Fünf Minuten schneller …

Im nächsten Jahr werde ich fünf Minuten schneller laufen … Das ist der erste Gedanke, als ich im Zelt unter den spärlichen und zudem reichlich kühlen Sprühnebel der wie immer beim Deuluxlauf improvisierten Männerdusche trete. Den ersten 200 Läufern, die sich hier den Schweiß vom Körper gespült haben, erging es da sicher besser. So war es jedenfalls in den vergangenen Jahre, als ich immer zum ersten Fünftel der Finisher gehört habe.

10-DSC04094Aber so wirklich stört mich das erfrischende Nass in einem der beiden sonst als Desinfektionszelte dienenden Sanitärstationen vor der zum Umkleideraum umfunktionierten Feuerwehrgarage an diesem Tag nicht.

Ich bin gelaufen! Das Wetter war super, sogar einige Sonnenstrahlen haben uns 1840 Starter bei diesem großen deutsch-luxmeburgischen  Laufevent verwöhnt. Und eine Nettozeit von 45:44 Minuten ist nach den Verletzungsproblemen der vergangenen Monate gar nicht übel. Platz 497 von 1545 Finishern. Das Wichtigste aber: Ich bin ohne Schmerzen gelaufen, gemeinsam mit meinem besten Laufkumpel Christoph, und die letzten vier Kilometer dazu noch ordentlich flott.01-DSC04065Aber von vorn: Zum Abschluss der offiziellen Wettkampfsaison, die für mich weitgehend ausgefallen war, rollen aus dem idyllischen Olewig zwei voll besetzte Autos nach Langsur. Christoph hat Marion, Marc und Werner an Bord. Ich darf mich über die Gesellschaft von Anne, Dominik und Michael freuen. Der Umweg über das Gartenfeld und durch Trier-Nord kostet einige Zeit, aber da ich die Wiese oberhalb von Langsur kenne, die jede Menge Abstellplatz für Zugereiste bietet, kommen wir doch noch rechtzeit an der Sauer an, um uns in Ruhe umzuziehen und das ein oder andere Hallo auszutauschen.

02-DSC04066Fünf Minuten Einlaufen bis zum Startbereich, wo sich bereits um die 1600 gut gelaunte Läuferinnen und Läufer zu einer mächtigen Menschentraube versammelt haben. Über Schleichwege haben wir uns in den vergangenen Jahren stets ganz in der Nähe des Startbogens noch unter die schnellen Läufer gemischt.

05-DSC04070Heute nicht. Heute will ich ruhig laufen, also nicht verbal, sondern vom Tempo. Irgendwas um die 50 Minuten, habe ich Christoph gesagt. Er hat versprochen, mit mir gemeinsam zu laufen.03-DSC04068Bevor es aber los geht, ist ganz am Ende des Feldes noch Zeit für einige Schwätzchen – unser Seniorläufer Bernd ist inzwischen ebenso zu uns gestoßen wie Bettina – und Fotos – natürlich.

06-DSC04071Dann 200 Meter weiter vorne der Startschuss … …. …. Starten die heute in Intervallen? Nach fast drei Minuten zockeln auch wir über die Startlinie und schlängeln uns auf dem ersten Kilometer gemütlich durch die Reihen der nicht ganz so Flotten.

07-DSC04075Schön ist es, so ganz ohne Druck unterwegs zu sein. Wir haben Spaß. Christoph ist sich mit mir einig, dass uns die gemeinsamen Samstagsläufe doch fehlen. Aber das mit meiner Abstinenz soll ja nun wieder vorbei sein, wenn die Jungs nur nicht zu weite Touren machen.

08-DSC04081So schlängeln wir uns also weiter durch die sich immer mehr in die länge ziehende Schar der Freundinnen und Freunde des aktiven Lauferlebnisses, rufen Bekannten aufmunternde Worte zu und freuen uns über die Anfeuerungsrufe und Musik in den Dörfern. Es reicht für mich sogar für einen Fotostopp.

09-DSC04086Der nächste, so verkünde ich leicht atemlos, als ich wieder bei meinem Begleiter bin, wird an der Brücke über die Sauer sein. Das ist ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke. Ein leicht beschwingter Wechsel auf die luxemburger Seite. Die Fußgängerbrücke bewegt sich im Takt der Schrittfrequenz der darüber eilenden Läufer.

11-DSC04095Jetzt die Kamera weggepackt und stormabwärts das Tempo etwas erhöht. Hoppla. Diese scharfe Rechts-links-Kombination ist neu. Bei Kilometer sechs musste kurzfristig wegen Hochwassers auf dem tief gelegenen Radweg die Streckenführung geändert werden, erfahre ich später. Für das Orgateam hat das am Morgen nochmal richtig Stress gebracht: Der Start musste um 50 Meter verlegt werden, nachdem schon alles fertig aufgebaut war.

Werde ich nun schneller, oder ist es Christoph, der mich zieht? Beides vermutlich, denn die Luft für ausführliche Gespräche wird nun etwas knapp. Aber wir müssen uns auch stärker darauf konzentrieren, wie wir auf der nun engen Strecke zwischen den vor uns laufenden Grüppchen hindurchkommen … Noch zwei Kilometer. Schneller geht bei mir nun nicht mehr. Aber 4:15 ist auch schon wieder fast ein richtig gutes Tempo für zehn Kilometer.

12-DSC04101An der alten Zollbrücke nach Langsur hinüber steht wie in jedem Jahr Jens Nagel und feuert seine get-fit-Schäfchen an. Ich bekomme auch noch einige motivierenden Worte mit auf die letzten paar hundert Meter.

http://zumtv.de?P2888601

Und dann ist das Ziel auch schon da. Super! Hat Spaß gemacht. Abklatschen. Hallo hier, hallo dort. Nach einer Minute hat sich der Puls auch wieder beruhigt.

13-DSC04105Vor dem Umkleidegebäude gibt’s warmen Tee und Mengen euphorisierter Menschen. Wer mag, kann seinen Wasserhaushalt auch mit alkoholfreiem Bier vom Hauptsponsor aus Bitburg in Ordnung bringen und sich auf das Duschen vorbereiten, das wie immer eine enge Sache wird. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wer aber schon mal hier war, nimmts  gelassen und mit einem Augenzwinkern. Zumal es bei den Frauen auch nicht gemütlicher zugehen soll.

15-DSC04111Dann der obligatorische Finishersekt auf der Tribüne der von Endorphinen durchfluteten Mehrzweckhalle. Hier trifft sich die regionale Läuferwelt. Freunde aus Schweich, aus Föhren, aus Konz, aus Hermeskeil, Schillingen, Trier und anderen Ecken der Region, in denen wunderbare Menschen wunderbare Läufe organisieren. Danke Euch allen dafür!

16-DSC0411819-DSC04123Heute früh dann vor dem Sonntagsdienst noch flott die Rollup-Werbebanner für mein Laufportal abgeholt. Fleißiges Werkeln und Aufräumen, nachdem die Party bis 3 Uhr in der Nacht gedauert hat – ohne mich 😉

18-DSC0412217-DSC04121Es gab auch wirklich etwas zu feiern: Sensationelle Zeiten. Dem Sieger hat die Streckenverlegung zwar eine 29er Zeit vermasselt. Der Luxemburger mit afrikanischen Wurzeln ist exakt 30:00 Minuten gelaufen. Aber so viele schnelle und persönliche Bestzeiten wie in diesem Jahr gab es zum Saisonabschluss selten.

DSC04124So schnell werde ich zwar niemals nie. Aber fünf Minuten schneller als in diesem Jahr. ganz bestimmt. Auch wegen der warmen Dusche…

Den offiziellen Bericht, viele Bilder und die Ergebnisliste gibt es im Laufportal: www.volksfreund.de/laufen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spaß im Regen – 1668 Mal Freude beim Deuluxlauf

Langsur und Berlin – was haben diese beiden Orte gemeinsam? Natürlich, ihre herausragenden Laufveranstaltungen. Das ist nicht vergleichbar? Doch, zumindest am Samstag. Die Situation vor dem Start des 21. Deulux-Laufes erinnerte mich sehr an den Berlin-Marathon 2010.

Auch damals hatte der Himmel alle Schleusen geöffnet. Auch damals war es nur eine Frage von Minuten, bis die Hightech-Laufbekleidung formlos vor den Wassermassen kapitulierte. Und die wärmende und sichtbare Dampfwolke, die so ein Knäuel von mehreren Hundert Menschen erzeugt,  kann an diesem nassen Tag auch an der Sauer beobachtet werden.

Mehr als 300 Starter, die gemeldet hatten, haben angesichts der Wetterprognose gekniffen. Dennoch absolvieren am Ende 1668 Läuferinnen und Läufer die Wasserschlacht 2012, den ersten verregneten Deuluxlauf überhaupt.

Einer der Absager ist leider auch mein Lauffreund Christoph, der sich eine dicke Erkältung eingefangen hat. So kutschiere ich also mit Anne und Rudi nach Langsur, als der Regen einsetzt. Obwohl die Veranstalter von der LG Langsur in Richtung Eifel einen P&R-Bus einsetzen, sind an einem solchen Tag alle nur erdenklichen Abstellmöglichkeiten für Autos sehr begehrt. Einige 100 Meter von Mehrzweckhalle und Ortskern  entfernt finden wir ein Plätzchen und machen uns gut gelaunt auf den Fußweg zum Herdenauftrieb.

Da ich schon am Vorabend für Anne und mich die Startnummern organisiert habe, ich musste einige Werbebanner für das Laufportal in die Halle bringen,  ersparen wir uns das Gedränge bei der Anmeldung und steuern direkt den Gemeindesaal an, der als Umkleide und zur Taschenaufbewahrung genutzt wird.

Auf dem Weg spricht uns Jens an, ein Mitglied der Laufbloggemeinde, der sich mit einem strengen Trainingsplan bereits jetzt auf einen Marathon im kommenden Frühjahr vorbreitet. Da ich eh als Tempomacher für Rudi  agieren will, biete ich ihm an, sich uns anzuschließen. Ziel: eine 43er-Zeit.

Rudi hat inzwischen auch seine Startnummer. Es gießt in Strömen, und so warten wir in dem Saal bis zehn Minuten vor dem Start. Zeit genug, um meinen neuen Laufchip einzufädeln. Meinen alten habe ich wohl in der Schweiz liegen lassen. Ärgerlich! Dann nutzen  wir die bekannten Schleichwege, um nicht zu weit hinten in dem riesigen Läuferfeld ins Rennen gehen zu müssen. Anne will es lieber gemächlich angehen. Sie macht ihre eigenen Beobachtungen und beschreibt diese in ihrem Blog Weinbergschnecke. Wir werden uns nach dem Lauf auf der Tribüne der Mehrzweckhalle treffen.

15 Uhr: Startschuss! Die ersten 500 Meter durch den Ort sind wie immer ein Hindernislauf. Warum sich immer so viele langsame Läufer so weit vorne in das Feld einordnen, bleibt ein ewiges Geheimnis.  Erst als wir aus dem Ort hinaus laufen wird es etwas besser.

Es ist zwar nass, aber dank Windstille nicht kalt. Die erste Verpflegungsstation lasse ich wie viele Läufer dank der hohen Luftfeuchtigkeit rechts liegen. Es geht zunächst auf deutscher Seite auf Radweg und Straße  flussaufwärts. In Mesenich wartet die erste Musikkapelle und macht dem Läufertross Beine. Trotz des Regens feuern viele Zuschauer die bemitleidenswert nassen Kreaturen an. Rudi hält gut Kontakt. Jens läuft etwas voraus. Wir treffen Mario aus Sirzenich und freuen uns auch, als wir Holger treffen, einem Gelegenheitsgast unseres Samstagslauftreffs.  Beide bleiben allerdings schnell zurück angesichts des Tempos zwischen 4:15 und 4:20, mit dem wir unterwegs sind.

Unter der Autobahnbrücke hindurch geht es weiter bis Metzdorf, wo der im Gleichschritt der Läufer schwingende Holzsteg den Wechsel auf die Luxemburger Seite markiert. Auf der rutschigen Brücke und der engen Kehre danach ist Vorsicht angesagt, aber zumindest im Läuferfeld um mich herum gibt es keine brenzligen Situationen.

Rudi hat inzwischen etwas abreißen lassen. Immer wieder blicke ich mich um, nehme etwas Tempo heraus. Als er bei Kilometer 6 nicht mehr zu sehen ist, halte ich an – auch auf einem 10er lassen sich Fotos machen – bis er herangelaufen ist. „Auf geht’s!“ All meine Motivationskünste versagen. Zu schnell, zu wenig Training. Er schickt mich nach vorne zu Jens.

Der hat nicht nachgelassen und natürlich inzwischen einen ordentlichen Vorsprung. Mal sehen was geht: Die weiteren Kilometer laufe ich im GA2-Bereich. An der Brücke nach Langsur, etwa 500 Meter vor dem Ziel, bin ich bis auf zehn Meter zu Jens aufgelaufen. Aber er zieht nun auch an. Offenbar wirkt sein Trainignsprogramm.  Er ist nicht einzuholen. Dennoch laufe ich noch an etlichen Startern vorbei. Das sieht auf den Fotos von Holger Teusch einigermaßen angestrengt aus. War es auch.

42:40 handgestoppt im Ziel. Offiziell 42:38. Meine Pacemaker-Funktion hätte ich wunderbar erfüllt, wenn …

Die Erlebnisdusche im Darkroomzelt der Feuerwehr wäre wieder einen eigenen Bericht wert. Noch heftiger ist das Gedränge von nackten und halbnackten Männern in der zum Umkleide umfunktionierten Feuerwehrgerätehaus. Wer hier überleben will, lässt die Kamera in der Tasche.

Und dann zum Finishersekt auf die Tribüne der Festhalle. Von dort lässt sich bald auch die lange Zeremonie der Siegerehrung für alle Altersklassen und auch noch für die Bitburger-Laufcupserie gut verfolgen, die das Siegerpodest einem Dauerbelastungstest unterzieht. Viele Freunde sind hier, Bekannte, Partner von anderen Läufen. Es gibt gute Nachrichten: Der Hochwald-Marathon wird auch 2013 stattfinden. Die LG Meulenwald plant eine neue Veranstaltung.  Und alle sind guter Laune.

Wir treffen Anne, die über ihre gute Zeit zu recht froh ist. Auch Marcel ist endlich da. Er war mit Bettina gelaufen, in einer für ihn kaum erwähnenswerten 52er Zeit. Immer wieder applaudieren wir den Siegern und Platzierten der einzelnen Altersklassen. Flo Neuschwander hat in einer unglaublichen Zeit von 30:51 gewonnen. Die junge Linda Betzler, eine meiner Lieblingsläuferinnen, hat bei den Frauen dominiert: 37:44. Die drei Männer, die in der M80-Klasse gelaufen sind, haben leider schon die Heimreise angetreten.

Der Deuluxlauf in Langsur hat einen eigenen Zauber. Das zeigt sich auch in diesem Jahr. Aber warum immer wieder so viele Frauen und Männer  an die Sauer kommen, ist schon ein Geheimnis. Ich vermute, weil es so etwas wie der Abschluss des Wettkampfjahres ist.

Der Silvesterlauf in Trier zählt da nicht. Der läuft außer Konkurrenz. Ein eigenes Happening.

 

Den offiziellen Bericht und viele tolle Bilder von Holger Teusch gibt es im Laufportal des Trierischen Volksfreunds

 

(Und jetzt habe ich auch die vielen Rechtschreibfehler korrigiert, sorry)

 

Schweini und kein Schwein gehabt

Unser Hausdrache Schweini blickt nun wieder in den Himmel. Das ganze Grünzeug, dass ihm in den vergangenen Monaten die Sicht geraubt hat, ist dem Novemberwetter zu Opfer gefallen. Und wenn es dann auch noch so sonnig-herbstliche Tage gibt wie heute, wird sich der kleine Gartenhüter sicher freuen.

Weil morgen der Deuluxlauf in Langsur ruft, das ist der teilnehmerstärkste Zehn-Kilometer-Lauf in der Region Trier und traditioneller Treffpunkt aller aktiven Läufer hier, habe ich heute auf einen Morgenlauf verzichtet und statt dessen Gymnastikmatte und Balance-Pad strapaziert. Seufz. Ich bin ja sooo vernünftig …

Leider ist für Samstag Regen angesagt, aber das ist ja kein Grund, nicht Spaß zu haben. Der ist einer lieben Lauffreundin übrigens gerade gründlich vergangen. Gerade habe ich eine Mail von Ihr bekommen, dass sie sich ein Sprunkggelenk doppelt gebrochen hat und nun erst einmal im Rollstuhl sitzt. Passiert ist das beim Gehen!

Also: wieder ein gutes Argument zu laufen.

Liebe Doro! Auch an dieser Stelle: gute Besserung!

Deuluxlauf: Massenhappening an der Sauer

Natürlich sollte Margitta einmal mehr Recht behalten. Meine Ansage, den Deuluxlauf in Ruhe als Genusslauf zu meistern, war spätestens zu dem Zeitpunkt überholt, als ich zu einer flotten Bekannten aufgelaufen war, die ich vor drei Jahren bei Der TV bewegt als Trainerin kennengelernt hatte.

Das war zwei Kilometer nach dem Massenstart, bei dem ich mich ziemlich weit vorne eingereiht hatte, um dem Gedränge zu entgehen. Und da ging es natürlich ziemlich flott los, was auch kein größeres Problem für mich war. Marcell und Jürgen hatten sich eine gute Zeit vorgenommen. Ich wollte mit Christoph laufen, der zwei Wochen wegen einer Erkältung pausiert hatte,  und mich an ihm orientieren.

Die beiden Freunde vor mir zunächst in Reichweite. Dann auf gleicher Höhe, als mit Birgit anspricht: „Hallo Rainer. Was hast du dir voergenommen?“ – „Eigentlich gar nichts. Ich will nur einigermaßen entspannt durchkommen.“ Sie blickt zur Uhr. „Also 4:10?“ – „Weiß nicht, aber das fühlt sich noch ganz gut an.“ – „Das wäre meine neue Bestzeit in Langsur“, höre ich meine Laufpartnerin für die folgenden acht Kilometer sagen.

Denn ich werde für sie den Hasen spielen. Also: Tempomat ein und weiter geht’s, vorbei an der Livemusik in Mesenich, über die im Takt der Schritte schwankende Fußgängerbrücke nach Luxemburg hinüber. Zurück auf der welligen Strecke nach Langsur. Birgit bleibt meist einen Schritt hinter mir, schließt nach den kleinen Steigungen immer wieder auf.

An der Brücke nach Langsur wartet wie immer viel Publikum. Ich laufe nun seit Kilometer 8 doch am Anschlag, um das Tempo zu halten. Auf der langen Schlussgeraden will ich dieses Mal keinen Läufer vorbeilaufen lassen. Wäre doch gelacht… ich kann auch sprinten (fühlt sich zumindest so an).

Im Ziel vergesse ich natürlich wieder, die Uhr anzuhalten. Dafür klatsche ich meine begeisterte Partnerin ab, die über eine neue Bestzeit glücklich ist. Rudi kommt kurze Zeit später auch mit einer PB an. Und auf Christoph müssen wir auch nicht lange warten.

Marcell ist derweil schon auf dem Weg zur Abenteuerdusche. Er ist 40:12 Minuten gelaufen. Auf dieser Strecke eine Superzeit. Wie ich inzwischen weiß, habe ich für Langsur auch eine neue PB aufgestellt: 41:34 Minuten. Ok, das fühlt sich gut an.

Dann das besondere Duscherlebnis. Massenhaft Männer in dem zur Umkleide umfunktionierten Feuerwehrgerätehaus. Massenhaft Männer in den beiden zu Duschräumen umfunktionierten Feuerwehrzelten. Alles Warmduscher, denn die Durchlauferhitzer der Feuerwehr Langsur leisten ganze Arbeit.

Ich muss alle enttäuschen, die hier Fotos aus dem Darkroom erwartet haben. Hier den Fotoapparat zu zücken, hätte mir zumindest Prügel eingebracht. Aber zumindest einen kleinen Einblick gebe ich dennoch…

Frisch geduscht wird nach dem Lauf in Langsur dann traditionell gefeiert. So herrscht auch in diesem Jahr prima Stimmung in der Mehrzweckhalle. Die Sieger – alles dazu im Laufportal – werden beklatscht, die Musikkapellen spielen auf. Ein Glas Sekt für alle Läufer steigt sofort in den Kopf und will mit dem ein oder anderen Glas alkoholfreiem Weizen verdünnt werden.

2016 Läuferinnen und Läufer hatten sich in die Startlisten eingetragen. 1942 kamen ins Ziel. Eine Megaveranstaltung! Kompliment an die Organisatoren. Eine tolle Leistung!

Darkroom

Fünf Kilometer auf deutscher Seite an der Sauer hoch, fünf Kilometer an der Sauer auf luxemburgischer Seite runter. Das ist der Deuluxlauf, der morgen zum 20. Mal stattfindet. Mehr als 1500 Läuferinnen und Läufer werden dort in den verschiedenen Kategorieren an den Start gehen. Ein Großereignis, das die große Lauffamilie in der Region zu einer Art Saisonausklang-Event nutzt.

In der Langsurer Mehrzweckhalle ist am Nachmittag auch deshalb richtig Party angesagt. Dann, wenn alle Sportler das Abenteuer Duschen überstanden haben. Wie es bei den Frauen ist, kann ich aus verständlichen Gründen nicht berichten. Bei den Männern gleichen die Duschzelte aber großen Darkrooms, in denen man im schlimmsten Fall vor lauter Enge den Nachbarn einseift statt sich selbst -das soll jetzt bitte keine Aufforderung sein!

Ist dieses Happening aber überstanden, dann gibt es den obligatorischen Deulux-Sekt und viele gute Gespräche. Darauf freue ich mich besonders.

Auf also nach Langsur!

Finale in Langsur

Heute wieder alles grau hier an der Mosel. Ist nicht schlimm, da heute eh Gymnastikangesagt war. Da blieb auch die Zeit, über das Thema der neuen Kolumne nachzudenken, die am Donnerstag wieder unter dem Motto „Auf dem Laufenden“ im Trierischen Volksfreund erscheint.

Die Überschrift haben wir übrigens gerade geändert. Sie wird nun lauten:

Ich bin süchtig

Für meine Blogfreunde der Text hier schon mal vorab:

Es sind diese Momente, die das Laufen zu einem Betätigungsfeld mit hohem Suchtfaktor machen. Momente der läuferischen Glückseligkeit, für die der Begriff „Runner’s High“ geprägt wurde. Die körpereigene Hormon- und Botenstoffküche ertränkt unseren Organismus dann mit euphorisierenden Cocktails, die alle Mühe und Schmerzen vergessen lassen.
Wer das einmal erlebt hat, will es wieder und wieder.
Der Wurzelweglauf in Konz brachte für mich einen solchen Moment: prächtigstes Wetter, eine tolle und anspruchsvolle Strecke, viele sympathische Teilnehmer, keinerlei körperliche Probleme und eine völlig überraschende Zeit, die zwei Minuten unter dem guten Ergebnis des Vorjahres lag. Welt, was willst du mehr?!
Aber es muss nicht eine Bestzeit sein, um das runner’s high zu erleben. Es kann auch im Training passieren, bei einem entspannten Landschaftslauf mit Freunden, auf jeder Streckenlänge. Unser innerer Schweinehund verzieht sich schmollend und macht der unbändigen Lust auf Bewegung platz, die Müdigkeit aus Muskeln und Knochen vertreibt.
Viele, die diese Zeilen lesen, wissen, was gemeint ist. Viele sind auch am Samstag in Langsur am Start, wenn wieder mehr als 1500 Startnummern verteilt werden. Der Deuluxlauf ist nicht nur der Abschluss des Bit-Laufcups, in dem die schnellsten Läufer der Region auf der Zehn-Kilometer-Distanz den Wettstreit um die Plätze auf dem Siegertreppchen zum Ende bringen.
Die gewöhnlich gut organisierte Großveranstaltung an der Sauer ist auch so etwas wie ein gigantisches Familientreffen der Laufbegeisterten aus nah und fern. Viele Gespräche, viele Erinnerungen an das Sportjahr 2011. Nach den Läufen ist dort eine große Party angesagt.
Runner’s high – das wünsche ich allen, die dabei sein werden.

Es geht auch mit Rad

Der Deulux-Lauf wartet am Samstag. Zehn anstrengende Kilometer. Aber in Gedanken bin ich bei einer ganz anderen Herausforderung. Im Frühjahr, am 13. März, lockt im Trierer Weißhauswald der 4. Trierer X-Duathlon der Tri Post Trier. Laufen und Radfahren werden da in anspruchsvollem Terrain kombiniert. Im Jedermann-Rennen sind 2.5 km Laufen – 12,5 km Radfahren – 2,5 Kilometer Laufen zu bewältigen.   Das werde ich wohl ausprobieren, zumal unser Laufportal (mein Baby ;o) diese interessante Veranstaltung präsentiert. Sie ist gleichzeitig deutsche Hochschulmeisterschaft im Duathlon.

Das Hauptrennen zieht wirklich große Sportler an:  EM-Silbermedaillengewinner Carsten Schlangen, Udo Bölts, Cross-Vizeweltmeister Moses Kipsiro.  Sie alle waren schon dabei. Und jetzt kommt midlifecrisis ;o)

Wer Lust hat, sich intensiv darauf vorzubereiten, sollte einen Blick auf www.volksfreund.de/laufen werfen. Für drei Erwachsene und drei Jugendliche verlosen wir ein individuell betreutes Training und Startplätze. Teilnehmeschluss ist der 17. November.

Aber jetzt geht es erst einmal darum, nicht im Gewusel der Deulux-Meute unterzugehen. Unterschreitung der Individualdistanz beim Laufen hatte ich in diesem Jahr in Göteborg und Berlin schon zur Genüge…

Wir sehen uns!

P.S.: Auf dem Laufportal sind auch jede Menge Geschichten zum Deulux-auf nachzulesen ;o)

Auf zum Deulux-Lauf!

Es wird in diesem Jahr wohl feucht werden bei der letzten läuferischen Herausforderung des Herbstes. In Langsur lockt der Deulux-Lauf. Und es soll regnen. Um die 1800 Laufbegeisterte aus der Region werden dennoch am Start sein. Ein richtig großes Ding also. Und der Streckenverlauf – fünf Kilometer an der Sauer auf deutscher Seite hinauf, fünf Kilometer auf luxemburger Seite zurück – hat den Ruf, schnell zu sein.

Nach dem Wurzellauf in Konz, der Crossfreunde am Sonntag jubilieren ließ, ist die Veranstaltung am Samstag ein echter Straßenlauf. Das Schönste daran ist, dass man all die bekannten Gesichter noch einmal sieht, die einem das ganze Jahr über auf der ein oder anderen Laufveranstaltung begegnet sind. Und nach dem Massenduschen in Berlin kann mich nicht einmal der „Darkroom“ schocken, in dem sich vermutlich auch in diesem Jahr die Männer den Schweiß vom Körper spülen… ;o)

Alle Infos und schöne Hintergrundgeschichten zum Deuluxlauf stehen übrigens auf unserem Laufportal: www.volksfreund.de/laufen

Mit meinen Freunden vom Lauftreff des SV Olewig werde ich wieder gemeinsam unterwegs sein. Die neuen Shirts machen dabei durchaus etwas her. Soll ich’s beweisen?

Bitteschön: