Nieselregen und Gruppenerlebnisse

DSC04055Heute 12 Grad und Nieselregen. Ideales Laufwetter. Und ideales Wetter für die leichteste aller Jacken, von der ich gestern berichtet habe.

DSC04057Die herrlich matschige Runde durch den Tiergarten ist auch der letzte Test vor dem Deulux-Lauf am Samstag. Da wird es flach sein. Und ganz bestimmt werde ich keine Trailschuhe auf den Radwegen brauchen.

DSC04059Ich freue mich darauf, zumal sich besonders nette Begleitung angekündigt hat. Sie wird allerdings nicht am Duscherlebnis in Langsur teilhaben können, das natürlich wieder Thema in meiner aktuellen Laufkolumne (siehe unten) ist. Die Damen duschen nicht in Zelten.

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Hier die aktuelle Laufkolumne:

Gruppenerlebnis zum Finale

So ein Laufjahr geht schnell vorüber. Ist es nicht erst wenige Wochen her, als der Deulux-Lauf in den Mittelpunkt einer Laufkolumne rückte? Von dunklen Duschzelten war da die Rede, in denen die Schweißbeseitigung nach dem letzten Wettbewerb der Saison traditionell zum Gruppenerlebnis der besonderen Sorte wird. Nein, von diesem „Privileg“ für die an der Sauer startenden Männer soll hier nicht die Rede sein.
Wobei der Begriff Gruppenerlebnis für den Deulux-Lauf doch prägend ist. Denn zum Saisonende und Abschluss der renommierten Bitcup-Serie tummelt sich das Läufervolk aus der gesamten Region in dem kleinen Ort an der Grenze zu Luxemburg. Regelmäßig kommen dort mehr Sportler ins Ziel, als die 1700-Seelen-Gemeinde Einwohner zählt. Der Andrang in der Mehrzweckhalle vor dem Lauf ist legendär, ebenso die Stimmung des kollektiven „runner’s high“, die bei der Party danach die Stunden verfliegen lässt.
Wer es noch nicht erlebt hat und gut zu Fuß ist, sollte das nachholen: Heute um Mitternacht endet die Voranmeldefrist. 1500 Läufer haben ihre Startnummer bereits reserviert. Nachmeldungen sind dann noch am Samstag von 12 bis 14 Uhr möglich. Erlebnisduschen danach inklusive.

Handschuhwetter

Premiere in diesem Herbst: Als ich die Zeitung ins Haus hole, bringt der Testwischer über die Autoscheibe die Erkenntnis, dass es wirklich kalt ist. Zum ersten Mal in diesem Herbst sind die Scheiben gefroren. HANDSCHUHWETTER!

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Nach einem Tag Ruhe muss ich aber wieder raus. Eine flache 9er Runde inklusive Mattheiser-Weiher-Umrundung steht an. Hier war ich schon lange nicht mehr.

DSC04035Ich nehme also den Radweg bis in die Stadt und nutze die Treppen an dem kleinen Kreuzweg nach Heiligkreuz hoch. Dort sind inzwischen Buchs- und andere Bäume gepflanzt. Die bequemen und weich gedämpften Mizuno sind die wichtige Wahl für diese Strecke mit überwiegend asphaltiertem Untergrund.

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An den Mattheiser Weihern – einem wirklichen Kleinod der Natur in Trier –  ist das natürlich anders. Von Matsch allerdings auch dort kaum eine Spur. Dann zurück durch den Tiergarten, das kleine Biest hoch und den Eselspfad hinunter nach Olewig.

Die gut 9 Kilometer im 5:45er Schnitt genügen mir heute. Der Wurzelweglauf steckt mir wohl tatsächlich noch etwas in den Knochen. Aber … es fühlt sich gut an. Zehn Kilometer kann ich offenbar tatsächlich wieder ohne Probleme laufen. Ich freue mich schon auf einen entspannten Deuluxlauf am Samstag.

 

 

 

 

 

Spaß im Regen – 1668 Mal Freude beim Deuluxlauf

Langsur und Berlin – was haben diese beiden Orte gemeinsam? Natürlich, ihre herausragenden Laufveranstaltungen. Das ist nicht vergleichbar? Doch, zumindest am Samstag. Die Situation vor dem Start des 21. Deulux-Laufes erinnerte mich sehr an den Berlin-Marathon 2010.

Auch damals hatte der Himmel alle Schleusen geöffnet. Auch damals war es nur eine Frage von Minuten, bis die Hightech-Laufbekleidung formlos vor den Wassermassen kapitulierte. Und die wärmende und sichtbare Dampfwolke, die so ein Knäuel von mehreren Hundert Menschen erzeugt,  kann an diesem nassen Tag auch an der Sauer beobachtet werden.

Mehr als 300 Starter, die gemeldet hatten, haben angesichts der Wetterprognose gekniffen. Dennoch absolvieren am Ende 1668 Läuferinnen und Läufer die Wasserschlacht 2012, den ersten verregneten Deuluxlauf überhaupt.

Einer der Absager ist leider auch mein Lauffreund Christoph, der sich eine dicke Erkältung eingefangen hat. So kutschiere ich also mit Anne und Rudi nach Langsur, als der Regen einsetzt. Obwohl die Veranstalter von der LG Langsur in Richtung Eifel einen P&R-Bus einsetzen, sind an einem solchen Tag alle nur erdenklichen Abstellmöglichkeiten für Autos sehr begehrt. Einige 100 Meter von Mehrzweckhalle und Ortskern  entfernt finden wir ein Plätzchen und machen uns gut gelaunt auf den Fußweg zum Herdenauftrieb.

Da ich schon am Vorabend für Anne und mich die Startnummern organisiert habe, ich musste einige Werbebanner für das Laufportal in die Halle bringen,  ersparen wir uns das Gedränge bei der Anmeldung und steuern direkt den Gemeindesaal an, der als Umkleide und zur Taschenaufbewahrung genutzt wird.

Auf dem Weg spricht uns Jens an, ein Mitglied der Laufbloggemeinde, der sich mit einem strengen Trainingsplan bereits jetzt auf einen Marathon im kommenden Frühjahr vorbreitet. Da ich eh als Tempomacher für Rudi  agieren will, biete ich ihm an, sich uns anzuschließen. Ziel: eine 43er-Zeit.

Rudi hat inzwischen auch seine Startnummer. Es gießt in Strömen, und so warten wir in dem Saal bis zehn Minuten vor dem Start. Zeit genug, um meinen neuen Laufchip einzufädeln. Meinen alten habe ich wohl in der Schweiz liegen lassen. Ärgerlich! Dann nutzen  wir die bekannten Schleichwege, um nicht zu weit hinten in dem riesigen Läuferfeld ins Rennen gehen zu müssen. Anne will es lieber gemächlich angehen. Sie macht ihre eigenen Beobachtungen und beschreibt diese in ihrem Blog Weinbergschnecke. Wir werden uns nach dem Lauf auf der Tribüne der Mehrzweckhalle treffen.

15 Uhr: Startschuss! Die ersten 500 Meter durch den Ort sind wie immer ein Hindernislauf. Warum sich immer so viele langsame Läufer so weit vorne in das Feld einordnen, bleibt ein ewiges Geheimnis.  Erst als wir aus dem Ort hinaus laufen wird es etwas besser.

Es ist zwar nass, aber dank Windstille nicht kalt. Die erste Verpflegungsstation lasse ich wie viele Läufer dank der hohen Luftfeuchtigkeit rechts liegen. Es geht zunächst auf deutscher Seite auf Radweg und Straße  flussaufwärts. In Mesenich wartet die erste Musikkapelle und macht dem Läufertross Beine. Trotz des Regens feuern viele Zuschauer die bemitleidenswert nassen Kreaturen an. Rudi hält gut Kontakt. Jens läuft etwas voraus. Wir treffen Mario aus Sirzenich und freuen uns auch, als wir Holger treffen, einem Gelegenheitsgast unseres Samstagslauftreffs.  Beide bleiben allerdings schnell zurück angesichts des Tempos zwischen 4:15 und 4:20, mit dem wir unterwegs sind.

Unter der Autobahnbrücke hindurch geht es weiter bis Metzdorf, wo der im Gleichschritt der Läufer schwingende Holzsteg den Wechsel auf die Luxemburger Seite markiert. Auf der rutschigen Brücke und der engen Kehre danach ist Vorsicht angesagt, aber zumindest im Läuferfeld um mich herum gibt es keine brenzligen Situationen.

Rudi hat inzwischen etwas abreißen lassen. Immer wieder blicke ich mich um, nehme etwas Tempo heraus. Als er bei Kilometer 6 nicht mehr zu sehen ist, halte ich an – auch auf einem 10er lassen sich Fotos machen – bis er herangelaufen ist. „Auf geht’s!“ All meine Motivationskünste versagen. Zu schnell, zu wenig Training. Er schickt mich nach vorne zu Jens.

Der hat nicht nachgelassen und natürlich inzwischen einen ordentlichen Vorsprung. Mal sehen was geht: Die weiteren Kilometer laufe ich im GA2-Bereich. An der Brücke nach Langsur, etwa 500 Meter vor dem Ziel, bin ich bis auf zehn Meter zu Jens aufgelaufen. Aber er zieht nun auch an. Offenbar wirkt sein Trainignsprogramm.  Er ist nicht einzuholen. Dennoch laufe ich noch an etlichen Startern vorbei. Das sieht auf den Fotos von Holger Teusch einigermaßen angestrengt aus. War es auch.

42:40 handgestoppt im Ziel. Offiziell 42:38. Meine Pacemaker-Funktion hätte ich wunderbar erfüllt, wenn …

Die Erlebnisdusche im Darkroomzelt der Feuerwehr wäre wieder einen eigenen Bericht wert. Noch heftiger ist das Gedränge von nackten und halbnackten Männern in der zum Umkleide umfunktionierten Feuerwehrgerätehaus. Wer hier überleben will, lässt die Kamera in der Tasche.

Und dann zum Finishersekt auf die Tribüne der Festhalle. Von dort lässt sich bald auch die lange Zeremonie der Siegerehrung für alle Altersklassen und auch noch für die Bitburger-Laufcupserie gut verfolgen, die das Siegerpodest einem Dauerbelastungstest unterzieht. Viele Freunde sind hier, Bekannte, Partner von anderen Läufen. Es gibt gute Nachrichten: Der Hochwald-Marathon wird auch 2013 stattfinden. Die LG Meulenwald plant eine neue Veranstaltung.  Und alle sind guter Laune.

Wir treffen Anne, die über ihre gute Zeit zu recht froh ist. Auch Marcel ist endlich da. Er war mit Bettina gelaufen, in einer für ihn kaum erwähnenswerten 52er Zeit. Immer wieder applaudieren wir den Siegern und Platzierten der einzelnen Altersklassen. Flo Neuschwander hat in einer unglaublichen Zeit von 30:51 gewonnen. Die junge Linda Betzler, eine meiner Lieblingsläuferinnen, hat bei den Frauen dominiert: 37:44. Die drei Männer, die in der M80-Klasse gelaufen sind, haben leider schon die Heimreise angetreten.

Der Deuluxlauf in Langsur hat einen eigenen Zauber. Das zeigt sich auch in diesem Jahr. Aber warum immer wieder so viele Frauen und Männer  an die Sauer kommen, ist schon ein Geheimnis. Ich vermute, weil es so etwas wie der Abschluss des Wettkampfjahres ist.

Der Silvesterlauf in Trier zählt da nicht. Der läuft außer Konkurrenz. Ein eigenes Happening.

 

Den offiziellen Bericht und viele tolle Bilder von Holger Teusch gibt es im Laufportal des Trierischen Volksfreunds

 

(Und jetzt habe ich auch die vielen Rechtschreibfehler korrigiert, sorry)

 

Schweini und kein Schwein gehabt

Unser Hausdrache Schweini blickt nun wieder in den Himmel. Das ganze Grünzeug, dass ihm in den vergangenen Monaten die Sicht geraubt hat, ist dem Novemberwetter zu Opfer gefallen. Und wenn es dann auch noch so sonnig-herbstliche Tage gibt wie heute, wird sich der kleine Gartenhüter sicher freuen.

Weil morgen der Deuluxlauf in Langsur ruft, das ist der teilnehmerstärkste Zehn-Kilometer-Lauf in der Region Trier und traditioneller Treffpunkt aller aktiven Läufer hier, habe ich heute auf einen Morgenlauf verzichtet und statt dessen Gymnastikmatte und Balance-Pad strapaziert. Seufz. Ich bin ja sooo vernünftig …

Leider ist für Samstag Regen angesagt, aber das ist ja kein Grund, nicht Spaß zu haben. Der ist einer lieben Lauffreundin übrigens gerade gründlich vergangen. Gerade habe ich eine Mail von Ihr bekommen, dass sie sich ein Sprunkggelenk doppelt gebrochen hat und nun erst einmal im Rollstuhl sitzt. Passiert ist das beim Gehen!

Also: wieder ein gutes Argument zu laufen.

Liebe Doro! Auch an dieser Stelle: gute Besserung!

Deuluxlauf: Massenhappening an der Sauer

Natürlich sollte Margitta einmal mehr Recht behalten. Meine Ansage, den Deuluxlauf in Ruhe als Genusslauf zu meistern, war spätestens zu dem Zeitpunkt überholt, als ich zu einer flotten Bekannten aufgelaufen war, die ich vor drei Jahren bei Der TV bewegt als Trainerin kennengelernt hatte.

Das war zwei Kilometer nach dem Massenstart, bei dem ich mich ziemlich weit vorne eingereiht hatte, um dem Gedränge zu entgehen. Und da ging es natürlich ziemlich flott los, was auch kein größeres Problem für mich war. Marcell und Jürgen hatten sich eine gute Zeit vorgenommen. Ich wollte mit Christoph laufen, der zwei Wochen wegen einer Erkältung pausiert hatte,  und mich an ihm orientieren.

Die beiden Freunde vor mir zunächst in Reichweite. Dann auf gleicher Höhe, als mit Birgit anspricht: „Hallo Rainer. Was hast du dir voergenommen?“ – „Eigentlich gar nichts. Ich will nur einigermaßen entspannt durchkommen.“ Sie blickt zur Uhr. „Also 4:10?“ – „Weiß nicht, aber das fühlt sich noch ganz gut an.“ – „Das wäre meine neue Bestzeit in Langsur“, höre ich meine Laufpartnerin für die folgenden acht Kilometer sagen.

Denn ich werde für sie den Hasen spielen. Also: Tempomat ein und weiter geht’s, vorbei an der Livemusik in Mesenich, über die im Takt der Schritte schwankende Fußgängerbrücke nach Luxemburg hinüber. Zurück auf der welligen Strecke nach Langsur. Birgit bleibt meist einen Schritt hinter mir, schließt nach den kleinen Steigungen immer wieder auf.

An der Brücke nach Langsur wartet wie immer viel Publikum. Ich laufe nun seit Kilometer 8 doch am Anschlag, um das Tempo zu halten. Auf der langen Schlussgeraden will ich dieses Mal keinen Läufer vorbeilaufen lassen. Wäre doch gelacht… ich kann auch sprinten (fühlt sich zumindest so an).

Im Ziel vergesse ich natürlich wieder, die Uhr anzuhalten. Dafür klatsche ich meine begeisterte Partnerin ab, die über eine neue Bestzeit glücklich ist. Rudi kommt kurze Zeit später auch mit einer PB an. Und auf Christoph müssen wir auch nicht lange warten.

Marcell ist derweil schon auf dem Weg zur Abenteuerdusche. Er ist 40:12 Minuten gelaufen. Auf dieser Strecke eine Superzeit. Wie ich inzwischen weiß, habe ich für Langsur auch eine neue PB aufgestellt: 41:34 Minuten. Ok, das fühlt sich gut an.

Dann das besondere Duscherlebnis. Massenhaft Männer in dem zur Umkleide umfunktionierten Feuerwehrgerätehaus. Massenhaft Männer in den beiden zu Duschräumen umfunktionierten Feuerwehrzelten. Alles Warmduscher, denn die Durchlauferhitzer der Feuerwehr Langsur leisten ganze Arbeit.

Ich muss alle enttäuschen, die hier Fotos aus dem Darkroom erwartet haben. Hier den Fotoapparat zu zücken, hätte mir zumindest Prügel eingebracht. Aber zumindest einen kleinen Einblick gebe ich dennoch…

Frisch geduscht wird nach dem Lauf in Langsur dann traditionell gefeiert. So herrscht auch in diesem Jahr prima Stimmung in der Mehrzweckhalle. Die Sieger – alles dazu im Laufportal – werden beklatscht, die Musikkapellen spielen auf. Ein Glas Sekt für alle Läufer steigt sofort in den Kopf und will mit dem ein oder anderen Glas alkoholfreiem Weizen verdünnt werden.

2016 Läuferinnen und Läufer hatten sich in die Startlisten eingetragen. 1942 kamen ins Ziel. Eine Megaveranstaltung! Kompliment an die Organisatoren. Eine tolle Leistung!

Darkroom

Fünf Kilometer auf deutscher Seite an der Sauer hoch, fünf Kilometer an der Sauer auf luxemburgischer Seite runter. Das ist der Deuluxlauf, der morgen zum 20. Mal stattfindet. Mehr als 1500 Läuferinnen und Läufer werden dort in den verschiedenen Kategorieren an den Start gehen. Ein Großereignis, das die große Lauffamilie in der Region zu einer Art Saisonausklang-Event nutzt.

In der Langsurer Mehrzweckhalle ist am Nachmittag auch deshalb richtig Party angesagt. Dann, wenn alle Sportler das Abenteuer Duschen überstanden haben. Wie es bei den Frauen ist, kann ich aus verständlichen Gründen nicht berichten. Bei den Männern gleichen die Duschzelte aber großen Darkrooms, in denen man im schlimmsten Fall vor lauter Enge den Nachbarn einseift statt sich selbst -das soll jetzt bitte keine Aufforderung sein!

Ist dieses Happening aber überstanden, dann gibt es den obligatorischen Deulux-Sekt und viele gute Gespräche. Darauf freue ich mich besonders.

Auf also nach Langsur!

Im Nebel …

… bewegt sich heute wieder jeder im sonst so gerne sonnendurchfluteten Moseltal. Und nicht einmal der Lauf auf den Petrisberg ändert etwas daran. Nur über den hoch gelegenen Orten in Eifel und Hochwald wölbt sich der Himmel blau.

Dann also ein Nebellauf am frühen Morgen bei gerade einmal drei Grad. Da bleibt Zeit zur Meditation. Über das Laufen, über die Arbeit, über die Familie, die Schule, das Leben. Kein Novemberblues!

Im Buchenwald dominieren noch immer Gelb- und Brauntöne.

Auch der Pfad auf Franzensknüppchen ist mit bunten Blättern bedeckt. Von dem myystischen römischen  Grabhügel blickte eins Franz von Sickingen als Feldherr auf Trier und suchte die Ziele für seine Kanonen. Im Mittelalter stand dort ein Galgen. Und natürlich sollen dort auch Hexen getanzt haben.

Heute bin ich dort alleine. Ein Läufer kommt mir ein Stück weiter durch den Nebel entgegen.

Auf dem gewohnten Weg dieser Hausrunde wird dei Sicht immer schlechter. Kein wirklich gutes Wetter für Brillenträger. Aber dank meiner prächtig leuchtenden Prachtjacke sehen mich zumindest die anderen gut.

Elf Kilometer in einer knappen Stunde. Gemächlich. Das Tempo passt zum Wetter. Aber wenn die Wetterfrösche recht behalten, lichtet sich spätestens am Samstag der Nebel. Das ist den Veranstaltern des Deuluxlaufes in Langsur zu wünschen.

Finale in Langsur

Heute wieder alles grau hier an der Mosel. Ist nicht schlimm, da heute eh Gymnastikangesagt war. Da blieb auch die Zeit, über das Thema der neuen Kolumne nachzudenken, die am Donnerstag wieder unter dem Motto „Auf dem Laufenden“ im Trierischen Volksfreund erscheint.

Die Überschrift haben wir übrigens gerade geändert. Sie wird nun lauten:

Ich bin süchtig

Für meine Blogfreunde der Text hier schon mal vorab:

Es sind diese Momente, die das Laufen zu einem Betätigungsfeld mit hohem Suchtfaktor machen. Momente der läuferischen Glückseligkeit, für die der Begriff „Runner’s High“ geprägt wurde. Die körpereigene Hormon- und Botenstoffküche ertränkt unseren Organismus dann mit euphorisierenden Cocktails, die alle Mühe und Schmerzen vergessen lassen.
Wer das einmal erlebt hat, will es wieder und wieder.
Der Wurzelweglauf in Konz brachte für mich einen solchen Moment: prächtigstes Wetter, eine tolle und anspruchsvolle Strecke, viele sympathische Teilnehmer, keinerlei körperliche Probleme und eine völlig überraschende Zeit, die zwei Minuten unter dem guten Ergebnis des Vorjahres lag. Welt, was willst du mehr?!
Aber es muss nicht eine Bestzeit sein, um das runner’s high zu erleben. Es kann auch im Training passieren, bei einem entspannten Landschaftslauf mit Freunden, auf jeder Streckenlänge. Unser innerer Schweinehund verzieht sich schmollend und macht der unbändigen Lust auf Bewegung platz, die Müdigkeit aus Muskeln und Knochen vertreibt.
Viele, die diese Zeilen lesen, wissen, was gemeint ist. Viele sind auch am Samstag in Langsur am Start, wenn wieder mehr als 1500 Startnummern verteilt werden. Der Deuluxlauf ist nicht nur der Abschluss des Bit-Laufcups, in dem die schnellsten Läufer der Region auf der Zehn-Kilometer-Distanz den Wettstreit um die Plätze auf dem Siegertreppchen zum Ende bringen.
Die gewöhnlich gut organisierte Großveranstaltung an der Sauer ist auch so etwas wie ein gigantisches Familientreffen der Laufbegeisterten aus nah und fern. Viele Gespräche, viele Erinnerungen an das Sportjahr 2011. Nach den Läufen ist dort eine große Party angesagt.
Runner’s high – das wünsche ich allen, die dabei sein werden.

2 Grad plus

Jetzt ist der Tag schon wieder bald vorbei. Die Temperaturen gehen in den Keller – was machen sie eigentlich da unten ;o) -, und für die Höhenlagen kündigt der deutsche Wetterdienst „Starkschneefälle“ an. Was damit gemeint sein könnte, ist ungefähr vorstellbar.

Recht frisch war es schon heute früh. Gerade 2 Grad über Null in Olewig. Auf der 8er-Runde zu den Mattheiser Weihern und zurück war der Griff zur Mütze durchaus sinnvoll. Und nach den milden Temperaturen vom Wochenende, wo kurze Hose und leichtes Shirt angesagt waren (das lässt sich auch prima auf dem Video zum Deuluxlauf studieren, wer findet mich?) , trägt man(n) nun wieder lang unten und Windjacke oben.

Also gut. Wintercheck. Am Donnerstag werde ich mich in die Trierer City begeben und im Sportgeschäft meines Vertrauens etwas zu den Umsatzzahlen des Einzelhandels beitragen.

„Darkroom“ und Deuluxlauf

Lang, lang ist’s her seit dem letzten Eintrag. Die Zeit rennt, die Arbeitstage sind lang und das Wochenende kurz. Ein guter Ausgleich für die Stunden im Büro ist nach wie vor das Laufen.
Nach dem schönen Erlebnis in Köln der erste Crosslauf im idylisch gelegenen Gladbach in der Eifel. 8000 Meter über Stock und Stein. Kurz, dafür aber schnell und intensiv.
Und heute der Deuluxlauf in Langsur. zehn Kilometer entlang der Sauer, einmal auf deutscher, dann auf luxemburger Seite. Gut organisiert bei diesem Ansturm von Sportlern. Der Lauf war ok, die Zeit irgendwo unter 43 Minuten. Das einprägsamste Erlebnis war allerdings das Duschen danach. Die Feuerwehr hatte all ihre Logistik ins Spiel gebracht und Duschzelte errichtet. Das Wasser war schön heiß, allerdings war der Andrang in den dunklen Zelten so groß, dass man am Ende kaum wusste, wen man denn nun eingeseift hatte. Na ja, das ist natürlich etwas übertrieben. Aber eine Ähnlichkeit zu Darkrooms hätten sich leicht herstellen lassen…. ;o)
Bewusste Übergriffe sind allerdings nicht überliefert.
Am nächsten Samstag wieder ein Crosslauf? Oder doch mal wieder eine längere Strecke? Mal sehen.