Oben ohne?

Wie nackt darf es sein? Diese Frage hat das Runner’s World-Magazin seinen Lesern gestellt in der Hoffnung, kreative und witzige Antworten zu bekommen. Über die Qualität der Rückmeldungen lässt sich natürlich streiten. Zumindest behielt sich die Redaktion aber vor, alle Sprüche auszusortieren, die zu sehr unter die Gürtellinie zielten.

 
Oben ohne? Mehr als ein Drittel der Befragten toleriert das bei Männern. Nur jeder Zehnte will das bei laufenden Frauen sehen. Ganz anders ist es beim Thema bauchfrei: Da schauen Zwei Drittel der Läufer gerne hin – bei Frauen. Tops bei Männern wollen nur 15 von 100 Befragten sehen. Und wenn es um Sport- oder Badeslips geht, graut es sogar 91 von 100 vor männlichen Erscheinungen. Jeder Fünfte toleriert das aber bei Frauen.

 
Beim Mitternachtslauf in Kröv am vergangenen Samstag konnte die Theorie nun anhand der Praxis überprüft werden. Dort liefen die Jungs vom Evangelischen Jugendzentrum Altenkirchen wieder einmal „oben nackisch“, wie sie es seit über 20 Jahren tun. Die Protagonisten auf der Strecke sind inzwischen zwar andere. Kommentare und Blicke vom Streckenrand dürften sich aber im Laufe der Jahre nicht zu sehr verändert haben. Oft war bei den Männern auch ein wenig Neid herauszuhören. Denn nicht nur die Schnellsten der Oben-ohne-Läufer zeigten eine gute Figur, auch ohne den Bauch einziehen zu müssen.

 
Dass weniger Bekleidung schnell macht, bewiesen die freizügigen Altenkirchener übrigens auch: In der Einzelwertung mit den Plätzen eins und zwei. Spitze auch in der Mannschaftswertung. Die Damen des Jugendzentrums wurden in der Teamwertung der Frauen übrigens Siebte. Aber die liefen auch mit etwas mehr Stoff auf der Haut.

 
Wie auch immer. Angesichts der spätwinterlichen Temperaturen wird „oben ohne“ bei uns in den nächsten Tagen sicher kein Thema sein. Blau gefroren statt sonnengebräunt wird der trainierteste Oberkörper zur Spaßbremse.

 

Doppelter Einsatz

Irgendwie macht es keinen wirklichen Spaß zu bloggen, wenn ich keine Bilder zeigen kann. Es funktioniert leider noch immer nicht. 🙁 Das ist dann leider der Nachteil, wenn der Blog über den Server des eigenen Verlagshauses angemeldet ist …

Nach einem Tag mit Traumwetter gestern verregnet es gerade den geplanten Sonntagsspaziergang. Vielleicht später noch ein paar Schritte…

Gelaufen wird heute nicht. Dafür hatte ich gestern den geplanten Doppelpack. Am Morgen mit Dominik und Marcel 25 Kilometer (Olewig – Moselschleuse Trier – Eisenbahnbrücke Pfalzel – Avelertal – Unicampus – Olewig). Irgendwie haben wir alle am Ende etwas gekämpft. Marcel nach seinen Magenproblemen, Dominik nach seiner Erkältung, ich nach den Intervallen vom Donnerstagabend und dem Morgenlauf am Freitag. Aber Spaß hat es trotzdem gemacht.

Und zwölf Stunden später ging es beim Mitternachtslauf in Kröv besser als gedacht. Gut, das Grillfleisch vom vorherigen Besuch bei lieben Freunden in Traben-Trarbach lag noch etwas im Magen. Aber da ich eh nicht am Anschlag laufen wollte, war es erträglich.

Die Temperaturen zum Laufen mit 14 Grad ideal. Langes Warten musste auch nicht sein, da wir die Anfahrt aus Traben-Trarbach sehr gut timen konnten. Die Startnummer hatte ich schon am Nachmittag besorgt. Nach einigen Minuten Einlaufen mit Harald waren es dann nur noch zehn Minuten bis zum Massenstart in Kröv. Viele bekannte Gesichter, einige fast neue – liebe Grüße an Medita an dieser Stelle – und ganz viel gute Laune, für die auch wie so oft die Laufmäuse aus dem Hochwald sorgten.

Zum ersten Mal starteten um 23.20 Uhr alle Alterklassen gemeinsam. Das bedeutete erst einmal mächtiges Gedränge in den engen Gassen von Kröv. Kein großes  Problem, ich wollte ja eh nur locker laufen. Unten an der Mosel entzerrte sich dann die Läuferschar. Und spätestens bei dem Doppelanstieg nach zwei Kilometern war genug Raum, um frei zu laufen. Dreieinhalb Runden waren notwendig, um auf die 9,4 Kilometer zu kommen, die dieser Lauf addiert.

Unglaublich, wie schwer vielen Läuferinnen und Läufern der Atem schon beim ersten Anstieg ging. Da hatte ich fast Skrupel, locker und ohne wirklich deutlich hörbares Schnaufen an ihnen vorbeizuziehen. Das wiederholte sich dann mit vielen anderen Teilnehmern noch zweimal. Besonders schön war danach jeweils der Abschnitt leicht abschüssig durch die Ortsmitte, wo viel Zuschauer sich mit Jubeln warm hielten. Darunter auch meine Familie.

Mit einer Durchschnittspace von 4:19 Minuten bin ich am Ende nur geringfügig schneller gelaufen als beim Hamburg-Marathon im vergangenen Jahr. Obwohl ich Punkt Mitternacht ziemlich locker ins Ziel kam, wäre eine Wiederholung der Zeit von damals über die lange Distanz derzeit nicht machbar. Aber das muss ja auch nicht sein.

Heute in einer Woche beim Mittelrhein-Marathon habe ich keine Zeit im Visier. Es soll ein lockerer Trainingslauf werden für den kleinen Ultra 14 Tage später beim Eifelmarathon. Der ist erst einmal mein Saisonziel. Die Sehne scheint zu halten. Das ist das Wichtigste!

Ein schönes Restpfingstfest allen, die gezielt oder per Zufall hier gelandet sind.

Präsentiert wurde der Mitternachtslauf Kröv vom Laufportal des Trierischen Volksfreunds, für das ich die Verantwortung trage. Dort sind demnächst auch Fotos, Ergebnislisten und der offizielle Bericht zu lesen.

Hier wieder ein Link zur Facebook-Galerie vom Mitternachtslauf

und hier zum Samstagslauf

Ein dreifach Hoch!

Es gibt Zeiten, da darf man(n) auch mal euphorisch werden. Mit Zeiten meine ich jetzt nicht meine beim Kröver Mitternachtslauf. Die ist zwar auch nicht schlecht und hat mich in der Alterklasse M45 auf einen fünften Platz gebracht. Ich meine damit vielmehr diesen Tag und diese Veranstaltung, bei der es die Premiere gab, dass Sohn#2 und Frau#1 auch am Start waren.

Spannend zu sehen, wie die Nervosität vor dem Start jeweils stieg, auch bei mir. Sohnemann sah beim Lauf über 2200 Meter sehr locker aus und wäre sicher noch schneller gewesen, hätte er dem Papa mal zugehört, als er ihm die Strecker erklärte.

Dann wäre er auch nicht so erstaunt gewesen, als ihn ebenjener 400 Meter vor dem Ziel nochmal richtig einheizte, weil das Rennen gleich zu Ende war.

„Ich dachte, es geht noch eine Runde“, war dann auch der Kommentar des nicht wirklich erschöpften Laufsprosses.

Heiß war es beim Start des Jugendlaufes um 19 Uhr noch. Und nicht viel kühler hatten es die Starterinnen und Starter eine Stunde später beim Jedermannlauf. Da hatte auch mein Schatz Premiere. Ihr erster Wettkampf war eine heiße Sache. Sie hat die 3800 Meter – 1,5 Runden durch das traumhaft schöne Kröv an der Mittelmosel – prima bewältigt und war am Ende mächtig stolz: „Ich bin kein einziges Mal gegangen!“ Auch nicht am Ende der ordentlichen Steigung, die von der Mosel bis in die Mitte des Ortes hinaufführte.

Für die Starter beim „Lauf der Junggebliebenen“ um 22 Uhr – schön so daran erinnert zu werden, dass sich der Alterszenit jenseits der 40 bewegt… – und den U40-Teilnehmern beim eigentlichen Mitternachtslauf um 20 vor 12 bot diese Steigung gleich dreimal die Gelegenheit, den Maximalpuls zu toppen.

Ich habe es genossen, bin zwar flott, aber nicht ganz am Anschlag gelaufen, um die tolle Stimmung entlang des mit Kerzen beleuchteten Rundkurses zu genießen. Lediglich auf den letzten 600 Metern habe ich es dann nochmal richtig krachen lassen.

Erfolgreiche Finisher: Holger, Jürgen, Christoph und Rainer

Ein Schnitt von 4:04 Minuten pro Kilometer für die 9200 Meter lange Strecke sind immer noch Effekt des langen Marathontrainings. Das größte Lob kam allerdings eindeutig von meinen Jungs – Sohn#1 hatte sich auf das Zusehen bechränkt: „Boah, Papa, warst Du schnell!“

In diesem Sinne: Ein dreifach Hoch auf diesen tollen Laufabend – der dann für die Jüngeren doch etwas zu lange dauerte!

P.S.: Statt Medaille gab es für alle erwachsenen Teilnehmer eine Flasche Wein aus der berühmtesten Lage des Ortes: Kröver Nacktarsch

Bericht, noch viel mehr Fotos und Ergebnisse gibt es wie immer im Laufportal: www.volksfreund.de/laufen