Ausgebremst

5-DSC00357Wenn Sportler ausgebremst werden, ist das alles andere als erfreulich. Passieren kann das nicht nur auf den Rallye- oder Formel-1-Pisten. Auch für Läufer gibt es kaum etwas Schlimmeres. Eine Erkältung nach wochenlanger Vorbereitung, nur wenige Tage vor einem Wettkampf ist ein Schreckgespenst. Aber auch ein nachlässig gebundener Schnürsenkel kann den Traum von der Bestzeit zunichtemachen. Auch der Gedanke an Blasen erzeugende Sockenfalten oder Brustwarzen blutig scheuernde Laufshirt-Stoffe erzeugt keine wohlige Gänsehaut. Und von Vollbremsungen wegen Verletzungen an Fuß, Achillessehne, Knie oder Leiste soll hier gar nicht die Rede sein.
Thema ist eine andere Form der Vollbremsung: So musste am Wahlssonntag beim Baden-Marathon in Karlruhe ein Zug eine solche vollziehen, um Opfer unter der über die Gleise spurtenden Läuferschar zu vermeiden. Zu Schaden kam zum Glück niemand. Nur stand der Güterexpress nach dem Bremsmanöver für geschlagene zehn Minuten und blockierte den Bahnübergang für die folgenden Läufer des Halbmarathons, die sich damit begnügen mussten, an Ort und Stelle die Muskulatur warm zu halten und mental von der persönlich avisierten Zielzeit Abschied zu nehmen. Warum die Bahn ausgerechnet an diesem Tag zu dieser Stunde einen Zug fahren ließ, obwohl der Laufwettbewerb wie seit 25 Jahren für diese Strecke angemeldet war, ist noch nicht geklärt. Zumindest haben aber die Zuschauer im Ziel ziemlich schnell erfahren, warum es nach dem ersten Drittel der Finisher eine mehrere Minuten dauernde Pause gab, bevor die nächsten Läufer ihr Rennen beendeten. Ausgepumpt, vor allem aber ausgebremst.
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