Leichter geht es nicht

Der Herbst macht nun seinem Namen alle Ehre. Mit Wind, Regen und Temperaturen zwischen Null und 15 Grad verlangt er von uns Laufsportlern viel Flexibilität bei der Wahl von Schuhwerk und Kleidung.

DSC03422Es ist Jackenzeit, und spätestens seit ich einmal mit meinem relativ dicken Gore-Tex-Oberteil auf einem längeren Lauf fast verglüht bin, wechsle ich durchaus meine zweite Haut je nach Temperatur und Windstärke. Mit der Adidas-Laufjacke Adizero Climaproof gehört nun seit einigen Wochen ein besonderes Leichtgewicht zu meiner Laufkleiderkammer.

1-DSC03391Eine Liebe auf den ersten Blick ist das durchscheinend graue Teil mit dem gelben Kragen und den aufgedruckten drei Streifen für mich zwar nicht. Keine Jacke für jeden Tag. Allerdings wird bereits beim ersten Begreifen deutlich, wo der unschlagbare Vorteil dieser Jacke liegt: 88 Gramm bedeuten grenzenlose Leichtigkeit!

3-DSC03393Alleine die beiden Reißverschlüsse machen vermutlich die Hälfte des Gesamtgewichts der Jacke aus, bei der auf allen unnötigen Schnickschnack verzichtet wurde. So muss eine kleine dreieckige Brusttasche als Staufach genügen. Und weil wir gerade beim Thema sind: Zusammengeknüllt benötigt die Adizero gerade einmal so viel Platz wie eine große Faust – und passt in die eigene Brusttasche.

5-DSC03396Aber noch wichtiger als die Packmaße ist natürlich die Funktionalität beim Laufen: Natürlich sind 88 Gramm so gut wie nicht zu spüren. Das Climaproof-Material ist angenehm weich und geschmeidig. Eingenähte Gummizüge an den Armbündchen halten die Ärmel in Position, auch wenn man sie über den  Unterarm zurückschiebt.

4-DSC03394Wind? Kein Problem. Das durchscheinende Etwas lässt nichts durch.

Wärmeaustausch? Die Jacke verhindert ein Auskühlen des bewegten Körpers bis Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Vor allem über die Ventilationszonen unter und hinter den Achseln wird Schweiß und Wasserdampf nach außen abgegeben. Wenn es kälter wird, sollte die Wahl allerdings doch auf eine dickere Jacke fallen. Oder Läufer lässt es unter dem Windschutz vielschichtig werden. Aber nicht vergessen! Diese Jacke wärmt nicht. Immer schön in Bewegung bleiben!

Regen? Na ja. Hier kommt die Climaproof natürlich an ihre Grenzen. Vor allem klebt der nasse Stoff dann etwas unangenehm auf der Haut. Allerdings ist die Zeitspanne, die er zum Trockenen braucht, auch rekordverdächtig kurz.

1-DSC03407Fazit: Die Adidas Adizero Climaproof Jacket (warum eigentlich immer so komplizierte Namen?) ist ein superleichter Wetterschutz für windige und nicht zu nasskalte Tage. Ideal ist sie für Trail- und Langstreckenläufer, die mit kleinem Rucksack oder Hüfttasche unterwegs sind. Hier findet das Jäckchen immer einen Platz und fällt nicht ins Gewicht.

 

Test: Mizuno Wave Inspire 9

DSC02090-1Ein Stabilschuh für mich? Vor der ersten Anprobe des Wave Inspire 9 von Mizuno war meine Skepsis groß. Zwar benötige ich wegen meiner Überpronation zumindest eine leichte Innenstütze, um eine dauerhafte Fehlbelastung der Gelenke zu vermeiden. Aber nach einigen Jahren problemlosen Laufens in mäßig gestützten Lightweight-Schuhen glaubte ich nicht, irgendwann noch einmal mit Spaß einen Stabilschuh zu tragen. Zu schwammig, zu schwer – so mein Vorurteil.

5-DSC02456Nun also mein erster Mizuno. „Der sanfte unter den Stabilschuhen“ – so wirbt der Hersteller für das  optisch ansprechende Sportgerät mit der für Mizuno charakeristischen Zackensohle. Es handelt sich bei diesem optischen Merkmal vielmehr um die ap-Zwischensohle, die für die maximale Kraftübertragung bei jedem Schritt verantwortlich sein soll.

3-DSC02454Gemeinsam mit der auffällig gekerbten Sohle verspricht Mizuno eine sanfte Abrollbewegung, die gleichzeitig die natürliche Vorwärtsbewegung des Läufers dynamisch unterstützt. Die Aufprall- und Bewegungsenergie, so die Absicht der Entwickler,  soll wie in Wellen absorbiert und umgewandelt werden. Daher der Name Wave-Technologie. Ziel: Eine fließende Laufbewegung.

6-DSC02457Und wie ist die Realität?

Passform:

Zunächst einmal ist der Schuh mit 295 Gramm angenehm leicht, ein leichter Stabilschuh, sofern es so etwas gibt. Der Außenschuh mit leichtem Mesh-Material und aufgenähten Applikationen ermöglicht eine gute Durchlüftung. Wie zu erwarten sitzt die Ferse in der stabilen Fersenkonstruktion angenehm fest. Der Vorderfußbereich ist angenehm weit und lässt sich über die Schnürung mit den gut haltenden Schnürsenkeln ausreichend regulieren.

Laufgefühl:

Die ersten Schritte … Unglaublich. Ich bin ein wenig irritiert, wie enorm jeder Schritt gedämpft wird. Ungewohnt. Von direktem Kontakt zu den Unebenheiten des Untergrunds lässt sich kaum sprechen. Der Wave schluckt das weg. Wer über die Ferse läuft, wird bei diesem Schuh nicht bestraft. Im Gegenteil: er verleitet dazu, auch wegen der für Stabilschuhe typischen Sprengung. Die Ferse steht 9,1 Millimeter höher als der Vorderfuß.

Anwendung:

Dennoch. Nach einigen Kilometern bin ich überzeugt. Das Laufen mit dem Inspire 9 macht viel Spaß: Vor allem bei mäßigem Tempo auf Asphalt und hartem Untergrund lässt sich dieser Schuh auch auf langen Strecken genießen. Er wird niemals schwer, was auch an der großen Flexibilität der Sohle im Mittel und Vorderfußbereich liegt. Die Kerben und das spezielle „Flex-Kontrollsystem“ sollen für die fließende Abrollbewegung verantwortlich sein. Nach 100 Test-Kilometern kann ich bezeugen: Es funktioniert.

Und auch auf Feldwegen und nicht zu steilen Trails macht dieser Schuh Freude. Die Sohle greift überraschend gut. Die Kerben erweisen sich nicht als „Steinchensammler“. Bei Nässe und in wirklich profiliertem Gelände kann er natürlich nicht mit Trailschuhen mithalten. Aber dafür ist der Wave Inspire 9 auch nicht gemacht.

Haltbarkeit:

Die Entwickler werben intensiv mit der angeblichen großen Haltbarkeit dieses Schuhs, auch mit Blick auf die Dämpfungseigenschaften. Ob das zutrifft, kann ich nach 100 Kilometern noch nicht sagen. Die geringen Abnutzungserscheinungen an der Sohle deuten allerdings darauf hin, dass sie recht behalten könnten.

Fazit:

Der Mizuno Wave Inspire 9 ist ein leichter Stabilschuh mit hervorragender Passform und einer unglaublichen Dämpfung, der sich auch für heiße Sommertage eignet. Es ist kein Schuh für Bestzeiten, sondern für ruhige Läufe auf hartem Untergrund, gerne auch auf langen Distanzen. Wer über die Ferse abrollt, wird sich allerdings mit diesem Schuh nicht zum Mittelfußläufer entwickeln. Ich trage ab sofort regelmäßig auch wieder einen Stabilschuh.  2-DSC02178

Technische Daten:

Mizuno Inspire Wave 9

Stabilschuh

295 Gramm

Höhe Vorderfuß: 24 Millimeter

Höhe Ferse: 33 Millimeter

Vielen Dank an Keller-Sports für das Testmaterial.