Longjog in der Regenpause

8 Uhr, 5 Grad, leichter Regen. Trinkgürtel mit zwei Fläschchen angeschnallt, Rosinen und Gel in der Tasche. Kompressionssocken. 3/4 Tight, Sportunterhemd, Halstuch und die gelbe TV-bewegt-Jacke. So die Eckdaten für den geplanten und ersehnten Longjog heute. Christoph ist ähnlich gut präpariert. Und sogar Marcel – der Hungerkünstler – hat eine Stärkung eingepackt.

01-DSC01198Wir einigen uns schnell auf die grobe Strecke: Zur Kyll in Ehrang und dann mal sehen. Drei Stunden Laufspaß sind das Ziel. Aber bitte möglichst erst mal zur Mosel und nicht den wenig schönen Weg durch Kürenz.

In der Kleingartenanlage „Tempelbezirk“ leuchtet uns die gelbe Jacke von Anne entgegen, die es auch geschafft hat, zu frühen Stunde unterwegs zu sein. Zu mehr als einem freudigen Hallo und Winken reicht es an diesem Morgen nicht. Wir wollen nicht nur an, sondern vor allem in den Fluss kommen, den „flow“, den Margitta in einem ihrer Blogeinträge in der vergangenen Woche so hübsch beschreiben hat.

02-DSC01200Über die Kaiser-Wilhelm-Brücke auf die andere Moselseite. Der Regen hat aufgehört, und die grauen Wolken geben ein imposantes Schauspiel über der glatten Mosel. Durch das falsche Biewertal läft es sich schöner als auf dem Moselradweg. Zudem lässt sich auf dem Weg dorthin der wunderschöne Blick auf Trier genießen.

03-DSC01201Alles grünt, blüht und duftet. Es ist ein Traum und eine Meisterleistung, wie sich die Welt in dieser Woche verändert hat. Eine riesige Magnolie zieht im bewohnten Teil des Tals unsere Blicke auf sich.

04-DSC01202Durch Biewer geht es auf den Moselradweg. Am Trierer Hafen beeindrucken die vielen Bauteile von Windrädern, die hier warten, um auf irgendwelche Höhen in der Region transportiert und dort montiert zu werden.

09-DSC01215Weiter geht es in das idyllische Pfalzel. Ein Stadtteil mit großer Geschichte und mächtigem Verteidigungswall. Da ob war ich noch nie, also nutzen wir die Chance und sind überrascht von den Dimensionen.

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07-DSC01207Gute Gelegenheit für einen Schluck aus der Pulle und ein Gruppenbild fürs Jahrbuch.

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Als die Autobahnbrücke bei Ehrang in Sicht kommt, ist Christoph überrascht, dass wir schon 1:45 Stunden unterwegs sind und 18 Kilometer in den Beinen haben. Es fühlt sich noch gar nicht so an. Dennoch wird es nichts mit dem Abstecher zur Burg Ramstein. Da hätten wir am Ende sonst fast 50 Kilometer auf dem imaginären Tacho …

10-DSC01216An der renaturierten Kyllmündung entlang – die Natur hat sich dieses nun wieder idyllische Stück Land zurückerobert – peilen wir den Aufgang zur Autobahnbrücke an. Der Weg auf die andere Flusseite ist nciht gerade der schönste und leiseste, dan man sich vorstellen kann. Aber die paar hundert Meter sind schnell vorbei und auf dem Radweg in Richtung Ruwer ist der Lärm schnell vergessen. Erinnerungen an den Hospizlauf leben auf.

13-DSC01224In Ruwer lassen wir uns von Jürgen anfeuern, der hier überraschenderweise unseren Weg kreuzt. Er hatte mit uns vor zwei Jahren in Stockholm den Marathon gefinisht. Unsere kleine Laufgruppe kann von wirklich vielen schönen Erinnerungen zehren, die auch lange Läufe kurzweilig werden lassen.

Durch die Riverisstraße geht es nach Kürenz, wo Marcel vorschlägt, durch das Avelertal hinauf nach Tarforst zu laufen. Ist schöner als durch den Stadtteil. Also gehen wir es an, obwohl wir schon 2:30 Stunden unterwegs sind. Einige Rosinen eingeworfen, noch ein Schluck Wasser. Das Halstuch ist längst in der Jackentasche verstaut. Christoph wird es unter der Laufkappe auch zu heiß.

11-DSC01220Hinauf – das zweite Gruppenfoto zeugt davon, dass wir noch nicht auf dem Zahnfleisch robben -, an der Domäne Avelsbach vorbei, dann noch einige Meter hoch und hinüber zum Unicampus. Der wurde am Donnerstag vom Bundesverband der Landschaftsarchitekten zu einem von 100 besonderen Orten in Deutschland ernannt. Zur Liste gehört beispielsweise auch der Olympiapark in München.

12-DSC01223Die vielen Kunstwerke auf dem Trierer Campus sind nun mit erklärenden Hinweisschildchen versehen. Laokoon 86 von Waldemar Otto musste für die Feierstunde die gehäkelten Hosen wieder runterlassen und streckt seinen bronzenen Bauch wie eh und jeh in Richtung Tal.

14-DSC01225Am Geozentrum nimmt Marcel schließlich den Weg in Richtung Petrisberg, um nach Hause zu kommen. Christoph und ich laufen durch die Weinberge hinunter nach Olewig. Der Ausblick auf blühende Büsche und ergrünende Hänge ist auch bei bedecktem Himmel ein Traum.

15-DSC01228Nach 3:10 Stunden und etwas über 33 Kilometern erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt.

16-DSC01229Wir sind glücklich. Endorphine schwappen über. Heute hätten wir auch einen Marathon laufen können … Und die Sehne? Bei Kilometer zehn glaubte ich sie zu spüren – kleine Sorgen – dann war der psychosomatische (?) Anflug von Schmerz aber wieder weg und kam nicht wieder. Möge es so bleiben!!!!

P.S.: 30 Minuten nach dem Lauf setzt der Regen wieder ein 😉

Endlich mal wieder ein Halber

Gigantisch, dieses Wetter heute. Gerade gut genug für einen tollen Samstag-Quassellauf. Die Einladung von Mel und Hans-Peter, schon um 5 Uhr im Hochwald eine lange Tour anzugehen, hatte ich abgesagt, auch wegen der leichten Halsschmerzen. Dann also wie gewohnt um 8.30 Uhr ab Sportplatz Olewig, heute in einer etwas größeren Gruppe, weil sich neben Achim, Christoph und Rudi Volvo-Achim und sein aus Schweden stammender Kollege angeschlossen hatten.

Da sie nur eine Stunde Zeit haben, nehmen wir den Weg über Tarforst nach Kürenz, wo sie sich wieder verabschieden können.

Zunächst also einige Höhenmeter hoch und dann durch das Aveler Tal hinunter, wo wir endlich in Höhe der Weindomäne die ersten Sonnenstrahlen genießen dürfen.

Zu viert geht es also in Richtung Eisenbahnbrücke Pfalzel, die bereits in der Sonne liegt.

Auf der Mosel ist nicht viel los.

Flussaufwärts rechts des Flusses warten fünf sonnige Wonnekilometer. Mario, der sich erst vor einigen Wochen unserem Lauftreff angeschlossen hatte, stößt heute in neue Dimensionen vor. Er wird sich seinen ersten 20er Lauf erkämpfen, auch wenn die letzten Kilometer für ihn hart sind.

Auf dem Trierer Hauptmarkt haben die Buden des Weihnachsmarktes noch geschlossen. Die Stadt füllt sich aber schon langsam mit Menschen, die sich auf die Suche nach Geschenken für ihre Lieben machen.

Auf dem Domfreihof befindet sich der zweite Teil des Weihnachtsmarktes. Der mächtige Kirchenbau ist Weltkulturerbe und entstand der Legende nach aus dem Wohnhaus der Kaisermutter Helena. Die ist natürlich heilig gesprochen. Wissenschaftlich belegt ist zumindest, dass der Kern des Doms aus römischer Zeit stammt. Und unter der Krypta fanden sich auch Reste eines Deckenfreskos aus römischer Zeit, das wohl Helena zeigt.

Vorbei an der Konstantinbasilika, dem ehemlaigen Kaisersaal, laufen wir durch den von der Sonne in schönsten Farben erleuchteten Palastgarten. Der Barockanbau an der Basilika ist heute Sitz des Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, dem nachfolger der Bezirksregierung.

Vom Sportplatz aus hatte die Runde genau 20 Kilometer. Für Christoph und mich kommen insgesamt 21 Kilometer zusammen. Ein toller Lauf!

25 Kilometer Freude und Frühling

Allen Wettervorhersagen zum Trotz: An der Mosel setzt sich der Frühling mit voller Kraft durch. Die leichte Schleierbewölkung lässt die Sonne zwar nicht in voller Kraft scheinen. Es genügt aber, um die Menschen an diesem wichtigen Wahlsonntag bei Laune zu halten.

Auch am Samstag war das Wetter prima. Ideal für den langen Samstagslauf. Eine große Runde von Olewig, über den Kleeburger Weg zum Unicampus, nach Tarforst auf die Höhe und auf der Strecke des Saar-Hunrück-Steigs hinunter ins Ruwertal nach Kasel. Auf dem Ruwer-Radweg bis zur Mosel.

Weiter über die Einsbahnbrücke Pfalzel und auf dem Moselradweg zurück nach Trier. Kaiser-Wilhlem-Brücke, Hauptmarkt, Palastgarten und am Amphitheater vorbei zurück zum Sportplatz Olewig.

25 Kilometer voller Freude mit Freunden und einem mit aller Macht die Natur in seine Gewalt bringenden Frühling.

Jetzt ins Wahllokal, dann noch etwas essen und ab in die Redaktion. Da wird es angesichts der beidne Wahlen in rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg heute besonders spannend.