2100 + X

Nun ist es also soweit: Das Jahr 2012 verabschiedet sich. Die Jahresuhr steht auf Null und zählt erneut 365 Tage herab, die vermutlich noch schneller vorbei sein werden als die vergangenen.

Schnell war das Jahr vorüber, so voll gepackt mit Erlebnissen, überwiegend guten. Und wenn ich mein reich bestücktes Bilderarchiv auch nur teilweise durchforste, kann ich kaum glauben, dass all das im vergangenen Jahr passiert sein soll.

Wunderbare Erlebnisse mit der Familie, mit Freunden. Neue Freundschaften. Natürlich auch viel Arbeit.

Und das Laufen? Es war mein bislang bestes Jahr in dieser Hinsicht. Mit Bestzeiten über 10, 21 und 42 Kilometern. Die intensiven Trainingswochen zu Beginn des Jahres haben sich gelohnt. Sie haben mich auch vor Verletzungen bewahrt, glaube ich.

Wie viele Kilometer es waren? Diese Rechnung ist gar nicht so einfach, da ich diverse Laufapps ausprobiert habe und irgendwie nicht mehr alle Läufe zusammenbekommen. Meine Garmin hatte ich allderings meistens dabei, deshalb nehme ich einfach mal die damit aufgezeichneten Kilometer und bilanziere: 2100 Kilometer + X.

Das war’s. Am Silvesterabend noch 8 Kilometer durch die Trierer Innenstadt, dann beginnt die Rechnung aufs Neue.

Allen, die ich treffen und begleiten durfte, allen, die mich begleitet haben. Allen Freunden und Lesern dieses Blogs wünsche ich einen guten Jahresabschluss und ein wunderbares neues Jahr!

Was Läufern Beine macht

Für den Silvesterlauf in Trier sind nicht mehr allzu viele Startplätze frei. Deshalb sollte sich sputen, wer das „Sao Paulo“ von Deutschland als Aktiver erleben will. Die seit 1990 traditionell letzte Veranstaltung des Jahres in der Region Trier muss in Sachen Stimmung den Vergleich mit ihrem brasilianischen Vorbild nicht fürchten.
Dass von den vielen begeisterten Zuschauern Spitzensportler und Volkslauf-Teilnehmer profitieren werden, steht außer Frage. Sambaklänge, Klatschorgien und aufmunternde Zurufe machen den Läuferinnen und Läufern Beine, lassen Plattfüßler zu Vorderfußästheten werden. Der Kopf bleibt oben. Bitte lächeln! Zeit für Endorphinjunkies.
Wissenschaftlich ist die motivierende Wirkung von Zuschauern auf die psychische Verfassung von Sportlern belegt. Eine aktuelle Untersuchung britischer Wissenschaftler kommt allerdings zu überraschenden Erkenntnissen, zumindest für Situationen, in denen die Zahl der Zuschauer überschaubar ist: Zehn Läufer absolvierten einen 20minütigen Lauf im selben Tempo drei Mal unter verschiedenen Testbedingungen: Zunächst liefen sie ohne Zuschauer. Dann erschien nach zehn Minuten eine Zuschauerin. Im dritten Lauf erschien nach zehn Minuten ein Zuschauer. Jedes Mal mussten die Sportler danach über ihr Befinden Auskunft geben. Das Ergebnis: Ohne Zuschauer empfanden die Läufer es schwerer als mit Zuschauerin. War der Betrachter allerdings ein Mann, fiel der Lauf sogar schwerer als ohne Zuschauer.
Leider nicht ermittelt wurde, wie sich die Motivation je nach Zuschauergeschlecht verändert, wenn Läuferinnen auf der Strecke sind. Eine Vermutung habe ich allerdings …

Mocki kommt doch

Angesichts des heftigen Regens bei Temperaturen knapp über Null habe ich meinen Montagslauf ins heimische Wohnzimmer verlegt. So muss ich zumindest keine Bedneken haben, dass Gymnastikmatte und Stabipad verstauben. Das gilt natürlich auch für mich 😉

Die Nachricht des Tages in läuferischer Hinsicht betrifft eindeutig den Silvesterlauf: Sabrina Mockenhaupt geht doch an den Start Ursprünglich hatte sie wegen ihrer geplanten Teilnahme am New York-Marathon abgesagt. Denn ein Start in nicht optimaler Form kommt für sie nicht in Frage.

Da der Marathon aber bekanntlich abgesagt wurde, kann sie nun auf der Kurzstrecke in Trier um den Sieg sprinten. Sie hat hier viel Fans, die wieder an der Strecke jubeln werden. Es wird ein Fest!

Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen werde. Als Zaungast bei den Profis und als Teilnehmer beim Volkslauf.

 

Ich hab‘ Wade

Frei nach Horst Schlemmer alias Hape Kerkeling, dem Kollegen vom Grevenbroicher Tagblatt, würde ich sagen: „Ich hab’ Wade!“ Ein kleines Andenken an den Monschau-Marathon am Sonntag, der zwar landschaftlich wunderschön ist, allerdings auch mit mehr als genug Höhenmetern glänzt.

Zum Glück ist es nur Muskelkater, der meine Schritte etwas hölzern werden lässt. Von den gefürchteten Krämpfen bin ich verschont geblieben. Denn das war nach dem persönlichen Langstrecken-Waterloo beim Hochwald-Marathon im vergangenen Jahr – zehn Kilometer mit krampfenden Wadenmuskeln – meine große Sorge. Offenbar nicht nur meine, wie die Resonanz in meinem Laufblog und in den sozialen Netzwerken zeigt. Was hilft gegen Wadenkrämpfe? Die Antworten auf diese Frage waren zahlreich – und nicht immer hilfreich. Verkürzt wiedergegeben konzentrieren sich die Tipps auf: gesunde Ernährung, Magnesium, Kalzium und Kalium als Ergänzungsmittel sowie ausreichende Salzzufuhr vor dem Lauf.

Seit Sonntag kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, was wirkt: Viel mineralstoffreiches Mineralwasser schon in der Vorbereitung (die besten Sorten kommen aus der Eifel), vier Stunden und noch einmal 30 Minuten vor dem Lauf eine Salztablette mit viel Flüssigkeit. Das hat getaugt und wird weiterhin praktiziert. Einen geschätzten Kollegen muss ich allerdings an dieser Stelle enttäuschen. Seinen Ratschlag – „am sichersten gegen Wadenkrämpfe hilft das Unterlassen übermäßiger Laufbewegungen“ – werde ich ignorieren müssen.

 

… Das war meine Laufkolumne in der Regionalzeitung Trierischer Volksfreund vom Donnerstag. Wer sich nun Sorgen macht, sei beruhigt. Die Waden sind es auch und freuen sich auf den Samstagslauf. Nach dem SilvesterLAUFTREFF am Mittwochabend hatten sie gestern und heute nochmal zwei Tage Ruhe bekommen. Verletzung will ich schließlich keine riskieren.

Der TV bewegt – immer wieder :)

Was für ein Tag … Aber jetzt ist gerade mal ein wenig Luft zu holen, um sich an gestern zu erinnern. Zur gleichen Zeit auf dem Trierer Petrisberg: Eine bunte Truppe von 50 Laufbegeisterten versammeln sich, um in unterschiedlichen Leistungsgruppen das Vorbereitungstraining für den Bitburger-Silvesterlauf in Trier zu starten.

Christoph Güntzer begrüßt die Teilnehmer am Turm Luxemburg.

15 von ihnen sind die Gewinner der aktuellsten Aktion meines Laufportals. Die Spannweite reicht vom Anfänger bis zum Marathon-Vorbereiter. Und zum Auftakt ist auch noch der Marathonfinisher mit den noch immer dezent schweren Beinen dabei.

Der TV bewegt: Das sind die Gewinner.

…und der Rest der Truppe. Allen voran Guido Streit.

Der lässt es sich dennoch nicht nehmen, in der Gruppe mit Guido Streit, ehemaliger deutscher Meister und Stadtlaufgewinner, mitzulaufen. Zum Glück ist ein einigermaßen gemächliches Tempo angesagt. Dass der Mitbegründer des Silvesterlauf-Vereins aber seine Gruppe über jede Rampe und Steigung führt, die es im Wald auf dem Petrisberg gibt, ist dann doch reichlich heftig …

Durch die Weinberge.

Begegnungsverkehr im Wald.

Spaß hat’s dennoch gemacht. Und es war auch eine gute Gelegenheit, um mal wieder etwas länger mit meinem Lieblingslaufrporter und Fotografen Holger zu plaudern, über all‘ die  Ereignisse, die in den kommenden Wochen auf uns warten. Die neue Saison hat begonnen.

Ein Hauch von Sonne

Heute morgen war eigentlich wieder schweißtreibendes Turnen vor dem Fernseher angesagt. Aber als ich Sohn#1 zur Schule verabschiede, coloriert dezentes Morgenrot den Himmel. Und ein Hauch von Blau ist auch zu erkennen. Nichts wie rein also in die Laufklamotten. Trotz der -1 Grad muss die Halblange genügen.

Natürlich führt der Weg hinauf auf den Berg. Aber wie es mit Bergen so ist, auch mit denen der kleineren Sorte: Der Nebel klammert sich an sie. Ab und an eine dezent schimmernde helle Scheibe. Mehr sehe ich auch ganz oben nicht von der Sonne. Erst auf dem Unigelände auf den letzten zwei Kilometern klart sich die Sicht auf und ein Hauch von Sonnenschein verwöhnt mich wie alle anderen Läufer, die heute ungewöhnlich zahlreich auf der Suche nach Licht den Hügel hinaufgelaufen sind.

Wie schön der Morgen war, lasse ich mir dann in der Redaktion von einer Kollegin erzählen, die im Hunsrück wohnt. Aber was soll’s. Ich musste zumindest nicht aus der Sonne in den Nebel abtauchen.

Aus aktuellem Anlass hier noch die neue Laufkolumne. Sie weißt auch auf ein Gewinnspiel auf meinem Laufportal hin. Zu gewinnen gibt es Startplätze für den Silvesterlauf in Trier.

Immer im Kreis

Laufen ist gesund und verbindet. Das ist allgemein bekannt und wird jedem Einsteiger schnell klar. Dass sich Läufer im Kreis drehen, ist eine weitere Weisheit, wobei das sprachlich nicht ganz korrekt ist. Natürlich muss es heißen: sie drehen Kreise. Zumindest meistens. Denn in der Regel endet ihr Lauf in etwa dort, wo sie gestartet sind. Das trifft für die Trainings- und Entspannungsläufe auf Feld und Flur ebenso zu wie für die Runden auf Stadionbahnen.
Die Tartanbahnen werden in den kommenden Wochen wieder zunehmend strapaziert, zumal dort das Flutlicht die früh einsetzende Dunkelheit aussperrt. Die lässt zu anderen Jahreszeiten gerne genutzte Laufreviere zu Räumen der Angst werden.
Aber auch viele der weniger furchtsamen Läuferinnen und Läufer nutzen diese Wochen für die Vorbereitung auf den krönenden Abschluss Ihres Sportjahres. Der Silvesterlauf in der Trierer City steht an.
Dann werden nicht nur die traditionell zahlreichen Zuschauer vor Begeisterung rotieren. Auch die Läuferinnen und Läufer werden enge Kreise ziehen. Denn der wegen des Wetters im vergangenen Jahr auf einen Kilometer verkürzte Rundkurs kam beim Publikum und den Teilnehmern so gut an, dass es auch in diesem Jahr dabei bleibt.
Wenn die Damen fünfmal, die Männer achtmal die engen Kurven nehmen, werden sie im Konfettiregen von Sambaklängen beflügelt. Für die ganz jungen Läufer gibt es eine kleinere Runde mit „Abkürzung“ über den Kornmarkt.
Ich werde mir mit einigen Freunden den Spaß zum Jahresende gönnen. Vielleicht – etwas Schleichwerbung sei mir an dieser Stelle verziehen – kann ich ja noch einige Unentschlossene begeistern. Mit ein bisschen Glück wird nicht einmal das Startgeld fällig: Auf unserem Laufportal (www.volksfreund.de/laufen) sind Startplätze für alle Läufe zu gewinnen. Aber bitte nicht durchdrehen!

Gedämpft

… ist die Stimmung nach diesen Weihnachtstagen. Meinem Vater geht es noch viel schlechter als ich erwartet hatte. So wird für mich die geplante Teilnahme am Silvesterlauf in Trier ausfallen. Aber vielleicht nehme ich die Laufschuhe zumindest mit, wenn ich am kommenden Wochenende wieder nach Würzburg fahre.

Seit zehn Tagen bin ich nun nicht mehr gelaufen. Morgen werde ich zumindest eine kurze Runde drehen. Denn ich brauche Luft…

Schmerz vergeht – der Ruhm bleibt

Eine der pfiffigsten T-Shirt-Aufschriften beim Köln-Marathon lautete „Schmerz vergeht – der Ruhm bleibt“. Daran muss ich in diesen Tagen immer wieder denken, wenn ich den sich zunehmend verflüchtigenden Resten dieses hefitgen Muskelkaters nachspüre, der mich seit Sonntagnachmittag auf Schritt und Tritt begleitet hat.

Etwas schmunzeln musste ich dann schon angesichts der Feststellung von Michael Pfeil, der in Berlin mit einer äußerst beachtlichen Zeit von 2:23:58 Stunden aufhorchen ließ. „Für weitere Marathonläufe fühle ich mich ersteinmal zu jung“, sagte der 25-Jährige im Ziel.

Als fast 45-Jähriger möchte ich ihm da am liebsten zurufen „quäl dich, du Sau“, aber dieses Bonmot ist ja schon verbraucht, vor einigen Jahren bei der Tour des France. Udo Bölts hat damals, 1997,  seinen Kapitän Jan Ullrich aufgerüttelt, nicht nachzulassen. Am Ende gewann dieser dann die Tour, und Bölts blieb dank dieses Spruchs in Erinnerung, nicht nur der Radsportfans.

Nun ist auch heute die Tour das sportliche Top-Thema, scheint die Mär von den sauberen Siegern doch nach dem neuen Dopingverdacht gegen Alberto Contador  endgültig in die Kategorie der Sagen eingeordnet zu sein.

Wie auch immer, ich muss mir nun – ganz ohne Doping – eine neue Aufgabe für den Herbst und Winter  suchen. Klar, da ist der Deulux-Lauf und der Wurzelweglauf in Konz. Der Silvesterlauf in Trier ist Pflicht. Und im Frühjahr wird der Halbmarathon in Schweich wieder eine Standortbestimmung.

Nun, das ist doch gar nicht so übel, wenn ich es mir recht überlege. Bleibt ja noch der Lauftreff am Samstag, um auch einmal etwas länger unterwegs zu sein.

Aber erst einmal gebe ich mich dem Ruhm hin ;o)

… und warte auf das Ende des Schmerzes

Mit dem Silvesterlauf ins neue Jahr

Es war einmal ein Blog, der fühlte sich arg vernachlässigt, weil sein Autor ihn vergessen zu haben schien. Doch im neuen Jahr gibt es einen neuen Anlauf. Und da bin ich – dank eleganter Überleitung ;o) – beim Thema:

Haile Gebrselassie hat es um 1,5 Sekunden nicht geschafft, sein persönliches Ziel zu erreichen. Ich bin um 3,4 Sekunden vorbeigeschrammt. Na gut, er wollte den neuen Streckenrekord beim Silvesterlauf in Trier brechen, schaffte die 22:21 Minuten für die 8000 Meter in der Trierer City aber nicht. Ich vermute ja, dass er sich nicht verrechnet hat, sondern zu viel Konfetti geschluckt hat, dass ihm da zentnerweise um die Ohren geflogen ist.

Beim Volkslauf der nicht ganz so Schnellen flog zwar kein Konfetti mehr. Die Stimmung am Streckenrand rund um Hauptmarkt und Pranger war aber immer noch toll. 35 Minuten hatte ich mir vorgenommen. Nach einer kleinen und fünf großen Runden hat es nicht ganz gereicht. Das Gedränge am Start ist einfach zu groß, wenn sich 700 Läufer auf den Füßen stehen. Und da beim Silvesterlauf nur die Gesamtzeit aber Startschuss gewertet wird, gehen da viele Sekunden verloren, bevor die Beine richtig in Schwung kommen dürfen.

Aber es hat dennoch Spaß gemacht und war ein prima Abschluss für ein tolles Läuferjahr mit vielen neuen Bekanntschaften und tollen Laufpartner. Und das Ziel für 2010 ist auch bereits anvisiert: Der Berlin-Marathon.