Dreckig, steil, geil

37. Wurzelweglauf

Nicht jeder Läufer ist gleich. Da gibt es jene, die am liebsten im Stadion ihre schnellen Runden drehen. Andere lieben asphaltierte Wege im Flachen. Es gibt Bergläufer und jene verschworene Gemeinschaft, die am liebsten auf schmalen Pfaden den Weg durch die Wildnis suchen, um dort die Schönheit der Natur laufend zu entdecken. Diese Trailläufer folgen gegebenenfalls auch den Spuren von Wildwechseln oder schlagen sich komplett querfeldein durch Wald und Flur. Dass sie danach oft aussehen, als hätten Sie sich auf allen Vieren durch den Schlamm gewühlt, nehmen sie gerne in Kauf. Jeder Dreckspritzer gilt für sie als Trophäe.
Solche feuchtbraunen Auszeichnungen auf Waden und Beinen werden am Samstag die Teilnehmer beim Volkslauf in Schillingen sammeln können. Nach dem heftigen Regen in diesen Tagen ist für das Wochenende zwar eine deutliche Wetterverbesserung und sogar der ein oder andere Sonnenstrahl in Aussicht. Die unbefestigten Abschnitte auf den Strecken im Hochwald werden dennoch schön weich sein. Und davon gibt es nicht wenige, vor allem beim Halbmarathon und Marathon. Bei der Schuhwahl sollten also wenig profilierte Straßenschuhe zu Hause bleiben. Profil ist nicht nur auf der Strecke, sondern auch an den Füßen gefragt. Dann wird zum Beispiel der Wurzelweg hinauf zur Ruwerquelle keine Rutschpartie. Anstrengend ist er, der Hochwald-(Halb-)Marathon in Schillingen – aber schön. Auf meiner persönlichen Hitliste der Landschaftslauf-Wettbewerbe in der Region steht er auf Platz 1.

Schnell, schlau, schmerzvoll

Florian Neuschwander (rechts) hatte auch Spaß beim Training der Aktion „Der TV bewegt“. Nun zeigte er beim Berlin-Marathon, was er drauf hat.

Donnerstag ist Kolumnentag. Für die Leser unserer Zeitung habe ich die Erlebnisse vom vergangenen Wochenende noch einmal aufgearbeitet. Im Mittelpunkt steht dabei der Auftritt von Florian Neuschwander beim Berlin-Marathon.

Schnell schlau, schmerzvoll

Welch ein Lauf! Sensationell, wie Patrick Makau am Sonntag beim Berlin-Marathon in neuer Weltrekordzeit ins Ziel geflogen ist. 2:03:38 Stunden für 42, 195 Kilometer! Unvorstellbar schnell! Die meisten von uns würden die Strecke nicht einmal mit dem Fahrrad in dieser Zeit bewältigen.
Mindestens genauso begeistert wie die Fabelzeit des scheinbar locker joggenden Mannes aus Kenia hat mich die Vorstellung von Florian Neuschwander. Wie sich unser regionaler Vorzeigeläufer da im Fernsehen in Szene gesetzt hat – zunächst mit der Lauflegende Haile Gebrselassie, dann mit Paula Radcliff und Irina Mikitenko – war sensationell. Den Bezirksrekord verpasste er zwar knapp, um 16 Sekunden. Mit 2:22:23 Stunden gehörte er dennoch zu den schnellsten deutschen Läufern. Und als Begleiter der weltbesten Frauen brachte es keiner seiner nationalen Sportkollegen auf so viele werbewirksame Einstellungen.
Mit schweren Beinen habe ich das von meiner Couch aus verfolgt, ein wenig neidisch angesichts des Traumwetters in Berlin. Wäre es im vergangenen Jahr nicht so saumäßig nass gewesen, hätte ich bestimmt auch eine Bestzeit aufgestellt – eine persönliche, versteht sich.
Mein Berlin lag in diesem Jahr am Tag davor in Schillingen im schönen Hochwald und hatte satte 700 Höhenmeter mehr. Auch hier: wunderbares Wetter, wunderbare Organisation, wunderbare Gespräche mit netten Menschen. Nur vor diesen elendigen Wadenbeißern hätte mich jemand warnen müssen!
Nach 30 Kilometern, an der Ruwerquelle, haben sie mich erwischt. Keine Chance, mit einer ordentlichen Portion Magnesium-Kalium zu reagieren. Nun weiß ich, dass man zwölf Kilometer auch mit Wadenkrämpfen laufen kann. Von Laufgenuss lässt sich dann allerdings nicht mehr sprechen.
Aber: der Schmerz lässt nach, der Ruhm bleibt. Inzwischen kann ich schon wieder über meine Grenzerfahrung schmunzeln. Welch ein Lauf!
laufen@volksfreund.de

4:00:16

Die Ergebnislisten für den Hochwald-Marathon sind auf der Hompage des Veranstalters Spiridon e.V. noch nicht zu finden. Für unser Laufportal hat sie Holger Teusch allerdings schon organisiert und eingestellt.

4:00:16 Stunden ist also meine offizielle Schlusszeit. Immerhin bin ich damit Gesamtzehnter und sogar Zweiter in meiner Alterklasse geworden. Allerdings waren insgesamt nur 40 Läuferinnen und Läufer im Ziel angekommen. 😉

Die 17 Sekunden hätte ich gerne vermieden. Das wäre schon mit einem etwas kürzeren Päuschen auf der strecke möglich gewesen.

Ihr merkt also, mir geht es langsam wieder besser. Die Waden schmerzen noch, aber ansonsten geht es schon wieder ganz gut. Und meine Achilles-Störsehne macht keinen Mucks. Das ist das wirklich Positive.

Holger hat von mir kurz vor dem Zieleinlauf ein Foto gemacht, das ich hier nicht vorenthalten will. Sein Kommentar: „Fast so locker wie Makau in Berlin.“ Scherzkeks. Was auf den ersten Blick wie Lächeln aussieht ist der Ausdruck von Schmerz. Und wenn man genau hinsieht, lässt sich rechts der Wadenbeißer schemenhaft erkennen, der da an der Kompessionsstulpe hängt… ;?

Wadenbeißer im Hochwald

Wo hatten sich diese elendigen Wadenbeißer im schönen Hochwald nur versteckt? Ich habe sie nicht gesehen, sont wäre ich ihnen vielleicht entkommen. So aber schnappten sie zu, als die Ruwerquelle gerade zum zweiten Mal passiert war. Ende des Genusslaufs, Anfang von zwölf Kilometern Kampf und Krampf…

Aber zunächst einmal zum Positiven: Ich habe den kleinen Metallläufer, der auf alle Finisher des Hochwald-Marathons wartete. Er steht im Regal und wird mir eine schöne Erinnerung bleiben für einen schönen Lauf, der noch viel schöner hätte sein können.

Tolles Wetter, viele nette Leute, gute Gespräche, tolle Organisation durch den Spiridon Hochwald e.V. Eine landschaftlich phantastische Strecke über den Saar-Hunsrück-Steig, mit einigen wunderbaren Trailpassagen, die zum Teil mächtig steil waren. Vermutlich waren die es, in Kombination mit einem Mineraliendefizit, die mir die ganz große Freude an diesem Lauf vermiesten.

Denn das ständige aktive Überspringen von Wurzeln in Verbindung mit kräftigen Steigungen hat vermutlich meine Beine etwas zu stark gefordert. Ich analysiere mal so, dass ich in den vergangenen Wochen durch die Probleme mit der Achilleswade eher mit flacher Fußstellung gelaufen bin. Und nun wurde auf einem großen Teil der Strecke extremer Vorderfußlauf mit viel Schnellkraft erfordert.

Fotostopp beim ersten Mal über den Knüppeldamm. Da ging es noch gut.

Die gute Nachricht: Die Achillessehne gibt auch am Tag nach dem Marathon Ruhe. Die schlechte: Die Waden schmerzen noch ziemlich nach den Krämpfen, die sie am Vortag mehrfach steinhart werden ließen. Nur mit immer wieder eingebauten Dehnungspausen habe ich das letzte Viertel der Strecke geschafft. Dabei hat mir auch sehr geholfen, dass mein flotter Laufpartner auf mich gewartet hat. Danke Marcel!

Mit all den Pausen sind wir beide dann nach etwas mehr als vier Stunden ins Ziel gekommen. Meine Garmin hat auf der Strecke wohl einige Aussetzer gehabt, denn sie hat nur knapp 41 Kilometer gemessen, die bin ich aber offenbar in 3:45 Stunden gelaufen…

Wie auch immer: Ich habe nette Leute getroffen, zumindest am Anfang des Laufs gute Gesprächge geführt. Und so langsam macht sich auch der Stolz breit, den Lauf überstanden zu haben.

Heute Morgen dann virtuell mitgelaufen beim Berlin-Marathon. Hätten wir nur vergangenes Jahr so ein Wetter gehabt…. Phantastischer Weltrekord von Makau. Was mich aber emotional noch viel stärker berührt hat, war der Auftritt von Florian Neuschwander, der das scheinbar locker mit Paula Radcliff und danach mit Irina Mikitenko gelaufen ist.

Am Mittag dann ein kurzes, nicht ganz schmerzfreies  Auslaufen mit Sohn#2 im Tiergarten. Jetzt ist erst einmal Ruhe angesagt. Ich werde diesmal nicht den Fehler machen und zu schnell wieder intensiv trainieren.

Und den Wadenbeißern werde ich beim nächsten Mal ein Schnippchen schlagen. Die bekommen mich nicht mehr.

Letzter Tag vor dem Hochwald-Marathon

Heute alles nach Lehrbuch: fünf Kilometer ruhiges Laufen, am Ende drei Steigerungsläufe. Damit der Körper sich auch in der ruhigen Woche vor dem Hochwald-Marathon an das flottere Laufen erinnert. Die Erkältung scheint mir tatsächlich erspart zu bleiben. Ob die nicht ganz intensive Vorbereitung ausreichen wird, um die die mit reichlich Höhenmetern versehene Herausforderung zu bewältigen, wird sich am Samstag ab 13 Uhr zeigen.

Mentale Unterstützung aus der Laufcommunity hilft ganz bestimmt 😉

Leider war es heute am frühen Morgen im Tal noch sehr nebelig. Das und die 8 Grad Außentemperatur verhelfen meiner schönen Leuchtjacke zu ihrem ersten Einsatz seit Monaten.

Eine einzelne Hummel lässt sich aber weder von mir noch von den frischen Temperaturen beeindrucken und versucht, noch etwas Nektar aus den letzten Blüten zu sammeln.

Die Kühe am Wegesrand üben sich derweil in Gelassenheit.

In diesem Sinne: allen ein schönes Wochenende!

Stefan-Andres-Lauf: Zwei Stunden Spaß

Aus der Laufpause am Samstag wurde nichts, weil mein Schwager förmlich danach lechzte, laufenderweise das Tiergartental kennen zu lernen. Also: Sieben Kilometer gaaanz langsam. Und nun weiß ich durch seine sehr bildhaften Erläuterungen, wie sich ein ehemaliger Kettenracher nach acht Wochen Abstinenz vom Nikotin fühlt. Da wird jeder kleine Berg zum Alpengipfel…

Heute ging es dann um wirkliche Anstiege beim Stefan-Andres-Lauf des LGM Leiwen. In der Nacht hat der Regen seine Trommelwirbel auf unseren Dachfenstern gespielt.  Auch heute Morgen um 8.30 Uhr regnet es noch, als ich nach Leiwen fahre, wo um 9.30 Uhr ein Bus die Läufer in Richtung Schweich transportiert. Und als dort um 10 Uhr der Startschuss für diesen Freundschaftslauf ohne Zeitmessung fällt, hört der Regen für gut zwei Stunden auf. Kurz blinzelt sogar die Sonne durch die Wolken.

Diese zwei Stunden sind ungefähr notwendig, um die 23 landschaftlich schönen Kilometer mit 350 Höhenmetern zu bewältigen. Dumm oder interessant, dass sich diese auf gerade einmal zwei lange Anstiege verteilen.Zunächst geht es die Weinberge hinauf. Der Ausblick auf die Mosel ist Lohn.

Hinunter und über die Brücke nach Riol. Dort begegnet uns ein nicht ganz alltägliches Gefährt.

An der Mosel entlang geht es weiter bis Mehring. Hier bleibt Zeit und Luft für gute Gespräche. Thema: Natürlich das Laufen. Auch einige der Jungfrau-Marathon-Bezwinger sind dabei. Norbert, der Vorsitzende des Spiridon Hochwald e.V. berichtet von seinem Verein und den Vorbereitungen zu dem anstehenden Marathon in Schillingen und die Fahrt seines Vereins zum Drei-Länder-Marathon an den bodensee. Wolfram von der LG Meulenwald berichtet vom Stand der Vorbereitungen für den Istanbul-Marathon.

Doch dann muss die Luft voll und ganz für die anstehende Herausforderung gespart werden: Die vier Kilometer von dort hoch zum Fünfseenblick haben es schon ordentlich in sich.

Wer es sich zutraut, bekommt dort auch in diesem Jahr einen Schnaps, damit die Beine locker bleiben.

Ich verkneife mir das, zumal ich nach dem Lauf direkt in die Redaktion muss. Sonntagsdienst.

Dafür nehme ich mir die Zeit, um zwischendurch zumindest einige Fotos zu schießen, wo der Wettergott doch so gnädig ist.

Von Höhe Hochwaldautobahn geht es dann eine lange Strecke durch Wald- und Wiesengelände hinunter nach Leiwen. Dort ertwartet Christoph und mich nicht nur unser flotter Laufpartner Marcel, der heute wieder einmal nicht zu halten war (hoffentlich rennt er am kommenden Samstag beim Hochwald-Marathon nicht auch so).

Auch die örtliche Weinkönigin und ihre beiden Prinzessinnen stehen für die ankommenden Läufer Spalier. Etwas schüchtern, aber dennoch eine hübsche Überraschung.

Jetzt sind die Beine etwas schwer, aber ich werde den Resttag in der Redaktion schon ordentich hinter mich bringen. Schließlich gibt es für morgen viel zu berichten. Was, das könnt ihr auch auf www.volksfreund.de nachlesen.

Mehr zum Hochwald-Marathon

Nachdem mich einige Fragen zum Hochwald-Marathon in Schillingen erreicht haben, will ich mit den entsprechenden Informationen nicht zurückhalten.

Mit freundlicher Empfehlung des Kollegen Holger Teusch hier die wichtigsten Infos:

Hochwald-Marathon geht in zweite Runde

Schillingen. Genießer haben die Volkslauf-Organisatoren von Spiridon Hochwald bei der 16. Auflage ihres Volkslaufs im Blick. Sie könnten es sich einfach machen, die Veranstalter von Spiridon Hochwald, und die Läufer auf den Ruwer-Hochwald-Radweg schicken. Nur wenige Absperrungen wären nötig.
Sehr überlegt müssen dagegen auf den Strecken des 16. Spiridon-Volkslaufs am 24. September mit Start und Ziel an der Mehrzweckhalle in Schillingen die Richtungspfeile aufgestellt werden. Denn der Lauf führt durch das große Waldgebiet an den Hängen des Rösterkopfs, der mit 708 Metern höchster Erhebung des Osburger Hochwalds.
Natur pur ist also garantiert – seit vergangenem Jahr auf bis zu 42,195 Kilometern. Am 24. September wird der Hochwald-Marathon zum zweiten Mal ausgerichtet. Die Strecke führt zu Teilen über schmale Pfade und erfordert nicht nur Ausdauer, sondern auch Geschick. Aber gerade das macht den Lauf kurzweilig.
Außer dem Rennen über die längste olympische Laufdistanz bietet Spiridon einen Halbmarathon, zehn Kilometer und einen Jedermannlauf mit Wertung für A- und B-Schüler (Jahrgänge 1996-99) mit Walking an. Gut angenommen werden seit Jahren der Schülerlauf über einen Kilometer (für Mädchen und Jungen der Geburtsjahrgänge 2000 bis 2003) und der Bambinilauf über 250 Meter (Jahrgänge 2004 und jünger). Die Schulen der Umgebung sind sehr engagiert, denn für die teilnehmerstärkste gibt es einen Geldpreis.
Informationen unter www.spiridon-hochwald.de oder Telefon 06589/2212.

Im Flachen weit und hoch hinaus

Windig war’s heute Nacht. Der ein oder andere Ast verlor da den Halt, wie ich heute morgen beim Sammeln von Höhenmetern beobachten konnte. Das Areal Petrisberg bietet dazu auf relativ kleiner Fläche reichlich Gelegenheit.

Die Ausblicke über das Moseltal sind dabei immer wieder eine Belohnung.

Die Vorbereitungen für den Hochwald-Marathon laufen also nach Plan. Aber es gibt noch andere Herausforderungen, von denen auch meine aktuelle Laufkolumne im Trierischen Volksfreund handelt:

Der September hat es in sich! Für viele Läufer steht nun der Höhepunkt ihrer sportlichen Saison unmittelbar bevor. Kein Wunder also, wenn in diesen Wochen deutlich mehr leicht bekleidete Menschen schnellen Schrittes unterwegs sind. Wer einen Halbmarathon oder gar die Volldistanz über 42,195 Kilometer angehen will, muss schließlich vor dem Start reichlich Trainingskilometer sammeln. Alles andere wäre fahrlässig und ein riskantes Spiel mit der eigenen Gesundheit.
Beim Marathon in Berlin am 24. September werden wieder nicht nur Weltklasseläufer, sondern auch viele Teilnehmer aus unserer Region an den Start gehen. Kürzer ist die Anreise am 2.?Oktober nach Köln, der in diesem Jahr mit einer neuen, schnellen Streckenführung sicher noch mehr der hiesigen Marathonis lockt.
Mein läuferischer Höhepunkt im Herbst spielt sich im Hochwald ab. Bei der zeitgleich mit Berlin anstehenden zweiten Auflage des Marathons in Schillingen sind 738 Höhenmeter zu bewältigen. Das ist ein ganz ordentliches Pensum, allerdings fast nichts im Vergleich zu dem, was sich ein Läuferquartett aus Langsur und Trier an diesem Samstag zumutet: Beim legendären Jungfraumarathon im Berner Oberland stehen 1829 Höhenmeter auf dem Programm. Wie die Vier aus dem Trierer Land sich auch mental auf diesen Wahnsinnslauf vorbereiten, ist in unserem Laufportal nachzulesen. Respekt schon jetzt. Ich drücke die Daumen!
Irgendwann vielleicht werde ich den Start in den Schweizer Alpen auch wagen. Vorerst genügt mir aber beileibe das hiesige Gebirge, um ordentlich aus der Puste zu geraten.

Auf Messers Schneide

Meine lieben Laufblogfreunde. Ihr stürzt mich mit euren Kommentaren zu meinen letzten Einträgen nun komplett in Gewissenskonflikte. Soll ich am Samstag am Nürburgring an den Start gehen? Oder soll ich es angesichts der immer wieder aufscheinenden Beschwerden an der Wade sein lassen?

Nach dem Finish 2010: Siegerpose mit Marcell und Christoph. Ob es am Samstag wieder so sein wird?

Den Start habe ich mir eigentlich fest vorgenommen als Test. Um danach zu entscheiden, ob eine längere Erholungs- und Kräftigungsphase notwendig ist, oder ob das bis zum Oktober warten kann und am letzten Septemberwochenende noch der Hochwaldmarathon in Schillingen realistisch ist.

Vorläufige Entscheidung: Ich werde heute und morgen nicht laufen. Wenn ich am Freitagabend ohne Beschwerden bin, gehe ich an den Start.

… auch wenn ich in der heutigen Laufkolumne in der Tageszeitung Trierischer Volksfreund etwas anderes geschrieben habe:

Gipfelsturm am Nürburgring

Als „grüne Hölle“ ist die Nordschleife des Nürburgrings legendär. Zwar stammt diese Bezeichnung für die legendäre Rennstrecke aus dem Motorsport. Größte Hochachtung vor den vielen Steigungen und Gefällen, den engen Kurven und langen Geraden haben auch Läufer.
Als Ernst von Aaken und Manfred Steffny 1978 den ersten Nürburgringlauf ins Leben riefen, waren dort noch wenige Laufpioniere am Start. Mittlerweile gehört der 24.4 Kilometer lange Wettbewerb auf der Nordschleife zu den Läufen mit der größten Teilnehmerzahl in unserer Region.
Das wird auch für das Jahr 2011 gelten, wenn am Samstag auf der Start- und Zielgeraden der Formel 1-Piste zum 31. Mal der Startschuss für die Läufer fällt. Das anspruchsvolle Profil der Strecke nutzen viele Langstreckler als Leistungstest und Trainingslauf für einen Marathon im Herbst. Mehr als 500 Höhenmeter sind zu bewältigen. Da heißt es, seine Kräfte richtig einzusetzen, denn nach recht lockerem Beginn wartet ab der Mitte der Strecke die Herausforderung.
Denn der Aufstieg zur Hohen Acht bei Kilometer zwölf ist mit alleine 300 Höhenmetern und bis zu 17 Prozent Steigung sicher ein Hammer. Wer hier alle Körner aufbraucht, wird spätestens auf dem drei Kilometer langen Schlussanstieg auf die Döttinger Höhe das Ziel herbeisehnen. Ich habe noch nie so viele Läufer gehen sehen wie auf dem Nürburgring. Dass ich im vergangenen Jahr den Start verpasste, dem Feld hinterherlief und dann trotz guter Zeit nicht in die offizielle Wertung gekommen bin, ist eine andere Geschichte. Am Samstag soll das aber klappen.

Traumschleife Schillingen

Gleich geht es noch zum Rosenmontagsabendlauf. Heute geht das, da ich nicht arbeiten muss und mir die Narren diverser Rosenmontagszüge erspart bleiben. Als Alternativprogramm stand die erste Traumschleifen-Wanderung in diesem Jahr an: Der Panoramaweg in Schillingen.

Gut 14 Kilometer im Hochwald, weil wir die letzten beiden abgekürzt haben. Warum? Weil am Ende das eckige Umkreisen diverser eingezäunter Felder genervt hat. Insgesamt ist das aber dennoch eine schöne Strecke, die an der Spießbratenhütte startet und mit reichlich Höhenmetern einige Kondition abverlangt. Als Laufstrecke wäre das sicher eine noch schönere Sache. So waren wir im nicht zu langsamen Wanderschritt inklusive Picknickpause fast vier Stunden unterwegs.

Zum Glück waren Mütze und Handschuhe (nicht lange) im Rucksack, denn der eisige Wind hat die plus sechs Grad besonders auf der Höhe in gefühlt minus drei Zittergrädchen verwandelt. Und in schattigen Ecken waren tatsächlich die Pfützen noch gefroren.

Also: Diese Tour ist nichts für Familien mit kleineren Kindern. Dazu hat sie einfach zu wenige Kletterfelsen oder ähnliches zu bieten. Und falls wir die Tour noch einmal gehen sollten, dann bestimmt erst, wenn die Bäume wirkliches Grün zeigen und das Thermometer mehr als zehn Grad anzeigt. Plus, versteht sich.

P.S.: Der blaue Himmel und die Weitsicht über die Höhen von Hochwald und Hunsrück waren wirklich eine Wucht 😉