Den Wurzelweg gerockt

Ein wenig Bammel hatte ich schon vor diesem Lauf. Nach vier Monaten der erste Wettkampf. 15 profilierte Kilometer beim Wurzelweglauf in Konz. Ideal, weil angesichts des Profils eh keine schnellen Zeiten verlangt werden. Zudem ein Landschaftslauf erster Güte.

07-DSC04001Am Abend davor überrascht mich mein Schatz dann mit dem Satz: „Ich werde morgen auch starten.“ Zwar „nur“ auf der 5-Kilometer-Strecke, wie sie versichert. Aber ich freue mich natürlich dennoch darüber, nicht alleine in die zweitgrößte Stadt der Region zu fahren. Dort, am Waldrand beim Schulzentrum, startet einer der traditionsreichsten Volksläufe im Trierer Land.

03-DSC03982Wir wählen beide das schwarze Shirt des SV Olewig aus. Gut gemacht, so wird das ein schönes Gruppenfoto mit Marcel, Marc, Marion und Dominik nach dem gemeinsamen Einlaufen.

02-DSC03977Einlaufen würden die Shirts wohl an diesem Tag tatsächlich, wäre der Regen nur etwas wärmer. Besonders unmittelbar vor und beim Start öffnet der Himmel seine Schleusen. Nicht unbedingt zur Freude von Sylvia Büdinger, der Hauptverantwortlichen vom veranstaltenden Verein TG Konz.

04-DSC03984Wie ich, startet deshalb zum Beispiel auch Facebook-Dirk aus der Box, also aus dem überdachten Unterstand.

05-DSC03986Wie gut es doch tut, endlich mal wieder bei so einem Lauf dabei zu sein! Viele bekannte Gesichter, Leidensgeschichten, Wiedersehensfreude, Berichte von allerlei Dingen, die sich in den Monaten meiner Abstinenz in der Läuferwelt ereignet haben.

06-DSC03994Ich lasse es ruhig angehen, bin aber dennoch zumindest im hinteren Feld am Berg einer der Stärksten. Am steilen und enorm seifigen Wurzelweg bleibt mir deshalb so ziemlich alleine noch Luft, den ein oder anderen motivierenden Spruch herauszuplaudern.

08-DSC04010Als mir dann auf dem Roscheider Hof mein Zuhörer signalisiert, dass er nur spanisch kann und „ganz klein bisschen Deutsch“ weiß ich, zumindest die vergangenen fünf Minuten war das ein wohl doch eher einseitiges Gespräch …

Aber zumindest verstehen mich die Jungs, denen ich rate, sich an der Kuppe auf der Roscheider Höhe ein paar Körner aufzuheben. Denn diese Steigung scheint unendlich, auch wenn das zunächst nicht zu erkennen ist.

09-DSC04013Für kurze Zeit reißt nun sogar der Himmel auf. Ein wunderschöner Blick auf das Moseltal ist Belohnung für die Anstrengung hinauf. Dirk habe ich mittlerweile verloren, Dominik und Marcel sind meilenweit voraus. Marion ist an der Kreuzung für die 10-Kilometer-Strecke abgebogen. Und Marc, zu dem ich fast aufgelaufen bin. rennt mir an den nun folgenden Bergabpassagen einfach davon. Denn hier löse ich die Handbremse mit Blick auf meine Leiste nicht. So fliegt auch eine Frau an mir vorbei, die davor am Berg ihre Probleme hatte. Wir sehen uns auf diese Art und Weise noch einige Male und sind uns einig, dass wir heute mit der Bündelung unserer Stärken richtig schnell gewesen wären.

11-DSC04024Nach knapp elf Kilometern laufe ich im Wald auf einen langen Läufer auf. Die Aufschrift auf der Mütze kommt mir bekannt vor. Und tatsächlich ist es Sascha „Trailrunner’s dog“, der aus dem Raum Koblenz angereist ist, um nach einer Erkältung wieder seine Form zu testen.

12-DSC04026Es ist eh ein kleines Laufbloggertreffen hier: Birthe Trailfrosch („Ich habe mir nicht vorgenommen zu gewinnen, Hauptsache ich bin schneller als im vergangenen Jahr“) rockt natürlich die weibliche Konkurrenz Sie gewinnt mit neuer Bestzeit. Karina TriTeamDream ist heute nur Zuschauerin und freut sich auf den Einstieg in das achtmonatige Intensivtraining für den Start beim Triathlon in Roth. Schade, dass Anne Weinbergschnecke nicht auch da ist.

Es wird also in den anderen Blogs sicher noch einiges zu Lesen geben, vom Wurzelweglauf und anderen Dingen.

14-DSC04029Im Ziel dann große Freude. Es ist geschafft! Die Schuhe haben komplett ihre Farbe geändert, was erst die Wurzelbürstenbehandlung am Wasserzuber ändert. Die Schlammkruste auf den Waden lässt sich dank Kompressionstrümpfen einfach ausziehen.

13-DSC04027Duschen sind herrlich heiß. Der Kaffee auch, und das alkoholfreie Weizen sowieso lecker. Das Wichtigste aber: Die Leiste hat gehalten. Ein leichtes Ziehen auf den letzten vier Kilometern. Aber nicht wirklich schlimm. Ich bin auf dem Weg der Besserung.

15-DSC04030Nächste Woche dann ein entspannter Deuluxlauf zum Saisonausklang. Da werden wieder jede Menge Gesprächspartner mitlaufen. Vor allem Christoph, der in Konz pausiert hat. Für den muss ich auch kein Spanisch lernen. 😉

Vielleicht findet dieses Filmchen dann eine Fortsetzung:

Geduld

… zahlt sich aus, auch wenn es nicht unbedingt meine Stärke ist, zumindest wenn es ums Laufen geht. Heute also ein etwas mulmiges Gefühl, als ich meine Laufschuhe anziehe. Meine schwersten und stabilsten. Wird die Sehne halten?

DSC01046Gestern Abend – nach zwei Tagen Pause –  war von Schmerzen nichts mehr zu spüren. Und beim normalen Gehen hatte ich schon am Tag davor keine Probleme. Das Wetter? Da könnte ich wieder unkontrolliert fluchen, aber ich lasse das mal. Es ist grimmig kalt, so eine ekelige Kälte. Der Himmel grau, hohe Luftfeuchtigkeit, ein zwar nur leichter Wind, der allerdings Frosterqualität hat. Das Outfit ist also eher winterlich, 3/4 Hose und Kompressionsstrümpfe ersetzen die lange Tight. Das lange Shirt aus  Merino-Wolle ist das tollste Teil, das ich mir in diesem Winter zugelegt habe. Meine gelbe Lieblings-Gore-Jacke drüber. Handschuhe und … nein, keine Mütze, sondern eine Kappe. Schließlich könnte es laut Wetterbericht regnen oder sogar schneien.

Christoph kommt aus dem Haus, als ich nach dem Satelliten suche. Auch in Gelb, auch mit Sehnenproblemen, wie er erzählt. Auch er hat etwas zum Trinken auf die Hüften geschnallt. Wir werden also versuchen, zumindest um die 25 Kilometer zu laufen. Die Vorbereitung auf den Mittelrhein-Marathon muss schließlich fortgesetzt werden.

DSC01048Am Treffpunkt wartet Achim. Rudi, Marcel und Dominik haben andere  Verpflichtungen. Und so machen wir uns nach kurzer Absprache, wo es hingehen soll, zu dritt den Eselspfad hinauf auf die Hill und hinunter ins Tiergartental. Von dort durch das Goldkäulchen zur Pellinger und durch das Konzer Tälchen zurück in Richtung Trier. So ist der Plan.

Und? … Schon die ersten Schritte lassen mich aufatmen. Keine Schmerzen. Auch die Serpentinen hoch in Richtung Kernscheid sind problemlos möglich. Nach dem steilen Stück bergab ins Goldkäulchen – knapp fünf Kilometer sind vorbei – glaube ich ein leises Ziehen zu spüren. Also heißt es weiterhin, bewusst zu laufen, schön auf dem Mittelfuß, geruhsam.

DSC01050Das Ziehen verschwindet wieder, ist auch nicht zu spüren, als wir die Pellinger Straße überqueren und in das leider unter bleischwerem Himmel liegende Konzer Tälchen blicken. Vorsicht auch bei den abschüssigen Passagen hinunter nach Niedermennig. Eine sehr hübsch restaurierte Marienkapelle zieht unsere Blicke an. Kurzer Fotostopp. Jetzt geht es fast nur noch flach zurück nach Hause.

DSC01051Die Pfade, die rechts im Wald neben dem Radweg zu erkennen sind, werden beim nächsten Mal unsere Streckenwahl sein. Heute bleiben wir auf festem Untergrund. Auch in Konz. Eine einst von Eisenbahn und Industrie geprägte Stadt. Wenig hübsch, um mal etwas euphemistisch zu bleiben.

DSC01052Eine „interessante“ Bahnunterführung öffnet uns den Weg zur Mosel und auf die laaaange Gerade in Richtung Trier.

DSC01053Hier begegnen wir einigen anderen Läufern und Hundebesitzern. Rottweiler und Bullterrier werden aber zum Glück an der kurzen Leine geführt, so dass auch die beiden Schwäne nichts zu befürchten haben, die hier zwischen Fluss und Bahntrasse brüten.

DSC01054Zeit für eine Handvoll Rosinen. Etwas Wasser. so lassen sich auch die folgenden zehn Kilometer bis nach Olewig überstehen.

DSC01059Achim nimmt jetzt konsequent die Ideallinie. Er ist froh und sicher auch zufrieden, als wir nach 2 Stunden und 35 Minuten den Olewiger Sportplatz wieder erreichen. 26 Kilometer – und die Sehne hat gehalten! Auch Christoph ist glücklich, dass er keine größeren Probleme hatte. Unser gemeinsames Ziel Mittelrhein-Marathon ist also nicht gefährdet. Wen kümmert da noch das Wetter? 😉

 

Wer kommt zum Wurzelweglauf?

 

Ein sehr schöner Landschaftslauf im Spätherbst ist der Wurzelweglauf in Konz. Und seit er neben dem klassischen 10er auch eine an Höhenmeter reiche 15er Variante hat, ist das auch etwas für mich.

Das Erinnerungsbild an den Wurzelweglauf 2011

Am Sonntag, 4. November, 10 Uhr, ist es wieder so weit. Startschuss im Sportpark des Schulzentrums. Und weil der Lauf so viel Spaß macht und gut organisiert ist, sind der Trierische Volksfreund und das dazugehörige Laufportal Medienpartner.

So werde ich also einmal mehr nicht im Dress meines Vereins, sondern im „Der TV bewegt“-Outfit an den Start gehen. An der Verlosung der Startplätze darf ich mich nicht beteiligen. Wer will, ist allerdings eingeladen, sein Glück zu versuchen. Bis Donnerstag ist das Bewerbungsformular noch geschaltet.

Hier der offizielle Ausschreibungstext:

Der TV bewegt: Freistarts für den Wurzelweglauf

Einer der traditionsreichsten Läufe in der Region Trier geht am 4. November eine Neuauflage: Für den 37. Wurzelweglauf verlost der Trierische Volksfreund Freistarts. Hier geht es zum Formular.

Landschaftlich schön, aber anspruchsvoll. So lässt sich der Wurzelweglauf charakterisieren, der am 4. November vom Lauftreff der TG Konz bereits zum 37. Mal organisiert wird. Wie im vergangenen Jahr präsentiert der Trierische Volksfreund und sein Internet-Laufportal www.volksfreund.de/laufen die Veranstaltung. Neben dem traditionellen Lauf über zehn Kilometer wird es auch wieder die etwas längere Variante geben, die über 15 Kilometer führt und auf dem Weg zum Roscheider Hof einige zusätzliche Höhenmeter beinhaltet.

Für die Freunde kürzerer Strecken ist auch ein Jedermann-Lauf über fünf Kilometer sowie eine Walkingrunde (7,5 Kilometer) im Angebot. Ein besonderes Augenmerk legen die Macher um Silvia Büdinger von der TG Konz in diesem Jahr auf die Kinder- und Jugendläufe. Der Kinderlauf (U10/U12) führt über 1000 Meter. Die Strecke für den Jugendlauf (U14/U16) beträgt 2000 Meter. Der Start für alle Kinder und Jugendlichen ist frei. Alle jungen Teilnehmer erhalten im Ziel eine Überraschung. Start für alle Läufe ist um 10 Uhr im TG Sportpark beim Schulzentrum in Konz.

Der TV bewegt: Für die Läufe über 10 und 15 Kilometer verlost der Trierische Volksfreund gemeinsam mit dem TG Konz jeweils drei Startplätze. Teilnahmeschluss ist Donnerstag, 25. Oktober.

Weitere Informationen und Anmeldung zum 37. Wurzelweglauf in Konz: www.tgkonz

 

Runner’s High in Konz

Was war das für eine tolle Veranstaltung in Konz! Die Bottiche mit Wasser und die daran festgebundene Wurzelbürste wurde nicht benötigt. Denn von dem Schlamm, der im vergangenen Jahr vor allem den Anstieg noch Konz Roscheid zu einer Rutschpartie machte, war bei prächtigstem Herbstwetter nichts zu sehen. Um die Mittagszeit wird es 17 Grad warm sein. Im Schatten, wohlgemerkt.

Mit drei Freunden von Lauftreff Olewig gehe ich an den Start. Marcell, unser Jüngster, ist in diesem Jahr so stark, dass von Beginn an klar ist: wir werden ihm nicht folgen können, wenn er volles Tempo geht. Achim, unser Großer, ist nach Stockholm erst wieder seit kurzem in Tritt gekommen. Er hat angekündigt, den Lauf „nur durchstehen“ zu wollen. Und auch Rudi ist in diesem Jahr nicht so oft samstags dabei gewesen.

Da Christoph, mein kongenialer Laufpartner, wegen einer Erkältung nicht am Start ist, wird schon eine Minute nach dem Start klar, das wird kein Teamlauf. Marcell ist zu schnell für mich. Ich laufe zu flott für Rudi, und dessen Tempo kann nicht von Achim gehalten werden.

Ich sortiere mich also nach dem ersten Anstieg irgendwo hinter der Spitzengruppe und deren schnelle Verfolger ein und entscheide mich dafür, nur nach meinem Gefühl zu laufen und mich nicht zu kraftzehrenden Sprinteinlagen herausfordern zu lassen. Das muss beim Wurzelweglauf in Konz auch so sein, denn die Strecke hat es in sich. Mindestens zur Hälfte eine echte Crossstrecke. Viele lange Steigungen.

Die erste ist der Wurzelweg, der dem Lauf auch in der 36. Auflage seinen Namen gibt. ist ein steiler Pfad, auf dem nachts manchmal auch die Wildschweine wüten. Ich ordne mich brav hinter einem Läufer ein, der vielleicht einen Tick langsamer am Berg ist als ich. Kräfte sparen lautet aber das Motto. Ich bleibe hinten. Erst kurz vor dem Ende, als wir auf eine Starterin treffen, die sich offensichtlich zu sehr verausgabt hat, gehe ich an beiden vorbei.

In Roscheid die erste – und wie sich zum Leidwesen einiger Läufer herausstellen wird – einzige Verpflegungsstation. Hier feuern auch einige Zuschauer die Sportler an, die sich nun aufmachen, die nächste Herausforderung zu bewältigen. Denn das nicht ganz so steil, aber stetig und lange Wegstück auf die höchste Stelle der Strecke ist bei schnellem Tempo extrem anstrengend.

Bei diesem Wetter muss aber ein Blick für das tolle Panorama bleiben. Die unterwegs geschossenen Bilder sind besser geworden als befürchtet.

Nur etwa 100 Meter von der Pellinger Straße, dem dahinter liegenden Mattheiser Wald und den im dortigen Schießgelände wild herumballernden Kleinkaliberschützen, geht es nach einer Spitzkehre wieder zurück in Richtung Konz, zunächst nahezu eben und dann durch den Wald steil bergab.

Wie immer überholen mich einige Läufer auf den Abstiegen, obwohl ich meinen Beinen mehr erlaube als sonst. Auf den Rampen bergauf und besonders auf dem nochmals langen Anstieg zum Panoramaweg oberhalb der Weinberge von Oberemmel hole ich aber fast alle wieder ein. Hier wäre eine zweite Verpflegungsstation eine gute Sache.

Ich vermute mal, meine Fähigkeit, mit wenig zusätzlicher Flüssigkeit auszukommen, ist dafür entscheidend, dass mich auch bergab nun bald niemand mehr überholt. Die restlichen zwei Kilometer habe ich aus dem vergangenen Jahr noch gut in Erinnerung: Erst bergab, dann eine lange ebene Gerade auf Asphalt.

Na gut: Mal sehen, ob ich den Kilometer noch im Bereich von vier Minuten laufen kann. Richtig Spaß macht das nicht, aber ganz entspannt ins Ziel laufen, das geht auch nicht … 4:10 auf Kilometer 14 – 3:54 auf Kilometer 15, lese ich auf meiner Garmin später nach. Da überhole ich etwa 200 Meter vor dem Ziel noch einen Läufer aus einer höheren Altersklasse. Den Applaus der Zuschauer im Zielbereich genieße ich aber so sehr, dass ich mich fast erschrecke, als er wieder mit lauten Riesenschritten an mir vorbeiprescht. Es sei ihm gegönnt.

Im Ziel dann der Blick auf die Uhr. Wow, 1:09:09 Stunden. Ich hätte nie damit gerechnet, die 1:11:03 aus dem vergangenen Jahr zu toppen. Die offizielle Zeit ist sogar noch zwei Sekunden besser. Aber Marcell ist schon seit vier Minuten im Ziel; in seiner Altersklasse M35 wird er sogar Zweiter. Kompliment! Wiederum vier Minuten nach mir kommt Rudi strahlend an. Und zu dritt laufen wir Achim entgegen und begleiten ihn auf seinen letzten Metern.

Runner’s High! Willkommen, ihr Endorphine. Alle sind richtig gut drauf. Traumhaft. In einer Woche wartet nun zum Saisonabschluss der Deuluxlauf in Langsur. Ein flacher Zehner am Flüsschen Sauer entlang. Fünf Kilomter auf deutscher, fünf auf Luxemburger Seite. Auch da werden ganz viele Bekannte am Start sein. Auf das Wiedersehen freue ich mich mehr als auf den Lauf. Aber den werde ich ruhig angehen, versprochen 😉

Den offiziellen Bericht mit den Siegern und den Platzierungslisten gibt’s schon jetzt auf dem Laufportal des Trierischen Volksfreunds.

Über Stock und Stein

Das war 2010 nach dem Wurzelweglauf in Konz.

In diesen Tagen durch die bunt gefärbte Natur zu laufen ist purer Genuss. Am schönsten ist es abseits der betonierten Strecken, auf Feld- und Waldwegen, Wiesen und Pfaden, die der moderne Läufer Trails nennt. So werden Landschaftsläufe zu Trailläufen. Und wenn diese nicht ganz so lang sind, gilt der Begriff Crosslauf.
Gut beraten ist, wer auf diesen Unternehmungen die Straßenschuhe gegen solche mit härterer Sohle und vor allem gutem Profil austauscht, um den zunehmend glitschigen Blätterteppich ohne Rutschpartie zu bewältigen.
Das gilt am Sonntag auch wieder für den Wurzelweglauf der TG Konz. Der Opa aller Volksläufe in der Region feiert 36. Geburtstag und stammt aus der Zeit, als Strecken auf Asphalt verpönt waren. Die Läufer müssen in Konz also von jeher durch den Wald, wo das Novemberwetter in der Regel den Weg in eine Matschpiste verwandelt.

„Das war crosser als cross“, war der treffende Kommentar des Siegers über die Zehn-Kilometer-Strecke, Enrico Zenzen, im vergangenen Jahr. Ich war da auf der erstmals angebotenen Variante über 15 Kilometer unterwegs. Außerordentlich erfolgreich, wie ich zunächst glaubte – bis die Veranstalter mich aus der Wertung für die Walker herausgenommen haben.

Mal sehen, wie es in diesem Jahr sein wird. Die Zeit von 2010 (1:11:03) werde ich kaum erreichen. Aber das ist auch nicht meine Ambition

Testlauf für die Nordschleife

Brrrr… Was für ein Wetter! Bei diesem Regen fällt es dann doch gar nicht so schwer, heute in der Redaktion sitzen zu müssen.

Schade nur für das Familienfest auf dem Petrisberg. Bei schönem Wetter hätte das wieder Tausende Kinder und Erwachsene angezogen. So wird es vermutlich ein abgespecktes Programm und deutlich weniger Besucher geben.

Zumindest ist der Regen warm. Das war er auch gestern Abend bei der Terrasseneinweihungsparty bei lieben Freunden in Osburg.

Der Samstagmorgen bot dagegen einige trockene Stunden. Ideal für den obligatorischen Samstagslauf. Da die Mehrzahl unserer Lauftrefffreunde mit dem Fahrrad in der Eifel unterwegs war – sie haben auf ihrem Drei-Tage-Tripp leider viel Regen abbekommen – waren Rudi und ich mal wieder nur zu zweit.

Nach längerer Zeit steuern wir mal wieder die Mosel an, was einen überwiegend flachen Lauf auf asphaltiertem Radweg bedeutet, einige längere Passagen auf dem parallel verlaufenden Grün ausgenommen. Und auch die Extrarunde  um die Mattheiser Weiher bietet weichen Untergrund.

Moselaufwärts traben wir also zu früher Stunde. Da lassen sich im Bereich der Schleuse nicht einmal diese Gänse in ihrer Ruhe stören. Und selbst als zwei Minuten später ein nicht angeleinter großer Hund mit Herrchen und Frauchen auftaucht, watscheln sie gelassen und eher gelangweilt nur einige Meter zur Seite.

Aber Groß-Wauwau hat offenbar bereits gut gefrühstückt und sich ausgetobt. Er lässt zur Überraschung der Betrachter die Vogelschar ungerührt links liegen.

Wendepunkt ist ie Eisenbahnbrücke in Konz. Über die Mosel und die lange Gerade zurück in Richtung Trier.

Am Ende sind wir doch 2:15 Stunden unterwegs. Der Akku meiner Garmin hat leider bei Kilometer 17 schlapp gemacht. Aber es dürften um die 24 Kilometer gewesen sein. Ein idealer Vorbereitungslauf also für den Nürburgring am kommenden Samstag. Dort warten in der Nordschleife dann allerdings jede Menge Höhenmeter auf uns.

Weitblick auf der Konzer Höhe

Angenehme 15 Grad. Die Sonne verbirgt sich hinter grauen Wolken, ab und zu eine Andeutung, dass dahinter das lange ersehnte Blau eines Sommerhimmels liegt. Das sind die äußeren Voraussetzungen für diesen Samstagslauf. Rudi hatte versprochen, diesmal zum Start um 8 Uhr da zu sein, nachdem die Verhinderung der Abwendung eines Computergaus am vergangenen Samstag seine ganze Energie forderte und meinen Lauf zu einem Solo werden ließ.

Alles in Ordnung mit Festplatten und Co. dieses Mal. Und so machen wir uns als Duo auf. Die anderen Freunde unseres kleinen Lauftreffs befinden sich noch im Urlaub, regenerieren nach einer Operation, sind körperlich-mental noch nicht in der Lage, mit Spaß zwei Stunden unterwegs zu sein oder haben berufliche Verpflichungen.

Eine schöne Runde haben wir uns vorgenommen, die wir so noch nicht gelaufen sind. 20 Kilometer plus X.

Die ersten zehn kennen wir. Sie sind wie im Flug bewältigt bei all dem, was wir uns zu sagen haben. Ja, es gibt auch Männer, die Kommunikation nicht auf maximal fünf Silben pro Satz beschränken. Und so lenkt sich unsere Aufmerksamkeit erst wieder auf die Strecke, als wir die Pellinger straße erreicht haben. Den Höhenabschnitt müssen wir finden, dem wir auch beim Wurzelweglauf in Konz genommen haben. Aber natürlich ist real alles nicht ganz so einfach wie die Routensuche zuhause auf der Stadtkarte vermuten ließ.

So lassen wir uns zunächst einfach auf die schönsten Abzweigungen ein, die in etwas der richtigen Richtung folgen. Der Untergrund ist auch in den Weinbergen und im Wald feucht, kein Matsch, alles wunderbar zu laufen.

Erst als wir auf die Straße stoßen, die von der Bundesstraße hinunter in Richtung Saar führt. Eine wichtige Verbindung, wie die regelmäßig herunterbrausenden Autos dokumentieren, muss mal wieder der Blick aufs Smartphone helfen, den richtigen Weg zu finden. 500 Meter bergauf also und dann links ab.

Jetzt sind wir auf der richtigen Strecke, die über die Höhe in Richtung Moseltal führt. Auch bei bedecktem Himmel bieten sich hier ganz wunderbare Weitblicke über Moseltal und Eifel. Im Neubaugebiet bei Roscheid wird sich den Neubürgern ein prächtiges Panorama bieten.

Angesichts eines verlockenden Weges, der kurz vor der Einmündung auf die Straße Löllberg abzweigt, werfen wir die ursprünglich geplante Route hinunter zur Mosel und an den Mattheiser Weihern vorbei über den Haufen und lassen und in Richtung Mattheiser Wald traben. Wunderbar.

Unterhalb des Schießstandes treffen wir wieder auf die Pellinger Straße, wie die B 268 in Trier genannt wird. Schnell über die wegen der trotz vieler Kurven rasenden Fahrzeuge nicht ungefährlichen Straße und wieder hinein in den Wald. Die folgenden fünf Kilometer sind vertrautes Terrain. Bis zum Hundesportplatz bei Mariahof und dann am Hofgut vorbei auf den Rundweg und von dort den Trail hinunter ins Tiergartental.

Zeit genug, um sich über Kondition, – angesichts der beiden roten Flecken auf Rudis T-Shirt – die Qualität von Laufshirts und andere Dinge zu unterhalten, die hier nicht thematisiert werden sollen.

22 Kilometer zeigt die Garmin am Ende. Zwei Stunden dafür zeugen von einem insgesamt gemütlichen Tempo. Aber so sollte es sein: zwei Stunden Laufgenuss am Samstagmorgen.

Auf ein Neues in einer Woche.

3 Stunden – 30 Kilometer

Samstag ist der Tag für den „Longjog“, den längsten Lauf der Woche mit Blick auf den Stockholm-Marathon am 28. Mai. Das bedeutet derzeit drei Stunden Bewegung in schönster Natur. Prächtige Farben, herrliche Düfte, angesichts zahlreicher Höhenmeter auch herrliche Ausblicke.

Heute geht es also mit den fünf Freunden vom Lauftreff des sV Olewig zunächst in Richtung Mosel. Die Baustelle an der Eisenbahnbrücke in der Aulstraße umlaufen wir durch das Anwesen eines dezent protestierenden Kleingärtners („Hier geht et niet durch“) und folgen dem Radweg bis in Höhe Estricher Hof.

An prächtigen Prunkvillen nicht ganz armer Zeitgenossen vorbei führt der Weg hinauf nach Roscheid.

Der Blick über das Moseltal ist beeindruckend, das Panorama des Industriegebits Trier-Euren mit der größten Sektfabrik Europas (Schloss Wachenehim bzw. Faber) und dem Europawerk von Japan-Tabacco-International zumindest interessant.

Links geht es noch einmal hoch, auf die Trasse des Wurzelweglaufs, der im Herbst die harten Läufer mit seinen vielen Höhenmetern lockt. Der Blick schweift über das Konzer Tälchen, wo vor einigen Tausend Jahren die Saar floss, bevor sie sich einen neuen Weg zur Mosel suchte.

Heute sollen es +- 453 Höhenmeter werden. Das stählt die Beine und stärkt die Kondition.

Über die Pellinger Straße – Vorsicht vor den Rasern – den auf der Höhe entlangführenden Weg in den Mattheiser Wald geht es zurück in Richtung Olewig. Nach etwa drei Kilometern zweigt rechts ein kleiner Pfad ab – Christophs Rennpiste. Denn unser Laufcoach kann sich hier stets nicht merh zurückhalten und fliegt förmlich ins Tal hinunter. Unten dann links ab und nach einem knappen Kilometer rechts über einen schmalen Steg auf die andere Seite des Bachs gewechselt.

Trailrunning ist auf dieser ehemaligen Extremmatschpiste angesagt. Das ist gut für die Koordination und die Fußgelenke. Nur bitte immer aufmerksam sein!

In Höhe Brubacher Hof geht es dann rechts hinauf bis nach Kernscheid. Heute nehmen wir die Straße hinunter ins Tal bis zum Radweg. Dann sind es nur noch zwei Kilometer bis zum Sportplatz Olewig. 22 Kilometer stehen bis hier auf der Garmin. Mit Jürgen und Marcel gebe ich mir deshalb noch eine Ehrenrunde auf dem Petrisberg. An der Kreuzung Kleeburger Weg die erste links.

Ein wunderbarer Weg, der auch als Zubringer von der Stadt zum Saar-Hunsrück-Steig ausgeschildert ist. Wir nehmen ihn allerdings in die entgegengesetzte Richtung.

Zweimal asphaltierte Weinbergswege kreuzen. Die Blütenblätter der Apfelbäume bereiten einen weißen Teppich.

Am Pony-Reiterhof vorbei in einer Kurve zum Brettenbachtal. Links 200 Meter hinunter, dann rechts auf den Weinlehrpfad. Bis zur Einmündung in die Sickingenstraße sind noch einmal einige Rampen zu bewältigen, die mittlerweile in den Beinen schmerzen. Marcel darf nun in Richtung Zuhause abbiegen. Die verbleibenden Zwei laufen durch die Kleingartenanlage und das Tiergartental, das „Kleine Biest“ hinauf und runter zum Sportplatz.

Eine tolle Tour. Und wenn ich tatsächlich die 2100 Kalorien verbraucht habe, die meine Laufuhr anzeigen, dann muss ich heute noch Einiges einwerfen. Wie gut, dass wir zum Grillen eingeladen sind 😉

Allen Läufern und Lesern dieses Blogs wünsche ich FROHE OSTERN!

Schlammschlacht in Konz

Mit der Wahl der Schuhe habe ich goldrichtig gelegen. Der Wurzelweglauf der TG Konz war auf Teilen der Strecke die wahrste Schlammschlacht. Vor allem im Wald glich der Weg teilweise einem von Wildschweinen durchwühlten Acker. Spaß hat es natürlich trotzdem gemacht. Eine tolle und herausfordernde Strecke.

Mit den Jungs vom Lauftreff des SV Olewig sind wir als Trio die lange Distanz über 15 Kilometer angegangen und als Team auch gemeinsam ins Ziel gekommen. Leidglich meine fehlenden Schlussspurtqualitäten haben mir da ein wenig zu schaffen gemacht.

Richtig schön war es, viele bekannte Gesichter vor, beim und nach dem Lauf zu sehen. Und hätte ich nicht rasch in die Redaktion zum Sonntagsdienst gemusst, wäre ich noch für das ein oder andere  Gespräch geblieben. Interessant ist natürlich auch, dass ich inzwischen als laufend bloggender Journalist erkannt werde.

Bei solchen Streckenverhältnissen wie heute habe ich allerdings eh ein untrügliches Kennzeichen: Ich bin der mit den schmutzigsten Waden. Mein Laufstil lässt von jeher meine Beine zu Schmutzfängern werden. Das ist so, als würde ich mit dem Mountainbike ohne Schutzbleche fahren.

Dankenswerterweise hatten die Veranstalter von der TG Konz die Möglichkeit geboten, mit Wurzelbürste und Wasser die Schuhe nach dem Lauf zu entschlammen.  Das Duschen danach dauerte heute auch etwas länger…

Fazit: Ein sehr schöner Lauf, gut organisiert. mein Knie hat gehalten (besonderer Gruß an Margitta ;o), knapp unter 1:11 ist keine schlechte Zeit (darauf kam es aber nicht an). Und spätestens heute Abend wird Holger Teusch seinen Bericht mitsamt Ergebnislisten und Bilderschau auf unser Laufportal www.volksfreund.de/laufen hochgeladen haben.