Eisnadeltraumnebelsonnelauf

Sooo früh…. Das waren heute Morgen meine Gedanken, als mich mitten in der Nacht der Blasendruck aus dem Bett getrieben hat und ich dabei realisierte, dass es höchste Zeit zum Aufstehen ist, wenn ich nicht den Samstagslauftreff verpassen wollte, der wie immer um 8 Uhr startete.

Blick aus dem Fenster … dichter Nebel. Na ja, die leise Hoffnung blieb, dass es auf der Höhe vielleicht besser sein würde. Und da Achim dort wohnt und zum Treffpunkt ins Tal herunterkommt, war ja auch ein Experte am Start. der die frohe Botschaft verkündete: Bei uns oben ist es einigermaßen klar.

Also war die Route für unsere Tour klar: hinauf in Richtung Korlinger Höhe, auf Heidenkopf und Schellberg, der mit 425 Metern doch immerhin etwa 250 Meter höher liegt als Olewig.

Dass es so ein traumhafter Lauf werden würde, hat zu Beginn allerdings keiner von uns Dreien geglaubt. Marcel war noch dabei, Christoph wegen einer Erkältung leider nicht.

So ging es also zunächst durch den Nebel zum Trimmelter Berg, wo der erste Hauch von Blau sich am Himmel zeigte. Am Rande von Tarforst vorbei und auf den Serpentinen des Wirtschaftsweges hoch zum Heidenkopf. Schon auf halber Höhe tut sich ein traumhaftes Panorama auf, mit dichtem Nebel im Tal und weiter Sicht in die Eifel und bis nach Frankreich. Der Dampfpilz dort markiert das von deutscher Seite so heftig kritisierte Kernkraftwerk Cattenom, das heute so unglaublich nah scheint.

Wir laufen noch höher, peilen „Christophs Fuge“ an, wie wir die Lücke in der Baumreihe auf dem Rücken des Berges einmal getauft haben, weil unser laufender Landschaftsarchitekt dort am liebsten eine Landschaftsmarke sehen würde, so etwas ähnliches wie den Turm Luxemburg auf dem Petrisberg vielleicht.Der Weg verläuft gerade auf diese Lücke zu – der Sonne entgegen. Ein Traum!

Eine Runde um den Schellberg, dann auf der Höhe hinüber bis zur idyllisch gelegenen Siedlung der Domäne Avelsbach. Hinüber nach Neukürenz und über den Petrisberg hinunter ins Tal.

Wir tauchen wieder in den Nebel ein, durch den sich mittlerweile aber die Sonne kämpft. Bei Temperaturen um minus drei Grad bilden sich zum ersten Mal in diesem Herbst Eisnadeln an den Pflanzen. Eine Landschaft, überzuckert im Reifzauber.

Achim muss sich etwas früher auf den Heimweg machen. Wir begleiten ihn bis zum Sportplatz und hängen noch eine kleine Runde durch den inzwischen teilweise schon von der Sonne durchfluteten Tiergarten und über Kürenz an.

Eine meiner Lieblingsfotopunkte lässt sich dank Marcel und einem über die Kuppe kommenden Hundebesitzer heute besonders gut in Szene setzen.

Nach 23 Kilometern ist meine Samstagstour beendet. Marcel hängt nochmal gut zwei Kilometer an, bis er zuhause ist.

Ich habe es nach einem Lauf noch nie bereut, die Bequemlichkeit oder Herbstträgheit überwunden zu haben. Heute schon gar nicht! Allen, die noch unschlüssig sind, ob sie am Wochenende ein Läufchen wagen, kann ich nur raten: tut es!

Eis und weiß

Herrlicher Sonnenschein, Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Der Mai beginnt fast winterlich, wäre da nicht das üppige Grün überall. Heute morgen überraschte die frühen Läufer in Schattenlagen gefrorener Reif auf den Pflanzen.

Das Glitzern der Bereiche, die von der aufgehenden Sonne in Licht getaucht wurden, lässt sich mit meiner kleinen Kamera zwar nicht festhalten. Eine Ahnung davon gibt es dennoch.

Es lohnt also, sich am Morgen aufzumachen und dieses Schauspiel zu erleben.