Schöne Eifel für Genießer

1-DSC02586So langsam geht es für ambitionierte Hobbyläufer nach der Sommerpause wieder auf die längeren Strecken. Dafür bieten sich am kommenden Wochenende gleich zwei schöne Gelegenheiten, gesteigerte sportliche Herausforderungen mit dem Genuss einer herrlichen Landschaft zu verbinden:
Beim Maare-Mosel-Lauf am Samstag führt die längste der angebotenen Strecken von Daun zwar nicht bis an die Mosel. Die 21 Kilometer bis Gillenfeld mit der wunderbaren Runde um das Schalkenmehrener Maar sind aber längst ein Klassiker. Es ist eine der schönsten Wettkampfstrecken in der Region. Und wer nicht so weit laufen will, geht auf eine der kürzeren Etappen oder startet ganz ohne Zeitdruck beim Gesundlandlauf über sieben entspannte Kilometer.
Wer dann noch nicht genug hat, muss nur einmal schlafen. Denn schon am Sonntag lockt der TV-Wandertag in Wittlich nicht nur die Freunde eines gemütlichen Spaziergangs durch schöne Natur. Erstmals wird es bei einem TV-Wandertag möglich sein, die besonders schönen Strecken mit ortskundigen Sportlern laufend zu absolvieren. Der Start für die 10 und 17 Kilometer langen Touren ist um 9 Uhr. Die Führung übernehmen die Grünewaldläufer des SV Lüxem. Ein Geheimtipp für fitte Laufindividualisten ist allerdings die Königsetappe durch den Grünewald. Aber Achtung: Wer diese 19 Kilometer laufen will, darf auch am Berg nicht schlappmachen!

 

P.S.: Wie Ihr lesen könnt, lassen sich also Laufkolumnen auch von lahmen Autoren schreiben. Ich werde natürlich bei keinem dieser schönen Läufe dabei sein können. C’est la vie! Dafür war ich heute wieder 1300 Meter im Wasser unterwegs. Bewegung tut gut!

Halbmarathon mit Vorspiel

Wer mir vor vierJahren gesagt hätte, dass ich einmal vor einem Halbmarathon 13 Kilometer bis zum Start laufen würde, den hätte ich damals für verrückt erklärt.

Heute müsste ich dieses Urteil revidieren. Und das Beste daran, ich hatte nicht einmal Zweifel daran, dass es klappen würde. Lediglich den Vorsatz, den eigentlichen Maare-Mosel-Lauf dann nicht zu flott anzugehen, habe ich nicht ganz umgesetzt… Aber der Reihe nach:

Zu Viert fahren wir am Samstag Nachmittag von Trier nach Gillenfeld. So lohnt sich die weite Anfahrt zu einem der schönsten Läufe in der Region – der in diesem Jahr vom Trierischen Volksfreund und seinem/meinem Laufportal präsentiert wird. Mit im Boot, äh, Auto sind Anne, Werner und Marcel.  Anne hat im Laufportal einen Start beim Gesundlandlauf gewonnen und wird die sieben Kilometer ohne Zeitnahme genießen und in ihrem Blog beschreiben. Werner nimmt die Zehn Kilometer von Schalkenmehren nach Gillenfeld in Angriff. Und mit Marcel hatte ich am Freitag verabredet, dass wir aus dem Halben einen richtig langen Lauf machen würden.

So machen wir uns also zu zweit nach der Verabschiedung unserer Begleiter auf den Weg nach Daun. „Wirklich? Dann lauft ich am besten auf dem Radweg“, empfiehlt uns etwas irritiert die Dame am Infopunkt im Zielbereich von Gillenfeld. 13 Kilometer sind es bis zum Start – neun davon stetig leicht bergauf.

Einige Kommentare müssen wir uns im Ort schon anhören, bis wir auf den Radweg einbiegen. Das Wetter ist toll. Ein „Seehimmel“, wie Anne formuliert hatte. Es könnte etwas kühler sein, aber ich habe ja zumindest eine Patrone Wasser im Gürtel, in dessen Tasche neben Smartphone, Pflaster und Taschentuch auch ein Gelbeutel verstaut ist, der mir auf dem Rückweg sehr helfen wird.

Es ist kurz nach 16 Uhr. Die Getränkestände werden gerade aufgebaut. „Wenn wir wiederkommen, muss aber alles fertig sein“, diesen Kommentar kann ich mir nicht verkneifen. Die Helfer der Feuerwehr nehmen mir das nicht übel.

Einige Radfahrer sind noch unterwegs. Sie werden an den Einmündungen zum Radweg auf laminierten Ausdrucken darauf hingewiesen, dass es ab 17 Uhr eng werden könnte. Dann startet der 10er. Bis die wohl 500 Teilnehmer des Halbmarathons auf die Strecke gelassen werden, wird eine weitere Stunde vergehen.

Wir sind gut in der Zeit, laufen am menschenleeren ehemaligen Bahnhof von Schalkenmehren vorbei.

Fotostopp am Tunnel. Na gut, das Bild gelingt nicht ganz, weil die Kamera beim Selbstauslösen den Wegebelag in den Fokus nimmt. Aber das Bild hat zumindest dokumentarischen Wert.

Hinter dem Tunnel fällt der Weg ab, verläuft nun im dichten und urtümlichen Wald. Ein sehr flotter Läufer kommt uns entgegen. Es ist Dietmar Bier, der wie im vergangenen Jahr gewinnen will – es wird diesmal der dritte Platz sein. Für mehr als einen Gruß hat er keine Zeit….

Auf dem Viadukt bei Daun zeigen zwei Fotos, dass vor 70 Jahren hier keine Bäume standen.

In Daun am Bahnhof laufen wir eine kleine Schleife in das Städtchen und auf einem sehr schönen Waldweg bis Boverath. Die Stimme des Streckensprechers ist von weit zu hören und führt uns zum Gelände von Techni-Sat, wo die Busse aus Gillenfeld ihre sportlich bekleidete Fracht abladen.

Großes Hallo hier und da. Startnummern geholt. Noch sind 40 Minuten Zeit bis 18 Uhr. Ich darf mir einige verbale Streicheleinheiten zum Laufportal und zu meinem Blog abholen. Der TV bewegt! Das tut gut.

Vom Lauftreff Schweich sind wenige Läufer hier. Spiridon Hochwald ist da schon stärker vertreten. Und das Grün der Flitzer aus dem Meulenwald ist auch zu sehen, allen voran natürlich Marion und Wolfram.

Yvonne Jungblut, die überaus sympatische Siegerin des Vorjahres ist auch da. Heute ohne Trainerbegleitung, aber mit dessen Anweisung, „nur“ einen Tempodauerlauf zu machen. „Was heißt das konkret bei Dir?“, will ich wissen. „So um die 1:28.“ Ups! Nun schweigt der Hobbyläufer und erinnert sich an seinen bislang schnellsten Halben in 1:29 in diesem Sommer. Da war die Strecke allerdings flach…

Endlich geht es los. Nicht ohne den Hinweis des Sprechers, dass niemand am Start drängeln müsse, da man ja erstmals mit Chipmessung ausgerüstet sei. Beeindruckend, diese Masse von gut gelaunten Sportlern, wie sie sich nach der ersten Spitzkehre auf dem Radweg aneinanderreiht.

Nicht ganz schnell, aber doch flott machen Marcel und ich sich auf den Weg zurück nach Gillenfeld. Aber wir wissen ja, dass es bis zum vier Kilometer entfernten Tunnel bergan geht. Die durchtrainierte Dame mit dem platinblonden Zopf weiß es ofenbar nicht, denn als wir an ihr vorbeilaufen klingen uns Laute ins Ohr, die eher an einen tierischen Zielsprint erinnern.

Holger Teusch ist natürlich als TV- und Laufportal-Berichterstatter an der Strecke. Er schafft es, mit seiner Kamera alle paar Kilometer wieder am Wegesrand aufzutauchen. 800 Meter vor dem Tunnel läuft er sogar ein ganzes Stück mit. Kurzer Plausch. Dann bleibt er zurück.

Schließlich wartet auf der anderen Seite sein Bruder, um die aus dem Finsteren stürmenden Läufer ins rechte Licht zu rücken.

Nicht lange danach biegt die Läuferschlange ab auf einen unbefestigten Feldweg. Hier beginnt die Schleife zum Schalkenmehrener Maar. Ich merke, dass mir dieses Tempo keinen Spaß mehr macht. Signal an Marcel: „Ich werde langsamer laufen.“ Mein junger Laufpartner vernimmt’s – und ist weg. Ich werde ihn erst wieder im Ziel sehen, wo er dann bereits vier Minuten auf mich gewartet haben wird.

Meine Beine fühlen sich zunehmend schwer an. Inklusive „Vorspiel“ haben sie ja immerhin schon 20 Kilometer „auf dem Buckel“, sofern das bei Beinen möglich ist. Zeit also für das Gel, das sich auch ohne Wasser gut schlucken lässt. Dann noch etwas langsamer und ab und an ein kurzer Fotostopp.

Der Anblick von Landschaft, Maar, Laufpfad und Sportlern lohnt das in jedem Fall.

Bevor es zum Vulkansee hinuntergeht treffe ich Birthe, die ebenfalls in Meulenwaldgrün unterwegs ist. Sie hat drei athletische Läufer im Schlepptau. „Und? Geht es schon wieder nach dem Monschau-Marathon?“, spricht mich einer von ihnen an. Aha, ein Laufportal- oder Blogleser. Wieder ein kurzer Plausch.

Mein Wohlfühltempo ist einen Tick schneller als das dieses Grüppchens. So laufe ich einige Meter vor ihnen, als Holger schon wieder auf den Auslöser drückt. Ein schönes Foto, dass er mir in meinem Facebook-Account postet.

Am alten Bahnhof von Schalkenmehren ist nun mehr los. Wir biegen links vom Radweg ab und schlagen uns in die Felder. Am nun folgenden langen Anstieg bin ich vor drei Jahren „gestorben“.

Heute machen die gut gelaunten Damen von der Sambatrommeltruppe leichte Beine.

Die Eifel ist wunderbares Abendlicht getaucht, als der letzte Anstieg darauf wartet, bewältigt zu werden. Dann verlaufen die verbleibenden fünf Kilometer fast nur noch in der Ebene, oder es geht hinunter. Ganz locker laufen die Beine nicht mehr. Wie war das doch, bei unserem Mentalcoach? Ich bin ein Vogel … oder so ähnlich …

Vier Kilometer noch, drei, zwei. Ächz. Jetzt nochmal Tempo. Gillenfeld kommt in Sicht. Ein Kilometer noch. Ein langbeiniger Riese trampelt von hinten heran. Der hat noch mehr Körner als ich. Kein Problem. Eine Kurve noch, da ist das Ziel. Viel Menschen. Ein gellender Schrei: „Raineeeeeer!!!!“ Der Nestwärme e.V. ist auch mit einem Team am Start. Und wer könnte da besser und lauter motivieren als Vorsitzende und Freundin Petra Moske?

Ich laufe mit einem Lachen ins Ziel. Handgestoppt 1:38:37 Stunden. Nicht schlecht. Jetzt reicht es aber auch. Unterm Strich 35 Kilometer. Wer mir das vor vier Jahren gesagt hätte…

Vielen Dank an Inge Umbach und ihr Team von den Vulkanläufern und der Laufschule „Schritt für Schritt“ für die hervorragende Organisation!

Nachtrag: Die offiziell gemessene Zeit ist 1:39:06. Da meine Garmin auf „Zeit in Bewegung“ eingestellt ist, weiß ich nun also, dass die Fotopausen gar nicht soooo lange waren.

Angriff der Killerinsekten

Heute wieder Gymnastikstunde statt laufen. Zitat meiner Frau nach 45 Minuten: „Jetzt übertreibst du aber…“

Tue ich nicht 😉

Als Lesestoff die heute im Trierischen Volksfreund veröffentlichte Laufkolumne:

Angriff der Killerinsekten!

Alarm! Die Killerinsekten greifen an! Im Stile der Titel kruder Horrorfilme könnten Berichte über diverse Jagdszenen in der Region überschrieben werden, die in den vergangenen Tagen aufgeschreckt haben. Leidtragende waren dabei auch Läufer.
Beim Maare-Mosel-Lauf am Samstag mussten sogar drei Teilnehmer ins Krankenhaus, weil aufgescheuchte Hornissen sich auf sie gestürzt und gestochen haben. Nicht schlecht trainierte oder dehydrierte Sportler, sondern schwarz-gelb gestreifte Riesenbrummer sorgten bei diesem Landschaftslauf also für Rettungseinsätze – und für ungewollte Sprinteinlagen.
Nun ist die Panik meist groß, wenn die in meiner fränkischen Heimat „Siebentöter“ genannten und unter Artenschutz stehenden Hornissen nicht nur den Weg kreuzen, sondern sich ähnlich lästig verhalten wie ihre kleineren Brüder. Gut zu wissen, dass die von ihnen ausgehende Gefahr weitaus geringer ist als allgemein befürchtet: Sie sei maximal so groß wie beim Stich durch eine Wespe, versichern Ärzte.
Zu spaßen ist mit so einer Insektenattacke dennoch nicht. Besonders wer allergisch reagiert, sollte unbedingt ein Notfall-Set dabei haben, wenn er in freier Natur unterwegs ist. Das gilt auch und besonders für Läufer. Das Set passt in einen Laufrucksack oder die Tasche am Trinkgürtel.
Besser ist es natürlich, wenn die unliebsame Begegnung ganz ausbleibt. Das wünsche ich allen Läufern, die in diesen Tagen unterwegs sind. Mögen sich ihre Erfahrungen mit großen Insekten auf die sogenannten Hummeln im Hintern beschränken – natürlich nur im übertragenen Sinn!