Bunter Herbst, ein Bilderbuch

Welch eine Wohltat nach diesen trüben Tagen. Die Natur in prächtigen Farben. Und der Nussbaum im Garten hat bereits sein goldenes Kleid angelegt.

In Köln dürfen sich heute alle Marathonis freuen über das tolle Wetter. Ihnen wird vielleicht sogar etwas zu heiß werden. Ganz anders als vor einer Woche in Berlin, wo Regen und kühles Wetter die Läufer plagte.

Schade nur für alle, für die der heutige Sonntag ein Arbeitstag ist.

Für alle Leidensgenossen zumindest einige schnelle Bildnotizen von heute morgen:

Stuttgart, Köln und bitte mehr Mut!

Die Woche geht dem Ende entgegen. Nach Berlin ist noch immer Ruhe angesagt. Und irgendwie drängen dann andere Dinge noch stärker in den Vordergrund.

Die Vorfälle in Stuttgart sind jedenfalls geeignet für reichlich Diskussionen und Erinnerungen an die eigene friedensbewegte Zeit. Damals ging’s in Stuttgart gegen Pershing2, Cruise Missiles und Nato-Doppelbeschluss. Schiedlich friedlich und anders als in Wackersdorf, wo die Situation mehrfach ähnlich eskaliert ist wie am Donnerstag im Schwabenland. Die Zahl der Gegner wird durch den Gewalteinsatz der Polizei sicher nicht geringer werden. Längst ist Das Projekt Stuttgarter Bahnhof zu einem Alibi-Anlass geworden für den Protest gegen die Art und Weise, wie Politik heute betrieben wird. Und genau so sollten es Landes-, Bundes-, aber auch Kommunalpolitiker verstehen. Es gilt, mehr Demokratie zu wagen und weniger Klientelpolitik zu betreiben.

In Köln wird es am Sonntag mit Sicherheit auch wieder Läufer geben, die ihre politische Überzeugung auf ihrem Shirt kundtun. So war es auch in Berlin. Und vielleicht hilft das vermutlich tolle Wetter auch dabei, mehr ins Gespräch zu kommen als bei der Regenschlacht in Berlin.

Schmerz vergeht – der Ruhm bleibt

Eine der pfiffigsten T-Shirt-Aufschriften beim Köln-Marathon lautete „Schmerz vergeht – der Ruhm bleibt“. Daran muss ich in diesen Tagen immer wieder denken, wenn ich den sich zunehmend verflüchtigenden Resten dieses hefitgen Muskelkaters nachspüre, der mich seit Sonntagnachmittag auf Schritt und Tritt begleitet hat.

Etwas schmunzeln musste ich dann schon angesichts der Feststellung von Michael Pfeil, der in Berlin mit einer äußerst beachtlichen Zeit von 2:23:58 Stunden aufhorchen ließ. „Für weitere Marathonläufe fühle ich mich ersteinmal zu jung“, sagte der 25-Jährige im Ziel.

Als fast 45-Jähriger möchte ich ihm da am liebsten zurufen „quäl dich, du Sau“, aber dieses Bonmot ist ja schon verbraucht, vor einigen Jahren bei der Tour des France. Udo Bölts hat damals, 1997,  seinen Kapitän Jan Ullrich aufgerüttelt, nicht nachzulassen. Am Ende gewann dieser dann die Tour, und Bölts blieb dank dieses Spruchs in Erinnerung, nicht nur der Radsportfans.

Nun ist auch heute die Tour das sportliche Top-Thema, scheint die Mär von den sauberen Siegern doch nach dem neuen Dopingverdacht gegen Alberto Contador  endgültig in die Kategorie der Sagen eingeordnet zu sein.

Wie auch immer, ich muss mir nun – ganz ohne Doping – eine neue Aufgabe für den Herbst und Winter  suchen. Klar, da ist der Deulux-Lauf und der Wurzelweglauf in Konz. Der Silvesterlauf in Trier ist Pflicht. Und im Frühjahr wird der Halbmarathon in Schweich wieder eine Standortbestimmung.

Nun, das ist doch gar nicht so übel, wenn ich es mir recht überlege. Bleibt ja noch der Lauftreff am Samstag, um auch einmal etwas länger unterwegs zu sein.

Aber erst einmal gebe ich mich dem Ruhm hin ;o)

… und warte auf das Ende des Schmerzes

Vorn links und hinten rechts

Was machen die Beine zwei Tage nach dem Berlin-Marathon? 41000 Menschen auf diesem Planeten werden heute noch einige Probleme bei den ersten Schritten haben. Bei mir spüre ich links sonderbarerweise den vorderen großen Oberschenkel-Muskel. Rechts klagt dagegen die Rückseite. Da bin ich wohl nicht ganz „rund“ gelaufen. Ich vermute mal, dass ich durch meine Vorderfußprobleme im zweiten Drittel des Laufes unbewusst ungleichmäßig belastet habe.

Aber das wird sich wieder geben, da bin ich guter Dinge.

Nun sollte man sich nach so einem Marathonlauf nicht zu sehr mit dem Rennen beschäftigen. Denn das soll  die schnelle Erholung verzögern. So steht es jedenfalls im Runner’s Coach, eine Marathon-Fibel im Magazinformat, die wirklich umfassend und empfehlenswert ist. Kostet nur fünf Euro. Aber dennoch muss man nicht alles glauben, was in solchen Publikationen steht.

Also ich habe mir nochmal meine Daten genau angesehen. Spannend, wie sich die Brutto-Laufzeit relativiert, wenn man zum Beispiel Pinkel- und Schuhausziehpausen herausrechnet. „Zeit in Bewegung“ heißt das dann. Und da lassen sich noch einige Minuten herausschlagen… ;o)

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass Berlin zwar ein großes Erlebnis war. Dennoch bieten solche Extrem-Massenläufe nicht den höchsten Spaßfaktor, wenn es rein ums Laufen geht. In Köln ist zum Beispiel wesentlich mehr Platz auf der Strecke, obwohl dort auch fast 20000 Menschen unterwegs sind.

Mal sehen, wo im kommenden Jahr der Start liegen wird. Derzeitiger Favorit ist Stockholm. Und im Herbst der Hochwald-Marathon in Schillingen, sofern der wieder stattfindet. Aber das alles ist ja noch Zukunft. Jetzt kommen der Herbst und ein langer Winter. Und der will erst einmal verletzungsfrei überstanden sein.

Meine Reportage zum Berlin-Marathon und eine Bilderstrecke gibt es hier

Berlin – Endorphine im Dauerregen

Geschafft! Die längste Dusche meines Lebens habe ich in Berlin nach 3:39:33 Stunden beendet. Die 45 Minuten vor dem Start hinzugerechnet, die für Kleiderabgabe, Weg zum Startblock und Warten auf den Rennbeginn hinzukamen, hätten mir eigentlich Schwimmhäute zwischen Fingern und Zehen wachsen müssen…

Dazu 12 Grad Lufttemperatur und ein dezenter, aber spürbarer Wind… Das alles nach gerade halbwegs überstandenem Schnupfen. Toi, toi, toi, dass sich das nicht rächt…

Aber was sind denn das schon wieder für sonderbare Gedanken?!

Yeah! Ich bin ein Berlin-Marathon-Finisher! Trotz aller schlechten Vorzeichen ging es beim Lauf wirlich prima. Die gute Vorbereitung hat sich ausgezahlt. Und sicher wäre sogar eine Zeit und 3:35 Stunden möglich gewesen, wäre der erste Teil der Strecke nicht der reinste Hindernis-Rudellauf gewesen. Zwar waren die Startblocks nach Leistungsvermögen sortiert. Aber ich vermute, dass 10000 der 15000 Mitstarter in unserem Block entweder nicht gut drauf waren, oder geschummelt haben.

70000 Menschen waren angeblich an der Strecke. Samba in der Stadt, trotz des Dauerregens. Und eine Besichtigungstour der besonderen Art war es sowieso. Besonders toll die letzten 500 Meter, die unter Jubel auch durch das Brandenburger Tour führten.

Aber auch die 41,6 Kilometer davor hatten es in sich. Zuschauer haben erzählt, dass über dem großen Läuferpulk eine wahre Dunstwolke zu sehen war. Und auf der Strecke gab es tatsächich gefühlt fünf Grad  Temperaturunterschied, je nachdem, ob man außen oder innen im Pulk lief. Dieses besondere Herdenerlebnis war angesichts der 41000 Starter jedenfalls bis wenige Kilometer vor dem Ziel nicht zu vermeiden. Besonders spaßig, wenn sich plötzlich die Menge vor riesigen Pfützen teils in panikartigen Ausweichbewegungen teilte…

Am Ende also wieder ein sehr schöner gemeinsamer Zieleinlauf mit meinem Laufpartner Christoph. Platz 8409 im Gesamtklassement. 1543 in meiner M45-Altersklasse. Und reichlich Endorphine, die auch das anschließende Spitzenerlebnis Gemeinschaftsdusche á la Lemminge mit einem Lächeln und entspannten Gesprächen bewältigen ließ.

Heute morgen dann wie empfohlen zehn Minuten lockerer Dauerlauf. Verspätetes Auslaufen also. Und dann noch intensives Dehnen. Gelenke und Beine bekommen jetzt eine Woche Laufpause.

Und da ich heute frei habe, ist genug Zeit alle Erlebnisse einzusortieren und noch etwas „Seriöses“ für das Laufportal zu schreiben.

P.S.: Vor dem Rückflug habe ich gestern Abend auf dem Flugplatz Schönefeld noch meinen Ex-Kollegen Manuel Kölker und seine Freundin getroffen. Viele Grüße! Er ist knapp über 3:30 Stunden geblieben. Herzlichen Glückwunsch!!!!

Berlin – der Weg ist das Ziel

Kopfschmerzen heute morgen, aber die Nacht war ganz gut. Der Wasserhahn in meiner Nase tropfelt inzwischen nur noch. So ganz vorstellen kann ich mir den Start beim Berlin-Marathon zwar noch nicht. Aber es ist ja noch ein guter Tag Zeit… Morgen um kurz nach 6 Uhr geht der Flieger ab Hahn.

Sorgen macht mir das Wetter. Wenn das, was heute hier in Trier heruntergekommen ist, am Sonntag auch im Nordosten vom Himmel schüttet, dann gute Nacht Gesundheit.

Wie auch immer: Der Weg ist das Ziel

Nebel, Freck und Impressionen

Immer noch überlasse ich das Laufen meiner Nase. Aber Christoph, mein Laufpartner in Berlin (hoffentlich), kämpft auch mit einer „Freck“, wie die Trierer eine Erkältung oder wie auch immer Erkrankung beschreiben. Zur Erbauung einige Impressionen von meinem „Lauf“ zum Zeitungskasten, an diesem Frühnebel-Sonne-Tag:

Von laufenden Nasen und Luxusvisionen

Der Schnupfen ist da. Die Nase läuft. Ich wünschte mir, ich würde es tun. Aber nun habe ich mir einige Tage strikte Enthaltsamkeit verordnet, damit das am Sonntag mit dem Start beim Berlin-Marathon doch noch klappt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Und wenn ich starte, dann vermutlich auch in Erwartung ganz neue visueller Eindrücke. Nach 16 Jahren Abstinenz habe ich heute Morgen einen erneuten Versuch mit Kontaktlinsen gestartet. Im Büro geht das kaum, aber die ersten Eindrücke draußen waren richtig prima. So ein uneingechränktes Sichtfeld, ohne Begrenzung durch Brillenrahmen, ist ein Luxus, den nur Brillenträger als solchen erkennen.

Ich würde gerne die Siegessäule so sehen, am liebsten im Vorbeilaufen ohne laufende Nase…

41000 Starter machen sich am Sonntag auf den Weg. Sie kommen aus ganz Deutschland, wie diese Grafik zeigt, die ich bei dpa gefunden habe.  Nicht wenige sind aus der Region Trier. Das hatte sich auch am Sonntag beim Stefan-Andres-Lauf von Schweich nach Leiwen gezeigt. Das waren einige unterwegs, die auch in Berlin starten. Aha-Erlebnis: Aus dem Saarland sind wohl jede Menge Leute da.

Faszination Nebel und Kribbelnase

So ein Ärger! Seit gestern Abend kribbelt es in meiner Nase. Offenbar hat mich mein Sohnemann doch mit seinen Schnupfenviren erwischt. Hoffentlich wird das nicht zu extrem, sonst kann ich mir den Start in Berlin beim Marathon schenken. Angesichts der langen Vorbereitungszeit wäre das echt ärgerlich.

Weil ich mich noch gut fühle, habe ich heute früh dennoch einen entspannten und nicht zu langen Lauf im sich lichtenden Nebel im Tiergartental gewagt. Sehr schön und immer wieder faszinierend. Hier einige Impressionen.

Ruhe, gesund bleiben, keine Experimente

So. Die letzte Woche vor dem Berlin-Marathon steht an. Wie also trainieren? Ruhe, gesund bleiben, keine Experimente. Darauf lassen sich die wichtigsten Vorgaben zusammenfassen. Folgendes Rest-Programm habe ich als Muster in dem sehr empfehlenswerten Sondermagazin RUNNER’s Coach gefunden:

Montag: 20 bis 30 Minuten lockerer Dauerlauf

Dienstag: 2 Kilometer Einlaufen, 5. Kilometer im angestrebten marathontempo, 2 Kilometer Auslaufen

Mittwoch: Ruhetag

Donnerstag: 20 Minuten ruhiger Dauerlauf, anschließend 3 Steigerungsläufe

Freitag: Ruhetag

Samstag: 15 Minutenlangsamer Dauerlauf, anschließend 3 STeigerungsläufe

Sonntag: Wettkampf

Mit Ausnahme des Montags werde ich mich mal daran halten. Denn heute ist für mich ein zusätzlicher Ruhetag nach dem doch eingermaßen anstrengenden Stefan-Andres-Lauf gestern von Schweich nach Leiwen.

Wer diese sehr schöne und abwechslungsreiche Strecke einmal in Angriff nehmen will, der kann sich den Streckenverlauf hier mal ansehen. Dann vergesst aber nicht, ausreichend Getränke und auch eine kleine Stärkung mit auf den Weg zu nehmen. Es muss ja nicht wie gestern ein Schnaps sein ;o)

Mehr Infos zum Lauf am Sonntag unter www.volksfreund.de/laufen