Länge ist relativ

Keine Stärkung, nichts zum Trinken. Damit ich nicht in Versuchung gerate, doch eine lange Tour zu machen, bleiben alle Stärkungen zu Hause. Gut so, denn mein Laufpartner Christoph ist für eine lange Kante ausgestattet, als ich ihn zu seiner Überraschung um 8 Uhr an seiner Haustür erwarte. Er hatte meine Mail nicht gelesen, dass ich beim Zweiseenlauf passe und mit Blick auf meine A-Sehne eine ruhige Samstagsrunde vorziehe.

DSC01077Um die Ecke kommt dann auch noch Rudi, der in den vergangenen Wochen nur sehr sporadisch unsere Samstagsgruppe mit seiner Anwesenheit bereicherte. Nur bitte nicht zu lang! So lautet auch seine Bitte. Gut für mich und jede Versuchung, doch mehr als die angepeilten maximal 20 Kilometer in flachem Gelände unterwegs zu sein.

Es ist so ein grauer Morgen. Noch wenig spürbare Vorboten der angeblich 20 Grad, die am Sonntag dem kalten Wetter hoffentlich den A-Tritt verpassen. Während des Verfassens dieser Zeilen bei offener Balkontür wird es übrigens gefühlt pro Minute ein Grad wärmer. Die Sonne scheint …

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Kürenz – Eisenbahnbrücke Pfalzel – Biewer – Falsches Biewertal – Innenstadt – Olewig. So lautet die Devise für unsere Runde, auf der uns immer wieder diese A-Herzen begegnen. Beim ersten und zweiten Mal war das ja noch witzig. Inzwischen „zieren“ diese rot-schwarzen Tags jede Menge Ecken, Abfallkörbe, Mauern und Baudenkmale. Lieber Sprayer: jetzt ist aber auch mal gut! Bitte!

Tempo gemächlich. Viel zu erzählen. Jeder von uns ist gesundheitlich ein wenig angeschlagen und versucht das in den Griff zu bekommen.

DSC01081Von der Eisenbahnbrücke freier Blick auf die breite Mosel, die durch den vielen Regen in den vergangenen Tagen reichlich Wasser führt. Zur Überflutung des Radwegs auf Pfalzeler Seite fehlt nicht mehr viel.

DSC01082Aber die Pflanzen freuen sich über den Regen. Und so wird das Falsche Biewertal nicht mehr lange ein so blattloses Bild bieten.

DSC01084Der Trail am Waldrand ist reichlich vermatscht. Macht nichts. Macht Spaß. Und bevor es wieder hinunter nach Trier geht, bietet das Drachenhaus immer wieder ein beeindruckendes Bild. Hier wohnt der Stadtförster von Trier. Ein wahrhaft förstliches Anwesen.

DSC01086Der Blick auf die Stadt ist immer schön. Bald gibt es den auch wieder in bunten Farben.

DSC01087Braun sind derweil die Fluten der Mosel an der Kaiser-Wilhelm-Brücke, die in diesem Jahr genau 100 Jahre steht.

DSC01089Die Römerbrücke hat einige hundert Jahre mehr auf den Steinen. Sie begründet die Geschichte Triers als älteste Stadt Deutschlands.

DSC01090Rudis körperliche Verfassung kommt diesem Attribut in leicht abgewandelter Form inzwischen sehr nahe. Er nimmt deshalb nun den direkten Weg nach Olewig. Ich schließe mich gerne an. Wir traben also noch etwas gemütlicher Richtung Heimat, während Christoph noch eine Extraschleife zur Schleuse bei Konz läuft.

Knapp 20 Kilometer stehen am Ende auf dem Tacho. Jetzt schön die Sehne kühlen, leichtes Dehnen. Ich bin gespannt, wie sich meine Schwachstelle zu diesem Testlauf äußern wird. In jedem Fall ist morgen Laufpause, vielleicht auch am Montag.

Und jetzt geht es erst einmal in die Stadt. Da sind noch einige Karten für eine Erlebnisführung im Amphitheater zu besorgen …

Geduld

… zahlt sich aus, auch wenn es nicht unbedingt meine Stärke ist, zumindest wenn es ums Laufen geht. Heute also ein etwas mulmiges Gefühl, als ich meine Laufschuhe anziehe. Meine schwersten und stabilsten. Wird die Sehne halten?

DSC01046Gestern Abend – nach zwei Tagen Pause –  war von Schmerzen nichts mehr zu spüren. Und beim normalen Gehen hatte ich schon am Tag davor keine Probleme. Das Wetter? Da könnte ich wieder unkontrolliert fluchen, aber ich lasse das mal. Es ist grimmig kalt, so eine ekelige Kälte. Der Himmel grau, hohe Luftfeuchtigkeit, ein zwar nur leichter Wind, der allerdings Frosterqualität hat. Das Outfit ist also eher winterlich, 3/4 Hose und Kompressionsstrümpfe ersetzen die lange Tight. Das lange Shirt aus  Merino-Wolle ist das tollste Teil, das ich mir in diesem Winter zugelegt habe. Meine gelbe Lieblings-Gore-Jacke drüber. Handschuhe und … nein, keine Mütze, sondern eine Kappe. Schließlich könnte es laut Wetterbericht regnen oder sogar schneien.

Christoph kommt aus dem Haus, als ich nach dem Satelliten suche. Auch in Gelb, auch mit Sehnenproblemen, wie er erzählt. Auch er hat etwas zum Trinken auf die Hüften geschnallt. Wir werden also versuchen, zumindest um die 25 Kilometer zu laufen. Die Vorbereitung auf den Mittelrhein-Marathon muss schließlich fortgesetzt werden.

DSC01048Am Treffpunkt wartet Achim. Rudi, Marcel und Dominik haben andere  Verpflichtungen. Und so machen wir uns nach kurzer Absprache, wo es hingehen soll, zu dritt den Eselspfad hinauf auf die Hill und hinunter ins Tiergartental. Von dort durch das Goldkäulchen zur Pellinger und durch das Konzer Tälchen zurück in Richtung Trier. So ist der Plan.

Und? … Schon die ersten Schritte lassen mich aufatmen. Keine Schmerzen. Auch die Serpentinen hoch in Richtung Kernscheid sind problemlos möglich. Nach dem steilen Stück bergab ins Goldkäulchen – knapp fünf Kilometer sind vorbei – glaube ich ein leises Ziehen zu spüren. Also heißt es weiterhin, bewusst zu laufen, schön auf dem Mittelfuß, geruhsam.

DSC01050Das Ziehen verschwindet wieder, ist auch nicht zu spüren, als wir die Pellinger Straße überqueren und in das leider unter bleischwerem Himmel liegende Konzer Tälchen blicken. Vorsicht auch bei den abschüssigen Passagen hinunter nach Niedermennig. Eine sehr hübsch restaurierte Marienkapelle zieht unsere Blicke an. Kurzer Fotostopp. Jetzt geht es fast nur noch flach zurück nach Hause.

DSC01051Die Pfade, die rechts im Wald neben dem Radweg zu erkennen sind, werden beim nächsten Mal unsere Streckenwahl sein. Heute bleiben wir auf festem Untergrund. Auch in Konz. Eine einst von Eisenbahn und Industrie geprägte Stadt. Wenig hübsch, um mal etwas euphemistisch zu bleiben.

DSC01052Eine „interessante“ Bahnunterführung öffnet uns den Weg zur Mosel und auf die laaaange Gerade in Richtung Trier.

DSC01053Hier begegnen wir einigen anderen Läufern und Hundebesitzern. Rottweiler und Bullterrier werden aber zum Glück an der kurzen Leine geführt, so dass auch die beiden Schwäne nichts zu befürchten haben, die hier zwischen Fluss und Bahntrasse brüten.

DSC01054Zeit für eine Handvoll Rosinen. Etwas Wasser. so lassen sich auch die folgenden zehn Kilometer bis nach Olewig überstehen.

DSC01059Achim nimmt jetzt konsequent die Ideallinie. Er ist froh und sicher auch zufrieden, als wir nach 2 Stunden und 35 Minuten den Olewiger Sportplatz wieder erreichen. 26 Kilometer – und die Sehne hat gehalten! Auch Christoph ist glücklich, dass er keine größeren Probleme hatte. Unser gemeinsames Ziel Mittelrhein-Marathon ist also nicht gefährdet. Wen kümmert da noch das Wetter? 😉

 

Es läuft noch

Ideale Bedingungen heute früh, um wieder in längere Distanzen zu starten. 20 Kilometer sollten es sein, so mein Vorsatz, mit dem ich mich kurz vor 8 Uhr bei -2 Grad zum Olewiger Sportplatz aufmache.

DSC00632Christoph, unser Lauftreffleiter, muss leider krankheitsbedingt passen. Aber Achim, Marcel und Rudi sind da. Großes Hallo. Vor allem mit Marcel, denn wir sind in diesem Jahr noch gar nicht gemeinsam gelaufen. Er ist voll im Training, aber auch Achim und Rudi haben nichts gegen den Vorschlag, auf die Höhe zu laufen, der Sonne entgegen.

DSC00637Vom „Tiefschnee“ am Mittwoch ist nicht mehr viel da. Vor lauter Gequassele mit Marcel – ja, er wird mit mir Mitte Juni den ersten offiziellen Ultra beim Eifel-Marathon in angriff nehmen – verpasse ich die moderate Aufstiegsvariante zum Heidkopf. So müssen wir also den steilen Tarforster Kreuzweg hinaufschnaufen. Ist aber gar nicht so schlimm wie befürchtet.

DSC00645Hier oben haben sich auf den Wegen noch große Schnee- und Eisplatten gehalten. Vorsicht ist also angesagt. Bei unserem moderaten Tempo kann aber eh nicht viel passieren.

DSC00640Über die Höhe und dann den wunderbaren Weitblick auf den Hunsrück genießen, bevor wieder Aufmerksamkeit gefragt ist. Denn auf der Abzweigung Richtung Fluchtburg liegt doch noch erstaunlich viel Schnee.

DSC00647So wird diese 5 Kilometer lange Schleife oberhalb des Ruwertals zu einem echten Winterlauf. Vor allem in den schattigen Waldpassagen ist der weiße Untergrund noch richtig weich und tief. Das geht mächtig in die Beine, macht aber rieig Spaß – zumindest mir.

DSC00653Grandios, wie leichtfüßig zwei Rehe vor uns über den Weg den Berg hinauf springen – federn wäre eigentich das bessere Wort. So leichtfüßig und sprunggewaltig müsste man sein …

DSC00648Am Einstieg zum Saar-Hunsrück-Steig-Abstieg ins Ruwertal spuckt uns der Wald wieder aus. Die Oberschenkel glühen, zumal gerade der letzte Kilometer bergauf durch den weitgehend ungespurten Schnee Kraft gekostet hat. Achim und Rudi kündigen auch deshalb an, sie würden nun gerne auf dem direkten Weg nach Hause laufen.

DSC00656Dagegen spricht nichts, zumal wir schon fast zwei Stunden unterwegs sind. Ich will aber Marcel nicht alleine auf den Weg nach Trier-Ost schicken, und sol begleite ich ihn noch auf den Petrisberg, nachdem sich Rudi und Achim an der Uni verabschiedet haben.

20 Kilometer haben wir jetzt schon auf der Uhr. Meine Beine signalisieren nun langsam, dass sie ihren letzten langen Lauf vor vier Wochen hatten. So ganz spurlos ging die lange Pause auch nicht an ihnen vorüber. Marcel dagegen ist wirklich fit und zeigt es mir auch am letzten Berg hinauf zum Panoramaweg Sickingenstraße.

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Am Ende der Wohnbebauung verabschiede ich mich von Marcel und trabe über hier matschige Sonnenwege hinab ins Tal. Die Ration Rosinen tun vor den letzten beiden Kilometern gut.

DSC00665Noch ein Kilometer. Rums. Da mache ich mich lang. Ein umgebogener Drahthering am Rand des Weinbergswegs stellt mir ein Bein. Nichts passiert, aber Hose, Jacke und Handschuhe sind vom Schlamm, in dem ich gelandet bin, versaut. Da bekommt die Waschmaschine also etwas zu tun.

DSC00667Mit schweren Beinen ist nach 24 Kilometern das Ziel erreicht. Die Familie hat lange geschlafen und richtet gerade das Frühstück. Auch das passt also. Und danach noch shoppen in Trier. Ein neues Skateboard für den Jüngsten, der nun ein großes Board braucht. Und – auf Drängen meiner Liebsten – allerlei Frühlingsklamotten für mich. Für sie nicht ganz so viel. Um meinen Laufschuhdealer mache ich bewusst einen großen Bogen.  Die neuen Straßenschuhe müssen noch ein wenig warten …

Schmerzen? Nein. Nur schwere Beine. 😀

Zeit: 2:43:51
Zeit in Bewegung: 2:28:03
Elapsed Time: 2:43:51
Ø Pace: 6:48 min/km
Avg Moving Pace: 6:09 min/km
Beste Pace: 4:21 min/km

Run with the Flo

Wie zaubere ich einem Normalläufer den Angstschweiß auf die Stirn? Ganz einfach. Bringe zum Samstagslauf Florian Neuschwander mit.

2-DSC00338So ist es heute Achim ergangen – leider der einzige Wackere, der heute neben mir zum Samstagslauf erschienen ist -, als der Ausnahmeläufer der hiesigen Region am Olewiger Sportplatz auftauchte. Flo hat gerade mal locker die 50 Kilometer von Rodgau gewonnen. Und beim Berlin-Marathon war er mit Paula Radcliffe zeitgleich ins Ziel gekommen.

Rund-with-the-flow heißt sein noch ganz frischer Laufblog, der natürlich auch auf den folgenden acht Kilometern ein Thema war. Denn leider nur 45 Minuten hatte Flo Zeit, bevor er zur Arbeit musste. Acht Kilometer in 45 Minuten. Der flotte Gastflitzer kann also auch langsam. Ich wusste das von der Aktion der TV bewegt, wo er im vergangenen Jahr schon mal eine Trainingseinheit geleitet hatte.

3-DSC00345„Ich wollte doch mal wissen, wo das große Biest ist.“ Diesen Wunsch erfülle ich gerne. Wenn auch nicht bergauf, weil wir in Richtung Mattheiser Weiher unterwegs sind. Das Tiergartental kennt Florian bislang auch nur aus meinem und Annes Blogs. Er wird dort in Zukunft sicher häufiger unterwegs sein.

Auf den Wegen um die Weiher ist es teilweise noch ziemlich eisig. Die Aufmerksamkeit gilt deshalb nicht nur dem Gespräch. Ein Foto aus erhöhter Achimposition muss natürlich auch sein.

Am Hauptmarkt setzen wir Flo ab, den wir gerne wieder einmal mitnehmen. Davor wird er allerdings am kommenden Wochenende bei den Britischen Crosslaufmeisterschaften an den Start gehen. gemeinsam mit 2000! anderen, die sich auf 12 Kilometern eine Schlacht liefern werden.

4-DSC00346Eine flache Brückenrunde an der Mosel und zurück durch den ebenfalls teilweise noch eisigen Palastgarten machen für Achim und mich noch die 20 Kilometer komplett.

Gut war’s!

Zeit: 2:04:02
Zeit in Bewegung: 1:56:34
Elapsed Time: 2:04:02
Ø Pace: 6:01 min/km
Avg Moving Pace: 5:40 min/km
Beste Pace: 3:48 min/km

 

 

Schneislauf

Den Titel Schneelauf bekommt dieser Samstagslauf nicht. Dafür gibt es einfach zu viele eisige Stellen. Also: Schneislauf!

Meine Frage, ob Christoph seine Yaktrax eingepackt hat, erwidert er mit einem Kopfschütteln. „Das haben die Anderen sicher auch nicht, das wäre dann doch unfair.“ Na ja, ich lasse meine also zunächst mal in der Jackentasche verstaut und mache auch auf fairer Sportsmann …

DSC09951Axel, unser Langer, wartet am Sportplatz schon auf uns. Und Jürgen ist nach mehrmonatiger Pause auch da. Wir waren gemeinsam 2011 den Stockholmmarathon gelaufen. Im vergangenen Jahr hinderten ihn gesundheitliche Probleme, viel Arbeit und der Innere Schweinehund daran, unsere Samstagsgruppe zu verstärken. Jetzt will er wieder „angreifen“. Der Mittelrhein-Marathon am 26. Mai steht als Projekt an. Für mich soll das der längste Vorbereitungslauf für den Eifel-Marathon am 6. Juni werden, bei dem ich mit Marcel die erstmals angebotene 50er Strecke in Angriff nehmen werden.

DSC09955Jürgen ist wirklich eine Bereicherung und bringt immer gute Stimmung in das Team. Unerschütterlich scheint seine gute Laune, selbst wenn er einmal schlecht drauf ist. Und heute nimmt er natürlich seine eigene Form zum Thema seiner Späße.

Wir nehmen also die in Sachen Höhenmeter etwas moderatere Runde durchs Goldkäulchen zur Pellinger Straße und zurück durch den Mattheiser Wald und übre Mariahof in Angriff. Dazu müssen wir erst einmal hinunter ins Tiergartental. Das kleine Biest, total vereist. Aber alle kommen heil unten an. Meine Fuji-Trabuco haben wirklich auch bei Schnee und Eis einen sehr guten Grip. Meine Schneeketten bekommt deshalb Jürgen, der mit den Sommerstraßenlaufschuhen doch eine ziemlich Rutschpartie zeigt – fortan aber zu den Yaktrax-Fans gehört.

DSC09959Schön ist es im Wald, auch wenn sich die Sonne gegen 9 Uhr noch nicht zeigt. Sie kämpft sich erst gegen 13 Uhr durch die Wolken. Wo auf den Wegen eine feste Schneedecke die Auflage bildet, ist der Lauf unbeschwert. An den eisigen Abschnitten empfiehlt es sich, durch den tiefen Schnee am Rand zu laufen. Und auf den steilen Bergabstücken macht das sowieso den meisten Spaß.

DSC09985Im Mattheiser Wald fragt Christoph ab, ob alle noch eine Extraschleife mitlaufen. Kein Widerspruch, deshalb biegen wir nach links ab. Ein Teil der Schliefe wird allerdings zum Schnürsenkel, weil Waldarbeiter am Tag davor Baum-Mikado gespielt haben. Kein Durchkommen, deshalb laufen wir diese Abzweigung wieder zurück.

DSC09969Ich genieße noch einmal die weiße Winterpracht in vollen Zügen. Morgen soll es Eisregen geben. Und am Montag dann schon +7 Grad. Zur Mitte der Woche gar +14 Grad. Da werden sich alle unbefestigten Pfade in Schlammpfuhle verwandeln. Und vermutlich wird der dichte Nebel Tal und Hügel verhüllen.

DSC09986Auf dem Panoramaweg um den Stadtteil Mariahof ist die Auflge blankes Eis. Kein Spaß, außer für Jürgen. Hinunter in den Tiergarten und zurück duch den Ort bis zum Sportplatz. 20 Kilometer kommen am Ende zusammen.

DSC09989Das Tempo teilweise sehr gemütlich, so dass ich mit Christoph immer mal wieder einige hundert Meter vor- und wieder zurückgelaufen sind, um warm zu bleiben. Macht nichts, hat Spaß gemacht.

DSC09990Heute Nachmittag dann noch ein Ausflug nach Traben-Trarbach. Ich bin schon gespannt, wie sich die Mittelmosel präsentieren wird. Wenn die Sonne noch ein wenig länger scheint, wird der Spaß groß.

strecke 260113

Distanz: 20,08 km
Zeit: 2:10:44
Ø Pace: 6:31 min/km
Positiver Höhenunterschied: 345 m
Kalorien: 1.452 cal

20 im Schnee

Heute versinken große Teil von Rheinland-Pfalz und Baden-Würtemberg im Eischaos. In Trier scheint nach dem Regen heute Morgen, der eine dicke Eiskruste auf den Schnee gezaubert hat,gerade mal wieder die Sonne. So wie gestern Nachmittag, als sich erstmals seit Woche, zumindest gefühlt war es so lange her, der blaue Himmel über eine wunderbaren Winterlandschaft zeigte.

DSC09902Am Morgen war das anders. Auch schön, aber ziemlich monochrom weiß, so dass der Kontrast in den Fotos von einem wunderschönen 20er über Petrisberg und Heidkopf.

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Wieder ein neuer Läufer lässt unser Quintett zum flotten 6er werden. Michael heißt er und kommt aus der Nähe von Offenburg wegen seiner Freundin alle paar Wochen nach Trier. Die Statur verrät, dass er der Fußballerfraktion angehört und das Laufen eher nicht zu seinen Hauptsportarten zählt.

Aber er ist gut drauf, sehr sympatisch und ziemlich flott. Christoph – heute erstmals in schön gelber Jacke -, der am Samstag in der Regel die Laufwege bestimmt, will derm Schwarzwälder die Region zeigen. Das bedeutet – ganz klar – wir dürfen in die Höhe. Besonders für Achim, der erstmals seit einer Erkältung wieder dabei ist, wird das eine Herausforderung.

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Also erst mal zum Aussichtpunkt in der Sickingenstraße. Die Gesellschaft des Gastes ermöglicht ein Gruppenbild ohne Selbstauslöser. Damit ist die Galerie für das geplante Fotobuch zum Laufjahr 2012 vollendet.

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Durch den Wald an Franzens Knüppchen vorbei durch den Petrispark. Im Weidengraben links hinunter ins Avelertal und von dort hoch auf den Heidkopf, wo der Wind deutlich eisiger über die weiten Flächen bläst.

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Der Blick über die Neubaugebiete auf der Tarforster Höhe motiviert, den Rückweg über den ersten Abschnitt des Saar-Hunsrück-Steiges zu wählen. Der Matsch der vergangenen Woche ist gefroren und mit einer weichen Schneeauflage gepolstert. Schön, auch der Gedanke an das Frühjahr, wenn dieser Weg entlang blühender Wiesen zu meinen Lieblingsstrecke zählt.

DSC09887DSC09892Die 400 Jahre alte Eiche bei Irsch ist wie zu jeder Zeit beeindruckend. Dann noch en Stück durch den Wald und an den Weinbergen entlang und hinunter ins Olewiger Tal. Achims Akku ist leer, er nimmt den direkten Weg ins Tal.

DSC09889Kurz vor dem Sportplatz meint Michael, er sei noch nie 20 Kilometer am Stück gelaufen. Die Garmin zeigt 19,2 Kilometer an. Also stapfen wir noch zwei Runden um den Sportplatz, damit unser Gast diese magische Marke durchbrechen kann.

DSC09897Ich bin gespannt. ob er in zwei oder drei Wochen wieder dabei sein wird. Bei Dominik, unserem Neumitglied, ist das keine Frage mehr. Er wird vermutlich im Frühjahr seinen ersten Marathon laufen.

DSC09899Am Nachmittag dann die Sonne. Ein Spaziergang musste noch sein. Und ein Foto zum direkten Vergleich mit dem Morgen gibt es auch noch.

DSC09903strecke samstagslauf 050112

 

Distanz: 20,50 km
Zeit:2:09:31
Ø Pace6:19 min/km
Kalorien:1.476 cal
Positiver Höhenunterschied: 324 m

 

 

 

 

Neuland

Der letzte Samstag des Jahres – der letzte Samstagslauf 2013 2012. Kein Kontakt zu Achim, Absage von Marcel, Christoph noch nicht wieder zurück aus dem Weihnachtsurlaub … Auf Rudi kann ich mich allerdings als Laufpartner verlassen. Und tatsächlich hat es auch Birthe endlich einmal geschafft.

Sie hatte mir gestern früh schon von einer besonders schönen Strecke erzählt, die auf der Höhe über Trier-Filsch von der „Schell“ …

zur ehemaligen Fluchtburg im „Naumett“ führt.

Dort bietet sich von einem Felsensporn ein sehr schöner Blick auf Waldrach.

Auf halber Höhe über dem Ruwertal geht es weiter bis zum Saar-Hunsrück-Steig im Gewann mit dem passenden Namen „Die Gott“.

Die Sonne spitzt inzwischen durch die laublosen Bäume und verwandelt den von Blättern bedeckten Boden und das phosphoriszierend aufleuchtende Moos in einen Zauberwald.

Von dort wieder etliche Höhenmeter auf wunderbar weichen Wegen hoch auf den „Heidenkopf“ …

und an der Domäne Avelsbach vorbei über den Petrisberg …

… zum Aussichtspunkt in der Sickingenstraße, wo sich ein wunderbarer Blick auf die Altstadt von Trier bietet.

Birthe hatte vorsorglich ihren Laufrucksack für Jacke und Getränk angeschnallt. Angesichts der ingesamt 2:20 Stunden, die wir unterwegs sind, keine schlechte Entscheidung. Ich habe lediglich eine Handvoll Rosinen in der Jackentasche (besondere Grüße an Margitta, die mir einmal diesen Tipp gegeben hat), allerdings nichts zu trinken.

Entsprechend schwer sind die Beine auf den letzten zwei von insgesamt 24 Kilometern vom Amphitheater zurück nach Olewig. Das ändert allerdings nichts an der Freude über diesen tollen Lauf, zumal sich die Sonne in voller Pracht zeigt, seit wir zurück auf der Höhe waren. Das alles bei 9 Grad und kaum Wind. Ein Traum!

Hier Details und Streckenverlauf

Danke Birthe, für die neue Streckenvariante! Wir werden sie nicht zum letzten Mal gelaufen sein. Es war ein gelungener Abschluss für die Samstagsläufe 2012. Der wirklich letzte Lauf in diesem Jahr wird am Montag der Silvesterlauf in Trier sein. Acht Kilometer mit viel Stimmung in der City. Wer das noch nicht erlebt hat, kann sich noch anmelden. Aber bitte hurtig. Es gibt nicht mehr viele Startplätze.

 

Sieben Brücken + x

Als um 7.30 Uhr der Regen mächtig auf das Dachfenster trommelt, meldet sich nach langer Zeit mal wieder der Innere Schweinehund. „Du willst wirklich gleich laufen?“, säuselt er in mein Ohr. „Dabei ist es hier im Bett doch so kuschelig. Und draußen ist es nass und dunkel. Willst Du wirklich?“

Gut, dass Rudi mich am vergangenen Samstag dazu überredet hat, heute erst um 8.30 Uhr zu starten. Am kürzesten Samstag des Jahres. Denn um diese Zeit ist es dann doch schon hell. Keine Chance also für den kleinen Drecksack von Einflüsterer.

Rudi und Achim haben ihre kleinen Kämpfe ebenfalls gewonnen. Der Regen hat fast aufgehört, als wir in Richtung Mosel starten. Denn nach dem starken Regen gestern, der jegliche Schneereste in Wasser verwandelt hat, stehen heute eher befestigte Wege an.Sieben-Brücken-Tour lautet die Devise.

An der Mosel – von der Schleuse bei Konz geht es Flussabwärts – werden wir drei Ratschonkel von einer Läuferin überholt. Das passiert uns auch nicht zu oft. Die Dame mit dem unkonventionellen Laufstil hat es allerdings eilig.Wir wechseln über die Konrad-Adenauer-Brücke kurzerhand die Moselseite. Am Messepark bleibt Zeit, um interessante Graffities abzulichten.

Ganz so gerupft wie dieser Rabe kommen wir uns allerdings nicht vor.

Die nächste Brücke ist die bekannteste: Römerbrücke, uralt und mehr erhaltens- als sehenswert. Das soll ein Gestaltungswettbewerb ändern, dessen Ergebnisse am Freitag vorgestellt wurden. Gute Ideen, deren Realisierung allerdings angesichts der katastrophalen Finanzlage der Stadt Trier in ferner Zukunft liegen. Zuimndest einige Ideen werden die Herren und Damen im Rathaus hoffentlich aufgreifen.

Mild ist es heute, fast frühlingshaft. Da machen die Regenschauer zwischendurch gar nicht viel aus.

Die nächste Brücke ist die Kaiser-Wilhelm-Brücke. Sie wird im kommenden Jahr genau 100 Jahre alt und trägt auch jede Menge Verkehrslast. Die halbe Eifel fährt darüber in die Stadt. Auch heute Morgen ist schon viel los. Der samstägliche Einkaufsrausch kündigt sich mit vielen Autos an.

Der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt erwacht gerade zum Leben, als wir über Hauptmarkt und Domfreihof laufen.

Es macht einfach Spaß!

Durch den Palastgarten zurück nach Olewig. Achim schlägt noch einen Abstecher durch den Tiergarten vor. Gerne! Dort sind reichlich Gassigeher unterwegs. Der Aufstieg am kleinen Biest ist ein Genuss. Schön weicher Untergrund, kein Eis. Da lässt sich der Puls nochmal richtig in die Höhe treiben.Und dann sind wir schon wieder am Sportplatz.

Eine sehr schöne Runde! Mit alle den kleinen Brücken über die Bäche auf dem Weg zur Mosel und zurück ließ sich die Vorgabe sieben Brücken allerdings nicht ganz einhalten. Es waren wohl neun, wenn ich mich nicht verzählt habe.

Und am Ende verabreden wir uns alle noch für den Silvesterlauf. Das wird ein stimmungsvoller Spaß!

 

 

Eisnadeltraumnebelsonnelauf

Sooo früh…. Das waren heute Morgen meine Gedanken, als mich mitten in der Nacht der Blasendruck aus dem Bett getrieben hat und ich dabei realisierte, dass es höchste Zeit zum Aufstehen ist, wenn ich nicht den Samstagslauftreff verpassen wollte, der wie immer um 8 Uhr startete.

Blick aus dem Fenster … dichter Nebel. Na ja, die leise Hoffnung blieb, dass es auf der Höhe vielleicht besser sein würde. Und da Achim dort wohnt und zum Treffpunkt ins Tal herunterkommt, war ja auch ein Experte am Start. der die frohe Botschaft verkündete: Bei uns oben ist es einigermaßen klar.

Also war die Route für unsere Tour klar: hinauf in Richtung Korlinger Höhe, auf Heidenkopf und Schellberg, der mit 425 Metern doch immerhin etwa 250 Meter höher liegt als Olewig.

Dass es so ein traumhafter Lauf werden würde, hat zu Beginn allerdings keiner von uns Dreien geglaubt. Marcel war noch dabei, Christoph wegen einer Erkältung leider nicht.

So ging es also zunächst durch den Nebel zum Trimmelter Berg, wo der erste Hauch von Blau sich am Himmel zeigte. Am Rande von Tarforst vorbei und auf den Serpentinen des Wirtschaftsweges hoch zum Heidenkopf. Schon auf halber Höhe tut sich ein traumhaftes Panorama auf, mit dichtem Nebel im Tal und weiter Sicht in die Eifel und bis nach Frankreich. Der Dampfpilz dort markiert das von deutscher Seite so heftig kritisierte Kernkraftwerk Cattenom, das heute so unglaublich nah scheint.

Wir laufen noch höher, peilen „Christophs Fuge“ an, wie wir die Lücke in der Baumreihe auf dem Rücken des Berges einmal getauft haben, weil unser laufender Landschaftsarchitekt dort am liebsten eine Landschaftsmarke sehen würde, so etwas ähnliches wie den Turm Luxemburg auf dem Petrisberg vielleicht.Der Weg verläuft gerade auf diese Lücke zu – der Sonne entgegen. Ein Traum!

Eine Runde um den Schellberg, dann auf der Höhe hinüber bis zur idyllisch gelegenen Siedlung der Domäne Avelsbach. Hinüber nach Neukürenz und über den Petrisberg hinunter ins Tal.

Wir tauchen wieder in den Nebel ein, durch den sich mittlerweile aber die Sonne kämpft. Bei Temperaturen um minus drei Grad bilden sich zum ersten Mal in diesem Herbst Eisnadeln an den Pflanzen. Eine Landschaft, überzuckert im Reifzauber.

Achim muss sich etwas früher auf den Heimweg machen. Wir begleiten ihn bis zum Sportplatz und hängen noch eine kleine Runde durch den inzwischen teilweise schon von der Sonne durchfluteten Tiergarten und über Kürenz an.

Eine meiner Lieblingsfotopunkte lässt sich dank Marcel und einem über die Kuppe kommenden Hundebesitzer heute besonders gut in Szene setzen.

Nach 23 Kilometern ist meine Samstagstour beendet. Marcel hängt nochmal gut zwei Kilometer an, bis er zuhause ist.

Ich habe es nach einem Lauf noch nie bereut, die Bequemlichkeit oder Herbstträgheit überwunden zu haben. Heute schon gar nicht! Allen, die noch unschlüssig sind, ob sie am Wochenende ein Läufchen wagen, kann ich nur raten: tut es!

Halber mit Zugabe

Die längsten Nächte, die kürzesten Tage – November. Das ändert nichts daran, dass unser kleiner Samstagslauftreff wie immer um 8 Uhr startet.

Ein kühler, nebeliger Morgen ist das heute. Wir sind als Trio unterwegs. Christoph ist wieder gesund. Achim darf sich nach dem ersten Marathon unter 4 Stunden in Frankfurt gratulieren lassen. Ich habe noch etwas von der Regenschlacht in Langsur zu erzählen.

Leider ist Manuel, der mal wieder in der Stadt weilt, nicht gekommen. Vier Stunden Schlaf wären auch etwas zu wenig. Dafür habe ich Verständnis. Dabei hätte ich so gerne von ihm etwas zu seinen Erlebnissen beim Transalpinlauf in diesem Jahr erfahren. Das war eine gigantische Leistung, die er in seinem Blog Seidenraupen und auf Facebook vorbildlich dokumentiert hat.

Wenn er um 11 Uhr seinen Trierlauf startet, wird er einen ähnlichen Weg nehmen wie wir: Zur fertigen Bitburger Straße und in den Weißhauswald.

Uns führt zunächst der direkte Weg zur Mosel, dann über die Römerbrücke.

Wir machen, wie Christoph es formuliert „Trier-West unsere Aufwartung“, bevor wir die neu gestaltete Hauptverkehrsader aus der Eifel in die Stadt in Augenschein nehmen.

Der teure und aufwendige Ausbau zu jetzt zwei Bergabspuren soll die morgendlichen Staus deutlich reduzieren.

Noch nicht ganz fertig ist der neue Fuß- und Radweg, der zur Fachhochschule führt. Die liegt auf dem Schneidershof im Weißhauswald und hat eine nicht sehr angenehme Vergangenheit, weil in einigen Gebäuden die Nationalsozialisten vor mehr als 60 Jahren residierten und auch Gericht hielten.

Wir wählen die Natur, den Weg am Waldrand des falschen Biewertals bis nach Biewer. Trotz des trüben Wetters ist der Wald ein Traum in gedämpften Farben. Der Teppich aus gefallenen Blättern liebkost unsere Füße und Gelenke.

Bei Sonne würden wir nun rechts hoch den Felsenpfad mit seinem fantastischen Ausblick auf Trier nehmen. Ich überrede meine beiden Kumpel, links den langen Anstieg in Richtung Schusters Kreuz zu nehmen. Der hat es in sich und erfordert einige Kondition. Christoph erklärt derweil die heimische Flora, um ein wenig abzulenken.

Ganz hoch zu der Wegmarke laufen wir dann doch nicht, sondern nehmen den direkten Weg durch den Wald zum Wildgehege. Schon wieder Wildschweine … Dieses Mal allerdings hinter Zäunen.

Die idyllischen Treppen geht es hinunter nach Pallien, über die Kaiser-Wilhelm-Brücke, die im kommenden Jahr 100. Geburtstag feiert. Da wird es noch einiges zu berichten geben. Denn  weil zur Einweihung der Kaiser höchstpersönlich kam, wurde auch gleich der grüne Alleenring eingeweiht, der bis heute die Stadt prägt. Längst als Verkehrsring um die Altstadt.

Die durchquert unser Trio auf dem Weg zurück nach Olewig. Der Hauptmarkt zeigt  Anzeichen von vorweihnachtlichem Wandel: Die ersten Buden für den Weihnachtsmarkt stehen schon. Ab 26. November werden sich hier Kitsch, Kommerz und Völlerei im Glühweindunst vereinen, um Einheimische und Gäste aus der ganzen Welt zu verzaubern.

Die überdimensionale Weihnachtspyramide vor dem Dom ist Geschmacksache.

Die gerösteten Maronen, für die Christoph und Achim posieren, auch.

Jenseits alles Erträglichen sind allerdings die künstlichen Ziegen auf dem Hüttendach.

So wird also auch diese Tour wieder irgendwie tierisch. Am Ende ist der Halbmarathon geschafft. Ganz gemütlich in 2:10 Stunden. Schön war’s!