Dreckig, steil, geil

37. Wurzelweglauf

Nicht jeder Läufer ist gleich. Da gibt es jene, die am liebsten im Stadion ihre schnellen Runden drehen. Andere lieben asphaltierte Wege im Flachen. Es gibt Bergläufer und jene verschworene Gemeinschaft, die am liebsten auf schmalen Pfaden den Weg durch die Wildnis suchen, um dort die Schönheit der Natur laufend zu entdecken. Diese Trailläufer folgen gegebenenfalls auch den Spuren von Wildwechseln oder schlagen sich komplett querfeldein durch Wald und Flur. Dass sie danach oft aussehen, als hätten Sie sich auf allen Vieren durch den Schlamm gewühlt, nehmen sie gerne in Kauf. Jeder Dreckspritzer gilt für sie als Trophäe.
Solche feuchtbraunen Auszeichnungen auf Waden und Beinen werden am Samstag die Teilnehmer beim Volkslauf in Schillingen sammeln können. Nach dem heftigen Regen in diesen Tagen ist für das Wochenende zwar eine deutliche Wetterverbesserung und sogar der ein oder andere Sonnenstrahl in Aussicht. Die unbefestigten Abschnitte auf den Strecken im Hochwald werden dennoch schön weich sein. Und davon gibt es nicht wenige, vor allem beim Halbmarathon und Marathon. Bei der Schuhwahl sollten also wenig profilierte Straßenschuhe zu Hause bleiben. Profil ist nicht nur auf der Strecke, sondern auch an den Füßen gefragt. Dann wird zum Beispiel der Wurzelweg hinauf zur Ruwerquelle keine Rutschpartie. Anstrengend ist er, der Hochwald-(Halb-)Marathon in Schillingen – aber schön. Auf meiner persönlichen Hitliste der Landschaftslauf-Wettbewerbe in der Region steht er auf Platz 1.

Das letzte Training

DSC01985So geht die fünfte Auflage von „Der TV bewegt!“ dem Ende entgegen. Am Donnerstagabend das letzte gemeinsame Training.

DSC01987Und da Volker in diesem Jahr leider nicht greifbar ist, muss unser Fotograf ran, um all die Laufbegeisterten ins richtige Foto zu setzen.

DSC01986Ein Spielgerät für die erhöhte Position. Nach etwas Mühe, die Läuferschar zu etwas Posing zu überreden, kommt doch noch ein ganz hübsches Bild zustande.

TV Bewegt 2013. TV-Foto: Friedemann VetterDanach noch einmal Aufteilung in der Gruppen. Für die kommenden Halbmarathonis eine lockere Laufeinheit durch den Weißhauswald.

DSC01992Da Jens sich an die beiden etwas Langsameren orientiert, rennt die Spitze einfach mal so hoch bis Schusters Kreuz und wartet dort, um vom Trainer zu erfahren, dass er eigentlich gar nicht so viele Höhenmeter machen und eigentlich den Felsenpfad im Sinn hatte. Aber da das nun zu lange würde, läuft die plaudernde Meute eben wieder zurück zum Waldstadion.

DSC01997Dort noch einige Erläuterungen.

DSC01998Vier Steigerungsläufe im ehrwürdigen Oval.

DSC02002Dann sind Dehnübungen angesagt. So wie auch bei der großen Gruppe von Michi, der die Zehn-Kilometer-Läufer coacht.

DSC02005Nun wartet der Trierer Stadtlauf am Sonntag. Das Wetter soll gut werden. Nicht zu heiß. Gegen 9 Uhr, wenn der Halbmarathon startet um die 15 Grad, überwiegend bedeckter Himmel. So die aktuelle Wetterprognose. Das würde passen.

Ich werde locker laufen, nur nicht den Fuß überlasten. Und danach steht die Entscheidung an, wie viel ich mir am folgenden Wochenende bem Hospizlauf zumuten will. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

 Allen Startern beim Stadtlauf wünsche ich viel Spaß und Freude!

 

 

Etwas länger …

… als geplant ist heute der Morgenlauf geraten. Na ja, noch ein freier Tag. Da darf es gerne etwas mehr sein. Auch bei den Höhenmetern.

01-DSC00259Dominik hatte seine Zusage von gestern Abend eingehalten und machte sich mit auf die Runde, die erst einmal hinauf führt auf den Heidenkopf.

02-DSC0026203-DSC00263Weil es am Samstag so schön war und mein Begleiter diese Extraschleife nicht kennt, geht es weiter auf den Felssporn, wo sich einst eine keltische Fliehburg befand.

04-DSC00265Der Blick ins Ruwertal ist immer wieder toll.

07-DSC00184Durch den Winterwald am Hang entlang und wieder hinauf auf die Höhe. Heute erwische ich die richtige Abzweigung, die direkt auf den Saar-Hunsrück-Steig stößt. Einen Großteil der 592 Höhenmeter haben wir dort hinter uns gebracht.

07-DSC00271Hinunter zur Domäne Avelsbach und auf einem neuen Weg durch das Avelertal bis Kürenz. Nun ist die Halbmarathondistanz geschafft.

08-DSC00275Dominik, der davor schon nach Olewig gelaufen war, verabschiedet sich. Jetzt auf direktem Weg nach Hause … als die Sonne sich durch die Bewölkung kämpft, biege ich an der Bergstraße doch nach links ab hinauf zum Weinlehrpfad.

09-DSC00279Heute nicht so flott wie am Montag mit Christoph. Einige Fotostopps.

10-DSC0028011-DSC0028812-DSC00293Es ist einfach schön. Die Sonne wärmt. Lange wird die dünne Schneeauflage nicht mehr Stand halten. Die Wege sind teilweise sehr glatt.

13-DSC00296Deshalb also die Trailvariante nach Hause. Das bedeutet nochmal einige Höhenmeter extra. Die Beine werden schwerer. Gut, dass ich einige Rosinen dabei habe, zumindest etwas Energiereserve.

14-DSC0030015-DSC0030116-DSC00302Am Ende etwas mehr als 26 Kilometer.

17-DSC00303Schön war’s. Ich kann derzeit vom Laufen gar nicht genug bekommen. Liegt vielleicht an der bevorstehenden Zwangspause ab der kommenden Woche. Kleine OP am Allerwertesten. Aber die werde ich überstehen …

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Halber mit Zugabe

Die längsten Nächte, die kürzesten Tage – November. Das ändert nichts daran, dass unser kleiner Samstagslauftreff wie immer um 8 Uhr startet.

Ein kühler, nebeliger Morgen ist das heute. Wir sind als Trio unterwegs. Christoph ist wieder gesund. Achim darf sich nach dem ersten Marathon unter 4 Stunden in Frankfurt gratulieren lassen. Ich habe noch etwas von der Regenschlacht in Langsur zu erzählen.

Leider ist Manuel, der mal wieder in der Stadt weilt, nicht gekommen. Vier Stunden Schlaf wären auch etwas zu wenig. Dafür habe ich Verständnis. Dabei hätte ich so gerne von ihm etwas zu seinen Erlebnissen beim Transalpinlauf in diesem Jahr erfahren. Das war eine gigantische Leistung, die er in seinem Blog Seidenraupen und auf Facebook vorbildlich dokumentiert hat.

Wenn er um 11 Uhr seinen Trierlauf startet, wird er einen ähnlichen Weg nehmen wie wir: Zur fertigen Bitburger Straße und in den Weißhauswald.

Uns führt zunächst der direkte Weg zur Mosel, dann über die Römerbrücke.

Wir machen, wie Christoph es formuliert „Trier-West unsere Aufwartung“, bevor wir die neu gestaltete Hauptverkehrsader aus der Eifel in die Stadt in Augenschein nehmen.

Der teure und aufwendige Ausbau zu jetzt zwei Bergabspuren soll die morgendlichen Staus deutlich reduzieren.

Noch nicht ganz fertig ist der neue Fuß- und Radweg, der zur Fachhochschule führt. Die liegt auf dem Schneidershof im Weißhauswald und hat eine nicht sehr angenehme Vergangenheit, weil in einigen Gebäuden die Nationalsozialisten vor mehr als 60 Jahren residierten und auch Gericht hielten.

Wir wählen die Natur, den Weg am Waldrand des falschen Biewertals bis nach Biewer. Trotz des trüben Wetters ist der Wald ein Traum in gedämpften Farben. Der Teppich aus gefallenen Blättern liebkost unsere Füße und Gelenke.

Bei Sonne würden wir nun rechts hoch den Felsenpfad mit seinem fantastischen Ausblick auf Trier nehmen. Ich überrede meine beiden Kumpel, links den langen Anstieg in Richtung Schusters Kreuz zu nehmen. Der hat es in sich und erfordert einige Kondition. Christoph erklärt derweil die heimische Flora, um ein wenig abzulenken.

Ganz hoch zu der Wegmarke laufen wir dann doch nicht, sondern nehmen den direkten Weg durch den Wald zum Wildgehege. Schon wieder Wildschweine … Dieses Mal allerdings hinter Zäunen.

Die idyllischen Treppen geht es hinunter nach Pallien, über die Kaiser-Wilhelm-Brücke, die im kommenden Jahr 100. Geburtstag feiert. Da wird es noch einiges zu berichten geben. Denn  weil zur Einweihung der Kaiser höchstpersönlich kam, wurde auch gleich der grüne Alleenring eingeweiht, der bis heute die Stadt prägt. Längst als Verkehrsring um die Altstadt.

Die durchquert unser Trio auf dem Weg zurück nach Olewig. Der Hauptmarkt zeigt  Anzeichen von vorweihnachtlichem Wandel: Die ersten Buden für den Weihnachtsmarkt stehen schon. Ab 26. November werden sich hier Kitsch, Kommerz und Völlerei im Glühweindunst vereinen, um Einheimische und Gäste aus der ganzen Welt zu verzaubern.

Die überdimensionale Weihnachtspyramide vor dem Dom ist Geschmacksache.

Die gerösteten Maronen, für die Christoph und Achim posieren, auch.

Jenseits alles Erträglichen sind allerdings die künstlichen Ziegen auf dem Hüttendach.

So wird also auch diese Tour wieder irgendwie tierisch. Am Ende ist der Halbmarathon geschafft. Ganz gemütlich in 2:10 Stunden. Schön war’s!

Halbmarathon mit Vorspiel

Wer mir vor vierJahren gesagt hätte, dass ich einmal vor einem Halbmarathon 13 Kilometer bis zum Start laufen würde, den hätte ich damals für verrückt erklärt.

Heute müsste ich dieses Urteil revidieren. Und das Beste daran, ich hatte nicht einmal Zweifel daran, dass es klappen würde. Lediglich den Vorsatz, den eigentlichen Maare-Mosel-Lauf dann nicht zu flott anzugehen, habe ich nicht ganz umgesetzt… Aber der Reihe nach:

Zu Viert fahren wir am Samstag Nachmittag von Trier nach Gillenfeld. So lohnt sich die weite Anfahrt zu einem der schönsten Läufe in der Region – der in diesem Jahr vom Trierischen Volksfreund und seinem/meinem Laufportal präsentiert wird. Mit im Boot, äh, Auto sind Anne, Werner und Marcel.  Anne hat im Laufportal einen Start beim Gesundlandlauf gewonnen und wird die sieben Kilometer ohne Zeitnahme genießen und in ihrem Blog beschreiben. Werner nimmt die Zehn Kilometer von Schalkenmehren nach Gillenfeld in Angriff. Und mit Marcel hatte ich am Freitag verabredet, dass wir aus dem Halben einen richtig langen Lauf machen würden.

So machen wir uns also zu zweit nach der Verabschiedung unserer Begleiter auf den Weg nach Daun. „Wirklich? Dann lauft ich am besten auf dem Radweg“, empfiehlt uns etwas irritiert die Dame am Infopunkt im Zielbereich von Gillenfeld. 13 Kilometer sind es bis zum Start – neun davon stetig leicht bergauf.

Einige Kommentare müssen wir uns im Ort schon anhören, bis wir auf den Radweg einbiegen. Das Wetter ist toll. Ein „Seehimmel“, wie Anne formuliert hatte. Es könnte etwas kühler sein, aber ich habe ja zumindest eine Patrone Wasser im Gürtel, in dessen Tasche neben Smartphone, Pflaster und Taschentuch auch ein Gelbeutel verstaut ist, der mir auf dem Rückweg sehr helfen wird.

Es ist kurz nach 16 Uhr. Die Getränkestände werden gerade aufgebaut. „Wenn wir wiederkommen, muss aber alles fertig sein“, diesen Kommentar kann ich mir nicht verkneifen. Die Helfer der Feuerwehr nehmen mir das nicht übel.

Einige Radfahrer sind noch unterwegs. Sie werden an den Einmündungen zum Radweg auf laminierten Ausdrucken darauf hingewiesen, dass es ab 17 Uhr eng werden könnte. Dann startet der 10er. Bis die wohl 500 Teilnehmer des Halbmarathons auf die Strecke gelassen werden, wird eine weitere Stunde vergehen.

Wir sind gut in der Zeit, laufen am menschenleeren ehemaligen Bahnhof von Schalkenmehren vorbei.

Fotostopp am Tunnel. Na gut, das Bild gelingt nicht ganz, weil die Kamera beim Selbstauslösen den Wegebelag in den Fokus nimmt. Aber das Bild hat zumindest dokumentarischen Wert.

Hinter dem Tunnel fällt der Weg ab, verläuft nun im dichten und urtümlichen Wald. Ein sehr flotter Läufer kommt uns entgegen. Es ist Dietmar Bier, der wie im vergangenen Jahr gewinnen will – es wird diesmal der dritte Platz sein. Für mehr als einen Gruß hat er keine Zeit….

Auf dem Viadukt bei Daun zeigen zwei Fotos, dass vor 70 Jahren hier keine Bäume standen.

In Daun am Bahnhof laufen wir eine kleine Schleife in das Städtchen und auf einem sehr schönen Waldweg bis Boverath. Die Stimme des Streckensprechers ist von weit zu hören und führt uns zum Gelände von Techni-Sat, wo die Busse aus Gillenfeld ihre sportlich bekleidete Fracht abladen.

Großes Hallo hier und da. Startnummern geholt. Noch sind 40 Minuten Zeit bis 18 Uhr. Ich darf mir einige verbale Streicheleinheiten zum Laufportal und zu meinem Blog abholen. Der TV bewegt! Das tut gut.

Vom Lauftreff Schweich sind wenige Läufer hier. Spiridon Hochwald ist da schon stärker vertreten. Und das Grün der Flitzer aus dem Meulenwald ist auch zu sehen, allen voran natürlich Marion und Wolfram.

Yvonne Jungblut, die überaus sympatische Siegerin des Vorjahres ist auch da. Heute ohne Trainerbegleitung, aber mit dessen Anweisung, „nur“ einen Tempodauerlauf zu machen. „Was heißt das konkret bei Dir?“, will ich wissen. „So um die 1:28.“ Ups! Nun schweigt der Hobbyläufer und erinnert sich an seinen bislang schnellsten Halben in 1:29 in diesem Sommer. Da war die Strecke allerdings flach…

Endlich geht es los. Nicht ohne den Hinweis des Sprechers, dass niemand am Start drängeln müsse, da man ja erstmals mit Chipmessung ausgerüstet sei. Beeindruckend, diese Masse von gut gelaunten Sportlern, wie sie sich nach der ersten Spitzkehre auf dem Radweg aneinanderreiht.

Nicht ganz schnell, aber doch flott machen Marcel und ich sich auf den Weg zurück nach Gillenfeld. Aber wir wissen ja, dass es bis zum vier Kilometer entfernten Tunnel bergan geht. Die durchtrainierte Dame mit dem platinblonden Zopf weiß es ofenbar nicht, denn als wir an ihr vorbeilaufen klingen uns Laute ins Ohr, die eher an einen tierischen Zielsprint erinnern.

Holger Teusch ist natürlich als TV- und Laufportal-Berichterstatter an der Strecke. Er schafft es, mit seiner Kamera alle paar Kilometer wieder am Wegesrand aufzutauchen. 800 Meter vor dem Tunnel läuft er sogar ein ganzes Stück mit. Kurzer Plausch. Dann bleibt er zurück.

Schließlich wartet auf der anderen Seite sein Bruder, um die aus dem Finsteren stürmenden Läufer ins rechte Licht zu rücken.

Nicht lange danach biegt die Läuferschlange ab auf einen unbefestigten Feldweg. Hier beginnt die Schleife zum Schalkenmehrener Maar. Ich merke, dass mir dieses Tempo keinen Spaß mehr macht. Signal an Marcel: „Ich werde langsamer laufen.“ Mein junger Laufpartner vernimmt’s – und ist weg. Ich werde ihn erst wieder im Ziel sehen, wo er dann bereits vier Minuten auf mich gewartet haben wird.

Meine Beine fühlen sich zunehmend schwer an. Inklusive „Vorspiel“ haben sie ja immerhin schon 20 Kilometer „auf dem Buckel“, sofern das bei Beinen möglich ist. Zeit also für das Gel, das sich auch ohne Wasser gut schlucken lässt. Dann noch etwas langsamer und ab und an ein kurzer Fotostopp.

Der Anblick von Landschaft, Maar, Laufpfad und Sportlern lohnt das in jedem Fall.

Bevor es zum Vulkansee hinuntergeht treffe ich Birthe, die ebenfalls in Meulenwaldgrün unterwegs ist. Sie hat drei athletische Läufer im Schlepptau. „Und? Geht es schon wieder nach dem Monschau-Marathon?“, spricht mich einer von ihnen an. Aha, ein Laufportal- oder Blogleser. Wieder ein kurzer Plausch.

Mein Wohlfühltempo ist einen Tick schneller als das dieses Grüppchens. So laufe ich einige Meter vor ihnen, als Holger schon wieder auf den Auslöser drückt. Ein schönes Foto, dass er mir in meinem Facebook-Account postet.

Am alten Bahnhof von Schalkenmehren ist nun mehr los. Wir biegen links vom Radweg ab und schlagen uns in die Felder. Am nun folgenden langen Anstieg bin ich vor drei Jahren „gestorben“.

Heute machen die gut gelaunten Damen von der Sambatrommeltruppe leichte Beine.

Die Eifel ist wunderbares Abendlicht getaucht, als der letzte Anstieg darauf wartet, bewältigt zu werden. Dann verlaufen die verbleibenden fünf Kilometer fast nur noch in der Ebene, oder es geht hinunter. Ganz locker laufen die Beine nicht mehr. Wie war das doch, bei unserem Mentalcoach? Ich bin ein Vogel … oder so ähnlich …

Vier Kilometer noch, drei, zwei. Ächz. Jetzt nochmal Tempo. Gillenfeld kommt in Sicht. Ein Kilometer noch. Ein langbeiniger Riese trampelt von hinten heran. Der hat noch mehr Körner als ich. Kein Problem. Eine Kurve noch, da ist das Ziel. Viel Menschen. Ein gellender Schrei: „Raineeeeeer!!!!“ Der Nestwärme e.V. ist auch mit einem Team am Start. Und wer könnte da besser und lauter motivieren als Vorsitzende und Freundin Petra Moske?

Ich laufe mit einem Lachen ins Ziel. Handgestoppt 1:38:37 Stunden. Nicht schlecht. Jetzt reicht es aber auch. Unterm Strich 35 Kilometer. Wer mir das vor vier Jahren gesagt hätte…

Vielen Dank an Inge Umbach und ihr Team von den Vulkanläufern und der Laufschule „Schritt für Schritt“ für die hervorragende Organisation!

Nachtrag: Die offiziell gemessene Zeit ist 1:39:06. Da meine Garmin auf „Zeit in Bewegung“ eingestellt ist, weiß ich nun also, dass die Fotopausen gar nicht soooo lange waren.

Und es folgt … der dritte Streich

Jetzt ist er also Geschichte, der 29. Trierer Stadtlauf. Für mich war es der vierte, etwas ganz Besonderes. Weil wieder ein tolles Team von „Der TV bewegt“ am Start war. Weil es meine Halbmarathon-Premiere auf einer einigermaßen flachen Strecke war. Weil es dadurch zwangsläufig eine persönliche Bestzeit wurde.

Aber von vorne: Eine etwas unruhige Nacht nach dem Besuch des Altstadtfests. Irgendwann kommt mir der Gedanke, dass möglicherweise gar kein Schlüssel für das Pressecenter da sein wird, das am Morgen der Stützpunkt für das Team sein wird. So fahre ich dann um 7:15 Uhr doch nicht mit dem Rad in die City, sondern nehme das Auto, um notfalls noch den Schlüssel vom Verlagshaus zu holen.

Aber meine Sorge ist zum Glück ohne Grund. Der nette Kollege, der bis 13 Uhr „Stallwache“ hält, ist mit Schlüssel angerückt. Und auch Mineralwasser, Bananen und Müsliriegel stehen bereit, als kurz vor 8 Uhr die ersten Läufer eintreffen.Leider gibt es auch einige zusätzliche Ausfälle – Erkältungen und Verletzungen…

Bevor sich die 10er Gruppe zum Einlaufen verabschiedet, ist noch Zeit für ein Gruppenbild. Ich selbst laufe mit den Halbmarathonis. Auch hier lässt sich noch ein Gruppenfoto machen. Trainer Jens mit Babyjogger. 1:45 Stunden werde er laufen, kündigt er an. Am Ende werden es zehn Minuten weniger sein. Er kann’s halt nicht lassen…

In der Franz-Ludwig-Straße treffe ich viele Bekannte, darunter auch Chirstoph, Marcel, und Jürgen aus meinem Lauftreff. Marcel will nicht mit mir laufen, weil ihm das zu schnell sei. Dass er am Ende wieder auf der zweiten Streckenhälfte Stoff gibt, als ginge es um sein Wohlergehen, ist eine andere Sache. Er hätte locker mithalten können.

So gehe ich also alleine auf die Jagd. 4:15 Minuten muss ich pro Kilometer laufen, um die  angepeilte Zeit unter 1:30 Stunden zu schaffen. Ganz schön flott, aber was soll’s. Probieren geht über Bummeln…

Los geht’s im Affenzahn. 4:03 – 4:08 – nur nicht überziehen, denke ich mir und nehme etwas zurück. Aber da kommt eh die Unterführung an den Kaiserthermen mit der fiesen Rampe. 4:15 – 4:18 – 4:19 – die drei Kilometer auf dem Rundkurs mit Runter-Rauf-Rampe werden die langsamsten sein. Danke Petra für die Anfeuerungsrufe! Danach jeweils runter zur Saarstraße und dort flach bis zur Konrad-Adenauer-Brücke, über die Mosel nach Trier-West, wo das Interesse am Stadtlauf in diesem Jahr sehr gedämpft ist, was auch Anne beschreibt, die ebenfalls gut unterwegs ist, allerdings nach meinem Zieleinlauf nicht mehr auffindbar ist.

Die Rampe hinauf zur Kaiser-Wilhelm-Brücke habe ich schlimmer in Erinnerung. Aber vor zwei Jahren beim 10er war es auch zehn Grad heißer. Ja, das Wetter. Nahezu ideal für die Laufveranstaltung heute. Wenig Sonne, um die 16 Grad. Das taugt. Vor zu viel Wind schützt das Laufen in der Gruppe. Wobei das in der zweiten Runde auf in der Saarstraße für mich ein Ende hat. Ich will die bislang gute Zeit nicht aufs Spiel setzen.

Kilometer 13, 14, 15 – wie war das beim Mentalcoaching? Positiv denken, bitte. Nur noch fünf Kilometer, Autsch. Noch vier. Jetzt habe ich wieder drei Läufer, die mein Tempo gehen. Zudem nimmt die Zahl der Zuschauer wieder zu. Vorbei an der Porta-Nigra, noch einmal die Ostallee. Jetzt tut es richtig weh. Aber es sind ja nur noch zwei Kilometer. Also: Gas geben. In Echternach hat das mit dem schnellen letzten Kilometer schließlich auch funktioniert. Dass ich unter 1:30 bleiben werde, ist mir nun klar.

Und dennoch ist die lange Gerade durch die komplette Altstadt bis in Ziel an der Porta Nigra richtig heftig. Nochmal eine 4:02 … Durch das ZuschAUerspalier ins Ziel. 1:29:12 zeigt die Garmin an. Die offizielle Zeit ist sogar noch um zwei Sekunden besser.

Nach dem Marathon in Hamburg (3:08:52) und dem Zehner in Echternach (39:07) die dritte persönliche Bestzeit. Das harte Training im Frühjahr hat sich wahrlich gelohnt.

Und nach dem Lauf? Auf die Mitstreiter warten, Fotos machen. Glückwünsche verteilen und entgegen nehmen. Und natürlich mit dem Junior fiebern, der im Jugendlauf startet. Er ist besser als ich, wird in seiner Alterklasse 9., ich in meiner 10.

Er hat noch Luft nach oben. Ich derzeit nicht mehr. Aber das ist nicht schlimm. Ich werde den Rest des Jahres ruhig angehen.

Ergebnisse, Bericht und Bilder sind inzwischen auf dem Laufportal eingestellt. www.volksfreund.de/laufen

Testintervalle

Rennschnecke oder doch schnell unterwegs? Darum ging es heute...

Nur noch wenige Tage bis zum Trierer Stadtlauf am Sonntag. Ein schneller Halbmarathon steht dort an. So war es jedenfalls geplant. Nach einigen Problemen mit der Wade nach den letzten beiden langen Läufen sollte der heutige Morgen Aufschluss darüber bringen, ob ich dieses Vorhaben über Bord werfen muss.

10 Minuten Einlaufen – 3+2 km im GA2-Tempo mit 400 Meter Trabpause dazwischen – 10 Minuten Auslaufen

So lautete der Plan für die flache Strecke zu den und um die Mattheiser Weiher.  Also: Kompressionsstrümpfe übergezogen und los … Loslaufen ohne Probleme. Nach fünf Minuten – war da nicht ein dezenter Schmerz? Weiterlaufen mit dem Vorsatz, sofort abzubrechen, wenn sich das deutlich wahrnehmbar manifestiert.

Die ersten zwei schnellen Kilometer. Nein, keine Probleme, außer die, wirklich Fahrt aufzunehmen. An den Rampen zum zweiten Weiher etwas Tempo herausnehmen. Dann wieder flott. Die Garmin zeigt zwischen 3:50 und 4:15. Letzteres wäre – wen alles gut läuft – das Renntempo am Sonntag.

Viele Jogger sind heute unterwegs. Die machen sich bestimmt ihre eigenen Gedanken über den Sprinter im TV-bewegt-Shirt, der da an ihnen vorbeihetzt und dann plötzlich für ein paar hundert Meter in langsamen Trab verfällt, um wieder los zu spurten. Und das alles bei diesem schweißtreibenden Klima …

12 Kilometer werden am Ende der 60 Minuten auf dem Display angezeigt. Und die Wade? Keine Probleme! Das Projekt PB Halbmarathon lebt also weiter.

 

Überraschungsei

Nein, ich schreibe heute nichts über meine erste Sitzung bei einem Mentalcoach. Und ich schreibe auch nichts über den Greifvogelangriff an der Sauer auf meinen Laufkumpel. Kein Thema soll mein Ruhetag bei eigentlich idealem Laufwetter sein. Und zum guten Abschneiden der Läufer bei der Sportlerwahl durch die Leserinnen und Leser des Trierischen Volksfreunds habe ich ja schon in Facebook etwas gepostet.

Mein Überraschungsei des Tages wird die neue Auflage der Aktion „Der TV bewegt“. Ab Samstag können sich unsere Leserinnen und Leser für zwölf Wochen Vorbereitungstraining zum Trierer Stadtlauf bewerben. Ins gesamt 60 Teilnehmer werden sich wie im vergangenen Jahr auf drei Trainingsgruppen verteilen. Anfänger und Wiedereinsteiger werden ebenso gut betreut wie Läufer, die erstmals zehn Kilometer laufen wollen oder ihre Bestzeit auf dieser Strecke verbessern wollen.

Und für die Fortgeschrittenen gibt es eine etwas kleinere Gruppe, die beim Halbmarathon starten werden. Hier gibt es nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres allerdings eine Neuerung: Weniger als 60 Minuten für zehn Kilometer müssen als aktuelle Bestzeit stehen.

Die Ausschreibung findet sich in der Tageszeitung und auf dem Laufportal www.volksfreund.de/laufen.

Ich freue mich auf die Aktion und bin sehr gespannt auf die Resonanz.

Endlich mal wieder ein Halber

Gigantisch, dieses Wetter heute. Gerade gut genug für einen tollen Samstag-Quassellauf. Die Einladung von Mel und Hans-Peter, schon um 5 Uhr im Hochwald eine lange Tour anzugehen, hatte ich abgesagt, auch wegen der leichten Halsschmerzen. Dann also wie gewohnt um 8.30 Uhr ab Sportplatz Olewig, heute in einer etwas größeren Gruppe, weil sich neben Achim, Christoph und Rudi Volvo-Achim und sein aus Schweden stammender Kollege angeschlossen hatten.

Da sie nur eine Stunde Zeit haben, nehmen wir den Weg über Tarforst nach Kürenz, wo sie sich wieder verabschieden können.

Zunächst also einige Höhenmeter hoch und dann durch das Aveler Tal hinunter, wo wir endlich in Höhe der Weindomäne die ersten Sonnenstrahlen genießen dürfen.

Zu viert geht es also in Richtung Eisenbahnbrücke Pfalzel, die bereits in der Sonne liegt.

Auf der Mosel ist nicht viel los.

Flussaufwärts rechts des Flusses warten fünf sonnige Wonnekilometer. Mario, der sich erst vor einigen Wochen unserem Lauftreff angeschlossen hatte, stößt heute in neue Dimensionen vor. Er wird sich seinen ersten 20er Lauf erkämpfen, auch wenn die letzten Kilometer für ihn hart sind.

Auf dem Trierer Hauptmarkt haben die Buden des Weihnachsmarktes noch geschlossen. Die Stadt füllt sich aber schon langsam mit Menschen, die sich auf die Suche nach Geschenken für ihre Lieben machen.

Auf dem Domfreihof befindet sich der zweite Teil des Weihnachtsmarktes. Der mächtige Kirchenbau ist Weltkulturerbe und entstand der Legende nach aus dem Wohnhaus der Kaisermutter Helena. Die ist natürlich heilig gesprochen. Wissenschaftlich belegt ist zumindest, dass der Kern des Doms aus römischer Zeit stammt. Und unter der Krypta fanden sich auch Reste eines Deckenfreskos aus römischer Zeit, das wohl Helena zeigt.

Vorbei an der Konstantinbasilika, dem ehemlaigen Kaisersaal, laufen wir durch den von der Sonne in schönsten Farben erleuchteten Palastgarten. Der Barockanbau an der Basilika ist heute Sitz des Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, dem nachfolger der Bezirksregierung.

Vom Sportplatz aus hatte die Runde genau 20 Kilometer. Für Christoph und mich kommen insgesamt 21 Kilometer zusammen. Ein toller Lauf!

Heiß, heißer, Panoramalauf

Der heißeste Tag des Jahres. Der heißeste 2. April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Da überkommt einen beim Laufen zumindest keine Gänsehaut. Oder doch, vielleicht, nach einem Lauf wie in Schweich. Der Panoramalauf über 21.1 Kilometer macht seinem Namen wirklich Ehre. Prachtvolle Ausblicke, azurblauer Himmel. Eine Natur im frischesten Grün.

Aber die Hitze ist wirklich nicht ohne. Besonders bei so einem Lauf mit 422 Metern positiven Höhenunterschieds. Da darf keine Trinkmöglichkeit ausgelassen werden. Und dennoch sind vier Erfrischungsstationen an einem solchen Tag zwei zu wenig.

Aber ich bin ja selbst schuld. Ich wollte schnell laufen,, in jedem Fall besser sein als im vergangenen Jahr. Dass es dann ganze acht Minuten weniger sind als 2010 überrascht mich am Ende doch. An Platz zehn ganz knapp vorbeigeschrammt. In meiner Altersklasse Vierter.

Wenn ich das geahnt hätte, wäre ich die letzten beiden Kilometer doch noch etwas schneller angegangen, flüstert mir das Teufelchen auf meiner rechtne Schulter zu. Das Engelchen auf der linken frohlockt derweil über das tolle Erlebnis und die prima Leistung. Achim, der ebenfalls für den Lauftreff des SV Olewig unterwegs war, musste allerdings leider erleben wie es ist, wenn die Zuckerreserven zu Ende gehen und das letzte Getränk doch besser ein gesüßter Tee und kein Wasser hätte sein sollen.

Meinen Laufpartner Marcell schicke ich einen Kilometer vor dem Ziel los, damit er den Läufer vor uns noch überholt. Das gelingt ihm scheinbar spielend, auch wenn er danach behauptet, er wäre den Lauf ohne mich niemals so flott angegangen. Ich kann nicht sprinten, sondern laufe fast immer wie ein Uhrwerk über die gesamte Strecke ein konstantes Tempo. Beim Blick auf meine Garmin-Daten zeigt sich, dass es auch diesmal so ist.

Im Ziel. zehn Becher Wasser, Tee, Isodrink, diverse Bananen und Apfelschnitz, dann ein genussvolles alkoholfreies Hefe. Die Welt ist wieder in Ordnung und strahlt in schönsten Frühlingsfarben. Je mehr Zeit zum Lauf vergeht, desto besser wird er. So geht es heute nicht nur mir.

Am Abend dannn noch leckere Lammsteaks vom Grill. Und am Sonntag? Alternativprogramm: Mountainbiketour mit den Jungs. Das wird auch ein Spaß!

Alle Ergebnisse und noch viele, vermutlich schönere Fotos gibt es auf dem Laufportal: www.volksfreund.de/laufen