Einer geht noch

stafen-andres-lauf 2010 (30)Es gelingt mir nicht ganz, die Gedanken an alle Läufe auszublenden, die ich derzeit verpasse. Im Fall des Stefan-Andres-Laufs ist das allerdings geglückt, zumindest was den Termin betrifft. Denn irgendwie hatte ich bis heute morgen nicht auf dem Schirm, dass der schon am Sonntag stattfindet. Deshalb hatte ich ihn auch nicht in meiner Laufkolumne berücksichtigt, die heute im Trierischen Volksfreund erschienen ist.

Die Folge: Der Anruf eines verärgerten enttäuschten Vorsitzenden heute morgen, bei dem ich mich – einigermaßen peinlich berührt – nur entschuldigen konnte.  Natürlich hätte der Hinweis auf diesen schönen Landschaftslauf in den Kolumnentext gepasst, wie die ergänzte Version (siehe unten) zeigt.

Also Leute: Der Stefan-Andres-Lauf startet am Sonntag um 10 Uhr in Schweich. Lauft mit! Ich will nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn zu wenige Teilnehmer kommen. Vielleicht warten im Ziel ja wieder Weinkönigin und Prinzessinnen.

Einer geht noch

Die Monate September und Oktober bringen für ambitionierte Läufer wahre Festtage. Die Auswahl an Veranstaltungen ist groß, auch für die Freunde der Königsdisziplin. Ich meine dabei den Marathon.

Die Bewältigung von 40 Kilometern plus X auf den eigenen Beinen ist seit dem heroischen Lauf des Pheidippides von Marathon nach Sparta der Traum jedes Läufers – natürlich möglichst ohne sich dabei körperlich zu ruinieren. Einige Jahre lang jede Menge Trainingskilometer und Läufe über wachsende Distanzen lautet das Rezept dafür. Wer dann beim großen Lauf nicht nur lang, sondern auch flott unterwegs sein will, muss auch über zehn Kilometer eine gute Zeit haben. Vielleicht liegt in dem Streben danach ja die Ursache für die Beliebtheit der Zehnkilometerläufe.

Nun wird es im Oktober noch eine Möglichkeit geben, Tempohärte zu zeigen. Die Laufgemeinschaft Meulenwald will nicht mehr nur im Frühjahr einen der schönsten Landschaftsläufe organisieren. Auf dem Gelände des Industriegebiets Region Trier in Föhren soll es am 12. Oktober auch schnell zugehen. Anmeldungen zum 1.?IRT-Lauf sind ab sofort möglich (www.lg-meulenwald-foehren.de).

Ein sehr schöner Landschaftslauf mit großer Tradition ist natürlich auch der Stefan-Andres-Lauf, der am Sonntag über 22 anspruchsvolle Kilometer von Schweich nach Leiwen führt.

Wer schon vorher seine Tempohärte testen will, hat dazu am Freitag beim Flutlichtmeeting im Trierer Moselstadion die Möglichkeit. Wobei wir wieder bei Pheidippides wären. Hätte sich der rennende Grieche einst gut vorbereitet, wäre es ihm nach dem langen Lauf sicher besser ergangen – er wäre nicht tot umgefallen.

Schöne Eifel für Genießer

1-DSC02586So langsam geht es für ambitionierte Hobbyläufer nach der Sommerpause wieder auf die längeren Strecken. Dafür bieten sich am kommenden Wochenende gleich zwei schöne Gelegenheiten, gesteigerte sportliche Herausforderungen mit dem Genuss einer herrlichen Landschaft zu verbinden:
Beim Maare-Mosel-Lauf am Samstag führt die längste der angebotenen Strecken von Daun zwar nicht bis an die Mosel. Die 21 Kilometer bis Gillenfeld mit der wunderbaren Runde um das Schalkenmehrener Maar sind aber längst ein Klassiker. Es ist eine der schönsten Wettkampfstrecken in der Region. Und wer nicht so weit laufen will, geht auf eine der kürzeren Etappen oder startet ganz ohne Zeitdruck beim Gesundlandlauf über sieben entspannte Kilometer.
Wer dann noch nicht genug hat, muss nur einmal schlafen. Denn schon am Sonntag lockt der TV-Wandertag in Wittlich nicht nur die Freunde eines gemütlichen Spaziergangs durch schöne Natur. Erstmals wird es bei einem TV-Wandertag möglich sein, die besonders schönen Strecken mit ortskundigen Sportlern laufend zu absolvieren. Der Start für die 10 und 17 Kilometer langen Touren ist um 9 Uhr. Die Führung übernehmen die Grünewaldläufer des SV Lüxem. Ein Geheimtipp für fitte Laufindividualisten ist allerdings die Königsetappe durch den Grünewald. Aber Achtung: Wer diese 19 Kilometer laufen will, darf auch am Berg nicht schlappmachen!

 

P.S.: Wie Ihr lesen könnt, lassen sich also Laufkolumnen auch von lahmen Autoren schreiben. Ich werde natürlich bei keinem dieser schönen Läufe dabei sein können. C’est la vie! Dafür war ich heute wieder 1300 Meter im Wasser unterwegs. Bewegung tut gut!

Dünn, stark, schnell

Verletzungsbedingte Laufpause. Soll ich überhaupt eine Laufkolumne schreiben? Das war heute früh die Frage. Ich will unseren Lesern und auch den Freunden im Blog ja nicht ständig die vorweinen, wie sehr mir meine morgendlichen Touren fehlen. Heute zumindest ein früher 45-minütiger Spaziergang … Ohne Fotoapparat oder Smartphone. Deshalb auch keine Fotos von einer wunderbaren Spätsommerlandschaft. Ein Traum! Aber zumindest hat der kleine Ausflug dazu geführt, doch ein Kolumne zu schreiben. Hier das Ergebnis, ganz ohne Gejammere:

Was bleibt von der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im Gedächtnis? Vier Goldmedaillen für Deutschland natürlich. Dass davon keine in Laufwettbewerben erspurtet wurde, überraschte nicht. Dennoch setzten einige unserer Läufer Ausrufezeichen. Allen voran der Homiyu Tesfaye, der beim 1500-Meter-Finale sensationell Fünfter wurde.

Dass die Wurzeln des 20-Jährigen in Äthiopien liegen, überrascht nicht. Mit seiner langen, schlanken Gestalt und den extradünnen Beinen ähnelt er sehr den Spitzenläufern aus Afrika.

Wobei das so unterschiedliche Erscheinungsbild der Läufer in den verschiedenen Disziplinen immer wieder in Erstaunen versetzt: Auf den Sprintdistanzen die Muskelprotze, die jede Faser ihres hochtrainierten Körpers in Tempo umsetzen. Je länger aber die Strecken werden, desto mehr möchte man den ausgezehrt wirkenden Spitzenläufern einen Essensnachschlag gönnen.

Was lerne ich daraus? Ich bin nicht groß und kein Muskelprotz. Aber zumindest habe ich dünne Beine. Kein Wunder also, dass ich nie gut sprinten konnte.

Trinken, trinken, trinken

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Die Frage, warum man als Sportler an den Hundstagen so saumäßig schwitzt, beinhaltet einen gewissen Sprachwitz. Das Lachen kann einem aber durchaus vergehen, wenn das oberste Gebot für die heißesten Tage des Jahres – und da hatten wir in diesem Monat ja schon einige – missachtet wurde: Trinken, trinken, trinken. Tagsüber, vor einem Lauf, danach, bei diesen Temperaturen aber auch zwingend während eines  Laufs.

Die übliche Regel, dass es erst nach ungefähr einer Stunde notwendig ist, seinen Flüssigkeitsverlust auszugleichen, gilt an heißen Tagen nicht. Auch darf dann durchaus ein isotonisches Getränk oder eine  Saftschorle (Mischung: 1/3 Saft, 2/3 Wasser) in die Trinkflasche. Wer dennoch bei Wasser bleiben will, sollte etwas Salz zufügen. Vor allem bei längeren Läufen hilft die zusätzliche Natriumgabe, Muskelkrämpfe zu vermeiden. Eine Alternative sind Salztabletten (Natriumchlorid). Eine oder zwei vor dem Lauf mit einem Glas Wasser herunter spülen. Das ist geschmacksneutral und magenverträglich.

Mein Lieblingsgetränk nach einem intensiven Lauf ist übrigens ein alkoholfreies Hefeweizen. Die Belohnung gibt es aber erst, nachdem ein oder zwei große Gläser nicht zu kaltes Mineralwasser den größten Schweißverlust ausgeglichen haben.

An heißen Hundstagen wie diesen ist es natürlich besser, am frühen Morgen oder späten  Abend zu laufen, wenn die Sonne noch nicht, oder nicht mehr vom Himmel brennt. Dann lässt es sich auch auf  unangenehme Sonnencreme verzichten.  So wie beim Sommernachtslauf am Samstag in Ralingen. Startschuss für die dreieinhalb Runden durch Ralingen und Rosport ist um 22 Uhr. Atmosphäre und Stimmung bei der Spätstartpremiere im vergangenen Jahr waren super. Das wird auch in diesem Jahr so sein. Bei Temperaturen um 25 Grad wird der Sommernachtslauf seinem Namen alle Ehre machen.  Und wenn alle Läufer genug trinken, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

 

 

Eiszeit

DSC02451Ein Sommer wie aus dem Bilderbuch. Angenehme 15 Grad am Morgen lassen jene Läufer jubeln, die sich zu dieser Tageszeit aufraffen können. Der Schatten im Wald bietet tagsüber ein wenig Schutz vor der Sonne. Generell taugt jetzt natürlich der späte Abend  besser für unseren Sport als die vielen heißen Stunden, an denen die Sonne scheint.
Für mich gehört ein Eis zu jedem Lauf. Nicht etwa am Stil oder im Getränk, das nach schweißtreibenden Runden reichlich genossen werden will. Ich will mir schließlich nicht den Magen verderben.

Mein Eis nach dem Laufen dient zur äußeren Anwendung. Strapazierte Muskeln und Sehnen, vornehmlich Achillessehnen, lassen sich mit einer zehnminütigen intensiven Kühlung prima beruhigen. Profisportler gehen dafür ins Eisbad. Hobbysportlern seien Coolpacks empfohlen. Die Gelbeutel schmiegen sich zudem in halbgefrorener Form ideal an die strapazierten Extremitäten.

Der Clou ist aber eine Wasserflasche mit gefrorenem Inhalt. Mit der Fußsohle darüber rollen, das bringt nicht nur Kühlung, sondern lockert auch Muskeln, Sehnen und Faszien, also die arg strapazierte und so oft vernachlässigte Haut um die Muskeln. Das empfehle ich als Eiszeit. Nach jedem Lauf.

Der kleine Blonde mit dem großen Schuh

16-DSC01905Es war einmal ein Läufer. Er lief und lief: Erst dreimal, dann vier-, dann fünfmal in der Woche. Über Stock und Stein. Immer längere Strecken. Der Läufer – nicht mehr der Jüngste – war begeistert. Gut fühlte es sich an, nicht – wie früher – auf jeder Treppe außer Atem zu kommen. In der Mitte des Lebens glaubte er sich so fit wie vor 20 Jahren, fitter noch.
Da unser Läufer sich zunehmend auch für die Theorie interessierte, für Trainingspläne und für die vielfältigen Erzeugnisse der Sportindustrie, mauserte er sich zu dem, was gemeinhin als Experte bezeichnet wird. Er wusste darüber Bescheid, dass nicht jeder Laufschuh für jeden Läufer taugt. Er kannte den Unterschied zwischen Vorderfuß-, Mittelfuß und Fersenlauf, wusste über Normal-, Minimal-, Stabil- und Trailschuhe bescheid. Und schmerzhaft erfuhr er, wie es sein kann, zu viel zu laufen und das Trainieren von Muskeln zu vernachlässigen, die einen Läufer unmittelbar oder mittelbar in Form halten.
Als er wieder einmal eine Verletzung am Fuß fast überwunden hatte, kaufte sich unser Laufexperte neue Schuhe. Schön grün waren die, bequem, wunderbar. Das hatte er gerade all seinen Freunden verkündet, als ihn eine freundliche Schuhverkäuferin anrief: Ob er zwei unterschiedlich große Schuhe eingepackt habe? Undenkbar – meinte unser Laufexperte und blickte gelassen auf die Größenangaben seiner Treter … rechts 43, alles klar, und links … 45! Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lästern sie (die „Freunde“) noch heute.

Benefizquasseln

hospizlauf 2010 (34)Nicht immer ist es die Hatz auf neue Bestzeiten, die Spaß macht. Wie ich es beim Trierer Stadtlauf erleben durfte, kann es als Läufer auch pure Freude sein, Gleichgesinnte als Schrittmacher ins Ziel zu führen. Zudem liebe ich Läufe in netter Gesellschaft, bei denen das Tempo so moderat ist, dass eine Unterhaltung nicht immer wieder durch Schnappatmung unterbrochen wird.
Das ist es auch, was Ultraläufer generell an ihrem Sport lieben: Laufen, ohne zu schnaufen. Ganz wörtlich darf dieses Motto zwar niemand nehmen. Aber nachweislich ist das Joggen bei moderat gesteigertem Puls die gesündeste Form der Bewegung auf zwei Beinen.
Eine ideale Gelegenheit dafür ist der Hospizlauf, der am Freitag um 12 Uhr in Koblenz startet und 24 Stunden und knapp 200 Kilometer später in Trier endet. Langstreckenläufer können auch bei der zehnten Auflage dieses Benefizlaufes für das Hospizhaus Trier beliebig lange Strecken unter die Schuhe nehmen. Da die einzelnen Etappen an der Mosel jeweils um die zehn Kilometer lang sind, bietet sich dieser Quassellauf bei 9?Kilometern pro Stunde aber auch für Gelegenheitsläufer an.
Einsteigen kann jeder zu jedem Zeitpunkt. Das garantiert Abwechslung. Auch bei den Gesprächspartnern. Ich hoffe, wir sehen uns!

Wer wissen will, wo sich der Läufertross befindet, kann hier anrufen: 0175-8215354. Einen Liveticker auf Twitter gibt es auch: https://twitter.com/hospizlauf.

Schnell, flach, frei

 

DSC019833000 Anmeldungen sind es inzwischen für den Trierer Stadtlauf am Sonntag. Das haben mir Nicolas Klein und Andreas Rippinger vom Orga-Team heute morgen berichtet, als ich die Startunterlagen für die 60 TV-bewegt-Läufer abgeholt habe. Das Wetter wird bei der 30. Auflage des größten Laufs in der Region Trier so sein, wie es Läufer lieben: um die 20 Grad und trocken, vielleicht der ein oder andere Regentropfen.

Natürlich sind nicht nur die Läufer gespannt, wie die neue Strecke, die zur Hälfte durch den Trierer Norden führt, sein wird. Auch die Jungs vom Stadtlauf e.V. hoffen, dass alles gut klappt, die Stimmung gut ist und die Teilnehmer zufrieden sein werden.

Dass sich meine aktuelle Laufkolumne mit dem Stadtlauf befasst, ist sicher keine Überraschung. Voilà:

Schnell, flach, frei

Es tut sich etwas! Wenn sich auf den Wegen in Stadt und Land, in Parks und Stadien, auf Weinbergspfaden und im Wald Menschen in ungewöhnlich großer Zahl im Laufschritt tummeln, dann gibt es dafür nur eine mögliche Erklärung: Der Trierer Stadtlauf steht bevor und macht für einige Tage auch jenen Beine, die sonst nur selten ihre Laufschuhe dem eigentlichen Zweck entsprechend bewegen.
Zum 30. Mal steigt am Sonntag das größte Laufereignis der Region. Es fehlen nicht mehr viele Anmeldungen, um das Ziel der Veranstalter zu erreichen: 3000 Sportler sollen auf den Weg gebracht werden, darunter auch wieder 60 Frauen und Männer, die sich bei der Aktion „Der TV bewegt!“ für das Großereignis fit gemacht haben. Beim TV-Jugendlauf dürfen auch die jungen Lauftalente ran.
Zum Jubiläum lockt für die erwachsenen Starter eine neue Strecke. Die Brückenrunde über Trier-West und Pallien wird es in diesem Jahr nicht geben. Stattdessen dürfen die Läuferinnen und Läufer die Trierer Nordschleife über Paulin-, Herzogenbuscher-, Park-, Franz-Georg-, Schöndorfer Straße und Reichsabtei nehmen. Die Strecke wird also noch flacher und schneller. Aber egal, mit welchem Tempo die Leute laufen werden. Sie sollten es genießen, einmal ohne Stau in Trier unterwegs zu sein.

 

Fußlahm

Meine neue Laufkolumne in der Regionalzeitung Trierischer Volksfreund hat welches Thema? Nicht schwer zu erraten 😉

Fußlahm

Der menschliche Fuß ist ein faszinierendes Körperteil. 26 Knochen, zusammengehalten von großen Sehnen, Muskeln, und kleinen Bändern ermöglichen dem Menschen nicht nur den aufrechten Gang. Weil das Zusammenspiel all dieser Elemente den Fuß spannt, ihn gleichzeitig zu Stoßdämpfer, Expander und Sprungfeder  macht, vermag Homo sapiens auch zu laufen wie kein anderes Lebewesen auf diesem Planeten.

Unsere Ahnen profitierten davon noch weitaus mehr als wir Kinder des technischen Zeitalters. Denn als es noch keine Fahrräder, Autos oder Züge gab, war das Laufen für viele die einzige und schnellste Möglichkeit, sich fortzubewegen. Anthropologen glauben sogar, dass die im Tierreich einmalige Fähigkeit, mehr als 40 Kilometer am Stück bei konstantem Tempo zu laufen, wesentlich zum Siegeszug der Spezies Mensch beigetragen hat. Die Beute war zwar häufig auf kurzer Distanz schneller, ständig von seinem zweibeinigen Jäger aufgescheucht und an den notwendigen Verschnaufpausen gehindert, waren die Tiere aber schließlich zu Tode erschöpft.

In den vergangenen Jahrhunderten hat der „zivilisierte“ Mensch  leider das natürliche Laufen weitgehend verlernt. Er gewinnt nun langsam aber gewaltig die Erkenntnis zurück: Die Gabe zu laufen wurde dem Fortschritt geopfert. Der Laufsport boomt. Dumm nur, dass wir Platt-, Spreiz- und Senkfüßler nicht so einfach wieder zu Dauerläufern werden können. Sprung-, Fersen, Kahn- und Keilbein, Plantar- und Achillessehne, Zehenbeuger, -strecker und  Co. nehmen uns falsche Schuhe, zu unausgewogenes und auch zu viel Training gründlich übel. Also aufpassen!

Warum ich das schreibe? Ratet mal …

Zu gute Zuhörer

14-DSC00758Läufer sind gute Zuhörer. Sie lauschen auf die Natur, genießen den gleichmäßigen Takt der eigenen Schritte, der im Idealfall gemeinsam mit dem Rhythmus der Atmung eine dynamisch-harmonische Klangfolge bildet. Manche Jogger lassen sich das von Beats aus dem MP3-Player zusätzlich untermalen. Andere Zeitgenossen nutzen die Meditation des Laufens, um einem Hörbuch oder Podcast zu lauschen.
In laufender Gesellschaft verhindert die sportliche Betätigung in der Regel ausufernde Monologe. Streckenprofil und Tempo steuern die Länge von Sätzen. Je steiler und schneller, desto angenehmer empfindet der Zuhörer seine Rolle. Gemeinsames Schweigen kann eine Wohltat sein.
Läufer sind gute Zuhörer. Läufer hören auf ihren Köper. Im Training und besonders im Wettkampf signalisiert der, wenn es ihm gut geht, wenn es eng wird, wenn es besser ist, etwas langsamer zu machen.
Alles gut und schön und wichtig. Aber manchmal neigen Läufer auch beim Zuhören zur Übertreibung. Wenn das Knie schmerzt, die Achillessehne zwickt oder die Fußsohle muckt, dann ist es gut und wichtig vorsichtig zu sein. Vollgas zu geben ist erst dann sinnvoll, wenn die Beschwerden weitgehend oder vollständig verschwunden sind. Aber wann ist das so? War da nicht ein Zwicken in der Sehne? Nein … Oder doch? … Dieser dumpfe Schmerz … ach nee, da ist doch nichts … wirklich? … Aber vielleicht …
Dass es beim Laufen mal hier, mal dort ziept und zwickt, zieht und zwackt, ist normal. Wer fit und verletzungsfrei ist, schenkt dem keine Beachtung, spürt das nicht einmal. Wer verletzt war und dem beschwerdefreien Laufen entgegenfiebert, neigt zum Hypochonder. Läufer sind gute Zuhörer, manchmal zu gute.