Longjog in der Regenpause

8 Uhr, 5 Grad, leichter Regen. Trinkgürtel mit zwei Fläschchen angeschnallt, Rosinen und Gel in der Tasche. Kompressionssocken. 3/4 Tight, Sportunterhemd, Halstuch und die gelbe TV-bewegt-Jacke. So die Eckdaten für den geplanten und ersehnten Longjog heute. Christoph ist ähnlich gut präpariert. Und sogar Marcel – der Hungerkünstler – hat eine Stärkung eingepackt.

01-DSC01198Wir einigen uns schnell auf die grobe Strecke: Zur Kyll in Ehrang und dann mal sehen. Drei Stunden Laufspaß sind das Ziel. Aber bitte möglichst erst mal zur Mosel und nicht den wenig schönen Weg durch Kürenz.

In der Kleingartenanlage „Tempelbezirk“ leuchtet uns die gelbe Jacke von Anne entgegen, die es auch geschafft hat, zu frühen Stunde unterwegs zu sein. Zu mehr als einem freudigen Hallo und Winken reicht es an diesem Morgen nicht. Wir wollen nicht nur an, sondern vor allem in den Fluss kommen, den „flow“, den Margitta in einem ihrer Blogeinträge in der vergangenen Woche so hübsch beschreiben hat.

02-DSC01200Über die Kaiser-Wilhelm-Brücke auf die andere Moselseite. Der Regen hat aufgehört, und die grauen Wolken geben ein imposantes Schauspiel über der glatten Mosel. Durch das falsche Biewertal läft es sich schöner als auf dem Moselradweg. Zudem lässt sich auf dem Weg dorthin der wunderschöne Blick auf Trier genießen.

03-DSC01201Alles grünt, blüht und duftet. Es ist ein Traum und eine Meisterleistung, wie sich die Welt in dieser Woche verändert hat. Eine riesige Magnolie zieht im bewohnten Teil des Tals unsere Blicke auf sich.

04-DSC01202Durch Biewer geht es auf den Moselradweg. Am Trierer Hafen beeindrucken die vielen Bauteile von Windrädern, die hier warten, um auf irgendwelche Höhen in der Region transportiert und dort montiert zu werden.

09-DSC01215Weiter geht es in das idyllische Pfalzel. Ein Stadtteil mit großer Geschichte und mächtigem Verteidigungswall. Da ob war ich noch nie, also nutzen wir die Chance und sind überrascht von den Dimensionen.

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07-DSC01207Gute Gelegenheit für einen Schluck aus der Pulle und ein Gruppenbild fürs Jahrbuch.

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Als die Autobahnbrücke bei Ehrang in Sicht kommt, ist Christoph überrascht, dass wir schon 1:45 Stunden unterwegs sind und 18 Kilometer in den Beinen haben. Es fühlt sich noch gar nicht so an. Dennoch wird es nichts mit dem Abstecher zur Burg Ramstein. Da hätten wir am Ende sonst fast 50 Kilometer auf dem imaginären Tacho …

10-DSC01216An der renaturierten Kyllmündung entlang – die Natur hat sich dieses nun wieder idyllische Stück Land zurückerobert – peilen wir den Aufgang zur Autobahnbrücke an. Der Weg auf die andere Flusseite ist nciht gerade der schönste und leiseste, dan man sich vorstellen kann. Aber die paar hundert Meter sind schnell vorbei und auf dem Radweg in Richtung Ruwer ist der Lärm schnell vergessen. Erinnerungen an den Hospizlauf leben auf.

13-DSC01224In Ruwer lassen wir uns von Jürgen anfeuern, der hier überraschenderweise unseren Weg kreuzt. Er hatte mit uns vor zwei Jahren in Stockholm den Marathon gefinisht. Unsere kleine Laufgruppe kann von wirklich vielen schönen Erinnerungen zehren, die auch lange Läufe kurzweilig werden lassen.

Durch die Riverisstraße geht es nach Kürenz, wo Marcel vorschlägt, durch das Avelertal hinauf nach Tarforst zu laufen. Ist schöner als durch den Stadtteil. Also gehen wir es an, obwohl wir schon 2:30 Stunden unterwegs sind. Einige Rosinen eingeworfen, noch ein Schluck Wasser. Das Halstuch ist längst in der Jackentasche verstaut. Christoph wird es unter der Laufkappe auch zu heiß.

11-DSC01220Hinauf – das zweite Gruppenfoto zeugt davon, dass wir noch nicht auf dem Zahnfleisch robben -, an der Domäne Avelsbach vorbei, dann noch einige Meter hoch und hinüber zum Unicampus. Der wurde am Donnerstag vom Bundesverband der Landschaftsarchitekten zu einem von 100 besonderen Orten in Deutschland ernannt. Zur Liste gehört beispielsweise auch der Olympiapark in München.

12-DSC01223Die vielen Kunstwerke auf dem Trierer Campus sind nun mit erklärenden Hinweisschildchen versehen. Laokoon 86 von Waldemar Otto musste für die Feierstunde die gehäkelten Hosen wieder runterlassen und streckt seinen bronzenen Bauch wie eh und jeh in Richtung Tal.

14-DSC01225Am Geozentrum nimmt Marcel schließlich den Weg in Richtung Petrisberg, um nach Hause zu kommen. Christoph und ich laufen durch die Weinberge hinunter nach Olewig. Der Ausblick auf blühende Büsche und ergrünende Hänge ist auch bei bedecktem Himmel ein Traum.

15-DSC01228Nach 3:10 Stunden und etwas über 33 Kilometern erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt.

16-DSC01229Wir sind glücklich. Endorphine schwappen über. Heute hätten wir auch einen Marathon laufen können … Und die Sehne? Bei Kilometer zehn glaubte ich sie zu spüren – kleine Sorgen – dann war der psychosomatische (?) Anflug von Schmerz aber wieder weg und kam nicht wieder. Möge es so bleiben!!!!

P.S.: 30 Minuten nach dem Lauf setzt der Regen wieder ein 😉

Gut war’s! Und jetzt?

DSC01186Welch ein Kontrast! Gestern Abend traumhafte Verhältnisse beim ersten Training der TV-bewegt-Aktion im Trierer Weißhauswald. Ein richtiger Frühsommerabend. Und heute: Regen. Die Natur freut sich. Noch ist es warm. Aber bis zum Samstag soll der Regen kälter werden. Die Luft wird dann nur noch 8 Grad warm sein, wenn die Wetterprognosen zutreffen. Ich zweifle leider daran nicht, das es so kommt.

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Dann eben mal wieder Kontaktlinsenwetter. Es steht der erste lange Lauf seit drei Wochen an. Es sollten drei Stunden werden, denn in fünf Wochen steht schon der Mittelrhein-Marathon an. Den will ich zwar nur locker laufen. Aber damit die letzten zehn der 42 Kilometer nicht zur Qual werden, müssen erfahrungsgemäß einige lange Läufe im Vorfeld sein.

Die Sehne scheint zwar wieder in Ordnung. Ob sie wirklich ruhig hält, wird sich morgen zeigen.

Zu „Der TV bewegt“ führe ich einen Parallelblog: Der TV bewegt

Ereignisse

Was soll heute das Thema sein. Die Ereignisse überschlagen sich in Boston. Ein ganze Stadt im Ausnahmezustand. Und die Welt schaut zu bei der Mörderjagd. In Berlin wird ein verdächtiger Brief an den Bundespräsidenten gesprengt …

Welche Relevanz haben angesichts solcher Vorgänge die Ereignisse vor der eigenen Haustür? O.k., meine Laufaktion hat begonnen. Die 60 Teilnehmer haben erst einmal viel Theorie zu verdauen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn es drehte sich das Meiste an diesem Abend um das Thema Ernährung im Ausdauersport.

Über den Verlauf der Aktion werde ich wieder in einem „Parallel-Blog“ berichten. Der heißt natürlich „TV bewegt“. Dort findet sich übrigens auch der Link zum PDF des Ernährungsvortrags. Nach dem bin ich am grübeln, ob ich tatsächlich damit beginnen soll, an jedem Tag eine Löffel hochwertiges Pflanzenöl zu schlucken. Vielleicht belasse ich es aber vorerst doch bei den Fischölkapseln …

Das soll ja dann zusätzlich die Gelenke schonen, die am Wochenende beim Radweglauf in Hermeskeil etwas intensiver in Anspruch genommen werden. Dei 15 Kilometer werde ich nicht am Anschlag laufen. Noch gilt das Motto Zurückhaltung.

DSC01105Für die sich räkelnde Natur gilt das natürlich nicht. Zwar ist es wieder deutlich kühler. Das ändert aber wenig daran, dass die Welt bunt wird. Mal sehen, ob das auch für den Hochwald gilt …

 

Wut und Trauer

Die Nachricht von den Bombenexplosionen in Boston haben mich gestern am Abend kalt erwischt. Irgendwie unwirklich. Das liegt vor allem daran, dass mich seit einigen Tagen dem Roman „Boston Run“ von Frank Lauenroth als Hörspiel fesselt. Ich war also quasi auf der Strecke, als die Bomben hochgingen.

Welch ein Trauma. Wut und Trauer! Wie können Menschen nur so verblendet und irregeleitet sein, so etwas zu tun.

DSC01092Mein erneuter Testlauf für die malträtierte A-Sehne wurde also heute früh zu eine Art Gedächtnislauf für die Opfer, Verletzten und Angehörigen der unmittelbar betroffenen. An dem Aufruf zu einem solchen Lauf haben sich heute bereits 50 000 Menschen angeschlossen.

Das Moseltal hatte sich passend in dichten Nebel gehüllt. Gut, dass sich Dominik kurzfristig für die 10er-Runde angeschlossen hatte. So konnten wir Gedanken und Gedenken austauschen.

DSC01093Der Lauf selbst  – zum ersten Mal in kurzer Tight und nur mit Shirt in diesem Jahr – wurde also ein guter. Und die Sehne machte auch keine größeren Probleme. Ganz ausgestanden ist die Sache aber noch nicht. Das wird vermutlich noch etwas länger dauern. Also: immer ein Tag Pause zwischen den Läufen, nicht zu weit, und danach immer schön kühlen. Dann wird das schon wieder.

Länge ist relativ

Keine Stärkung, nichts zum Trinken. Damit ich nicht in Versuchung gerate, doch eine lange Tour zu machen, bleiben alle Stärkungen zu Hause. Gut so, denn mein Laufpartner Christoph ist für eine lange Kante ausgestattet, als ich ihn zu seiner Überraschung um 8 Uhr an seiner Haustür erwarte. Er hatte meine Mail nicht gelesen, dass ich beim Zweiseenlauf passe und mit Blick auf meine A-Sehne eine ruhige Samstagsrunde vorziehe.

DSC01077Um die Ecke kommt dann auch noch Rudi, der in den vergangenen Wochen nur sehr sporadisch unsere Samstagsgruppe mit seiner Anwesenheit bereicherte. Nur bitte nicht zu lang! So lautet auch seine Bitte. Gut für mich und jede Versuchung, doch mehr als die angepeilten maximal 20 Kilometer in flachem Gelände unterwegs zu sein.

Es ist so ein grauer Morgen. Noch wenig spürbare Vorboten der angeblich 20 Grad, die am Sonntag dem kalten Wetter hoffentlich den A-Tritt verpassen. Während des Verfassens dieser Zeilen bei offener Balkontür wird es übrigens gefühlt pro Minute ein Grad wärmer. Die Sonne scheint …

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Kürenz – Eisenbahnbrücke Pfalzel – Biewer – Falsches Biewertal – Innenstadt – Olewig. So lautet die Devise für unsere Runde, auf der uns immer wieder diese A-Herzen begegnen. Beim ersten und zweiten Mal war das ja noch witzig. Inzwischen „zieren“ diese rot-schwarzen Tags jede Menge Ecken, Abfallkörbe, Mauern und Baudenkmale. Lieber Sprayer: jetzt ist aber auch mal gut! Bitte!

Tempo gemächlich. Viel zu erzählen. Jeder von uns ist gesundheitlich ein wenig angeschlagen und versucht das in den Griff zu bekommen.

DSC01081Von der Eisenbahnbrücke freier Blick auf die breite Mosel, die durch den vielen Regen in den vergangenen Tagen reichlich Wasser führt. Zur Überflutung des Radwegs auf Pfalzeler Seite fehlt nicht mehr viel.

DSC01082Aber die Pflanzen freuen sich über den Regen. Und so wird das Falsche Biewertal nicht mehr lange ein so blattloses Bild bieten.

DSC01084Der Trail am Waldrand ist reichlich vermatscht. Macht nichts. Macht Spaß. Und bevor es wieder hinunter nach Trier geht, bietet das Drachenhaus immer wieder ein beeindruckendes Bild. Hier wohnt der Stadtförster von Trier. Ein wahrhaft förstliches Anwesen.

DSC01086Der Blick auf die Stadt ist immer schön. Bald gibt es den auch wieder in bunten Farben.

DSC01087Braun sind derweil die Fluten der Mosel an der Kaiser-Wilhelm-Brücke, die in diesem Jahr genau 100 Jahre steht.

DSC01089Die Römerbrücke hat einige hundert Jahre mehr auf den Steinen. Sie begründet die Geschichte Triers als älteste Stadt Deutschlands.

DSC01090Rudis körperliche Verfassung kommt diesem Attribut in leicht abgewandelter Form inzwischen sehr nahe. Er nimmt deshalb nun den direkten Weg nach Olewig. Ich schließe mich gerne an. Wir traben also noch etwas gemütlicher Richtung Heimat, während Christoph noch eine Extraschleife zur Schleuse bei Konz läuft.

Knapp 20 Kilometer stehen am Ende auf dem Tacho. Jetzt schön die Sehne kühlen, leichtes Dehnen. Ich bin gespannt, wie sich meine Schwachstelle zu diesem Testlauf äußern wird. In jedem Fall ist morgen Laufpause, vielleicht auch am Montag.

Und jetzt geht es erst einmal in die Stadt. Da sind noch einige Karten für eine Erlebnisführung im Amphitheater zu besorgen …

Sch…

Christian hatte ja schon erkennen lassen, dass er als Heilkundiger nicht unbedingt an Entwarnung glaubte. Er hatte Recht, leider. Heute schon nach dem Aufstehen beim ersten Treppensteigen plötzlich ein schneidender Schmerz in der Sehne.

DSC01063Was ist das denn? Testweises Dehne, Belasten, Entlasten. Bei einer bestimmten Stellung Schmerzen, kurz und schneidend. Nicht das eher dumpfe Dauerrumoren, das ich schon vor zwei Jahren kennengelernt hatte.

Kann nicht sein! – sagt mein Läufer-Ich und schnürt trotzdem die Schuhe zu einem ruhigen Morgenlauf. Vorsichtig, auch nicht so viele Höhenmeter. Es geht, aber so richtig frei kann ich nicht laufen. Sch… Nach fünf Kilometern entscheide ich mich für eine Abkürzung. 9 statt 11 Kilometer.

DSC01067Dann vorsichtiges Dehnen.  Auch beim Dehnen der Wade keine Schmerzen in der Achillessehne. Wenn die gezielt gestreckt wird, meldet sich allerdings der Schmerz.

Dabei war gestern doch gar nichts zu spüren! Ich bin etwas ratlos. Pause also nochmal. Dienstag und Mittwoch in jedem Fall, vielleicht auch noch am Donnerstag.

Gefällt mir gar nicht 🙁

Hallo Murmeltier!

Und täglich grüßt das Murmeltier … Dieses Motto gilt ab heute wieder. Eine Woche Urlaub vergeht schneller als mir lieb sein kann. Jetzt verbringe ich den Tag wieder überwiegend mit Dienstplanung, Koordination, Projektmanagement und Controlling. Das hat nicht mehr so viel mit dem zu tun, weshalb ich den Journalistenberuf einst als spannend und interessant empfunden habe. Aber die Zeiten ändern sich, und wer Führungsfunktionen übernimmt, darf sich nicht beklagen, dass sich seine Aufgaben ändern.

DSC01033Das Laufen bringt mir zu den langen Tagen in der Redaktion den Ausgleich. So war es, und so wird es hoffentlich auch bleiben.

Heute Morgen allerdings habe ich mir zum Auftakt des Berufsalltags ein ausgiebiges Frühstück gegönnt und nur ein wenig mit der Blackroll hantiert. Schließlich war ich gestern Abend noch bei einer zweiten Laufeinheit dem Sonnenuntergang entgegengeeilt.

DSC01034Nochmal 15 Kilometer mit dem Lauftreff. Nachdem davor auch noch gut zwei Stunden Spaziergang absolviert waren, machte das insgesamt 5,5 Stunden Bewegung an der frischen Luft, was in diesem Fall wörtlich zu nehmen ist.

DSC01040Morgen früh beginnt dann auch wieder der Alltag der Morgenläufe …

13 – 22 – 19

Schwere Beine, Dauergrinsen und die Freude über einen Tag selbst verordnete Laufpause. So lässt sich in aller Kürze mein Gemütszustand beschreiben nach drei Laufeinheiten in zwei Tagen. Meine Wochenilometerzahl liegt damit schon bei 74 – und wenn am Samstag wirklich nochmal 27 hinzukommen, werde ich wohl einen neuen persönlichen Rekord aufstellen.

13

Die Sonne strahlt an diesem Mittwochvormittag vom Himmel. Da steht außer Frage, dass nach einem Tag Sightseeing in Köln die Laufschuhe geschnürt sein wollen. Meine gelben Trabuco hatten sich so sehr über den Ausflug am Montag durch das Unterholz gefreut, dass sie fast automatisch wieder den Mattheiser Wald anpeilen.

01-DSC00903Da bis zum gemeinsamen Mittagessen mit der Familie nur 1,5 Stunden Zeit sind, verwerfe ich die Pläne für eine weite Runde über Konz-Roscheid und nehme am Weingut von Nell den Weg hoch in Richtung Heiligkreuz, am noch frostigen Anglerteich vorbei, weiter hinauf zum Hofgut Maria Hof.

02-DSC0090603-DSC00907Nach dem Hundesportplatz noch zwei Kilometer weiter und dann einen krassen Trail hinunter ins Goldkäulchen.

04-DSC0090805-DSC00911Zurück geht es diesmal nicht über die Kernscheider Höhe, sondern wieder hinunter in den Tiergarten, wo auf  Mountainbike-Fahrer zwei natürliche Wegesperren warten. Bitte nicht zu schnell also!

07-DSC0091508-DSC00916Ach ja, nach gefühlt Jahren laufe ich erstmals wieder zu Musik. Gar nicht so übel. Culcha Candela und die Fantastischen Vier sind meine Favoriten. Hip-Hop und deutscher Rap-Gesang. Das passt gut zum Laufen.

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Meinem Schatz habe ich gerade angeboten, am späten Nachmittag nochmal eine ruhige Runde gemeinsam zu laufen, als Christoph anklopft. Ob ich nicht Lust habe, mit ihm vor dem Mittwochslauftreff ein Stündchen voranzustelllen und dann noch ganz ruhig mit der Gruppe zu laufen?

09-DSC00918Ja, wenn es nicht zu flott wird, höre ich mich sagen, obwohl ich schon ahne, dass das mit dem ruhigen Laufen nichts werden könnte. Und tatsächlich kommt es, wie es kommen muss: Herr Lauftreffleiter verschätzt sich bei der Runde über Tarforst, Avelertal – hier wird mit viel Aufwand der Aveler Bach renaturiert – und Kürenz erheblich. Ich gebe meine Bedenken nicht wirklich deutlich zur Kenntnis. Und schon werden die letzten fünf dieser zwölf statt zehn Kilometer zu einem Tempodauerlauf.

Dennoch ist die Lauftreffgruppe schon weg, als wir um zehn Minuten verspätet am Treffpunkt ankommen. Sie sind auf den Petrisberg gelaufen, wie ich später von meinem Schatz erfahre. Dumm nur, dass Christoph und ich den Trupp genau in der anderen Richtung vermuten, so dass wir bis zur Moselschleuse bei Konz laufen und am Fluss entlang zurück. 22,23 Kilometer sind es am Ende. Meine Beine, wer hat die einbetoniert?

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Dass ich heute mit meinem Arbeitskollegen Oliver eine Verabredung hatte, ließ sich nur schwer ändern. Aber da sich auch Dominik angekündigt hatte, kam das eh nicht in Betracht. Bedingung: keine schnelles Tempo bitte.

10-DSC00919Um 9 Uhr kommt also mein junger Lauffreund den Berg heraufgespurtet. Er hat immerhin schon mehr als drei Kilometer hinter sich, bevor wir gemeinsam weiterlaufen. Wieder hinauf nach Tarforst. wo wir 30 Minuten später mit Oliver verabredet sind. Oberhalb vom Weingut Schleimer werden Weinberge mit neuer Erde planiert.

Vor allem die Hüftbeuger zwicken nach den hügeligen 35 Kilometern vom Vortag ordentlich. Aber sobald die Muskulatur warm ist, geht es erstaunlich gut.

12-DSC00924Oliver ist sofort auf dem Sprung, als wir bei ihm klingeln. An so einem sonnigen Morgen müssen wir einfach hinauf auf den Heidenkopf und weiterhoch zur Schell.

13-DSC00925Eine wie immer traumhafte Aussicht belohnt für die verbrannten Kalorien.

11-DSC0092114-DSC00935Das ist auch bei der ehemaligen Fluchtburg auf Naumett so, wo wir uns eine kleine Pause gönnen, um über Waldrach und das Ruwertal zu blicken.

15-DSC0093716-DSC00938Vor 14 Tagen lag hier im Schatten noch reichlich Schnee. Der bewaldete Hang, an dem wir nun entlanglaufen, hat den interessanten Namen Gotterberg. Die gefrorenen Pfützen und skurrile Eiszapfen dokumentieren die Kälte, die auch unsere Nasen am Laufen hält.

17-DSC00944Diese fünf Kilometer lange Runde bis zum Wegekreuz des Saar-Hunsrück-Steigs, die uns Birthe im Herbst gezeigt hat, ist längst eine meiner Lieblingsstrecken. Auch wenn hier ordentlich Höhenmeter zu bewältigen sind. Faszinierend, wenn auf der einen Seite des Weges lichtdurchfluteter Laubwald die Augen verwöhnt, auf der anderen Seite der dunkle Nadelwald den Tieren Zuflucht bietet.

19-DSC00946Oliver schlägt sich tapfer. Für ihn ist das sicher eine herausfordernde Routenwahl. So schlägt er vor, nun den direkten Weg hinunter nach Tarforst zu suchen. Auf diesem Verbindungsstück zum Wanderweg war ich noch nie. Es bietet eine prächtige Aussicht. Und im Wald hält sich der letzte Flecken Schnee des Winterfrühlings.

18-DSC00945Nachdem wir unseren durchschwitzten Trainingsanzugträger bei ihm Zuhause abgeliefert haben, suchen wir für den Rückweg den Trail, dessen Einstieg wir auf dem Hinweg entdeckt hatten. Ein steiler Weg an einer wunderbar grün leuchtenden Natursteinmauer entlang führt hinunter ins Tal. Jetzt noch ein Kilometer auf dem Radweg, dann ist auch diese 19 Kilometer lange Tour bewältigt.

20-DSC00949Jetzt ist aber genug. Morgen gönne ich mir definitiv eine Laufpause. Und dennoch: Es fühlt sich gut an 😉

 

 

 

 

Ab ins Unterholz!

Einige freie Tage. Da lässt es sich genießen, nicht am frühen Morgen unterwegs sein zu müssen und abwarten zu können, bis die Sonne die Bewölkung aufgelöst hat.

01-DSC00777-001Ja, tatsächlich Sonne, auch wenn die Temperaturen noch sehr an Winter erinnern. Kein Vergleich zu den Minusgraden im Nordosten. Aber im Wald hält sich zumindest eine dünne Eisschicht auf schattig gelegenen Mega-Pfützen.

06-DSC00786-001Ich habe Zeit, und so darf ich mir auch mehr als die üblichen zehn bis zwölf Kilometer vornehmen. Die längere Runde durchs Goldkäulchen in „verkehrter“ Richtung habe ich mir vorgenommen. So um die 16 Kilometer mit einigen Anstiegen und viel Natur.

Zunächst also den Eselspfad am Sportplatz hoch und auf dem Panoramaweg oberhalb des Tiergartentals in Richtung Stadt, das Große Biest runter und oberhalb des Kandelbachs in Richtung Weingut von Nell. Dort zweigt der Weg hinauf nach Mariahof ab, den ich so gerne hinunterlaufe.

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An diesem Tag also bergauf. Eine schöne Laufmeditation. Und die geht weiter nach dem Stück Ringweg um Mariahof, auf dem langen Anstieg hinter den Hochhäusern, der das ehemalige militärische Übungsgelände der französischen Streitkräfte erschließt. Trier war bis vor 15 Jahren Frankreichs größte Garnisonsstadt außerhalb der eigenen Landesgrenzen. Entsprechend weitläufig erstreckten sich die militärischen Anlagen, die jahrzehntelang für die Öffentlichkeit tabu waren.

03-DSC00783Im Mattheiser Wald werden die dadurch entstandenen Biotope, in denen sich unter anderem seltene Amphibien wie die Gelbbauchunke wohl fühlen, teilweise weiterhin mit Panzern erhalten, die ab und an das Gelände planieren und so Senken und Tümpel bestehen lassen.

04-DSC00784-001Außerdem dient der Mattheiser Wald als Ausgleichfläche für die Airbase Spangdahlem in der Eifel, die als Mega-US-Militärflugplatz gigantische Flächen verbraucht. In dem unter Schutz gestellten Wald bei Trier wird die alte Holzwirtschaft des Mittelwaldes erhalten.

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Alle 20 Jahre wird ein Teil der Bäume „auf Stock gesetzt“, also so gefällt, dass ein Rest bleibt, der wieder neu austreiben kann. So entsteht eine ganz besondere Waldform, die durch nicht zu starke und vergleichsweise niedrige Bäume charakterisiert wird.

07-DSC00787Durch die kontinuierliche Bewirtschaftung gibt es jede Menge Nutzwege an den Hängen, die oft über Jahre nicht in Anspruch genommen werden und entsprechend halb zugewachsen sind und verwunschen wirken.

08-DSC00789-001Genau auf solchen Wegen bin ich bei der Erkundschaftung eines neuen Weges gelandet, der am Ende des Goldkäulchentals in Richtung Olewig rechts abzweigt.

10-DSC0079411-DSC00795-001Erst steil nach oben, dann auf einem frisch mit Schieferschotter planierten Feldweg über freies Gelände mit viel Weitsicht. Da ich mich aber nach rechts orientieren muss, damit ich mein Ziel nicht aus den Augen verliere, stürze ich mich in die nahezu unberührte Natur.

12-DSC00796Ein Reh flüchtet vor mir in graziösen Sprüngen. Ich muss angesichts der vielen Knüppel und Steine auf dem alten Weg vorsichtig sein. Irgendwann erreicht er eine idyllische Aue, in der das Wasser munter sprudelt, das einige Kilometer entfernt vermutlich den Olewiger Bach anschwellen lässt.

13-DSC00797-00114-DSC00798Ich suche mir einen Weg über die Wasseradern und schlage mich einige Hundert Meter durch das Unterholz, bis ich auf einen schmalen Pfad stoße, der wiederum auf einen breiteren Weg mündet. Jetzt weiß ich wieder, wo ich bin und folge dem Trail bis zur Einmündung auf den asphaltierten Sträßchen, das vom Goldkäulchen hinauf nach Kernscheid führt.

15-DSC00799-001Auf der Höhe ist der Wind eisig kalt. Hier war ich zuletzt, als der frische Schnee und das trübe Licht die Landschaft in eine einzige weiße Fläche verwandelt hatte. Wie schwierig das Laufen damals war, zeigt sich beim Anblick der tiefen Spurrillen, die Traktoren in den Boden gefräst haben.

17-DSC00801-00116-DSC00800Heute kein Fehltritt! Dafür wie immer das schöne Panorama auf den Petrisberg und die Hill. Und noch ist die Vegetation nicht so weit, dass sie den Blick in den hinteren Teil des Tiergartentals versperrt.

18-DSC0080219 zum Teil abenteuerliche Kilometer sind es am Ende geworden. Eine besondere Tour.

Distanz 19.02 km

Dauer  01:34:54

Pause  00:23:12

Ø Pace 04:59 min/km

Ø Geschwindigkeit 12.03 km/h

Höhenmeter (aufwärts/abwärts) 402 m / 401 m