Mehr Hirn für Läufer

Läufer sind schlauer. Vermutet habe ich das schon lange. Nun gibt es den Beleg dafür schwarz auf weiß: Mediziner der Universität Bochum haben entdeckt, dass Leistungssportler mehr graue Substanz in bestimmten Hirnregionen vorweisen können als Zeitgenossen, die beim Thema aktiver Sport komplett in die Passivität verfallen.
Die Ergebnisse der Wissenschaftler aus dem Ruhrpott – sie werden in der kommenden Woche bei einer Expertentagung in Leipzig umfassend vorgestellt – sind deshalb so interessant, weil es in der Hirnforschung bis vor einiger Zeit als erwiesen galt, dass sich das erwachsene Gehirn strukturell nicht mehr ändern kann und die Denkprozesse auch deshalb mit zunehmendem Alter langsamer werden.
Jetzt muss anders gedacht werden. Denn nach der Vergleichsuntersuchung von 26 Leistungssportlern und zwölf Nichtsportlern ist nun ein weiterer Beleg dafür gefunden, dass auch im Alter neue und zusätzliche Nervenzellen im Hirn wachsen können. Das traf für alle 13 mittels Computertomografie vermessenen Marathonläufer- und Triathletenhirne zu, ebenso für die 13 untersuchten Kampfsportler, vor allem Judoka und Karateka. Nicht aber für Nichtsportler!
Ob der gemessene Zuwachs der Hirnsubstanz wirklich die Leistung des Arbeitsgedächtnisses verbessert, ist zwar nach der ersten Untersuchungsreihe noch nicht ganz klar. Ich bin mir als denkender Läufer allerdings sicher, dass die geplanten weiterführenden Studien das belegen werden.

Gesichert gilt derweil auch unter Wissenschaftlern, dass regelmäßige sportliche Betätigung nicht nur Muskulatur, Herz und Kreislauf stärkt, sondern auch das Langzeitgedächtnis fördert – das gilt sogar für Walking. Na gut. Solange das bessere Erinnerungsvermögen nicht zu noch mehr Kommunikationsbedarf in den auf meinen Laufwegen stöckelnden Frauengruppen führt, ist das in Ordnung. 😉DSC00367

 

Der TV bewegt – Start frei für 2013

IMG_6496Schnee und gefrorene Erde, die unter den Sohlen knirschen. Zu Eis erstarrte Pfützen unter einer dünnen weißen Deckschicht … Wer in diesen Tagen im Wald oder auf der Flur unterwegs ist, muss aufmerksam sein, damit der gefrorene Matsch seine Knöchelbrecherqualität nicht unter Beweis stellen kann. Von Zerrungen und blauen Flecken ganz abgesehen, die auf teils ziemlich glatten Fahrrad- und Laufwegen allen drohen, die nicht vorsichtig sind.

Spaß macht vor allem der gelaufene Ausflug ins Gelände dennoch. Erst recht, wenn sich dann auch noch die zuletzt so sehr vermisste Sonne zeigt und den euphorisierten Hobbysportler dazu bringt, den eh schon langen Lauf ein wenig länger werden zu lassen.

Gelände, Eis und Matsch wird es am 30. Juni nicht geben, wenn der 30. Trierer Stadtlauf auf neuer Strecke startet. 5400, 10 000 und 21 097,5 Meter stehen für die Starter zur Wahl. Und da die Sonne an diesem Frühsommertag eh scheint, muss niemand fürchten, dass er nach einem flotten Rennen zusätzliche Kilometer anhängen will.

Zumindest für 60 der 3000 erwarteten Läuferinnen und Läufer wäre das konditionell sicher kein Problem. Der TV bewegt! Auch in diesem Jahr werden sich eben jene 60 Läufer in den Wochen vor dem Start unter professioneller Anleitung bestens auf die Herausforderung  vorbereiten, der sich jede/r von ihnen stellen will.

Wer teilnehmen kann? Alle Abonnenten unserer Zeitung Trierischer Volksfreund. Ab heute ist die Bewerbung auf www.volksfreund.de/laufen möglich. Sie sind noch kein Abonnent? Dann wird es Zeit! Den sicheren Platz im TV-bewegt-Team gibt es für Sie als Bonus.

Ich freue mich schon darauf, wieder mit vielen netten Menschen gemeinsam für den Stadtlauf trainieren zu dürfen. Sport und Spaß in Kombination – das ist Laufen. Wir werden Spaß haben. Viel Spaß. Versprochen!

 

Seriös

… muss nicht immer sein. Aber zumindest im Berufsleben kann ich mit gelber Laufjacke oder ähnlichem Outfit nicht gewinnen. Korrektur: Im überwiegenden Teil meines Berufslebens.

Und da meine Selbstportraits mit der neuen Brille so furchtbar waren, ist hier der Beweis, dass die Wirklichkeit gar nicht so schlimm ist, oder doch? Na ja, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Rainer Neubert  TV-Foto: Friedemann Vetter

Herr Blindfuchs blickt durch

Da war doch noch was … Die neue Laufkolumne 😎

Herr Blindfuchs blickt durch

Schnee vom Himmel. Schnee auf der Piste. Schneeketten unter den Laufschuhsohlen. Los geht’s zum Winterwonnelauf! Das war gestern so – heute wieder. Vielleicht ohne Schneefall, aber mit vollem Durchblick.

Für Brillenträger, die ohne Sehhilfe eine gelbe Armbinde mit drei Punkten tragen müssten, ist das gar nicht selbstverständlich. Scheibenwischer für Brillen gibt es nur auf Erfindermessen. Antibeschlagsprays sind nicht immer das Geld wert, das Herr Blindfuchs dafür hinblättert. Aber seit einigen Tagen ist alles anders.

Der Termin bei der Optikerin der Wahl hatte zwar länger gedauert als geplant. Das Ergebnis ist allerdings beachtlich. Gut, über das Aussehen mit dem neuen Brillenporsche sind die Meinungen geteilt. Das liegt aber vor allem daran, dass es nicht mehr so ein schickes schmales Modell sein kann wie das vorherige. Herr Blindfuchs zollt dem Alter Tribut und braucht nun auch eine Korrektur für den Nahbereich.

Vorteil beim Laufen: Der überraschte Morgensportler entdeckt auf seiner Laufuhr unter der großen Zeitanzeige zwei kleine Digitalanzeigen, die Tempo und zurückgelegte Strecke anzeigen. Auch während des Laufs!

Das Beste aber sind die Tageskontaktlinsen, zu denen Frau Optikerin Herrn Blindfuchs überredet hat. Wow! Ab sofort freie Sicht bei Schnee und Regen! Perfekt! Wenn nur am Morgen das Einsetzen der Linsen nicht noch so lange dauern würde wie der Lauf selbst.

Der TV bewegt wieder!

Alle Gespräche und Verhandlungen sind zwar noch nicht abgeschlossen. Aber zumindest scheint nun klar zu sein: Der TV bewegt! – auch 2013.

Jens Nagel und sein Trainerteam von getFit werden aller Voraussicht nach wieder mit im Boot sein. Es war ein gutes Gespräch heute.

Im kommenden Jahr wollen wir noch mehr Leser unserer Zeitung und unseres Laufportals mit ins Boot nehmen und etwas ganz Besonderes bieten. Dann wird der Start beim 30. Internationalen Trierer Stadtlauf am 30. Juni 2013 für alle Teilnehmer ein besonders tolles und erfolgreiches Erlebnis.

Ich freue mich schon auf viele neue Bekanntschaften beim Training, das wieder in drei Gruppen für Anfänger/Wiedereinsteiger, geübte Läufer und Halbmarathonis stattfinden soll.

Mehr will ich heute noch nicht verraten.

P.S.:

Heute war für mich Laufpause, dafür eine knappe Stunde Rumpfstabi. Das muss auch mal sein 😉

Standfest?

„Aha, Herr Neubert läuft heute im Hellen! Der hat wohl Angst vor Wildschweinen?“

Mit diesem Spruch hat mich heute früh meine Lieblingshundeführerin und Kolumnenleserin im Tiergartental begrüßt. Da sie mit zwei weiteren Gassigehern unterwegs war, konnte ich erwidern, dass sie und ihre Vierbeiner hoffentlich dafür gesorgt hatten, dass keine Wildsäue mehr meine Laufwege blockieren.

Da war es in der Tat schon hell, weil ich schon auf dem Rückweg von den Mattheiser Weihern war. Dort ist der Wasserstand am oberen Teich noch immer niedrig, weil das Ufer befestigt wird. Die Brutzone ist schon mit hübsch geschwungenen Weidenzäunchen versehen.

Nach dem tödlichen Baumunfall in der City bleibt es nicht aus, dass vermutlich nicht nur meine Blicke immer wieder prüfend auf vermeintlich nicht ganz gesunde Baumriesen verweilen. Nicht, dass mir so ein Teil auf die Füße fällt.

Da werden wohl noch einige alte Bäume der Kettensäge zum Opfer fallen. 100 werden in den nächsten Tagen noch einmal intensiv auf ihre Standfestigkeit überprüft.

Meine Standfestigkeit war auch nach der 11-Kilometer-Runde noch gut. Lediglich die Zeit wird am Morgen so langsam knapp. Früher genügte immer eine gute Stunde für Lauf, Dehnungsübungen und Duschen. Mit dem Bedürfnis, am Morgen mindestens einen Zehner zu laufen, wird die Restzeit für Frühstück und Zeitungslektüre zunehmend knapp.

Und ich würde meistens liebend gerne noch weiter laufen …

 

Ich hab’s getan …

Ich lese in allen möglichen Blogs etwas von Müdigkeit und schweren Beinen. Bevor es soweit kommt … Ich hab’s getan. Bin heute Morgen wieder für eine Stunde ins Bett geschlüpft, nachdem die Kinder aus dem Haus waren.

Keine Reue, und ich will auch keine Weicheisprüche lesen, weil es geregnet hat!

Geregnet hat es übrigens auch im vergangenen Jahr beim Silvesterlauf in Trier. Bei ähnlich milden Temperaturen. Wie es in diesem Jahr sein wird, weiß ich noch nicht – aber dass es noch viele Freistarts zu gewinnen gibt. Nicht umsonst sind der Trierische Volksfreund und das dazugehörige Internetlaufportal Medienpartner.

Der TV bewegt! Hier geht’s zur Verlosung. Es gibt nicht nur Startplätze zu gewinnen, auch ViP-Tickets, Hotelübernachtungen und Eintirttskarten für die große Silvesterparty mit vielen deutschen und internationelan Stars der Laufszene.

Also, macht mit! Ich darf ja leider nicht 🙁

Sus scrofa scrofa

Von meiner Begegnung mit Wildschweinen habe ich ja schon berichtet. Wer das gelesen hat, wird auch meine Ankündigung wahrgenommen haben, dieses Erlebnis in meiner Laufkolumne zu verarbeiten, die an jedem Mittwoch in der Regionalzeitung Trierischer Volksfreund erscheint. Hier ist das Ergebnis:

Allesfresser, Paarhufer, (lat.:) Sus scrofa scrofa. Die Rede ist vom Wildschwein, der Stammform des Hausschweins, das in Form von Ebern, Bachen, Frischlingen oder Jungschweinen in kleineren und größeren Gruppen Europas Wälder bewohnt. Die an und für sich friedlichen Schlammwühler gedeihen angesichts milder Winter und reich gedeckter Tische in Maisfeldern und Weinbergen prächtig. Zu prächtig, wie Bauern, Winzer, Gartenbesitzer und Jäger übereinstimmend meinen.
Was dieses Thema in einer Laufkolumne zu suchen hat? Richtig: Wildschweine sind das Schreckgespenst für viele Läufer. Nicht nur, weil die Schwarzkittel zehn Kilometer locker trabend in einer Stunde bewältigen. Das Grunzvieh kann noch viel schneller: bis zu 50 km/h. Weltklassesprinter schaffen auf 100 Metern gerade mal 45 km/h. Weglaufen klappt im Ernstfall also nicht.
Und warum schreibe ich das? Nun ja, vor einigen Tagen entpuppten sich bei einem Morgenlauf die auf einem meiner Lieblingswege in der Dämmerung grasenden Schafe bei genauerem Hinsehen als Wildschweinrotte.
Bachen und Jungtiere, keine ganz kleinen Exemplare, und mindestens ein größerer Eber am Ende der Gruppe.
Da ich weder aussehe wie Obelix, noch einen Zaubertrank dabei habe, ist mein Jagdinstinkt deutlich gedämpft. Eber schaut mich an, ich schaue ihn an – und ich hoffe, dass es stimmt, was ich irgendwann einmal über Fluchtreflex und Scheu bei Wildschweinen gelernt habe: Gefahr nur bei Frischlingen! Vorsichtig weiterlaufen … Rotte rennt … Eber schaut … ich kehre um … nein … Eber verzieht sich. Schwein gehabt!

 

Und hier noch ein interessanter Link zum Thema Wildschweine und Läufer

Zauberhaft

Harry Potter ist kein guter Läufer. Wenn er schnell an einen anderen Ort kommen will, benutzt er seinen fliegenden Zauberbesen. Oder er „disappariert“, rauscht also entmaterialisiert durch Raum und Zeit wie einst Captain Kirk vom Raumschiff Enterprise.
Ich bin dazu nicht in der Lage; will das auch nicht. Zumal die mit dem Laufen verbrachte Zeit Erholung und Meditation bedeutet. Trotzdem habe ich etwas mit dem zaubernden Romanhelden gemeinsam!
Kennen Sie die „Karte des Rumtreibers“? Dieses magische Potter-Utensil zeigt auf wunderbare Weise, wo sich eine Person auf dem weitläufigen Schulgelände von Schloss Hogwarts befindet.
Als sich die Schriftstellerin Joanne K. Rowling das vor Jahren ausgedacht hat, waren Smart?phones noch Zukunftsmusik, ganz zu schweigen von den vielen kleinen Programmen, die es heute für iPhone und Co. gibt.
Einige dieser Apps genannten Applikationen sind speziell für Läufer gemacht. Und mein derzeitig liebstes Hosentaschenrechnerprogramm kann genau das, was die Karte für Rumtreiber kann: Sie zeigt bei Bedarf auf einer Karte live an, wo und wie schnell sich der sportliche Smartphoneträger fortbewegt.
Besser noch! Alle Freunde im sozialen Netzwerk können das verfolgen und unmittelbar motivierende Fanfarentöne, Händeklatschen, La-Ola-Wellen oder Sprüche an den Läufer schicken. Zauberhaft.
Bislang habe ich mir nur im Nachhinein angesehen, wer da wann und wie virtuell mit mir gelaufen ist. Eine spannende Sache. Wenn ich allerdings an den ein oder anderen nicht zitierfähigen Kommentar denke, der da schriftlich dokumentiert ist, dann werde ich wohl auch in Zukunft darauf verzichten, mir das während des Laufes mittels Kopfhörer ins Ohr rufen zu lassen. Das bewahrt mich ganz sicher vor dem Bedürfnis, sofort zu disapparieren.

Diese und weitere Laufkolumnen: www.volksfreund.de/laufen