Steil und schmutzig

Heute wieder Laufpause. Rumpfstabi mit dezentem Bauchmuskeltraining. Die Leiste soll schließlich nicht überfordert werden. Aber es ist Kolumnentag. Hier das Ergebnis:

DSC08998Dieses nette Foto vom vergangenen Jahr habe ich noch als passende Illustration gefunden 😉

Steil und schmutzig

Wer gerne im Matsch wühlt, hat als Läufer in diesen Tagen wahre Freude. Mit grobster Stolle durch tiefes Geläuf, das macht Spaß. Das haben die Teilnehmer am Samstag beim kleinen aber feinen Crosslauf in Gladbach erlebt. Wer Lust und Energie für mehr als sieben Kilometer hat, dem sei am kommenden Sonntag der Wurzelweglauf in Konz empfohlen. Prunkstück der schwierigen Streckenpassagen ist dort der steile und nach viel Regen mit enorm geringer Griffigkeit glänzende Wurzelweg hinauf zur Roscheider Höhe. Wer über zehn Kilometer an den Start geht, kommt ebenso in den Genuss dieser Herausforderung wie jene, die bei dem erst seit drei Jahren stattfindenden Wettlauf über 15 Kilometer ihre Kondition testen. Und wie in jedem Jahr werden vor dem Eingang zu den Umkleiden wieder Zuber mit Wasser und Wurzelbürsten stehen, damit sich die Läuferinnen und Läufer zumindest den gröbsten Schmutz von Schuhen und Beinen schrubben können. In den Geburtsstunden dieses Volkslauf-Methusalems, der nun in die 38. Auflage geht, war das übrigens völlig normal. Straßenläufe waren damals noch verpönt und selten. Auf Straßenverläufe sollten die Teilnehmer an diesem schönen Landschaftslauf allerdings auch am Sonntag achten. Da die Niedermenniger Straße zum Schulzentrum Konz teilweise gesperrt ist, müssen Läufer und Fans auf die Umleitungsschilder achten. Start aller Wettbewerbe: 10 Uhr, für Kinder 30 Minuten früher. Den Kleinen bleibt der Wurzelweg freilich erspart.

Echte Renner fürs Gelände: Asics Fuji-Racer

Das habe ich nun davon… Diese ganze Trainiererei hat dazu geführt, dass mir meine Trabuco doch ziemlich schwer und klobig vorkommen. Von der leichteren Alternative meines Lieblingsschuhherstellers hatte ich bereits gelesen. Und als sie nun im Regal vor mir standen, konnte ich nicht widerstehen.

Natürlich passten sie bei der spontanen Anprobe sehr gut. Und als mir der freundliche Verkäufer nach einer kleinen Fachsimpelei auch noch einen ordentlichen Preisnachlass gab, war auch die letzte Zurückhaltung verflogen.

Die neuen Fuji-Racer ergänzen nun mein Laufschuh-Arsenal.

Der leichteste und dynamischste Trailschuh aus der FUJI-Serie ist der GEL-FUJI RACER. Bei einem Gewicht von nur 250 Gramm und dank seiner extrem flachen Mittelsohle mit einer Sprengung von 15 mm/ 7 mm besitzt er eine sehr dynamische Abstimmung und ein sehr direktes Bodengefühl. Der GEL-FUJI Racer kann sich über zwei Auszeichnungen freuen: den RUNNER´S WORLD Editor´s Choice und den aktuellen Kauftip des Trail Magazins.

O.k., den ersten Test hat der neue Schuh mit Bravour überstanden. Allerdings werde ich mich langsam an ihn gewöhnen. Denn ohne Stütze ist er. Und das erfordert von einem Überpronierer wie mir eine saubere Lauftechnik, die ein Abrollen über die Ferse möglichst ausschließen sollte.

Nach ausgiebigem Test steht fest: Das ist die absolute Empfehlung für schnelle Läufe im Gelände. Superleicht, supergriffig. Die Sohle ist der Hammer. Der Grip lässt auf Feldwegen und Trails keinerlei Wünsche übrig.Und wenn es mal durch die Löcher in der Sohle nass wird im Schuh, ist das auch kein Problem. Das Wasser fließt auch wieder ab. Kalte Füße ist für Läufer eh ein Fremdwort.

Für die Straße taugt dieser Renner natürlich nicht. Das macht wenig Spaß und beschleunigt die Verschleißerscheinungen enorm.

 

 

Runner’s High in Konz

Was war das für eine tolle Veranstaltung in Konz! Die Bottiche mit Wasser und die daran festgebundene Wurzelbürste wurde nicht benötigt. Denn von dem Schlamm, der im vergangenen Jahr vor allem den Anstieg noch Konz Roscheid zu einer Rutschpartie machte, war bei prächtigstem Herbstwetter nichts zu sehen. Um die Mittagszeit wird es 17 Grad warm sein. Im Schatten, wohlgemerkt.

Mit drei Freunden von Lauftreff Olewig gehe ich an den Start. Marcell, unser Jüngster, ist in diesem Jahr so stark, dass von Beginn an klar ist: wir werden ihm nicht folgen können, wenn er volles Tempo geht. Achim, unser Großer, ist nach Stockholm erst wieder seit kurzem in Tritt gekommen. Er hat angekündigt, den Lauf „nur durchstehen“ zu wollen. Und auch Rudi ist in diesem Jahr nicht so oft samstags dabei gewesen.

Da Christoph, mein kongenialer Laufpartner, wegen einer Erkältung nicht am Start ist, wird schon eine Minute nach dem Start klar, das wird kein Teamlauf. Marcell ist zu schnell für mich. Ich laufe zu flott für Rudi, und dessen Tempo kann nicht von Achim gehalten werden.

Ich sortiere mich also nach dem ersten Anstieg irgendwo hinter der Spitzengruppe und deren schnelle Verfolger ein und entscheide mich dafür, nur nach meinem Gefühl zu laufen und mich nicht zu kraftzehrenden Sprinteinlagen herausfordern zu lassen. Das muss beim Wurzelweglauf in Konz auch so sein, denn die Strecke hat es in sich. Mindestens zur Hälfte eine echte Crossstrecke. Viele lange Steigungen.

Die erste ist der Wurzelweg, der dem Lauf auch in der 36. Auflage seinen Namen gibt. ist ein steiler Pfad, auf dem nachts manchmal auch die Wildschweine wüten. Ich ordne mich brav hinter einem Läufer ein, der vielleicht einen Tick langsamer am Berg ist als ich. Kräfte sparen lautet aber das Motto. Ich bleibe hinten. Erst kurz vor dem Ende, als wir auf eine Starterin treffen, die sich offensichtlich zu sehr verausgabt hat, gehe ich an beiden vorbei.

In Roscheid die erste – und wie sich zum Leidwesen einiger Läufer herausstellen wird – einzige Verpflegungsstation. Hier feuern auch einige Zuschauer die Sportler an, die sich nun aufmachen, die nächste Herausforderung zu bewältigen. Denn das nicht ganz so steil, aber stetig und lange Wegstück auf die höchste Stelle der Strecke ist bei schnellem Tempo extrem anstrengend.

Bei diesem Wetter muss aber ein Blick für das tolle Panorama bleiben. Die unterwegs geschossenen Bilder sind besser geworden als befürchtet.

Nur etwa 100 Meter von der Pellinger Straße, dem dahinter liegenden Mattheiser Wald und den im dortigen Schießgelände wild herumballernden Kleinkaliberschützen, geht es nach einer Spitzkehre wieder zurück in Richtung Konz, zunächst nahezu eben und dann durch den Wald steil bergab.

Wie immer überholen mich einige Läufer auf den Abstiegen, obwohl ich meinen Beinen mehr erlaube als sonst. Auf den Rampen bergauf und besonders auf dem nochmals langen Anstieg zum Panoramaweg oberhalb der Weinberge von Oberemmel hole ich aber fast alle wieder ein. Hier wäre eine zweite Verpflegungsstation eine gute Sache.

Ich vermute mal, meine Fähigkeit, mit wenig zusätzlicher Flüssigkeit auszukommen, ist dafür entscheidend, dass mich auch bergab nun bald niemand mehr überholt. Die restlichen zwei Kilometer habe ich aus dem vergangenen Jahr noch gut in Erinnerung: Erst bergab, dann eine lange ebene Gerade auf Asphalt.

Na gut: Mal sehen, ob ich den Kilometer noch im Bereich von vier Minuten laufen kann. Richtig Spaß macht das nicht, aber ganz entspannt ins Ziel laufen, das geht auch nicht … 4:10 auf Kilometer 14 – 3:54 auf Kilometer 15, lese ich auf meiner Garmin später nach. Da überhole ich etwa 200 Meter vor dem Ziel noch einen Läufer aus einer höheren Altersklasse. Den Applaus der Zuschauer im Zielbereich genieße ich aber so sehr, dass ich mich fast erschrecke, als er wieder mit lauten Riesenschritten an mir vorbeiprescht. Es sei ihm gegönnt.

Im Ziel dann der Blick auf die Uhr. Wow, 1:09:09 Stunden. Ich hätte nie damit gerechnet, die 1:11:03 aus dem vergangenen Jahr zu toppen. Die offizielle Zeit ist sogar noch zwei Sekunden besser. Aber Marcell ist schon seit vier Minuten im Ziel; in seiner Altersklasse M35 wird er sogar Zweiter. Kompliment! Wiederum vier Minuten nach mir kommt Rudi strahlend an. Und zu dritt laufen wir Achim entgegen und begleiten ihn auf seinen letzten Metern.

Runner’s High! Willkommen, ihr Endorphine. Alle sind richtig gut drauf. Traumhaft. In einer Woche wartet nun zum Saisonabschluss der Deuluxlauf in Langsur. Ein flacher Zehner am Flüsschen Sauer entlang. Fünf Kilomter auf deutscher, fünf auf Luxemburger Seite. Auch da werden ganz viele Bekannte am Start sein. Auf das Wiedersehen freue ich mich mehr als auf den Lauf. Aber den werde ich ruhig angehen, versprochen 😉

Den offiziellen Bericht mit den Siegern und den Platzierungslisten gibt’s schon jetzt auf dem Laufportal des Trierischen Volksfreunds.

Sandige Wege und tödlicher Unfall

Der Prachtherbst macht zunächst mal eine Pause. Zumindest ein Hauch von Sonnenaufgang darf ich dennoch erleben auf meinem Weg nach Ehrang. Ich habe meinem Kollegen Thomas versprochen, ihn in meinem Urlaub einmal auf einen Morgenlauf in seinem Revier in den Wäldern Auf der Bausch zu begleiten.

Zum Glück gibt es um 7.30 Uhr in den Herbstferien nicht den üblichen Stau von Olewig in Richtung Innenstadt, so dass ich den abgesprochenen 8-Uhr-Termin einhaltne kann. Die erste Abzweigung nach Biewer ist allerdings wegen „Vermessungsarbeiten“ gesperrt. Die eingezeichneten Markierungen, die ich dort später auf dem Rückweg bemerke, lassen auf einen schlimmen Unfall schließen. Und wie ich inzwischen weiß, ist dort heute am frühen Morgen ein 44-jähriger Rollerfahrer gestorben, vermutlich „abgeschossen“ von einem Autofahrer, der beim Einbiegen auf die Gegenfahrbahn kam.

Die Formulierung der Polizeimeldung lässt darauf schließen, dass der Unfallverursacher getrunken hatte. Was für eine üble Geschichte!

Bei unserem sehr schönen Rundlauf durch den Ehranger Wald auf wunderbar sandigen Wegen wusste ich davon zum Glück noch nichts. Na ja, dann hätten wir uns zumindest nicht so viel über die Arbeit unterhalten, mitten im Urlaub…

Die Strecke brachte mich dennoch auf die Idee für die nächste Laufkolumne.

Aber die gibt’s erst morgen…

Frisch gewaschen…

… ist die Natur nach dem Regen der vergangenen Tage. Feld und Flur leuchten in den schönsten Farben. So war es auch heute morgen. Die neun Kilometer über den Geisberg und den Petrisberg bei herrlichem Sonnenschein und kühlen 10 Grad waren deshalb ein wirklicher Genuss. Dass dann auch zu meiner Überraschung der „Eingang“ zu meinem Lieblingstrail von Brennnesseln befreit war – danke an wen auch immer – ließ mich jubilieren. Und so bin ich nach einer weiten Schleife über Weinbergswege dieselbe Strecke auch auf dem Rückweg gelaufen.

Unterbrochen wurde der prächtige Einstieg in die neue Woche durch viel Fotostopps. Ich konnte einfach nicht anders. Warum, das seht ihr hier selbst. Ich hoffe, ihr seid meiner Meinung!

Noch sind die Viezäpfel nicht ganz reif. Sie sehen aber schon lecker aus.

Morgentau künden von einer frischen Nacht.

Versteckter Trail mit Blick auf Olewig.

Die Traubenernte wird üppig. Jetzt wird noch viel Sonne benötigt.

Die besten Brombeeren am Weg sind schon gepflückt. Aber es gibt noch Nachschub.

Über der Eurener Flur tummeln sich Nebelwolken. Heiligkreuz und Trier-Süd sonnen sich.

Geometrische Formen faszinieren in den Trierer Weinbergen.

Hier wird es noch etwas dauern, bis die ersten Trauben gelesen werden können.

Reife Mirabellen warten auf Abnehmer. Diese werden vermutlich nur noch Vögel und Igel erfreuen.

Trailrunning – neue Strecke

Es gibt sie doch noch, die noch nie gelaufenen Strecken in unmittelbarer Nähe. Das durfte ich heute morgen mit Freude erleben. Auf der gewohnten Strecke über den Kleeburger Weg zum Petrisberg zweigt kurz nach der Einmündung von der Riesling Weinstraße ein Weg links ab. Dort bin ich zwar schon gegangen, meist aber nach Regentagen. Das Matscherlebnis ließ mich bislang die Strecke als Variante für einen Lauf meiden.

Heute morgen habe ich es dennoch gewagt und war überrascht. Ein richtig schöner, unbefestigter Weg. Nach der Einmündung in die Straße Brettenbach rechts 200 Meter steil den Berg hinauf. Und dann links in einen kleinen Pfad, auf dem sonst wohl vor allem Pferde vom nahen privaten Reiterhof Spuren hinterlassen. Ein wirklicher Genuss!

Bis zur Retzgrube, links 150 Meter hinunter und rechts in den Weinberg-Lehrpfad bis zur Sickingenstraße.

Rechts den Berg hinauf, am wie immer prächtige Ausblicke bietenden Aussichtpunkt vorbei zum Petrispark. Die Finnenbahn bringt Erholung für die Füße. Eine Runde um das Wasserband, dann zum Turm Luxemburg und über Unicampus und Kleeburger Weg wieder hinunter nach Olewig.

Knapp 12 Kilometer mit vielen Steigungen und Gefällen. Genau die richtige Vorbereitung für den X-Duathlon am Sonntag. Zumindest die zweimal 2,5 Kilometer Laufen sollten kein Problem sein. Für die Mountainbike-Strecke werde ich nicht mehr trainieren können. Aber die Kondition wird schon reichen…

P.S.: Im Kapitel Kolumnen ist die neue Laufkolumne eingestellt, die heute im Trierischen Volksfreund erscheint.

Trailrunning à la carte

Ein Traumtag für schöne Wochenendläufe! Start im Trio um 8.30 Uhr am Sportplatz in Olewig. Da der Ausflug in den Weißhauswald so viel Spaß gemacht hat, geht es wieder dorthin. Doch den Abschnitt durch das Industriegebiet Nord und Kürenz sparen wir uns diesmal. Und das ist eine gute Entscheidung.

Was uns im bebauten Stadtgebiet und an der Mosel sehr auffällt, ist der Eifer, mit dem hier die Motorsägen an Bäume gesetzt wurden. So radikal dürfen die Trupps des Grünflächenamts Trier nicht in jedem Jahr schneiden. Sonst ist von dem schönen Grün in der Stadt bald nicht mehr viel da.

Durch die Kleingartenanlage Tempelbezirk über Heiligkreuz und Trier-Süd zur Mosel. Der Blick auf die westlichen Stadtteile war selten so frei. Warum, davon künden viele Baumstümpfe oberhalb des Wasserspiegels.

Über die Kaiser-Wilhelm geht es hinüber auf die andere Seite und hinauf zum Weißhaus. Der Felsenpfad lockt und belohnt mit sehr gutem Untergrund. So gut wie kein Matsch. Vor allem aber faszinieren von hier oben immer wieder die tollen Ausblicke auf das Moseltal, das im Morgendunst liegt, während die Sonne sich durch die hohe Bewölkung stiehlt. Ein Traum! Trailrunning à la carte!

Wir folgen dem Pfad bis zum Ende, als er wieder steil hinunterführt nach Biewer. Auf der anderen Seite des Tals wartet Schusterskreuz. Lang und sehr anspruchsvoll ist der Weg dort hinauf. Aber der federnde Untergrund und das Frühlingserwachen im Wald belohnt und motiviert sogar zu einem 200-Meter-Bergspurt bis zum „Gipfelkreuz“.

Jetzt hinunter zum Tiergehege und den alten Pfad nach Pallien hinunter, das sich extrem idylisch präsentiert. Eine neue Villa mit tollem Garten im italienischen Stil hat es mir besonders angetan… Wie idyllisch wäre der alte Fischerort doch ohne die vielbefahrene Bundesstraße! Und wie wird die geplante Erweiterung der „Bitburger“ sich wohl auswirken?

Zurück über die kaiserliche Brücke, entlang der Mosel und durch die Hohenzollernstraße zur Kleingartenanlage Am Bach. Über die Sperrung des Weges habne sich bereits viele Spaziergänger hinweggesetzt. Und so passieren auch wir die mächtigen Überreste der mächtigen Baumriesen, die noch vor kurzem die Festhalle am Bach beschatteten. Einige bislang sehr schattige Kleingartenparzellen lassen sich nun bestimmt wieder besser verpachten…

Die letzten drei Kilometer am Bach entlang in Richtung Heimat sind vertrautes Gelände. Ende nach gut 21 Kilometer. Der nur halb geladene Akku meiner Garmin hat die gut zwei Stunden leider nicht überstanden. Deshalb kann ich auch keine genauen Daten nennen. Unterwegs waren wir gut zwei Stunden. Ein toller Lauf mit vielen schönen und interessanten Eindrücken.