine Wegegabelung, an der zwei Läufer ratlos warten. „Wisst Ihr, wo es langgeht?“ Keine Markierung zu erkennen, wo doch davor alles so Vorbildlich ausgezeichnet war. Wir entscheiden uns gegen den bergaufführenden Weg – was falsch ist, wie wir nach einem weiteren Kilometer erkennen, als der Waldweg uns auf eine Kreisstraße spuckt, die hier nicht sein dürfte. Na gut, dann eben die letzten beiden Kilometer auf Asphalt in Richtung Föhren.

18-DSC00774Nach 24,7 Kilometer laufen wir durch den Volksfreund-Bogen. Uns fehlen 300 Meter, die wir durch eine kleine Schleife zum Schloss noch ergänzen. Großes Hallo und Stolz bei fast allen, die Strecke und 550 Höhenmeter bewältig haben. Ein Zielfoto muss natürlich auch sein. Und dann flott hinunter zum Sportheim, wo wieder einmal abenteuerliche Duschen auf die mehr verdreckten als verschwitzten Läufer warten. Die eiskalte Variante wählen nur wenige. Die heiße Alternative spendet nur spärlich Wasser. Aber egal. „Besser als in Schweich, als plötzlich alles dunkel war“, ist die überwiegende Meinung in der Umkleide.

In die Sporthalle, wo reichlich Salat und Kuchen warten, finden leider nicht alle Teilnehmer. Viele haben es wohl vorgezogen, direkt nach dem Lauf das warme Zuhause anzusteuern. Sie verpassen etwas, vor allem nette Gespräch mit allerlei euphorischen Läufern. Anne ist auch da. Birthe, die von ihren Zielen beim Eifel-Ultra spricht. Und natürlich der breit grinsende Wolfram, der sich über das Lob freut, dass er von allen Seiten für diesen schönen Lauf erntet.

Dem schließe ich mich an. Gerne wieder 2013!

 

 

 

 

Spaß pur in Schweich

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Lucky war auch da. Dirk Engel stellt das TV-Maskottchen vor.

Persönlicher Rekord: Eine Zeit knapp unter 50 Minuten bei einem Wettkampf über zehn Kilometer bin ich noch nie gelaufen. Ich habe Wort gehalten und den Fährturmlauf als schönen Trainingslauf absolviert. Und tatsächlich hat es viel Spaß gemacht, einmal bei einer solchen Veranstaltung im eher hinteren Teilnehmerfeld mitzulaufen. Allerdings hat es mir auch deutlich gemacht, wie privilegiert ich mit meiner normalen Fitness bin. Denn so mächtig wie da vor und hinter mir geschnauft wurde habe ich es noch nicht erlebt.

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Mein Lieblingsbild des Tages.

Für einige Kilometer lief ich Norbert Thome vom Spiridon Hochwald e.V., der ebenfalls nur locker unterwegs war. Leicht verletzt eine Woche vor einem geplanten Marathonstart. Ich kam mir also auch ein wenig gemein vor, so locker zu laufen, mich zu unterhalten und ab und an auch noch einige Fotos zu schießen und dnach wieder aufzuschließen oder zu überholen, während viele dieser Läufer erkenn- und hörbar am Limit waren.

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Entspannt vor dem Start: Anne und Harald

Traumwetter, super organisiert. Dirk Engel und sein Orgateam vom Lauftreff Schweich hatten bei der zweiten Auflage des Fährturmlaufs die schon gute Premiere aus dem Vorjahr noch einmal getoppt.

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Zu schnell für unsereins: Flo Neuschwander (vorne links), Dietmar Bier (Mitte) und Marc Kowalinski (Dritter von rechts).

Mehr als 800 Teilnehmer im Ziel. Viele zufriedene Gesichter. Meines gehörte auch dazu, denn ich konnte beschwerdefrei laufen. Und da mein Arbeitgeber und mein Laufportal die Veranstaltung medial präsentierten und bei den Volksfreund-Lucky-Kinderläufen sogar als Namenssponsor agierten war der Anblick der begeisterten Kinder die pure Freude.

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Der Fährturm gibt dem Lauf in Schweich seinen Namen.

Auch die vielen Begegnungen mit Freunden und Bekannten hat wirklich Spaß gemacht. Anne, die mit Harald über fünf Kilometer unterwegs war. Flo, der mal ganz locker Streckenrekord gelaufen ist. Dirk, der es ein wenig zu flott angegangen war. Um nur einige Namen zu nennen. Frau Weinbergschnecke hatte mich bei der gemeinsamen Hinfahrt natürlich noch einmal ermahnt, es wirklich nicht zu schnell anzugehen. Sie war mit mir zufrieden, wie sie mir nach dem Lauf versicherte.

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Harald und Anne kurz vor dem Ziel.

Dass die letzten Läufer im Dunkeln duschen mussten, ist für diejenigen, die es bereits bei Licht hinter sich hatten, eher eine witzige Fußnote. Ich hatte zum Glück meine Tasche gerade eingepackt, als die Sicherungen der alten Sporthalle in Schweich dem massenhaften Föhnbetrieb nicht mehr widerstehen konnten. Dumm nur, dass damit niemand gerechnet hatte und der Sicherungskasten nicht erreichbar war.

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Laufimpression vom Vorfrühling.

Umso größer war der Kontrast zur neuen Bürgerhalle. Schweich verfügt im Anbau für das neue Gymnasium ein echtes Schmuckstück.

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Pendelstrecke auf dem Moselradweg.

Den Start- und Zielbogen mit dem Branding Trierischer Volksfreund haben Anne und ich dann noch flugs in den Weißhauswald gebracht. Dort haben sich heute die Teilnehmer beim X-Duathlon verausgabt. Das Wetter war dabei zwar nicht mehr so toll wie am Tag davor in Schweich. Aber das hat den Crossern dort sicher nicht viel ausgemacht.

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Dynamik vor dem TV-Bogen.

Wer Lust auf mehr Fotos hat: hier oder hier (auch mit offiziellem Bericht und Ergebnissen)