Im Test: Mizuno Wave Ascend 8 – HW13

Leicht, griffig, schnell – so lassen sich die wichtigsten Attribute eines Laufschuhs zusammenfassen, der für mich Überpronierer ein Experiment darstellt.

1-DSC03385Die Rede ist vom Mizuno Wave Ascend 8 – HW13. Ein Trailschuh, der nach Aussage des Herstellers für jeden Untergrund geeignet ist.  Wobei damit vor allem alles außer Asphalt gemeint ist. Denn dort greift der Ascend zwar noch ausreichend. Im Vergleich zu Straßenschuhen kann der in aggressive Gelb-schwarz-rot-Kombination gekleidete Geländeliebhaber aber natürlich nur verlieren.

2-DSC03386Bekommt die Sohle mit der x-förmigen Stollenstruktur und den für Mizuno typischen Flexkerben am Vorderfuß aber erst mal Schotter, Erde, Gras oder Matsch zu greifen, dann wird sofort klar, wofür dieser Schuh gemacht ist: zur leichtfüßigen Fortbewegung abseits planierter Pisten.

4-DSC03401Die neu konzipierte „WetTraction“ Außensohle – die Gummisohle mit eingearbeiteten Fasern aus Kunstleder – hält tatsächlich, was sie verspricht. Da rutscht nichts, auch nicht auf Asphalt! Zudem sorgt die für Mizuno charakteristische Kombination aus unterschiedlichen Materialien und Formen in der Zwischensohle für ein angenehmes Abrollverhalten. Auch wenn die Trailvariante im Vorderfuß etwas direkter und härter ist als zum Beispiel beim Wave Inspire 2, der ebenfalls zu meinem Schuhsortiment zählt.

5-DSC03403Die zunächst ungewöhnliche Breite im Vorderfußbereich zeichnet beide Schuhe aus. Dennoch schwimmt auch der geländegängige Treter nicht, sobald die Schnürung mit den äußerst griffigen Senkeln richtig eingestellt ist. Das vermittelt ein leichtes Laufgefühl, zumal der sehr leichte Außenschuh viel Luft an die Füße lässt. Eine leicht verstärkte Zehenkappe schützt zumindest bei leichten um mittelschwerem Gelände ausreichend vor der schmerzhaften Begegnung mit Steinen oder Ästen.

DSC03407Warum der 330 Gramm schwere Schuh dennoch für mich nicht zum Lieblingsschuh wird, liegt eher an meinen Füßen. Der Mizuno Wave Ascend 8 HW13 ist für Menschen mit deutlicher Überpronation leider nicht stabil genug, um damit längere Strecken zu laufen.

DSC03414Allen Neutralläufern, die nicht das Gefühl eines eng anliegenden Schuhs brauchen, kann ich diese leichte Geländemaschine aber sehr empfehlen.

Vielen Dank an Stefan Hof von Kelller-Sports für das Testmaterial.

 

Riss im Schuh

Über die Haltbarkeit von Laufschuhen wird ja viel diskutiert. Wie viele Kilometer verträgt ein Laufschuh? Wie haltbar ist die Sohle? Das ist vor allem für Läufer relevant, die überpronieren oder supinieren, sprich nicht zu den Neutralläufern gehören, die ihre Treter gleichmäßig belasten.

Ich gehöre zu den Überpronierern und habe deshalb über kurz oder lang Schuhe mit klassisch einseitig abgelaufenen Sohlen, vor allem im Fersenbereich.

Aber zumindest ein Jahr haben meine Laufschuhe bislang immer gehalten, auch weil ich in der Regel zwischen drei unterschiedlichen Exemplaren abwechsle.

Doch welch ein Übel: Meine erst im Frühjahr erstandenen Asics-Trabuco zeigen Auflösungserscheinungen. Nicht etwa an Sohle oder Dämpfung. Das Innenfutter hat im Fersenbereich rechts ein Loch. Und auch links sind deutliche Abriebspuren zu erkennen. Bin ich wirklich so viel mit ihnen gelaufen? Ich kann es kaum glauben 🙁

Noch stört der Riss beim Laufen nicht. Zumindest beim Stefan-Andres-Lauf und beim Hochwald-Marathon werde ich meine blauen Lieblingsgeländeschuhe noch tragen. Danach wird dann wohl schon wieder eine Neuanschaffung notwendig.   Schade!

Laufen tut weh – aber zum Glück nicht immer

„Laufen tut weh“ – Mit diesem Titel hat Autor Sebastian Herrmann oder einer seiner bearbeitenden Redakteurskollegen bei der Süddeutschen Zeitung einen  Artikel überschreiben, der in der Wochenend-Ausgabe vom 20./21. März zu lesen war. Dabei geht es darum, dass trotz aller technischer Entwicklungen bei Sportschuhen die Verletzungsrate von Joggern hoch geblieben sei. Wenn man einigen der zitierten Sportmedizinern und Wissenschaftlern glauben schenkt, dann haben Pronationsstütze, Gel-Dämpfung und Co. sogar eher dazu geführt, dass die Fehlbelastung der Gelenke zugenommen haben wie die Gefahr von Spätschäden.

Zuück zu den Wurzeln lautet als das Credo: Entweder barfuß laufen oder nur mit dünnen Sohlen. So wird es nicht lange dauern, bis wir neue Schuhe in den Regalen der einschlägigen Geschäfte stehen sehen, die sozusagen ganz retro denen gleichen, die vor 20 oder 30 Jahren als Laufschuhe verkauft worden sind. Vielleicht mit dem kleinen Unterschied, dass Obermaterial inzwischen atmungsaktiv und wasserdicht sein werden.

Als Alternative geben die Experten zum Beispiel der Technischen Universität Chemnitz die Empfehlung, „zwei oder drei Paar verschiedene Schuhe zu kaufen, um den Fuß variabel zu trainieren“. So lasse sich eine permanente punktuelle Extrembelastung in den Gelenken vermeiden. Genau diese werde durch die High-Tech-Schuh-bedingte Korrektur der Bewegungsabläufe nämlich verursacht.

Dass an dieser These etwas dran ist, kann wohl jeder nachvollziehen, der neue Schuhe einläuft. Ich gehe die ersten paar Läufe jedenfalls immer eher vorsichtig an, weil sich immer die Kniestellung etwas verändert und Überlastungen vermieden werden sollen. Sonst ist der Spaß schnell vorbei.

Vielleicht werde ich also zumindest ab und an wieder häufiger die Schuhe wechseln. Aber was mir die Wissenschaftler nicht erzählen müssen ist die Erkenntnis, dass Asphalt für die Gelenke schlechter ist als ein schöner Naturpfad im Wald.

So wie heute morgen, als wieder einmal eine schöne runde durch den frühlingshaft erwachenden Mattheiser Wald auf dem Programm stand. 18 ruhige Kilometer, teilweise etwas Matsch, und eine Sackgasse angesichts einiger vom Sturm geknickten Fichten. Und das Beste daran: Ich kann endlich auch wieder Bergab-Passagen genießen. Mit Pronationsstütze und ganz ohne Schmerzen ;o)

Am Mittwoch geht es dann endlich los: Bei „Der TV bewegt“ freue ich mich auf 60 Mitstreiter und bin gespannt auf Guido Streit, der in den kommenden zwölf Wochen seine Fähigkeiten als Trainer für den Zehner beim Stadtlauf unter Beweis stellen kann.