Fünf Minuten schneller …

Im nächsten Jahr werde ich fünf Minuten schneller laufen … Das ist der erste Gedanke, als ich im Zelt unter den spärlichen und zudem reichlich kühlen Sprühnebel der wie immer beim Deuluxlauf improvisierten Männerdusche trete. Den ersten 200 Läufern, die sich hier den Schweiß vom Körper gespült haben, erging es da sicher besser. So war es jedenfalls in den vergangenen Jahre, als ich immer zum ersten Fünftel der Finisher gehört habe.

10-DSC04094Aber so wirklich stört mich das erfrischende Nass in einem der beiden sonst als Desinfektionszelte dienenden Sanitärstationen vor der zum Umkleideraum umfunktionierten Feuerwehrgarage an diesem Tag nicht.

Ich bin gelaufen! Das Wetter war super, sogar einige Sonnenstrahlen haben uns 1840 Starter bei diesem großen deutsch-luxmeburgischen  Laufevent verwöhnt. Und eine Nettozeit von 45:44 Minuten ist nach den Verletzungsproblemen der vergangenen Monate gar nicht übel. Platz 497 von 1545 Finishern. Das Wichtigste aber: Ich bin ohne Schmerzen gelaufen, gemeinsam mit meinem besten Laufkumpel Christoph, und die letzten vier Kilometer dazu noch ordentlich flott.01-DSC04065Aber von vorn: Zum Abschluss der offiziellen Wettkampfsaison, die für mich weitgehend ausgefallen war, rollen aus dem idyllischen Olewig zwei voll besetzte Autos nach Langsur. Christoph hat Marion, Marc und Werner an Bord. Ich darf mich über die Gesellschaft von Anne, Dominik und Michael freuen. Der Umweg über das Gartenfeld und durch Trier-Nord kostet einige Zeit, aber da ich die Wiese oberhalb von Langsur kenne, die jede Menge Abstellplatz für Zugereiste bietet, kommen wir doch noch rechtzeit an der Sauer an, um uns in Ruhe umzuziehen und das ein oder andere Hallo auszutauschen.

02-DSC04066Fünf Minuten Einlaufen bis zum Startbereich, wo sich bereits um die 1600 gut gelaunte Läuferinnen und Läufer zu einer mächtigen Menschentraube versammelt haben. Über Schleichwege haben wir uns in den vergangenen Jahren stets ganz in der Nähe des Startbogens noch unter die schnellen Läufer gemischt.

05-DSC04070Heute nicht. Heute will ich ruhig laufen, also nicht verbal, sondern vom Tempo. Irgendwas um die 50 Minuten, habe ich Christoph gesagt. Er hat versprochen, mit mir gemeinsam zu laufen.03-DSC04068Bevor es aber los geht, ist ganz am Ende des Feldes noch Zeit für einige Schwätzchen – unser Seniorläufer Bernd ist inzwischen ebenso zu uns gestoßen wie Bettina – und Fotos – natürlich.

06-DSC04071Dann 200 Meter weiter vorne der Startschuss … …. …. Starten die heute in Intervallen? Nach fast drei Minuten zockeln auch wir über die Startlinie und schlängeln uns auf dem ersten Kilometer gemütlich durch die Reihen der nicht ganz so Flotten.

07-DSC04075Schön ist es, so ganz ohne Druck unterwegs zu sein. Wir haben Spaß. Christoph ist sich mit mir einig, dass uns die gemeinsamen Samstagsläufe doch fehlen. Aber das mit meiner Abstinenz soll ja nun wieder vorbei sein, wenn die Jungs nur nicht zu weite Touren machen.

08-DSC04081So schlängeln wir uns also weiter durch die sich immer mehr in die länge ziehende Schar der Freundinnen und Freunde des aktiven Lauferlebnisses, rufen Bekannten aufmunternde Worte zu und freuen uns über die Anfeuerungsrufe und Musik in den Dörfern. Es reicht für mich sogar für einen Fotostopp.

09-DSC04086Der nächste, so verkünde ich leicht atemlos, als ich wieder bei meinem Begleiter bin, wird an der Brücke über die Sauer sein. Das ist ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke. Ein leicht beschwingter Wechsel auf die luxemburger Seite. Die Fußgängerbrücke bewegt sich im Takt der Schrittfrequenz der darüber eilenden Läufer.

11-DSC04095Jetzt die Kamera weggepackt und stormabwärts das Tempo etwas erhöht. Hoppla. Diese scharfe Rechts-links-Kombination ist neu. Bei Kilometer sechs musste kurzfristig wegen Hochwassers auf dem tief gelegenen Radweg die Streckenführung geändert werden, erfahre ich später. Für das Orgateam hat das am Morgen nochmal richtig Stress gebracht: Der Start musste um 50 Meter verlegt werden, nachdem schon alles fertig aufgebaut war.

Werde ich nun schneller, oder ist es Christoph, der mich zieht? Beides vermutlich, denn die Luft für ausführliche Gespräche wird nun etwas knapp. Aber wir müssen uns auch stärker darauf konzentrieren, wie wir auf der nun engen Strecke zwischen den vor uns laufenden Grüppchen hindurchkommen … Noch zwei Kilometer. Schneller geht bei mir nun nicht mehr. Aber 4:15 ist auch schon wieder fast ein richtig gutes Tempo für zehn Kilometer.

12-DSC04101An der alten Zollbrücke nach Langsur hinüber steht wie in jedem Jahr Jens Nagel und feuert seine get-fit-Schäfchen an. Ich bekomme auch noch einige motivierenden Worte mit auf die letzten paar hundert Meter.

http://zumtv.de?P2888601

Und dann ist das Ziel auch schon da. Super! Hat Spaß gemacht. Abklatschen. Hallo hier, hallo dort. Nach einer Minute hat sich der Puls auch wieder beruhigt.

13-DSC04105Vor dem Umkleidegebäude gibt’s warmen Tee und Mengen euphorisierter Menschen. Wer mag, kann seinen Wasserhaushalt auch mit alkoholfreiem Bier vom Hauptsponsor aus Bitburg in Ordnung bringen und sich auf das Duschen vorbereiten, das wie immer eine enge Sache wird. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wer aber schon mal hier war, nimmts  gelassen und mit einem Augenzwinkern. Zumal es bei den Frauen auch nicht gemütlicher zugehen soll.

15-DSC04111Dann der obligatorische Finishersekt auf der Tribüne der von Endorphinen durchfluteten Mehrzweckhalle. Hier trifft sich die regionale Läuferwelt. Freunde aus Schweich, aus Föhren, aus Konz, aus Hermeskeil, Schillingen, Trier und anderen Ecken der Region, in denen wunderbare Menschen wunderbare Läufe organisieren. Danke Euch allen dafür!

16-DSC0411819-DSC04123Heute früh dann vor dem Sonntagsdienst noch flott die Rollup-Werbebanner für mein Laufportal abgeholt. Fleißiges Werkeln und Aufräumen, nachdem die Party bis 3 Uhr in der Nacht gedauert hat – ohne mich 😉

18-DSC0412217-DSC04121Es gab auch wirklich etwas zu feiern: Sensationelle Zeiten. Dem Sieger hat die Streckenverlegung zwar eine 29er Zeit vermasselt. Der Luxemburger mit afrikanischen Wurzeln ist exakt 30:00 Minuten gelaufen. Aber so viele schnelle und persönliche Bestzeiten wie in diesem Jahr gab es zum Saisonabschluss selten.

DSC04124So schnell werde ich zwar niemals nie. Aber fünf Minuten schneller als in diesem Jahr. ganz bestimmt. Auch wegen der warmen Dusche…

Den offiziellen Bericht, viele Bilder und die Ergebnisliste gibt es im Laufportal: www.volksfreund.de/laufen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Wurzelweg gerockt

Ein wenig Bammel hatte ich schon vor diesem Lauf. Nach vier Monaten der erste Wettkampf. 15 profilierte Kilometer beim Wurzelweglauf in Konz. Ideal, weil angesichts des Profils eh keine schnellen Zeiten verlangt werden. Zudem ein Landschaftslauf erster Güte.

07-DSC04001Am Abend davor überrascht mich mein Schatz dann mit dem Satz: „Ich werde morgen auch starten.“ Zwar „nur“ auf der 5-Kilometer-Strecke, wie sie versichert. Aber ich freue mich natürlich dennoch darüber, nicht alleine in die zweitgrößte Stadt der Region zu fahren. Dort, am Waldrand beim Schulzentrum, startet einer der traditionsreichsten Volksläufe im Trierer Land.

03-DSC03982Wir wählen beide das schwarze Shirt des SV Olewig aus. Gut gemacht, so wird das ein schönes Gruppenfoto mit Marcel, Marc, Marion und Dominik nach dem gemeinsamen Einlaufen.

02-DSC03977Einlaufen würden die Shirts wohl an diesem Tag tatsächlich, wäre der Regen nur etwas wärmer. Besonders unmittelbar vor und beim Start öffnet der Himmel seine Schleusen. Nicht unbedingt zur Freude von Sylvia Büdinger, der Hauptverantwortlichen vom veranstaltenden Verein TG Konz.

04-DSC03984Wie ich, startet deshalb zum Beispiel auch Facebook-Dirk aus der Box, also aus dem überdachten Unterstand.

05-DSC03986Wie gut es doch tut, endlich mal wieder bei so einem Lauf dabei zu sein! Viele bekannte Gesichter, Leidensgeschichten, Wiedersehensfreude, Berichte von allerlei Dingen, die sich in den Monaten meiner Abstinenz in der Läuferwelt ereignet haben.

06-DSC03994Ich lasse es ruhig angehen, bin aber dennoch zumindest im hinteren Feld am Berg einer der Stärksten. Am steilen und enorm seifigen Wurzelweg bleibt mir deshalb so ziemlich alleine noch Luft, den ein oder anderen motivierenden Spruch herauszuplaudern.

08-DSC04010Als mir dann auf dem Roscheider Hof mein Zuhörer signalisiert, dass er nur spanisch kann und „ganz klein bisschen Deutsch“ weiß ich, zumindest die vergangenen fünf Minuten war das ein wohl doch eher einseitiges Gespräch …

Aber zumindest verstehen mich die Jungs, denen ich rate, sich an der Kuppe auf der Roscheider Höhe ein paar Körner aufzuheben. Denn diese Steigung scheint unendlich, auch wenn das zunächst nicht zu erkennen ist.

09-DSC04013Für kurze Zeit reißt nun sogar der Himmel auf. Ein wunderschöner Blick auf das Moseltal ist Belohnung für die Anstrengung hinauf. Dirk habe ich mittlerweile verloren, Dominik und Marcel sind meilenweit voraus. Marion ist an der Kreuzung für die 10-Kilometer-Strecke abgebogen. Und Marc, zu dem ich fast aufgelaufen bin. rennt mir an den nun folgenden Bergabpassagen einfach davon. Denn hier löse ich die Handbremse mit Blick auf meine Leiste nicht. So fliegt auch eine Frau an mir vorbei, die davor am Berg ihre Probleme hatte. Wir sehen uns auf diese Art und Weise noch einige Male und sind uns einig, dass wir heute mit der Bündelung unserer Stärken richtig schnell gewesen wären.

11-DSC04024Nach knapp elf Kilometern laufe ich im Wald auf einen langen Läufer auf. Die Aufschrift auf der Mütze kommt mir bekannt vor. Und tatsächlich ist es Sascha „Trailrunner’s dog“, der aus dem Raum Koblenz angereist ist, um nach einer Erkältung wieder seine Form zu testen.

12-DSC04026Es ist eh ein kleines Laufbloggertreffen hier: Birthe Trailfrosch („Ich habe mir nicht vorgenommen zu gewinnen, Hauptsache ich bin schneller als im vergangenen Jahr“) rockt natürlich die weibliche Konkurrenz Sie gewinnt mit neuer Bestzeit. Karina TriTeamDream ist heute nur Zuschauerin und freut sich auf den Einstieg in das achtmonatige Intensivtraining für den Start beim Triathlon in Roth. Schade, dass Anne Weinbergschnecke nicht auch da ist.

Es wird also in den anderen Blogs sicher noch einiges zu Lesen geben, vom Wurzelweglauf und anderen Dingen.

14-DSC04029Im Ziel dann große Freude. Es ist geschafft! Die Schuhe haben komplett ihre Farbe geändert, was erst die Wurzelbürstenbehandlung am Wasserzuber ändert. Die Schlammkruste auf den Waden lässt sich dank Kompressionstrümpfen einfach ausziehen.

13-DSC04027Duschen sind herrlich heiß. Der Kaffee auch, und das alkoholfreie Weizen sowieso lecker. Das Wichtigste aber: Die Leiste hat gehalten. Ein leichtes Ziehen auf den letzten vier Kilometern. Aber nicht wirklich schlimm. Ich bin auf dem Weg der Besserung.

15-DSC04030Nächste Woche dann ein entspannter Deuluxlauf zum Saisonausklang. Da werden wieder jede Menge Gesprächspartner mitlaufen. Vor allem Christoph, der in Konz pausiert hat. Für den muss ich auch kein Spanisch lernen. 😉

Vielleicht findet dieses Filmchen dann eine Fortsetzung:

Auf dem Rückzug

… befindet sich in diesen Tagen die Natur. Nur noch wenig übrig von der bunten Pracht des Sommers. Nach dem gut überstandenen Traillauf gestern ist heute Pause angesagt. Aber ein wenig Luft schnappen muss natürlich sein.

01-DSC03926Da Sohnemann von der Skaterbahn auf dem Petrisberg abgeholt werden muss, bietet sich also ein Spaziergang an. Meinen Schatz nehme ich mit. Sie freut sich, dass sie nicht den Berg hoch muss und wird eine nicht ganz flache Runde drehen, bevor sie ihre Schritte hinunter nach Olewig leiten wird.

22-DSC03965Ich sammle derweil Eindrücke von dieser leicht morbiden Herbststimmung bei bedecktem Himmel. Schön erdige Farben. Hier und dort noch letzte bescheidene Blüten. Aber die Farbe verschwindet langsam wie das Tageslicht am späten Nachmittag.

16-DSC0395215-DSC03950Auf den Friedhöfen sorgen nun viele Kerzen in roter Umwandung für mystisches Licht. Es gab schon Jahre, in denen wir diese Stimmung bewusst gesucht haben. Aber heute nicht.

17-DSC03953Vielmehr freue ich mich über die Schönheit der spätherbstlichen Natur. Ich lade Euch ein, meine Freude zu teilen.

1-Herbst 2013

Mit Flügeln

06-DSC03882Ein vorletztes Aufbäumen des Altweibersommers. Temperaturen um 19 Grad. Nach dem strömenden Regen der Nacht und des frühen Morgens wechselnd bewölkt. Ideale Voraussetzung, um noch einmal in Kurz-kurz zu laufen. Es soll eine beflügelte Runde durch den Tiergarten werden, denn mein neues Laufshirt will unbedingt getestet werden.

07-DSC03886Dass ein Getränke-Hersteller aus Österreich Flügel verleiht, ist leidlich bekannt. Ich mag das Zeug nicht. Dass die bekannteste deutsche Sportmarke das auch vermag, ist eine andere Sache, aber irgendwie komme ich mir mit dem Adizero Sprint Web Tee – interessanter Name für ein Laufshirt – fast so vor wie der Typ mit der roten Nase in rotbulligen Zeichentrickwerbung. Gelbe, reflektierende flügelartige Konturen geben dem sonst schwarzen Kompressionsshirt einen unverwechselbaren Look.

05-DSC03877Größe M ist für S-Typen wie mich, die sonst kaum Kompressionswäsche wählen, angenehm zu tragen. Auch so modelliert das schnelle Teil den Körper ohne Gnade nach und bringt jedes Fettpölsterchen in Stellung. Nach dem verletzungsbedingten Rumpfstabi-Schlendrian der vergangenen Monate drängen sich die drei Kilogramm Zusatzgewicht, die sich da wohl vor allem im Bereich Bauch und Hüfte konzentriert haben, mehr in den Blick als mir lieb ist. (Wehe es kommt kein Widerspruch in den Kommentaren zu diesem Artikel!)

04-DSC03871Wer sich also so ein Teil anschafft, sollte entweder einigermaßen hüftschlank sein, oder über ein gesteigertes Selbstbewusstsein verfügen. Wer aber das Shirt erst einmal an hat, wird daran gefallen finden. Es ist angenehm weich, keine Nähte stören, und gibt der Muskulatur halt, was angeblich zu besseren sportlichen Leistungen führt. Daher vermutlich auch der Name. Aufgescheuerte Brustwarzen sollten mit dem Adizero kein Thema sein.

08-DSC03892Mir ist es trotz der versprochenen Climacool-Funtkion heute ziemlich warm. Aber das liegt  sicher auch an dem wunderbar tiefen Boden im Tiergartental. Dort noch eine nette Begegnung mit einem Läufer, der dort nach eigenen Angaben seit 20 Jahren regelmäßig seine Runden dreht. Vielleicht gewinnt unser Samstagslauftreff ja einen Gast.

09-DSC03901Und danach? Erst mal aus dem Kompressionsshirt schälen. Wenn schon das Anziehen etwas schwierig ist. Sich auszupellen, war noch eine Tick komplizierter. Hat aber doch geklappt. 😉

Ein schöner Lauf. Am Dienstag soll es dann kühler werden, spätestens. Die Jackenzeit steht vor der Tür.

P.S.: Die Bildergalerie zeigt – ahm, nicht mich, sondern meine großen Sohn. Der hat in Sachen Köperform inzwischen mehr zu bieten als ich. As Time goes by …

Abschied mit Wehmut

Über Wochen haben sie mich überall in der Stadt begleitet. Nun werden sie verschwinden: Die 40 bunten Elefanten, die im Rahmen der Benefizaktion Elephant-Parade einen Stadtrundgang durch Trier noch interessanter gemacht haben.

Elefanten 2013 010Nahezu alle Exemplare hatte ich bei Läufen und Spaziergängen fotografiert. Die wenigen, die mir noch nicht vor die Linse gekommen sind, zum Beispiel, weil sie irgendwo im Hafen standen, sind nun auch im Kasten. Denn bis zum Wochenende wurden alle Dickhäuter auf dem Platz vor der Porta Nigra gruppiert. Und am Samstag werden sie dann für einen guten Zweck versteigert.

DSC03851-1Da es dabei um Summen ab 2500 Euro pro Exemplar geht, wird keines der lustigen Tierchen in meinem Garten landen. Aber zur Erinnerung habe ich ja jede Menge Fotos.

DSC03849-1Abschied also mit ein wenig Wehmut. Keine Kunstaktion in den vergangenen 20 Jahren in Trier hat so viel Spaß gemacht. Töröööhhh!

Und für alle, die nochmal schauen wollen, hier eine geballte Ladung Fotos:

 

Sonnige Momente für einen Regentag

01-DSC03758Regen ohne Ende seit heute Nacht im Moselland. Da fällt die Morgengymnastik in den eigenen vier Wänden nicht so schwer. Aber von einem wunderbaren Lauf über den Petrsiberg habe ich noch einige Fotos, die hoffentlich nicht nur mir etwas Sonne für diesen Regentag bringen.

Genug ist nicht genug!

Genug ist nicht genug! Diese Zeile von Konstantin Wecker kommt mir gerade in den Sinn. Eine erlebnisreiche Woche im Norden der Republik bei lieben Freunden liegt hinter mir und meiner Familie. Viele Gespräche, Erlebnisse, Ausflüge, unzählige Schritte in Fußgängerzonen großer Städte. Keine verschwendete Stunde, über die Christian in seinem aktuellen Blogeintrag philosophiert, keine einzige.

21-DSC03728Damit dies auch für die Besucher und Freunde meines Blogs so bleibt, soll sollte dieser Eintrag nicht zu langatmig werden. Dabei könnte ich so viel erzählen und sooo viele Bilder zeigen.

01-DSC03642Da sich hier die Inhalte überwiegend mit Laufthemen befassen, beginne ich in Oldenburg, wo wir für ein Wochenende die grenzenlose Gastfreundschaft von Volker und Jens genießen durften. Die Herzlichkeit der Aufnahme hat uns zwar nicht überrascht, da Herr Deichläufer ja bereits einige Male in Trier unser Gast war und uns inzwischen eine echte Freundschaft verbindet. Dennoch haben wir die Harmonie und Offenheit in dem schmucken Häuschen am Rande der Stadt als höchst angenehm empfunden. Wir haben viel geklönt, gelacht  und beim Stadtrundgang und dem Tagesausflug nach Bremerhaven die vielen sachkundigen Erläuterungen unseres Gastgebers geschätzt.04-DSC03651Bevor es aber in die wirklich sehenswerte Hafenstadt an der Wesermündung geht, steht  natürlich ein Lauf an. Unbedingt will ich Volkers Hausstrecke kennenlernen, von der ich schon so viel gelesen habe. Dank des frühen Starts um 8 Uhr laufen ein noch müder aber prächtig aufgelegter Gastgeber und ein freudig aufgeregter Moselfranke also der Sonne entgegen.05-DSC03653Ich habe keine Laufuhr mitgenommen, passe mich im Tempo meinem Führer an. So glaube ich jedenfalls, bis der immer häufigere Blicke von Volker auf seine Uhr signalisiert, dass wir das Tempo vielleicht doch etwas reduzieren sollten. Am Ende der 16 Kilometer ist  es für meinen Begleiter wohl dennoch eine flotte Tour. Da unser Redefluss aber nicht wirklich ins Stocken geraten ist, glaube ich ihm einfach mal nicht, dass es zu schnell war.

Oldenburg-RundeInteressant ist das Oldenburger Polderland. Ganz anders als das Umland von Hannover, das lauftechnisch doch ziemlich monoton und bretteleben mit ausschließlich langen Geraden daherkommt. Ausprobiert habe ich das einige Tage davor – na ja, um dort regelmäßig zu laufen, ist dort schon ein erheblicher Bewegungsdrang notwendig …

14-DSC03693An der Huntestrecke dagegen gibt es etwas zu sehen: Schöne Häuser mit Reetdächern. Deiche und Schafe. Interessant unterteilte Polderflächen, die bald wieder geflutet werden, durch die aber leider keine Wege führen. Lange Geraden gibt es natürlich auch. Es gibt sogar Steigungen! Damit auch die Südländer diese bemerken wird dann schon mal ein Schild aufgestellt  – sorry Volker, der musste sein 😉

03-DSC03650Der große Bornhorster See. Fotostopps, Deiche, Fluss, Kühe, Schafe …

09-DSC0367607-DSC0366706-DSC03662Und dann liegt sie vor uns, die Horrortreppe unter der Autobahnbrücke …

08-DSC0367110-DSC03678Für Intervalle taugt die prima. Es macht richtig Spaß, da im Stakkato hinaufzuwieseln.

11-DSC03682Wir begnügen uns allerdings mit einem Aufstieg und genießen vom Balkon unter der Brücke den Blick in Richtung Oldenburg. Keine wirkliche Skyline, weil die Menschen dort überwiegend in Ein- und Zweifamilienhäusern leben, wie Volker erklärt. Das mächtige Silo am Hafen markiert aber weithin sichtbar, wo die Stadt beginnt. Sogar ein Tankschiff tut uns den Gefallen,  gerade rechtzeitig für ein schönes Foto den Fluss herunterzutuckern.

12-DSC03691Danach einen guten Kilometer am Autobahndamm entlang auf wunderbar weicher Erde. Rechter Hand: weites Land. Für mich ist es inzwischen die längste Tour seit drei Monaten. Die Beine werden langsam schwer.

13-DSC03692Da auch Volker nun etwas einsilbiger wird, genießen wir die letzten zwei Kilometer eher schweigend und freuen uns beide, als wir uns nach knapp zwei Stunden abklatschen und die Vorfreude auf ein ausgedehntes Frühstück kurz vor der Erfüllung steht.

Für Bremerhaven – leider ohne die Begleitung von Jens – ist danach die Zeit fast schon ein wenig kurz. Volker fährt die Panorama-Strecke, mit Weserüberquerung per Fähre.

15-DSC03699Was sich in Bremerhaven zwischen Fischerei- und Industriehafen in – wie uns berichtet wurde – den vergangenen fünf Jahren getan hat, ist beachtlich. Hochwertige Architektur, interessante Ausstellungen, eine mehrere Kilometer lange Strandpromenade mit hoher Aufenthaltsqualität.

16-DSC03703Wir entscheiden uns für eine Hafenrundfahrt, die uns interessante Einblicke in diesen riesigen Umschlagplatz für Fahrzeuge und Offshore-Windkraftanlagen bietet.

17-DSC03708Autotransporter-Ungetüme, die mit 7000 Neuwagen im Bauch vier Wochen nach Japan unterwegs sind und dabei am Tag 60000 Liter Treibstoff verbrauchen.

20-DSC03714Trockendocks, die sogar Marinefregatten aufnehmen. Oder Schwertransportschiffe, die ganze Fähren für Afrika geladen haben. Und an Land zehntausende Neuwagen, die auf ihre Verschiffung warten oder nach Europa kommen, um in Bremerhaven für die Zielländer umgerüstet zu werden.

19-DSC0371318-DSC03711Die sicher atemberaubende Aussicht vom Congressgebäude bleibt uns leider verwehrt, da die dafür vorgesehene Besucherplattform augerechnet kurz vor unserer Ankunft wegen Wartungsarbeiten geschlossen wird. Der Blick auf den Hochsee-Containerterminal, wo bis zu 400 Meter lange Schiffe beladen werden, ist also nicht möglich. Wir sehen nur in der Ferne die vielen Kran-Türme.

22-DSC03734So bleibt auch mit dem Auswandererhaus, dem Strandzoo und dem Klimahaus, Schifffahrtmuseum und so weiter noch viel Sehenswertes für den nächsten Besuch.

Denn es wird sicher nicht die letzte Reise in den hohen Norden gewesen sein. Und wenn Volker und Jens bei ihrer Einladung bleiben, werden wir auch gerne wieder bei ihnen vorbeischauen.

Danke noch einmal! Es war schön bei Euch.

 

 

 

Bergauf

Ja, ich soll mich weiter schonen. Schritt für Schritt. Aber um Fortschritte zu machen, müssen zumindest kleine Steigerungen möglich sein.

DSC03424Heute früh also auf den Petrisberg. Meine Lieblingsroute. Zwei überraschte Rehe machen sich mit eleganten Sprüngen in die Weinberge davon. Die Sonnenblumen lassen angesichts des Hochnebels den Kopf hängen.

DSC03417Dort kommt die Weinlese in Gang. Zumindest die blauenTrauben sind reif. Überall tuckern die Traktoren mit ihren noch leeren Anhängern heran.

DSC03422Wenig Licht, gedämpfte Farben. Auch das kann schön sein. Hallo Herbst! DSC03428Spontan entschließe ich mich, nach etlichen Wochen erstmals wieder die steile Sickinger Straße hochzulaufen.

DSC03430Da oben am Hang wird tatsächlich noch gebaut. Vermutlich eines der teueresten Bauprojekte derzeit in Trier.

DSC03434Dann ab in den Wald zu Franzens Knüppchen und von Dort hoch zum Wasserturm. Ich will schließlich die zunehmend bunten Buchen sehen. Wer zwei Stunden später hier unterwegs ist, als die Sonne herauskommt, wird prächtiges Leuchten erlebt haben.

DSC03438Vorbei am Turm Luxemburg und dann auf dem schnelleren Weg durch die Weinberge hinunter nach Olewig.

DSC03439An der Panorama-Wegekreuzung bietet sich ein schauerliches Bild. Wieder einmal haben Leute die Natur und die schöne Aussicht genossen, um bei einem Picknick schöne Stnden zu verbringen. Und dann lassen sie sämtichen Müll liegen. Inklusive einer großen Tragetasche, in der sie das Zeug auf den Berg geschleppt hatten.

… Jetzt ist der Platz wieder sauber …

9,5 Kilometer mit viel bergauf. Das war sicher schon wieder etwas grenzwertig. Ich muss werde mir mehr Zeit geben.

 

Glücksfee mit Laufuhr

Heute morgen also nach einem Tag Pause wieder die Laufschuhe geschnürt. Ich will zumindest wieder auf drei Läufe pro Woche kommen. Zum ersten Mal seit dem Sommer ist auch wieder die Laufuhr am Handgelenk. Sie offenbart, wie langsam ich derzeit unterwegs bin. Zumindest im Vergleich zum Frühjahr. Der Kilometer nur knapp unter einem 6er Schnitt. Na gut, zum Petrisberg geht es ja auch bergauf 😉

DSC03346Und weil es wieder nur 6 Grad hat, kommt die gelbe Jacke zu ihrer Herbstpremiere. Die lange Jogginghose ist zwar ungewohnt, stört aber bei meinem gemächlichen Tempo nicht.

DSC03337Heute fehlt mir ein wenig die Leichtigkeit vom Montag. Die Stunde Bewegung an der Luft tut aber wirklich gut. Und es gelingt mir sogar, nicht immer nach innen zu hören und möglichen Klagen des Körpers nachzuspüren.

DSC03331Ich muss zu dem sich rot färbenden Ahorn hoch. Das hatte ich mir ja schon am Montag vorgenommen. Angesichts der sich noch eher sporadisch umfärbenden Blätter freue ich mich schon auf das Farbenfeuerwerk in den kommenden Wochen.

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Am Turm Luxemburg noch einen Elefanten fotografiert. Ich müsste inzwischen Fotos von fast allen Rüsselträgern haben. Die Elefantenparade wird mich und die Besucher von Trier nur noch für zwei Wochen entzücken. Ich werde zum Ende nochmal alle Elefanten im Bild zeigen.

DSC03348In der Redaktion durfte ich heute Glücksfee in eigener Sache spielen. Die Gewinner für die 15 Freistarts beim IRT-Läufermeeting in Föhren waren zu ermitteln. Anne hat es mal wieder geschafft. Wirklich ohne mein bewusstes Zutun. Hier die Infos dazu.

DSC03352Allen Gästen meines Blogs wünsche ich einen schönen Feiertag!

 

 

 

 

 

 

Spontan – grandios

Ein wolkenloser Himmel, kein Nebel. Die Pläne für die Morgengymnastik sind schnell geändert. Bei so einem Prachtwetter muss es ein Spaziergang sein, auch wenn sich die Rumpfmuskulatur langsam etwas hängen lässt.  Laufen? Na ja, Seit Samstag sind es ja nur zwei Tage her. Und übertreiben will ich es nicht. Los ghet es also in Jogginghose und mit Fleecejacke über dem Sportshirt. 6 Grad. Trailschuhe sind auch zum Spazieren gut.

Aber die paar Meter bis in die Weinberge kann ich ja zumindest laufen … geht doch … kein Ziehen in der Leiste … na gut: noch ein paar Meter ….

DSC03306Herrliches Gras, weiche Erde, ein Laufgenuss … noch ein paar Meter … Die schräg stehende Sonne taucht den Petrisberg in zauberhaftes Licht. … noch ein paar Meter …

DSC03309Meinen Lieblingstrail bin ich schon so lange nicht mehr gelaufen … noch ein paar Meter …

DSC03312Und die kleine Schleife hoch an der Pferdekoppel vorbei … ein Traum … noch ein paar Meter ….

DSC03316Durch die Weinberge in Richtung Stadt … den Ausblick wiklich sehen … noch ein paar Meter ….

DSC03318Zum Aussichtspunkt steil hoch an die Sickingerstraße wird aber gegangen … ein toller Morgen …

DSC03320Trier erwacht … noch ein paar Meter … und die Leiste? War da nicht ein leichtes ziehen?

DSC03322Besser also den kürzeren Weg zurück … noch ein paar Meter

DSC03321Das Laub leuchtet bunt. Hier muss ich in den nächsten Tagen unbedingt nochmal hin.

DSC03325Dieser Jägerstand, da muss ich rauf, den Blick über die Streuobstwiese schweifen lassen.

DSC03328Noch ein paar Meter … und wenn mir mein Körper nichts in die Quere legt, werden es bald wieder noch ein paar Meter mehr.

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